Wahnsinn! Wieder sollen Bäume weg!

Nach dem Reinbeker Weg, dem Friedrichsruher Weg und dem Casinopark kommt die nächste Hiobsbotschaft für Klimaschützer. Geschlagene 48 (in Worten: achtundvierzig) Bäume sollen laut einem ersten Konzept des Ingenieurbüro Masuch + Olbrisch beim Straßenausbau des Bergedorfer Weges verschwinden. Dabei wurde für den Auftrag unter anderem „der Erhalt der vorhandenen Bäume nach technischen Möglichkeiten“ als vorderstes Ziel angegeben. Zwar sollen laut Konzept die Schaffung von neuen Baumstandorten zur Ersatzpflanzung durchgeführt werden, die dafür vorgesehenen Standorte sind nur teilweise öffentliche Flächen, die derzeit auch noch verpachtet bzw. von Grundstückseigentümern überbaut sind. Ob überhaupt dort Ersatzpflanzungen, die natürlich niemals ein gleichwertiger Ersatz für ausgewachsene, große Bäume sein können, im Bergedorfer Weg Platz finden werden, ist mit Verlaub gesagt, fraglich. Gerade stellen Bund und Länder 800 Mio. Euro für die Aufforstung beschädigter Wälder zur Verfügung, wir dagegen sägen gesunde Bäume für einen fragwürdigen Straßenausbau ab! Das kann doch nicht im Ernst gemeint sein.

Soviel ökologischer Unsinn in einer Zeit wie dieser bringt natürlich auch Anwohner und Bürger auf den Plan. So schrieb ein Anwohner (Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt) an die Gemeindevertreter des Liegenschaftsausschusses, dass er nicht nur entsetzt über die mögliche Fällung der wunderbaren Bäume ist, sondern zugleich auch diese vorgestellte Ausbauvariante des Bergedorfer Wegs ablehnt. Seiner Ansicht nach sei die Planung des beauftragten Ingenieurbüro völlig inakzeptabel. Die Straße sollte einer gründlichen Reparatur unterzogen werden. Denn neben dem Fällen von 48 großen gesunden Bäumen wird mit diesem verkehrstechnischen Ausbau der Charakter des gesamten Wohngebietes nicht nur drastisch verändert, sondern schlicht weg verschandelt. Hinzu kommt seiner Meinung nach eine unsensible Planung des Ingenieurbüros, in der ökologische, soziale und städtebauliche Gesichtspunkte unzureichend berücksichtigt wurden.

Wer die öffentliche Sitzung des Liegenschaftausschusses mit erleben möchte, kann am kommenden Dienstag, den 1. Oktober 2019 um 19.00 Uhr ins Rathaus gehen. Unter TOP Ö9 wird dieses Thema behandelt. „Fridays for Future“ Aktivisten sind ganz herzlich dazu eingeladen. Hier geht’s um Klimaschutz vor Ort. Nicht Berlin oder New York.

Den Beschlussvorschlag zur Sitzung finden Sie hier: https://wentorf-im-blick.de/wp-content/uploads/2019/09/Beschlussvorlage-Konzept-zum-Straßenausbau-Bergedorfer-Weg.pdf

 

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9 Gedanken zu „Wahnsinn! Wieder sollen Bäume weg!

  • 30. September 2019 um 19:16
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    Ich bin davon überzeugt, dass dieses Konzept so nicht durchgehen wird!
    Ich bin auch davon überzeugt, dass eine möglichst große Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei dieser und den folgenden öffentlichen (!) Sitzungen nötig ist, um allen politisch Beteiligten zu zeigen, wie wichtig uns allen ist, dass Bäume erhalten bleiben. Alle Sitzungstermine samt Tagesordnungen sind jederzeit über Wentorf.de ( => Poltik => Sitzungskalender ) einsehbar… 🙂

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  • 30. September 2019 um 14:19
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    Hat diese Wahnsinn den gar kein Ende? Die 54 jährige Trauerweide am Casinopark soll für den Erweiterungsbau von Aldi gefällt werden und jetzt gleich 48 Bäume! Da gehen die Jugendlichen in Massen auf die Straße für den Klimaschutz und hier sollen große Bäume gefällt werden für den Verkehr, auf das noch mehr CO2 in die Luft gepustet wird und keine Bäume da sind, die diesen Schadstoff binden. Wann kapieren die Entscheidungsträger endlich ihre Vertanwortung? Ist Autoverkehr wichtiger als ein gesünderes Klima? Das wäre das Gegenteil von dem, was weltweit von der jüngeren Generation gefordert wird.
    Ingrid Fraser

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  • 29. September 2019 um 21:59
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    Die Strasse ist kaputt und nicht die Bäume ! Noch 2 Argumente gegen den Plan 48 Bäume zu fällen:

    1. Im Sommer werden die Lindenblüten von tausenden ( oder mehr ) Bienen besucht, das Gesumme ist dann gigantisch.
    2. Ein weitgehend 5,50 m breiter Bergedorfer Weg ist aufgrund der geringen Anwohnerzahl unnötig und verführt nur zum Rasen, wie es trotz des schlechten Straßenzustands hier immer wieder passiert. Die Einhaltung von Tempo 30 wird ja sowieso NIE kontrolliert. Warum nicht verkehrsberuhigende Straßenverengungen auf Höhe der Bäume vorsehen, welche ja tatsächlich teilweise den Rand der Straße beeinträchtigen. Dann müssten weniger oder gar keine Bäume gefällt werden.

