Traditionsverband verabschiedet sich

PM/wl – Am 8. April 2019 hatte der Verbandstag des Traditionsverbandes den Beschluss gefasst, den Verein aufzulösen. Dies ist jetzt durch das Amtsgericht Lübeck vollbracht. „Wir stellen uns damit der unausweichlichen Entwicklung, dass unser Verband aus Altersgründen ständig Mitglieder verliert und auch keine neuen mehr zu erwarten sind, weil die Einheiten der Bundeswehr, an die wir erinnern, vor 25 Jahren aufgelöst worden sind“, fasst der ehemalige Vorsitzende und Ex-Bürgermeister von Wentorf Holger Gruhnke zusammen.

Die Auflösung der Panzergrenadierbrigade 16 im Jahre 1994 war der Auslöser für die Gründung des Verbandes. Zu Zeiten der Stationierung hatte die Brigade 16 rund 3000 Soldaten am Standort Wentorf. Die hiesige Standortverwaltung war mit rund 400 Mitarbeitern der größte damalige zivile Arbeitgeber der Region. Mit dem Verband wurden ein Bezugspunkt zur Bundeswehr und ein Ort der Erinnerung geschaffen. Der Verband hat diese Aufgabe durch Vorträge, Schriften und Pflege der Verbindungen zur Bundeswehr, dem Deutschen Bundeswehrverband und zu Reservistenkameradschaften erfüllt.

Weitere zentrale Aufgaben waren die Führung eines Archivs und die Schaffung eines geselligen Mittelpunktes zur Pflege der Kameradschaft. Dieser Ort wurde in der Gründungsphase durch die Herrichtung des denkmalgeschützten Reetdachhauses an der Hamburger Landstraße 28b – das sog. Klühn´sche Haus („Zur Alten 16“) – geschaffen, an der viele Soldaten und zivile Mitarbeiter ehrenamtlich mitgewirkt haben. Dieser Ort und der gesellige Mittelpunkt bleiben der Gemeinde erhalten und der Name „Alte 16“ erinnert heute ein Stück prägender Geschichte dieser Gemeinde.

Die umfangreichen Archivalien und Traditionsgegenstände wurden Schritt für Schritt „archivgerecht“ vorbereitet und an das Gemeindearchiv Wentorf übergeben und dort verwahrt. Dieser örtliche Bezug ist uns sehr wichtig, denn, so Gruhnke: „ Hier wird man uns suchen und nicht in fernen Archiven. Der Traditionsverband hat sich immer als Teil der Gemeinde und der Region verstanden“. Zu dem Nachlass des Verbandes gehört auch eine Chronik seiner Geschichte, die im Jahre 2016 herausgegeben worden ist.

Gruhnke: „So ein Schlusspunkt kann nicht gesetzt werden, ohne einen umfassenden Dank an all jene Soldaten und zivilen Mitbürger zu richten, die diesen Verband verantwortlich geführt und geformt haben. Er steht über 25 Jahre als ein eindrucksvolles Zeichen dafür, was ehrenamtliches Wirken zu leisten vermag.“ Die Web-Seite „ www.panzergrenadierbrigade16.de“ besteht weiter und wird von Sören Kuhrt gepflegt. Sie ist das stets präsente offene Archiv für Dokumente und Fotos aus den traditionellen Zeiten.

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