Etwas abseits vom Reinbeker Weg, oberhalb der Bahntrasse, aber unterhalb der Villen liegt eines der kleinsten und lebenswertesten Quartiere von Wentorf. Hierzu tragen insbesondere die vielen Straßenbäume an kleinen Straßen bei. Ortskundige Fußgänger und Radfahrer schätzen diesen idyllischen By-pass zur überbelasteten Landesstraße. Seit etwa einer Woche ist dieses Viertel jedoch in Aufregung: das Ordnungsamt hat ohne Vorwarnung eine über Jahrzehnte geübte und von der Gemeinde geduldete Parkpraxis aufgekündigt.
Hierzu ein paar Details, ohne die das Problem nur schwer verständlich ist: von Kantstein zu Kantstein hat die Straße eine Breite von etwa 4,50 m. Dahinter kommt auf beiden Seiten ein Gehweg, auf dem die Alleebäume gepflanzt sind. Diese Bäume benötigen etwas über einen Meter. Wiederum dahinter kommt der Gehweg, der auf der einen Seite etwa 1,20 m und auf der anderen über 1,50 Restbreite hat. Die Anwohner parken seit Jahrzehnten ihre PKW mit zwei Rädern auf dem Bordstein und damit zwischen den Baumstämmen. Dies ermöglicht einerseits die Durchfahrt von größeren Lastwagen wie Feuerwehr und Müllwagen, die jeweils runde 3 Meter Breite in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist diese Parkpraxis keine Behinderung für die Nutzer des Gehwegs. Letzteres bestätigt das Ordnungsamt, wenn es ein Bußgeld von 55,- Euro wegen Parkens auf dem Bordstein ohne Behinderung verhängt.
Anwohner, die nicht auf Stellflächen auf ihrem Grundstück zurückgreifen können – von erwachsenen Kindern, Besuchern und Handwerkern mal ganz abgesehen – dürfen also nach Auffassung des Ordnungsamtes nicht wie oben beschrieben parken. Das ist formal korrekt, da die Fläche ab dem Kantstein also auch zwischen den Bäumen zum Gehweg zählt. Doch ist es auch lebens- bzw. bürgernah? Oder geht es nur um die Durchsetzung bürokratischer Vorschriften?
Was wäre die Alternative? Das vom Ordnungsamt offensichtlich gewünschte, da nicht beanstandete, Parken auf der Straße (siehe Foto oben)? Bei der verbliebenen Straßenbreite können Feuerwehr oder Müllwagen viele PKW nicht mehr passieren, was wiederum das Ordnungsamt – diesmal mit umgekehrtem Vorzeichen – auf den Plan rufen dürfte. Oder darf man in der Straße vor seiner Haustür gar nicht mehr parken? Das würde allerdings einen Fußweg von mehreren 100 Meter bedeuten. Beladen mit einem Wocheneinkauf für eine mehrköpfige Familie, wäre das kaum als bürgernah zu bezeichnen.
Oder was wäre damit: die Gemeinde lässt ein Schild aufstellen das auf einer Seite der Straße das Parken mit zwei Rädern auf dem Gehweg erlaubt? Sie könnte aber auch einfach die bislang geübte Tolerierung der Parkpraxis fortsetzen. Man würde zumindest die Kosten der Schilder sparen.
Foto: privat / Dieter Traut
Artikel wurde gelesen:9
Zitat der Woche
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Zitat der Woche |
No Comments
Alles gibt der Herrgott seinen Lieblingen ganz: alle Freuden und alle Leiden.
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Bürgerverein Wentorf e.V.,Gemeinschaften,Gesundheitswesen,Kirche,Kommunales,Kriminalität,Kunst & Kultur,Politik,Schule,Seniorenbeirat,Sport & Spiel,Umwelt,Verkehr,Wirtschaft |
No Comments
++ Öffnungszeiten des Wentorfer Heimatmuseums 2. Halbjahr 2026 ++ Der Bürgerverein Wentorf e.V. meldet die Öffnungstage für das 2. Halbjahr 2026 des Wentorfer Heimatmuseums in der Alten Schule/Teichstrasse 1. An den Sonntagen 06. September, 04. Oktober und 01. November wird das Museum jeweils von 15-18:00 Uhr für Besucher geöffnet sein. Ein Klönschnack bei einer Tasse Kaffee ist natürlich, wie immer, auch möglich 😉
++ Fotokunst-Ausstellung „ATELIER NATUR im Dialog“ in Bergedorf ++ Vom 9. Juli bis 16. September 2026 präsentiert das Café Stellar auf dem Gelände der Hamburger Sternwarte in Bergedorf die Fotokunst-Ausstellung „ATELIER NATUR im Dialog“. Die regionalen Künstlerinnen Ulrike P. Steinhoff und Inga Dwenger zeigen Fotografien, die die Vielfalt und Schönheit der Natur aus ungewöhnlichen Blickwinkeln einfangen. Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die kleinen und großen Geschichten der Natur zu entdecken und neue Perspektiven zu erleben. Das Café Stellar befindet sich am Gojenbergsweg 112k, 21029 Hamburg-Bergedorf. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
++ Informationsveranstaltung vom Seniorenbeirat Wentorf: Testament, Erbschaft und Vorsorge in der Alten Schule, Teichstraße 1, in 21465 Wentorf bei Hamburg 22.07.2026- 15:00 – 18:00 Uhr ++ Wie lässt sich der Nachlass rechtssicher gestalten und die eigene Familie bestmöglich absichern? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Interessierte in einem informativen Vortrag rund um das Erbrecht von Rechtsanwalt Frank Poillon. Themen sind unter anderem die richtige Erstellung eines Testaments, die gesetzliche und gewillkürte Erbfolge, das Pflichtteilsrecht, Rechte und Pflichten in der Erbengemeinschaft sowie Schenkungen und die vorweggenommene Erbfolge. Der Vortrag vermittelt praxisnahe Informationen zu diesen Einzelthemen.
