Für die Wentorfer Bühne begann das zweite Halbjahr ungewohnt turbulent. Kurz nach den Sommerferien erhielt das Ensemble überraschende Post von der Schulleitung der Gemeinschaftsschule Wentorf und der Gemeinde: Das traditionelle Weihnachtsmärchen – seit über 40 Jahren festes kulturelles Ereignis – könne künftig nicht mehr in den vertrauten Räumen stattfinden. Grund sei die hohe Auslastung der Schule; die Aula müsse dauerhaft anders genutzt werden. Die Nachricht traf die Bühne völlig unvorbereitet.
Suche nach einer Lösung – und ein entscheidender Tipp
Der Vorstand reagierte sofort, suchte das Gespräch mit allen Beteiligten, verhandelte, schrieb E-Mails und versuchte, einen Kompromiss zu erzielen. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos. Erst der Vorschlag von Wentorfs Bürgermeisterin Katrin Schöning brachte neue Hoffnung: Eine Kooperation mit dem Gymnasium Wentorf könne eine mögliche Alternative sein. Gesagt, getan – und schon der erste Austausch verlief äußerst positiv. Beide Seiten zeigten sich flexibel, Termine wurden schnell abgestimmt, und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit war groß.
Erste Proben auf unbekanntem Terrain
Nach den Herbstferien stand die Premiere am neuen Probenort an. Die Bühne im Gymnasium brachte einige Veränderungen mit sich: größere Fläche, andere technische Gegebenheiten und eine deutlich niedrigere Deckenhöhe. Herausforderungen, die jedoch mit viel Engagement und Teamarbeit gemeistert wurden. Eine der größten Überraschungen war die Unterstützung durch die Technik-AG des Gymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler investierten freiwillig ihre Freizeit, verlegten Kabel, lösten technische Probleme und standen dem Ensemble jederzeit zur Seite. Ihr Einsatz beeindruckte die Wentorfer Bühne nachhaltig. Auch der Bühnenaufbau verlief dank der aktiven Mithilfe der Vereinsmitglieder reibungslos. Die zunächst befürchteten Einschränkungen durch die niedrigere Decke erwiesen sich letztlich als kaum relevant.
Premiere am ersten Advent: Publikum feiert das neue Kapitel
Am ersten Adventswochenende war es schließlich so weit: Zum ersten Mal präsentierte die Wentorfer Bühne ihr Weihnachtsmärchen „Auf zu Frau Holle!“ am neuen Spielort. Die Spannung war groß – würde das Publikum den Standortwechsel annehmen? Die Antwort kam in Form von Begeisterung: Über 700 Besucher kamen, viele bekannte Gesichter, aber auch neue Gäste. Die positiven Rückmeldungen und die zahlreichen strahlenden Kinderaugen zeigten deutlich, dass die Magie des Weihnachtsmärchens ungebrochen ist.
Fazit: Ein Wechsel, der stärkt
Der Umzug an das Gymnasium hat der Wentorfer Bühne nicht geschadet – im Gegenteil. Er brachte Herausforderungen mit sich, aber auch neue Chancen. Besonders die herzliche Aufnahme durch Schulleitung, Lehrkräfte, das Hausmeisterteam und die engagierte Technik-AG hat den Neustart zu einem Erfolg gemacht. Die Wentorfer Bühne blickt dankbar zurück – und mit Zuversicht nach vorn.
Beitragsfoto: Wentorfer Bühne
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