Die Verzögerung der Generalsanierung auf der Bahnstrecke Hamburg–Berlin stößt auf deutliche Kritik. Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler, die regionale Wirtschaft sowie den Klimaschutz bedeute der Aufschub eine erhebliche Belastung. Zwar wird anerkannt, dass ein außergewöhnlich kalter Winter Bauarbeiten – etwa an Kabeln und im Boden – erschweren kann. Gleichzeitig wird jedoch bemängelt, dass noch kurz zuvor von nahezu abgeschlossenen Prüf- und Abnahmearbeiten die Rede war. Dass nun plötzlich gravierende Verzögerungen auftreten, wirft Fragen nach Transparenz und Verlässlichkeit der Informationen auf. Das Vertrauen in künftige Sanierungsprojekte stehe damit auf dem Spiel.
Mit Blick auf die Zukunft wird gefordert, dass der Bund Sanierungen nicht nur als Reparaturmaßnahmen versteht, sondern die Leistungsfähigkeit der Strecken nachhaltig verbessert. Dazu zählen höhere Geschwindigkeiten, mehr betriebliche Flexibilität sowie eine verlässliche Finanzierung. Besonders dringend sei außerdem eine bessere Organisation der Ersatzverkehre. Die eingesetzten Busse müssten in der Region verbleiben, und die Kosten für verlängerte Ersatzverkehre dürften nicht auf Länder oder Kommunen abgewälzt werden.
Besonders betroffen ist der Kreis Herzogtum Lauenburg. Dort ist durch die Generalsanierung nahezu der gesamte Schienen-Nahverkehr zum Erliegen gekommen. Pendlerinnen und Pendler müssen lange Fahrzeiten und erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Dass sich dieser Zustand nun auf unbestimmte Zeit verlängert, sorgt vor Ort für großes Unverständnis. Um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wird von der Deutsche Bahn eine schnelle und klare Kommunikation darüber erwartet, wie lange die Einschränkungen noch andauern werden.
Die Kritik kommt aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen und richtet sich sowohl an den Bund als auch an die Bahn. Ziel müsse es sein, künftige Großbaustellen besser zu planen, transparenter zu kommunizieren und so zu gestalten, dass sie langfristig zu einem leistungsfähigeren und klimafreundlicheren Bahnverkehr beitragen.
Beitragsfoto: Pixabay
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