++ Bücherflohmarkt auf einer Sonderfläche in der Wentorfer Gemeindebücherei ++ Pünklich zu Beginn der Sommerferien bauen die BücherFreunde Wentorf den bliebten Bücherflohmarkt auf einer Sonderfläche in der Gemeindebücherei auf. Zu den Öffnungszeiten der Bücherei können sich Lesebegeisterte für kleines Geld mit ihrer Ferienlektüre eindecken. Ob Roman-Liebhaberinnen und -Liebhaber, Sachbuch-Fans und Kinderbuch-Schatzsucherinnen und Schatzsucher: Eine riesige Auswahl an gebrauchten Büchern steht bereit. Die Sonderfläche ist bis zum 25. August aufgebaut und dank zahlreich eingehender Bücherspenden, werden die Bücherkisten immer wieder neu bestückt. Reinschauen lohnt sicht also! Wer mehr über die BücherFreunde erfahren möchte, kann ich über unser Webseite www.buecherfreunde-wentorf.de[2] informieren.
++ Wentorf. Spielt. Draußen ++ Eine Auswahl von Spielmaterialien, wie z.B. Boccia, Federball, Tischtennisplatte, Vikinger Rasenschach etc. ist vorhanden – für jedes Alter ist etwas dabei. Gern bringen sie eigene Spielideen- bzw. Material mit. Das Angebot ist kostenlos und wird bis September immer am 1. und 3. Freitag im Monat stattfinden. Die Initiative Wentorf.Spielt.Draußen! (gefördert von der Buhck Stiftung) freut sich auf viele spielbegeisterte Wentorferinnen und Wentorfer ! Jetzt neu mit im Programm, Boulekugeln für die neue Boulebahn und Minitore (passend zur WM)!
[3]
++ Sommer-Kinderkirche in Wentorf in der Wentorfer Kirche in der letzten Ferienwoche, 10.-14. August 2026 ++ „Himmelszeit für Wüstenkinder – Kinder entdecken sich selbst in biblischen Geschichten“ In der Zeit von 9.00 – 12.00 Uhr sind alle Kinder ab 5 Jahren herzlich eingeladen ins Gemeindehaus, Waldweg 1 in Wentorf zu kommen. Das Team um Pastorin Ulrike Lenz schenkt den Kindern Zeit für Geschichten, zum Kreativsein und Spielen, für Gespräche mit anderen Kindern und für Stille. So können Kinder vor Beginn des neuen Schul- und Kindergartenjahres Energie aus den biblischen Geschichten tanken. Sie sind voller Vertrauen, Ehrlichkeit, Mut, Weisheit und Lebendigkeit. Anmeldungen bitte im Kirchenbüro E-Mail: buero@kirche-wentorf. de und Telefon: 040 7202425.
++ Der Bürgerverein Wentorf e.V. veröffentlicht das neue Programm 2 Halbjahr 2026 ++ Das neue Programm vom Wentorfer Bürgerverein e.V. ist veröffentlicht. Natürlich wieder mit vielen interessanten und unterhaltsamen Veranstaltungen! Es lohnt sich die Termine zu notieren und dabei zu sein. Das neue Programm finden Sie hier bei WiB-Online unter diesem Link: Bürgerverein Programm 2 HJ 2026[4] oder unter unserer Rubrik SERVICE.
++ Beratung des Pflegestützpunktes in Wentorf/HH ++ Der Pflegestützpunkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bietet jeden 2. Donnerstag im Monat im Rathaus, Hauptstraße 16, von 15:00-18:00 Uhr und am 4. Donnerstag im Monat von 9:00 -12:00 Uhr individuelle, kostenfreie und unabhängige Beratungen rund um das Thema Pflege und Vorsorge an. Die Mitarbeiter des Pflegestützpunktes Im Kreis Herzogtum Lauenburg nehmen sich Zeit für vertrauliche Gespräche, beraten zu den bestehenden Angeboten und unterstützen bei der Organisation von Hilfen. Persönliche Beratungen vor Ort sind nur unter telefonischer Terminvereinbarung vorab möglich. Melden Sie sich gern bei uns. Der Pflegestützpunkt ist telefonisch für Sie erreichbar unter 04152 – 80 57 95 oder per E-Mail unter info@pflegestuetzpunkt-herzogtum-lauenburg.de[5]
++ Sportplatz Friedrichsruher Weg wird in den Sommerferien testweise geöffnet ++ Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg öffnet den Sportplatz am Friedrichsruher Weg während der Sommerferien 2026 testweise für die Öffentlichkeit. Damit erhalten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, die Anlage außerhalb des Schul- und Vereinssports für Bewegung und Freizeitaktivitäten zu nutzen. Vom 6. Juli bis zum 16. August 2026 steht der Sportplatz montags bis samstags jeweils von 14 bis 20 Uhr für den nicht organisierten Freizeitsport zur Verfügung. Die tägliche Öffnung und Schließung der Anlage wird durch die Gemeinde sichergestellt. Die Sportanlage kann beispielsweise für Lauftraining, Basketball, Leichtathletik oder andere sportliche Aktivitäten genutzt werden. Fußballspiele sind nicht vorgesehen. Aus Sicherheitsgründen können keine Fußballtore aufgestellt werden, da die Anlage über keine fest installierten Tore verfügt. Die Öffnung erfolgt zunächst im Rahmen eines Testprojekts. Am Eingang des Sportplatzes informiert ein Hinweisschild über die geltenden Nutzungsregeln. Die Gemeinde bittet alle Nutzerinnen und Nutzer um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Anlage. Sollten Schäden entstehen, die die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer oder den Schulsport nach den Sommerferien beeinträchtigen, oder sollte die Anlage nicht sachgerecht genutzt werden, muss das Projekt gegebenenfalls vorzeitig beendet werden. Nach Ende der Sommerferien werden die Erfahrungen ausgewertet. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entscheidet der Bürgerausschuss über eine mögliche Fortführung des Pro
++ Eichenprozessionsspinner in Wentorf entdeckt ++ Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg warnt vor dem Eichenprozessionsspinner. An mehreren Standorten wurden Nester der Raupenart festgestellt. Betroffen ist derzeit vor allem der Bereich Ostring/Am Feldrand. Im Südring gibt es zudem einen weiteren Verdachtsfall. Die Gemeinde hat die bekannten Befallsstellen auf öffentlichem Grund mit Hinweisschildern gekennzeichnet. Wo eine unmittelbare Gefahr besteht, werden die Nester durch eine Fachfirma entfernt. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können gesundheitliche Beschwerden wie Hautreizungen, starken Juckreiz oder Atemwegsprobleme verursachen. Bürgerinnen und Bürger sollten deshalb betroffene Bereiche meiden und Raupen oder Gespinste keinesfalls berühren. Besondere Vorsicht ist im Umfeld von Eichen geboten, da Brennhaare auch lange Zeit nach dem Befall noch wirksam sein können. Auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer für notwendige Maßnahmen verantwortlich. Die Gemeinde bittet darum, weitere Verdachtsfälle möglichst mit Foto per E-Mail an ordnung@wentorf.de[6] zu melden.
