Der Masterstudiengang Stadtplanung der TH Lübeck erarbeitete im Sommer 2026 ein Konzept zur Entwicklung Wentorfs zu einer „zukunftsfähigen und lebenswerten Gemeinde“. Geleitet wurde das Studienprojekt von Professor Menzl und begleitet durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein. Die Ergebnispräsentation dieser studentischen Arbeiten hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite www.wentorf.de/aktuelles/Ortsentwicklungskonzept veröffentlicht. Die vorgestellten Konzepte und Ideen sind keine beschlossenen Planungen der Gemeinde Wentorf, sondern sollen als Diskussionsgrundlage dienen. Dieses Angebot greift WiB auf. In diesem, dritten und letzten Teil werden die Aussagen rund um das Thema „Gewerbe“ zusammengefasst.
Die Problemanalyse untersucht das Gebiet am Südring, also das Gewerbe ohne die Geschäfte am Casinopark und in der Hauptstraße (siehe Eingangsfoto mit den Nutzungsformen). Aus einer mangelnden Vorbereitung auf Hitzetage (alles versiegelt), drei Gebäude mit geringer baulicher Qualität und vereinzelter geringer Flächenausnutzung (nicht so hoch gebaut, wie erlaubt) wird auf mangelnde Klimaanpassung und eine zu geringe Flächeneffizienz geschlossen. Nach Aufzählung theoretisch möglicher Maßnahmen zur Innenentwicklung, wie zusätzlicher Geschosse, und zum Klimaschutz wird das Anwendungsbeispiel einer Aufständerung, eine Art Carport für LKWs, durchgespielt. Das neue Dach soll für eine PV-Anlage genutzt, nicht benötigte Flächen begrünt und PKW-Parkplätze teilentsiegelt werden.
Umgesetzt werden sollen die aufgezeigten Anklänge eines Konzeptes über viel Kommunikation. Und wo sollte man anfangen? Als sogenannter Aktivierungsimpuls soll das angrenzende Kleingartengelände dienen. Die Erweiterung der Gewerbeflächen um die Kleingärten bringt nicht nur neue Gewerbeansiedlungen nach Wentorf, sondern schafft auch die bauliche Flexibilität für eine Umgestaltung des bestehenden Gewerbegebiets. So kann die Gemeinde Firmen, die nicht so große Flächen benötigen, wie aktuell in Anspruch genommen, Ausweichflächen anbieten.
Kommentar: Dass es nicht nur in Wohngebieten, sondern auch in Gewerbegebieten möglich ist die Bebauung zu verdichten, steht außer Frage. Genauso klar ist, dass hierzu ein Dialog mit ansässigen Unternehmen, Grundstückseigentümern und der Wirtschaftsinitiative Wentorf sinnvoll ist. Da das Kleingartengelände zumindest aus Sicht der TH Lübeck zur Disposition steht, wäre es aber guter Stil nicht nur die lokale Wirtschaft und die Verwaltung, sondern insbesondere die Vertretung der Kleingärten und sonstiger Betroffener von Anfang an am Standortdialog zu beteiligen.