„Baderegeln sind keine Kinderregeln. Sie gelten genauso für Erwachsene“, sagt Holger Bartsch, 1. Vorsitzender der DLRG Sachsenwald. Nach Medienberichten sind seit Freitag während der Hitzewelle bundesweit mindestens 15 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Die DLRG Sachsenwald nimmt diese tragischen Ereignisse zum Anlass, an eine Baderegel zu erinnern, die gerade an heißen Sommertagen häufig unterschätzt wird:
Vor dem Sprung ins Wasser den Körper langsam abkühlen oder abduschen.
Viele Menschen freuten sich nach einem heißen Tag verständlicherweise auf die schnelle Abkühlung. Genau darin liege aber auch ein Risiko. „Wer lange in der Sonne gelegen hat, Sport getrieben hat oder körperlich aufgeheizt ist, sollte nicht einfach ins kalte Wasser springen. Besser ist es, sich vorher langsam abzukühlen oder abzuduschen. Dieser kurze Moment kann im Ernstfall das eigene Leben retten.“ Ertrinken ist kein Problem das nur Kinder betrifft. Häufig sind auch Erwachsene betroffen – Menschen, die grundsätzlich schwimmen können.
Neben dem richtigen Verhalten vor dem Baden beobachtet die DLRG immer wieder, dass viele Menschen ihre Schwimmfähigkeiten in Naturgewässern überschätzen.
„Im Freibad wissen wir ganz genau, wie weit wir schwimmen. Eine Bahn ist 25 oder 50 Meter lang, und bis zum Beckenrand sind es oft nur wenige Meter. In einem See oder Fluss fehlt diese Orientierung. Entfernungen wirken dort schnell kürzer, als sie tatsächlich sind.“ Hinzu kommen Wind, Wellen, Strömungen, kalte Wasserschichten oder ein ungewohnter Untergrund. All das kann zusätzliche Kraft kosten. „Viele schwimmen einfach los und merken erst auf dem Rückweg, wie weit sie sich bereits vom Ufer entfernt haben. Dann reichen die Kräfte plötzlich nicht mehr aus. Deshalb gilt: Lieber einmal früher umdrehen als einmal zu spät.“ Gerade ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer sollten deshalb in Naturgewässern besonders vorsichtig sein und nur so weit hinausschwimmen, wie sie den Rückweg sicher bewältigen können.
„Niemand springt mit dem Gedanken ins Wasser, dass er an diesem Tag ertrinken könnte. Genau deshalb müssen wir über Prävention sprechen – nicht erst während der Hitzewelle, sondern davor“, sagt Bartsch. „Wenn sich nach dieser Pressemitteilung auch nur einige Menschen vor dem Sprung ins Wasser einen kurzen Moment Zeit zum Abkühlen nehmen oder auf halber Strecke früher umdrehen, dann haben wir schon etwas erreicht.