++ Vollsperrung des Bergedorfer Wegs zwischen Am Petersilienberg und Waidmannsgrund wegen Kanal- und Straßenbauarbeiten ++ Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg informiert über eine bevorstehende Vollsperrung im Bereich des Bergedorfer Wegs. Im Zeitraum vom 26. Mai bis einschließlich 1. August 2026 wird der Bergedorfer Weg zwischen den Straßen Waidmannsgrund und Am Petersilienberg für den gesamten Verkehr voll gesperrt. Grund für die Sperrung sind umfangreiche Bauarbeiten zur Erneuerung des Regenwasserkanals sowie zur Sanierung der Fahrbahn im zweiten Bauabschnitt. Die Arbeiten erfolgen in drei Unterabschnitten unter Vollsperrung. Verkehrsteilnehmende werden gebeten, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen und den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren. Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg bittet alle Anwohnenden sowie Verkehrsteilnehmenden um Verständnis für die mit den Bauarbeiten verbundenen Einschränkungen.“
++ Der Seniorenbeirat Wentorf hat am 28.04.2026 bei EDEKA Kröger einen „Wünsche-, Ideen- und Sorgen-Briefkasten“ aufgestellt ++ Unter dem Motto „Wir hören Ihnen zu“ sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Anliegen, Anregungen, Wünsche oder Sorgen mitzuteilen. Hierfür liegen vor Ort Notizblätter bereit, die ausgefüllt und anschließend in den Briefkasten eingeworfen werden können. Der Briefkasten wird vom Seniorenbeirat regelmäßig geleert. Die eingegangenen Hinweise und Wünsche werden geprüft und – soweit möglich – gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufgegriffen und umgesetzt.
Foto: Seniorenbeirat Wentorf
++ WirWunder – die neue Förderplattform der KSK geht an den Start ++ Ab sofort können gemeinnützige Vereine und Organisationen im Kreis Herzogtum Lauenburg unter www.wirwunder.de/ksk-ratzeburg[7] noch einfacher Spenden sammeln und Projekte umsetzen: Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) und alle Sparkassen in Schleswig-Holstein starten gemeinsam WirWunder – die digitale Förderplattform, die gemeinnützige Projekte vorstellt und direkt mit Unterstützer:innen verbindet. Die ersten 20 Projekte, die sich im Crowdfunding-Bereich registrieren, erhalten eine Startförderung in Höhe von jeweils 200 Euro. Über das Regionalportal wirwunder.de/ksk-ratzeburg[7] können alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen ab sofort ausschließlich online ihre Anfragen nach einer Direktförderung durch die Kreissparkasse als Spende, Sponsoring oder Zuwendungen aus der Lotterie „Los-Sparen“ einstellen. Regionalität und digitale Einfachheit Gemeinsam mit betterplace.org, Deutschlands größter Spendenplattform, bringt die KSK Projekte und Spenderinnen und Spender zusammen. Die Vorhaben sind sowohl auf betterplace.org als auch auf wirwunder.de/ksk-ratzeburg sichtbar. Für jedes eingestellte Projekt prüft die KSK zudem, inwiefern sie dieses mit einer eigenen Spende unterstützt. Mit WirWunder stellen die KSK und alle Sparkassen in SH ihr gesellschaftliches Engagement dar. Vereine und Organisationen präsentieren auf WirWunder ihre Projekte, Spender:innen entdecken Aktionen aus dem Kreis Herzogtum Herzogtum Lauenburg und unterstützen diese mit nur wenigen Klicks.
++ Neue Krabbelgruppe in der MaBu ++ Immer am 2. und 4. Mittwoch im Monat von 10:00-11:30 Uhr, trifft sich eine im Februar 2026 neu gegründete Krabbelgruppe für Eltern und Kleinkinder in der MaBu. In gemütlicher Atmosphäre haben die Kinder erste Sozialkontakte zu Gleichaltrigen, während die Eltern Gelegenheit zum Gespräch und Erfahrungsaustausch haben. Verantwortlich für diesen regelmäßigen Treff ist Anna-Lena Köhler, die selbst als Mutter dabei ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es ist ein offenes Treffen zu dem man einfach dazu kommen kann. Die Adresse der MaBu ist Am Burgberg 4a, 21465 Wentorf (Achtung die Adresse der MaBu ist seit 2017 eine Neue!). Weitere Infos und Kontakt zu Frau Köhler können im Kirchenbüro erfragt werden: 040 720 2425
++ Radstation Wentorf – Rad Selbsthilfewerkstatt-Termine 2026 ++ Die Repair-Café-Termine finden jeweils am dritten Samstag der geraden Monate von 14 bis 16 Uhr im Prisma Jugendtreff statt. Der Standort bietet dabei einen zusätzlichen Mehrwert: Seit Ende vergangenen Jahres stellt die Gemeinde hier eine frei zugängliche Fahrrad-Reparaturstation bereit. Alle Fragen rund ums Fahrrad haben hier ebenfalls Platz. Der ADFC gibt gegen Spende auch von ihm aufgearbeitete Räder ab.
Die Termine für 2026 im Überblick:
Samstag, 15. August 2026
Samstag, 17. Oktober 2026
Samstag, 19. Dezember 2026
Repariert werden können auch elektrische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Textilien und weitere Alltagsgegenstände. Es handelt sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice; für Ersatzteile oder Materialien wird ein Selbstkostenpreis erhoben. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende. Das Repair Café Wentorf freut sich über Besucherinnen und Besucher ebenso wie über neue ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Bei Fragen wenden Sie sich an das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Wentorf unter 040 72001279.
Artikel wurde gelesen:41
Ist der Mensch von Natur aus gut?