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  • 28. September 2019 um 11:41
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    Vor 7 Jahren führt die Fällung von 18 Linden in der Möllner Landstraße zu massiven Protesten. Damals mussten die Linden für die Verlegung neuer Regenwasserkanäle weichen.

    Es „spielten sich dramatische Szenen im beschaulichen Neuschönningstedt ab. Es wird sogar berichtet, dass sich Menschen an die Bäume gekettet hätten, um die Fällung der Bäume zu verhindern.“ (Zitat Bergedorfer Zeitung vom 5.6.2015).

    Die Vorgaben für den 1. Entwurf kamen offensichtlich von der Verwaltung. Wie kann man aber nur so wenig politisches Gespür haben und nicht aus der Vergangenheit lernen? Wie kann eine Verwaltung nur auf die Idee kommen so einen Vorschlag zu präsentieren?

    Wir reden über Klimaschutz und in Wentorf holzen wir 48 gesunde Linden ab?

    Irgendetwas läuft schief!

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  • 26. September 2019 um 23:33
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    Die Vorgaben für das Konzept halte ich für schlecht überlegt und nicht angemessen. Schön, dass es nur ein erster Entwurf ist.

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  • 26. September 2019 um 11:20
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    Ich gehe davon aus, dass das Konzept so nicht umgesetzt werden wird. Die Grünen werden vorschlagen, den Bergedorfer Weg zu einer „Spielstraße“ umzubauen. Das nutzt den vorhanden Platz besser aus, kann die Bäume integrieren, beruhigt den Verkehr und wertet das Gebiet nicht nur optisch auf.

    LKW werden dort aber trotzdem fahren müssen, denn Müllfahrzeuge, die Straßenreinigung, Umzugswagen, ab und an Baufahrzeuge und nicht zuletzt die Feuerwehr sollen ja auch irgendwie durchkommen.

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  • 26. September 2019 um 9:29
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    Ich las, daß eine Begegnungsbreite zwischen Lkw und Pkw hergestellt werden soll. Ich sehe den Sinn nicht. Was außer Zulieferern sollen Lkw im Bergedorfer Weg??? Es müßten Ausweichbuchten ausreichen. Diese Straße endet im Bergedorfer Gehölz und am anderen Ende in der Granitpflasterstraße Am Haidberg, die für LKW-Verkehr gar nicht ausgelegt ist. Wo also sollen die Lkw hinfahren? Bereits im Zuge der Umleitung während des Ausbaus des Kreisels am Petersilienberg hat es Beschwerden wegen Gebäudeschäden gegeben.

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    • 27. September 2019 um 8:32
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      Der Erhalt von Natur und Bäumen MUSS IMMER oberste Priorität haben! Das sollte mittlerweile auch bei den schlimmsten Ignoranten natürlicher Zusammenhänge und der katastrophalen Situation unserer Umwelt angekommen sein. Noch immer scheint in vielen Köpfen – insbes. jenen von Politiker und anderen Entscheidungsträgern – die Meinung „Ach, komm, einer geht noch.“ vorzuherrschen. Man muß jedoch nicht allzu klug sein, um zu wissen: Nein! Nichts geht mehr!
      Bäume fällen, der Natur weiteren Raum zu nehmen, DARF spätestens ab sofort keine Option mehr sein! Es hört sich vielleicht überzogen an, dennoch entspricht es der Realität: Denn weil unser aller Leben von einer zumindest einigermaßen funktionierenden Umwelt abhängig ist – und das sollte spätestens heutzutage wirklich jeder kapiert haben – geht es nicht (nur) um das Fällen von ein paar Bäumen, um die Zerstörung von etwas Natur! So etwas ist immer auch ein Anschlag auf unser aller Gesundheit und Leben! Sicher, nur ein kleiner Anschlag, aber diese summieren sich! Wir, die das verstanden haben, müssen uns wehren!
      Gibt es nicht irgendwie die Möglichkeit, den Schutz von Natur im Zusammenhang mit dem Schutz unserer aller Leben einzuklagen?

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      • 29. September 2019 um 21:44
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        Mitte der 60ziger Jahre sollten die Bäume schon Mal gefällt werden. Meine Mutter war so erbost darüber, dass sie mit einer solitären, sehr erfolgreichen Unterschriftenaktion ( ich bin manchmal mitgelaufen, ich muss 11 oder 12 Jahre gewesen sein), dieses Wahnsinnsvorgehen verhindert hat. Mein Elternhaus ( Bergedorfer Weg 16) wird nächstes Jahr den Besitzer wechseln und ich bin mehr oder weniger schon nach München übersiedelt, auch am 1.10. werde ich nicht da sein können. Es kommen mir die Tränen, wenn ich daran denke, dass man jetzt -60 Jahre- später aus einer völligen unnötigen Situation heraus dieses Vorhaben wieder ins Auge fasst. Im Angesicht von Waldsterben und der kollektiven Herzensangelegenheit, wie wir unsere Bäume retten können. Ich bin empört über soviel Ignoranz und Dummheit. Solange ich noch in meinem Elternhaus ein und ausgehe, werde ich mich vehement gegen dieses Unterfangen stellen. Wieder Unterschriften sammeln ? Abgesehen davon wird sich der Charakter des Bergedorfer Weges total zum Negativen verändern ( wie schon erwähnt wurde) und ich bin mir 100% sicher, dass das KEINER der Anwohner möchte.

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