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Wentorf in Tansania

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Seit über 30 Jahren, seit 1990, pflegt die Kirchengemeinde Wentorf eine Partnerschaft mit zwei Dörfern in Tansania.
Die Dörfer liegen im Süden Tansanias, in den abgelegenen Livingstone Mountains, auf etwa 2.500 m Höhe.
In unserer Druckausgabe haben wir schon häufiger über die Arbeit der Patenschaften berichtet, zuletzt berichtete Martin Oels in unserer Ausgabe im April 2020.
Jetzt schickte er uns einen Bericht über die aktuelle Lage in den Dörfern, den wir nachstehend veröffentlichen.

Bibi bekommt neue Fenster und muss nun nicht mehr frieren

Wie unsere Partnergemeinden in Tansania die Corona-Krise traf.
Es ist die unglaublich positive Einstellung zum Leben, die uns bei den Menschen der Wentorfer Partnergemeinden der Kirche in den Dörfern Idunda, Madihani und dem Frauenwerk in Makete immer wieder überwältigt. Leben unsere Freunde doch in einfachsten Verhältnissen und mangelt es an Essenziellem wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur sowie der Wasserversorgung, sind Klagen so gut wie nie zu hören. Für die Tansaniagruppe war es zu Beginn der Pandemie nicht leicht, eine halbwegs realistische Einschätzung der Lage zu gewinnen. Die Pandemie wurde von dem damaligen Präsidenten John Magufuli heruntergespielt und unsere Freunde wollten oder durften vermutlich nicht mit uns über das Virus sprechen. Lediglich von Maßnahmen wie Händewaschen, Beten und Zitronensaft wurde uns in den seltenen WhatsApp-Nachrichten berichtet. Aber was hätte ein anderer Umgang schon bewirkt? Ein Lockdown wie bei uns ist bei den vielen Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen, nicht denkbar. Ein Coronatest ist mit Sicherheit auch nirgends zu finden. Erst als Magufuli im März 2021 eben jenem Virus zum Opfer fiel und seine Stellvertreterin Samina Suluhu Hassan nachrückte, änderte sich die Politik hin zu einem offeneren Umgang. Leider dauerte es nicht lange, bis uns die ersten traurigen Nachrichten erreichten. So hatte es dieses Virus schon längst zu unseren Freunden in einen der letzten Zipfel Tansanias geschafft. Viele sind gestorben und für fast alle hat sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert.
Es sind mal wieder unsere Frauen aus dem Frauenwerk, die die Sache in die Hand nehmen und sich auf den Weg in die Dörfer des Distrikts machen, um aufzuklären und für Impfungen zu werben. Der Impfstoff von Johnson&Johnson ist inzwischen verfügbar, doch Zweifel sind vorhanden, war doch der ehemalige Präsident beliebt und ein Christ und ist die neue Präsidentin eine Muslima von der fernen Insel Sansibar.
Natürlich sind wir in unserem reichen Wentorf froh, dass wir diese tolle Arbeit finanziell unterstützen und damit das Leid vielleicht etwas mildern können. Neben dem traurigen Corona-Thema unterstützen wir unsere Partner natürlich weiterhin in verschiedenen Projekten.
So konnte durch eine private Spende das Haus der etwa 90jährigen Bibi, die noch ihre verwaisten Urenkelkinder versorgt, mit Fenstern ausgestattet werden, denn auch in Afrika wird es auf 2500m Höhe sehr kalt.
Ein besonderer Fokus der Arbeit liegt jedoch auf der Bildung. So unterstützen wir die zahlreichen Waisenkinder mit Geld für Schuluniformen und das Schulessen. Die weiterführende Schule bekommt Papier, denn das ist ein erster Luxus. Zudem finanzieren wie immer wieder einzelnen besonders talentierten SchülerInnen eine Berufsausbildung oder manchmal ein Studium. So waren wir froh, dass unsere Freundin Neema Songolo dieses Jahr ihren Bachelor in Education machen konnte. Auch für das nächste Jahr gab es wieder einige Anfragen. Peter Ben Lutego möchte Tiermedizin studieren, Jacklin Emanuel Ngoye möchte einen Bachelor in Public Relations machen und Joyce Henry Chaula plant eine Ausbildung als Krankenschwester. Alles Berufe, die unseren Gemeinden später direkt oder indirekt helfen können.
Leider mussten viele Veranstaltungen in Wentorf in den letzten beiden Jahren abgesagt werden und es gab nur wenige Möglichkeiten, Geld für unsere Projekte zu sammeln. So können wir leider im nächsten Jahr keine weiteren Stipendien vergeben und mussten die Anfrage unserer Freunde absagen.
Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Tansaniagruppe finanziell! Sie bewirken Großes und die Menschen sind Ihnen sehr dankbar.

Kirchengemeinde Wentorf
IBAN:DE 1523052750 0000 865753
Verwendungszweck „Partnerschaftsarbeit Tanzania“

https://www.kirche-wentorf.de/tanzania.html [1]