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Fragen der Philosophie |
No Comments
Wenn irgendwo auf der Welt ein Erdbeben ganze Städte zerstört oder eine Flut Menschen in Not bringt, dauert es oft nur wenige Stunden, bis Hilfe eintrifft. Fremde Menschen spenden Geld, reisen in Krisengebiete oder riskieren sogar ihr eigenes Leben, um anderen zu helfen. Gleichzeitig lesen wir täglich von Kriegen, Gewalt, Betrug oder Korruption. Wie passt das zusammen? Ist der Mensch von Natur aus gut – oder ist er im Grunde egoistisch und rücksichtslos? Diese Frage beschäftigt Philosophen seit Jahrhunderten und gehört bis heute zu den großen Rätseln der Menschheit.
Der englische Philosoph Thomas Hobbes[8] hatte eine düstere Sicht auf den Menschen. In seinem berühmten Werk Leviathan beschrieb er den Naturzustand als einen „Krieg aller gegen alle“. Ohne Gesetze und staatliche Ordnung, so Hobbes, würden Angst, Misstrauen und der Kampf um das eigene Überleben unser Zusammenleben bestimmen. Der Mensch sei deshalb auf Regeln und einen starken Staat angewiesen.
Ganz anders dachte der französische PhilosophJean-Jacques Rousseau[9]. Für ihn kommt der Mensch friedlich und mitfühlend zur Welt. Erst die Gesellschaft mit ihren Machtverhältnissen, ihrem Besitzdenken und ihren Ungleichheiten führe dazu, dass Neid, Konkurrenz und Egoismus entstehen. Nicht der Mensch sei schlecht – sondern häufig die Bedingungen, unter denen er lebt.
Auch Immanuel Kant[10] nahm eine differenzierte Position ein. Er sah im Menschen sowohl egoistische Neigungen als auch die Fähigkeit, aus Vernunft moralisch zu handeln. Für Kant entscheidet sich Menschlichkeit nicht durch unsere Gefühle, sondern durch unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und das Richtige zu tun – selbst dann, wenn es uns Nachteile bringt.
Im 20. Jahrhundert machte die Philosophin Hannah Arendt[11] eine erschütternde Beobachtung. Während des Prozesses gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann prägte sie den Begriff der „Banalität des Bösen“[12]. Das Böse, so ihre These, entstehe nicht immer durch fanatischen Hass. Oft beginne es dort, wo Menschen aufhören, selbst zu denken, Verantwortung an andere abgeben und nur noch Befehle ausführen.
Auch die moderne Wissenschaft liefert keine einfache Antwort. Evolutionsbiologen weisen darauf hin, dass Mitgefühl, Kooperation und gegenseitige Hilfe entscheidende Vorteile für das Überleben unserer Vorfahren hatten. Gleichzeitig gehören Konkurrenz, Eigennutz und der Wunsch nach dem eigenen Vorteil ebenfalls zu unserem biologischen Erbe.
Vielleicht tragen wir beides in uns. Die Fähigkeit zur Hilfsbereitschaft ebenso wie den Egoismus. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ebenso wie den Wunsch, uns selbst einen Vorteil zu verschaffen. Welche Seite stärker zum Vorschein kommt, hängt oft von unserer Erziehung, unseren Erfahrungen und den gesellschaftlichen Bedingungen ab.
Gerade deshalb trägt jeder Einzelne Verantwortung. Menschlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt sich nicht in großen Worten, sondern in kleinen Entscheidungen: ob wir zuhören oder wegsehen, helfen oder gleichgültig bleiben, Brücken bauen oder Gräben vertiefen.
Vielleicht liegt die eigentliche philosophische Frage deshalb gar nicht darin, ob der Mensch von Natur aus gut ist.
Sondern darin, welcher Mensch wir selbst sein wollen.
Grafik: Ralf Lesko
Artikel wurde gelesen:31
Die Plattdeutsche Kolumne von Uli Gröhn: Fründli Övernahm (Ut en TV-Sennen vun 2041)
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Die Plattdeutsche Kolumne,Kunst & Kultur |
No Comments
Weerte Tokiekers un Tohörers, vun uns hier ut uns´ Studio in´n NDR en hartlich MOIN! Düt is uns 75te PLATTTALK-Sennen, hüüt is de 25. Januarmaand 2041. Mien Naam is Franziska Fragman, un ik frei mi, dat ik hier wedder modereeren dörf. Un denn kaamt wi ok glieks to uns´ Gast: Moin, Yared Dibaba, Präsident vun de Organisatschon „Platt regeert de Welt!“
Dibaba: Moin, Fru Fragman!
Fragman: Herr Dibaba, nu is dat all siet ´n poor Johrn so, dat de Welt platt regeert warrd. Kunnen Se as Präsident uns noch mal´n korten Torüchblick geven, woans dat allens in so korte Tiet opkamen kunn? Ik meen, „Platt regeert de Welt“ – dat is ja
hüüt uns´ Saak un Thema.
Didaba: Ja, nu: In de Johrn 2025 un 2026 un ok dovör leeg de Welt ja rein verdweer un verdwars. Putin harr sien Suldaten mit Panzers na de Ukraine schick un allns tweischeeten laten; Xi, de kunn sien Poten nich vun Taiwan laten; un denn: Trump, Trump un noch mal Trump! – Venezuela, Iran un Grönland! Gar nich dorvun to snacken, woans he mit sien egen Lüüd in sien „Great America“ umgahn dee, dorto gifft dat gar keen plattdüütsch Woort – Fremdschämen“. Na! Un so hebbt wi Plattdüütschen denn seggt: Dor mütt wi wat an dreihen, so geiht´ nich wieder!
Fragman: Jo, dat weer de Anfang. – Denn wörrn wi ja ok noch giern weten, woans ji dat anstellt hebbt: Wat weern juun Methoden, wat weer juun Strategie PLATT so gau un so wiet na vörn to to bringen, dat sodennig nu uns´ Welt regeert warrd?
Dibaba: Tja, de Saak harr, so as dat faken is, ´n sworen Begünn. Toeerst müssen wi Agenten utbillen. Agenten, de Platt-Engelsch, de Platt-Russ´sch, de Platt-Chineesch snacken kunnen. Dat weer för´t Eerst een Geheem-Operatschon. Dorbi hett uns de Finkwarder-Speeldeel bannig holpen. Wi dörften de heele Utbillen in ehr Proovrüüm dörchtrecken.
Fragman: Aha! Dat hett een ja so gor nich wüsst. Man, weer ja ok geheem. Un woans güng dat denn wieder?
Dibaba: De neegst Schritt weer dat Rinslüsen. Uns´ Agenten bröchen wi in de Schalt- Zentralen ünner: In dat Witte Huus, in den Kreml den Zhongnanhai, wo Xi in Peking regeeren deit.
Fragmann: Na, goot. – dormit harrn´s ja man liekers noch keen Infloot, wull ik meenen.
Dibaba: Na, tööv man af! Wi Norddüütschen hebbt ja Gedüür! Uns´ Agenten hebbt arbeidt un dorbi suutje uns` plattddüütsch Denken un Föhlen, uns´ plattdüütsch Mentalität infiltreert. – Stünn dor to´n Bispeel mal wedder de Frag na een niegen Krieg op´n Plan, denn see uns Agent de weer ja intwüschen Baas-Raatgever för Präsidenten, denn see de so as: Löppt sik ok trech! Lat de Panzers man stahn! Orrer: Lat goot ween! Un so wieder un so wieder. Dor wi ja veele, veele Snacks, de wiest, dat dat is, wenn een de Roh weghett. Un mehr un mehr hebbt de Wootköpp un Bullerballers as Trump un Co sik besunnen. Opletzt, dat freit uns ja nu all sünd de Raatgevers worrn. Un Fruenslüüd sünd ok dorbi, klor.
Fragman: Dat is so scheun lopen, beter geiht wull nich. Hebbt ji denn ok af un an mal Problemen hatt? Villicht mögen Se mal vun een vertelln?
Dibaba: Tja, dor fallt mi dat mit de Inders in: Dat güng üm dat Leed vun Herrn Pastor sien Koh. Dor wulln se partout nich mitsingen. Klor, dat wi seggt hebbt Mutt ja nich! Dor mutt sik ok keen een griese Hoor över wassen laten. Kiek mi an. Heff ik je nich makt.
Fragman: Mann, Herr Dibaba! Dat hebbt ji fein hinkregen! Un so schall dat man wiedergahn! Een Applaus vun uns´n Tokiekers!
Un nu, leeve Tokiekers, kaamt wi noch to uns` Show-Deel: En Pantomime in`t Düstern. Pantomime Licht. Hett dat so noch gor nich geven. Dat is en Een-Minuten- Stück. Un dat heet: „Trump!“ Snackt warrd bi düsse Pantomime ok eenmal, soveel kann ik ju verraden: De enkelte Satz heet: „He is ´n Mors!“
Artikel wurde gelesen:27
Geteilter erster Preis: Junge Ideen für mehr Nachhaltigkeit in Wentorf ausgezeichnet
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Umwelt,Vor Ort |
No Comments
Kreative Ideen, praktisches Engagement und ein gemeinsames Ziel: den Umwelt- und Klimaschutz vor Ort voranzubringen. Mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026 hat die Gemeinde Wentorf bei Hamburg erneut junge Menschen ausgezeichnet, die sich mit viel Einsatz für eine nachhaltigere Zukunft engagieren. Der erste Preis wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben. Jeweils 400 Euro erhalten die Schulhofrangerinnen und Schulhofranger der Offenen Ganztagsschule (OGS) für ihr Projekt „Regentonne“ sowie Hendrik Schmiechen für seine Idee „Solarparkplätze“. Insgesamt wurden vier Projekte eingereicht. Neben den beiden Gewinnerbeiträgen beschäftigten sich die Teilnehmenden auch mit der Entsiegelung und ökologischen Umgestaltung einer Fläche vor dem Jugendzentrum Prisma sowie mit der Pflege von Knicks als wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.
Schulhofranger zeigen, wie Umweltschutz im Alltag beginnt
Mit ihrem Projekt „Regentonne“ überzeugten die Schulhofrangerinnen und Schulhofranger der OGS die Jury auf ganzer Linie. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Kinder schon früh Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen können – nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch im Schulalltag. Jurymitglied Britta Buhck von der Buhck-Stiftung zeigte sich begeistert: „Was für eine tolle Truppe an Schülerinnen und Schülern und was für tolle Erzieherinnen und Erzieher, die dieses Projekt möglich machen. Es ist großartig zu sehen, wie viele Schülerinnen und Schüler im Offenen Ganztag daran beteiligt sind und wie viele einzelne Projekte hier realisiert werden. Ein toller Start für noch junge Schülerinnen und Schüler, sich mit dem Thema Umwelt und dessen Schutz auseinanderzusetzen.“
Auch Rolf Eichhorst von der Klimaschutzinitiative Sachsenwald hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Die Schulhofranger zeigen vorbildlich, was von uns allen für den Umwelt- und Klimaschutz direkt umsetzbar ist, und entfalten dadurch eine starke Breitenwirkung in der Stadtgesellschaft.“
Den zweiten ersten Preis erhielt Hendrik Schmiechen für seinen Vorschlag, Parkplätze künftig gleichzeitig zur Stromerzeugung zu nutzen. Sein Konzept sieht vor, bereits versiegelte Flächen mit Solardächern auszustatten und so zwei Funktionen miteinander zu verbinden: den Schutz parkender Fahrzeuge und die Gewinnung erneuerbarer Energie. Vor allem die sorgfältige Ausarbeitung und die realistische Umsetzungsperspektive überzeugten die Jury.
Britta Buhck würdigte die Einreichung mit den Worten: „Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Liebe zum Detail und Kreativität sich diese Einreichung mit einer konkreten Lösung auseinandergesetzt hat. Daraus kann noch Großes entstehen.“
Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür
Der Wentorfer Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 21 Jahren mit einem Bezug zur Gemeinde. Teilnehmen konnten Einzelpersonen ebenso wie Schulklassen, Projektgruppen oder Teams. Bei der Bewertung spielten nicht nur Kreativität und Ideenreichtum eine Rolle. Auch die praktische Umsetzbarkeit, das Engagement der Beteiligten, die Wirkung in der Öffentlichkeit, die Übertragbarkeit der Ideen sowie der Bezug zu Wentorf flossen in die Entscheidung der Jury ein. Die diesjährigen Beiträge machen deutlich, dass nachhaltiges Handeln oft dort beginnt, wo Menschen ihre unmittelbare Umgebung gestalten. Ob Regenwassernutzung, erneuerbare Energien, Entsiegelung oder Naturschutz – die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gezeigt, dass gute Ideen nicht auf große Projekte warten müssen. Mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis möchte die Gemeinde dieses Engagement sichtbar machen und junge Menschen ermutigen, ihre Ideen auch künftig einzubringen. Denn die nachhaltige Entwicklung einer Gemeinde lebt von den Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig vom Alter.
Artikel wurde gelesen:63
Gemeinde Wentorf nächste Sitzungen der Ausschüsse im Rathaus Wentorf
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Kommunales,Politik |
No Comments
Sitzung des Hauptausschuss am Montag, 17.08.2026 um 19:00 Uhr, im Sitzungsraum II/III – R. 105/106, Rathaus, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf
Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht
Sitzung des Planungs-und Umweltausschuss am Mittwoch, 19.08.2026 um 19:30 Uhr, im Sitzungsraum II/III – R. 105/106, Rathaus, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf
Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht
Sitzung des Liegenschaftsausschuss am Donnerstag, 20.08.2026 um 19:00 Uhr, im Sitzungsraum II/III – R. 105/106, Rathaus, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf
Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht
Sitzung des Bürgerausschuss am Montag, 24.08.2026 um 19:00 Uhr, im Sitzungsraum II/III – R. 105/106, Rathaus, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf
Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht
Sitzung des Finanzausschuss am Donnerstag, 27.08.2026 um 19:00 Uhr, im Sitzungsraum II/III – R. 105/106, Rathaus, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf
Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht
Artikel wurde gelesen:15
Welch eine Hitze …
Posted By
Dieter Traut
On
In
Gesundheitswesen |
No Comments
In ausreichender Menge trinken ist eine der Schlüsselmaßnahmen um Kopfschmerzen, Schwindel und schließlich Dehydrierung vorzubeugen. Um das auch in Wentorf sicher zu stellen, unterstützt unser Seniorenbeirat die Initiative Refill, auf Deutsch „wieder befüllen“. Und so funktioniert es: Wer das Angebot nutzen möchte, benötigt eine Wasserflasche. Diese wird an sogenannten Refill Stationen kostenlos mit Leitungswasser neu befüllt. Diese Refill Stationen sind durch einen Aufkleber mit dem Refill-Symbol (siehe Foto oben) gekennzeichnet. Alternativ findet man sie im Internet unter der „kartevonmorgen.org“. Stand heute, dem 09.07.2026, gibt es in Wentorf zwei Refill-Stationen, eine an der Hamburger Landstraße und eine zweite im Stöckenhoop.
Refill Stationen sind Geschäfte oder Einrichtungen mit klaren Öffnungszeiten, also keine Privathaushalte, die die Grundhygiene der Wasserabgabestelle gewährleisten. Dazu gehört insbesondere, dass das Trinkgefäß beim Befüllen nicht in Kontakt mit dem Wasserhahn kommen soll und die Zapfstelle regelmäßig gereinigt und auch entkalkt wird. Toiletten sind als Zapfstellen ungeeignet.
Der Bürgerverein Wentorf stellt das neue Programm für das zweite Halbjahr 2026 vor
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Bürgerverein Wentorf e.V. |
No Comments
Der Bürgerverein Wentorf hat sein Programm für das zweite Halbjahr 2026[4] veröffentlicht und lädt Mitglieder sowie interessierte Gäste zu einer Reihe spannender Ausflüge, kultureller Veranstaltungen und geselliger Begegnungen ein. Von historischen Entdeckungen über Musikabende bis hin zu traditioneller norddeutscher Küche bietet das Programm zahlreiche Gelegenheiten, Neues kennenzulernen und Gemeinschaft zu erleben.
Den Auftakt macht am 16. Juli 2026 ein Besuch im Museumsdorf Volksdorf. Bei einer Führung durch das Freilichtmuseum erhalten die Teilnehmer Einblicke in das Leben und Arbeiten der Menschen in den Hamburger Walddörfern vergangener Zeiten. Historische Bauernhäuser, alte Handwerksbetriebe und traditionelle Nutztierrassen vermitteln ein lebendiges Bild norddeutscher Alltagskultur.
Musikalisch wird es am 05. September 2026 (Achtung Terminänderung) in der Alten Schule Wentorf. Unter dem Titel „Wind, Meer und Sterne“ gastieren der Hamburger Akkordeon-Kabarettist Frank Grischek und Gitarrist Ralf Lübke. Das Duo verbindet virtuose Musik mit humorvoller Unterhaltung und präsentiert neben eigenen Kompositionen auch neu interpretierte Werke bekannter Künstler. Nur wenige Tage später, am 26. August 2026, führt ein Rundgang durch die Hamburger HafenCity. Begleitet wird die Gruppe vom ehemaligen Hamburger Baudirektor Dieter Polkowski, der an der Entwicklung des Stadtteils beteiligt war. Die Teilnehmer erhalten aus erster Hand spannende Einblicke in eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Europas.
Der September steht ganz im Zeichen der plattdeutschen Sprache. Am 30. September 2026 laden Helga Eggers und Uli Gröhn zu einem unterhaltsamen Abend unter dem Motto „För jeden wat to’n Högen up Platt!“ ein. Mit Liedern, Geschichten und viel norddeutschem Humor sorgen die beiden Künstler für beste Unterhaltung. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Höhepunkt folgt am 8. Oktober 2026 mit einem Besuch des Hamburger Schulmuseums. Unter dem Titel „Ihr lernt nicht für die Schule, Ihr lernt für’s Leben!“ wird die Geschichte des Schulwesens vom Kaiserreich bis in die Gegenwart lebendig. Die Teilnehmer erwartet eine interessante Zeitreise durch Unterricht, Erziehung und Alltag vergangener Generationen.
Freunde maritimer Musik dürfen sich auf den 13. November 2026 freuen. Dann gastiert erneut der beliebte Shanty Chor „Fleetenkieker“ in der Alten Schule. Der traditionsreiche Männerchor präsentiert ein abwechslungsreiches Programm aus Seemannsliedern und maritimen Melodien. Der Eintritt ist frei, um eine Hutspende wird gebeten. Den Abschluss des Jahresprogramms bildet am 19. November 2026 das traditionelle Grünkohlessen in der Gaststätte „Alte 16“. Bei Grünkohl, Beilagen und geselligem Beisammensein bietet sich noch einmal Gelegenheit zum Austausch unter Vereinsmitgliedern und Gästen. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt und rundet das Vereinsjahr in gemütlicher Atmosphäre ab.
Mit seinem vielfältigen Angebot verbindet der Bürgerverein Wentorf auch im zweiten Halbjahr 2026 Kultur, Geschichte, Unterhaltung und Gemeinschaft. Ob Ausflug, Konzert, Vortrag oder geselliges Beisammensein – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Interessierte Gäste sind bei den Veranstaltungen herzlich willkommen.
Artikel wurde gelesen:44
Fußballspielen auf dem Sportplatz jetzt doch möglich – Gemeinde findet pragmatische Lösung
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Sport & Spiel |
No Comments
Gute Nachrichten für alle, die in den Sommerferien am Sportplatz Friedrichsruher Weg spontan ein paar Bälle kicken möchten: Die Gemeinde Wentorf hat eine Lösung gefunden, mit der Fußball trotz der Sicherheitsvorgaben möglich wird. Nachdem zunächst vorgesehen war, den Sportplatz zwar für die Öffentlichkeit zu öffnen, jedoch ohne Fußballtore, hat die Gemeindeverwaltung nun vier sogenannte Wurftore in der Größe von zwei mal einem Meter angeschafft. Diese stehen den Besucherinnen und Besuchern während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Der Hintergrund: Die vorhandenen mobilen Aluminiumtore sind aufgrund ihres hohen Gewichts und der damit verbundenen Verletzungsgefahr nicht für eine unbeaufsichtigte Nutzung geeignet. Aus Sicherheitsgründen konnten sie daher nicht freigegeben werden. Mit den neuen Wurftoren schafft die Gemeinde nun einen sinnvollen Kompromiss. Die kleineren und leichteren Tore ermöglichen insbesondere Kindern, Jugendlichen und Familien, auch außerhalb des Vereinsbetriebs Fußball zu spielen – ohne die Risiken, die von den großen Aluminiumtoren ausgehen können.
„Uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die Sport und Bewegung ermöglicht, ohne dabei die Sicherheit aus dem Blick zu verlieren“, erklärt die Gemeindeverwaltung. „Mit den Wurftoren können wir Fußballspielen auf dem Sportplatz Friedrichsruher Weg ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit möglichen Risiken umgehen.“
Die Öffnung des Sportplatzes erfolgt im Rahmen eines Pilotprojekts während der Sommerferien. Die Anlage kann montags bis samstags jeweils von 14 bis 20 Uhr genutzt werden. Die Gemeinde appelliert an alle Besucherinnen und Besucher, die bereitgestellten Tore und die gesamte Sportanlage pfleglich zu behandeln. Nur wenn das Angebot verantwortungsvoll genutzt wird, kann es auch langfristig bestehen bleiben.
Artikel wurde gelesen:40
Die WM ist verloren. Das Marketing hat gewonnen.
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Fussball,Glosse/Satire |
3 Comments
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Das klingt zunächst dramatisch, ist wirtschaftlich aber vollkommen unproblematisch. Denn der Fußball von heute funktioniert längst nach einem beruhigenden Prinzip: Tore sind vergänglich. Markenwerte bleiben.
Während früher der Weg zum Weltmeistertitel über Schweiß, Zweikämpfe und gelegentliche Blutgrätschen führte, beginnt die moderne Turniervorbereitung mit der Frage, welche Uhr beim Werbedreh getragen werden soll. Der Rest ergibt sich dann. Natürlich wird auch trainiert. Meist zwischen zwei Sponsoren-Terminen und einem Videodreh über die „unglaubliche Teamchemie“. Das spart Zeit, schließlich ist Aufmerksamkeit heute die eigentliche Währung des Profifußballs. Der Ball ist dabei eher Requisite.
Früher gab es Fußballspieler. Heute gibt es Content Creator mit außergewöhnlicher Beinarbeit. Das ist ein Unterschied.
Ein Fußballspiel dauert zwar noch immer 90 Minuten. Der eigentliche Arbeitstag beginnt jedoch lange vorher: Fotoshooting, Podcast, Interview, Social-Media-Kampagne, Werbedreh, Presseevent, Markenpflege, Imagefilm, Autogrammstunde und zwischendurch noch ein kurzes Reel darüber, wie wichtig Fokus und Demut seien. Irgendwann kommt dann das Achtelfinale. Dort trifft man gelegentlich auf Mannschaften, deren Spieler offenbar den Kalender falsch verstanden haben. Sie verbringen ihre Zeit tatsächlich auf dem Trainingsplatz. Ein erstaunlich altmodisches Konzept, das sich leider immer wieder als unangenehm effektiv erweist. Nach dem Ausscheiden beginnt traditionell die Phase der Ursachenforschung. Es wird über Mentalität gesprochen. Über Strukturen. Über Nachwuchsarbeit. Über Spielsysteme. Über Ernährung. Über Regeneration. Über Datenanalyse. Über Schlafqualität. Über die optimale Raumaufteilung zwischen Innenverteidigung und Sechser. Nur über das Offensichtliche spricht erstaunlicherweise niemand.
Vielleicht verändert Geld Menschen. Vielleicht verändert sehr viel Geld sie sogar noch ein bisschen mehr. Vielleicht sinkt der unbedingte Hunger auf Erfolg, wenn bereits mit 24 Jahren das Einkommen ausreicht, um einen kleinen Mittelstaat bis zum Jahr 2140 solide zu finanzieren. Das ist keine moralische Kritik. Es ist schlicht menschlich. Wer finanziell längst alles gewonnen hat, empfindet ein verlorenes Achtelfinale möglicherweise anders als jemand, dessen Karriere gerade erst beginnt. Der Profifußball hat dieses Problem allerdings elegant gelöst. Er nennt es Professionalisierung. Tatsächlich erleben wir die erstaunliche Verwandlung eines Sports in eine Unterhaltungsindustrie, in der das eigentliche Spiel zunehmend zwischen Marketing und Markenpflege stattfindet. Der Fußball ist nicht verschwunden – er ist nur noch Teil einer größeren Wertschöpfungskette.
Vielleicht ist das sogar konsequent. Vielleicht sollte man den Weltmeister künftig gar nicht mehr auf dem Rasen ermitteln. Warum nicht in den Kategorien: Beste Werbekampagne. Höchste Instagram-Reichweite. Authentischstes Lächeln im Sponsorenvideo. Größte emotionale Nähe zur Zielgruppe 14 bis 29.
Deutschland hätte endlich wieder echte Titelchancen.
Und falls das nicht reicht, bleibt immer noch die traditionelle Pressekonferenz. Dort erklärt man uns mit ernster Miene, man habe „wichtige Erkenntnisse gewonnen“, müsse „die richtigen Schlüsse ziehen“ und werde „gestärkt zurückkommen“. Das stimmt vermutlich sogar. Die Sponsoren jedenfalls sind längst bereit.
Keine Sorge. Bis zur nächsten Weltmeisterschaft bleibt genügend Zeit – für neue Trikots, neue Werbespots und irgendwann vielleicht auch wieder für Fußball.
Artikel wurde gelesen:29
„Das ist aber heiß heute – bleibt das jetzt immer so?“
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Politik,Umwelt |
No Comments
Es ist wieder einer dieser Sommertage. Das Thermometer klettert auf Temperaturen, die noch vor wenigen Jahrzehnten als Ausnahme gegolten hätten. Die Nächte bringen kaum noch Abkühlung. Wälder trocknen aus, Flüsse führen Niedrigwasser, Böden reißen auf, der Asphalt auf den Strassen wird weich und Krankenhäuser bereiten sich auf mehr hitzebedingte Notfälle vor. Gleichzeitig scheint jedes neue Temperaturrekordjahr dieselbe Reaktion hervorzurufen: „Damit konnte doch wirklich niemand rechnen.“
Doch. Konnte man.
Seit mehr als vierzig Jahren erklären Klimaforscher, Meteorologen und Umweltwissenschaftler mit bewundernswerter Geduld, was passieren wird. Zunächst vorsichtig, dann immer deutlicher und schließlich nahezu verzweifelt. Ihre Botschaft war nie besonders kompliziert: Die Erde erwärmt sich. Hitzewellen werden häufiger und intensiver. Extremwetter nimmt zu. Dürren und Starkregen wechseln sich häufiger ab. Die Ozeane erwärmen sich. Gletscher verschwinden. Der Meeresspiegel steigt. Gesellschaften müssen sich anpassen.
Eigentlich verständlich.
Dennoch verhalten wir uns jedes Mal so, als hätte uns die Realität gerade völlig überraschend erwischt.
Das Faszinierende am Klimawandel ist nämlich, dass er sich nicht für Meinungen interessiert. Man kann an ihn glauben oder nicht. Man kann ihn politisieren, relativieren oder für Panikmache halten. Die Atmosphäre reagiert darauf ungefähr so emotional wie die Schwerkraft. Sie macht einfach weiter. CO₂ diskutiert nicht. Methan kennt keine Talkshows. Und Wasserdampf liest keine Leserkommentare. Die Natur führt keine Debatten darüber, ob ihre Gesetze gesellschaftlich akzeptiert werden. Sie wendet sie einfach an.
Vielleicht ist das größte Talent unserer Spezies gar nicht die Intelligenz, sondern das Ignorieren unbequemer Wahrheiten. Wir wissen erstaunlich viel und handeln erstaunlich wenig. Beim Klima besitzen wir inzwischen Messreihen, Satellitendaten, Computermodelle und wissenschaftliche Erkenntnisse aus mehreren Jahrzehnten. Dennoch gelingt es uns immer wieder, überrascht zu wirken. Eine bemerkenswerte kulturelle Leistung.
Natürlich gab es auch früher heiße Sommer, Dürren, Hochwasser und Stürme. Das bestreitet niemand. Nur behauptet auch kein Klimaforscher, dass es früher niemals heiß gewesen sei. Der Unterschied liegt nicht im einzelnen Wetterereignis, sondern darin, wie häufig es auftritt, wie lange es dauert und wie extrem es ausfällt. Genau diese Entwicklung haben Klimamodelle seit Jahrzehnten vorhergesagt – und genau sie beobachten wir heute. Es ist also nicht einfach nur Sommer. Der Sommer hat neue Eigenschaften bekommen.
Über Jahrzehnte galt Beton als Fortschritt. Jede versiegelte Fläche war ordentlich, pflegeleicht und modern. Jeder zusätzliche Parkplatz ein Gewinn. Jeder gefällte Baum bedeutete weniger Laub. Jeder Schottergarten weniger Gartenarbeit. Heute wundern wir uns darüber, dass Städte und Gemeinden zu Backöfen werden. Plötzlich entdecken wir, dass Bäume Schatten spenden, Pflanzen Wasser verdunsten und offene Böden Regen aufnehmen können. Asphalt hingegen heizt sich auf Temperaturen auf, auf denen man problemlos ein Spiegelei braten könnte. Erstaunlich. Die Evolution wusste das allerdings schon Millionen Jahre vor uns.
Auch die Politik hat den Klimawandel inzwischen entdeckt. Hitzeaktionspläne, Klimaanpassungsstrategien, Schwammstädte, Resilienzprogramme – alles wichtige Maßnahmen. Nur leider benötigen Bäume Jahrzehnte zum Wachsen. Politische Erkenntnisse dagegen kommen häufig erst kurz vor der nächsten Wahl. Das führt zu einem gewissen zeitlichen Ungleichgewicht. Die Atmosphäre kennt allerdings keine Legislaturperioden. Sie wartet nicht auf Haushaltsbeschlüsse und verschiebt ihre Erwärmung nicht auf den nächsten Koalitionsvertrag.
So bequem es auch wäre, die Verantwortung ausschließlich bei der Politik abzuladen – so einfach ist es leider nicht. Vielleicht ist genau das unser größtes Problem: Wir sprechen über den Klimawandel oft so, als wäre er ein Naturereignis – wie ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag. Etwas, das einfach über uns hereinbricht und gegen das man ohnehin nichts ausrichten kann. Dabei sind wir gleichzeitig Verursacher, Zuschauer und Betroffene.
Natürlich muss die Politik handeln. Sie muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, Infrastruktur anpassen und Entscheidungen treffen, die weiter reichen als bis zur nächsten Wahl. Aber wir selbst haben uns ebenfalls erstaunlich gut darin eingerichtet, Verantwortung zu delegieren.
Wir diskutieren über Tempolimits – und fahren für zwei Brötchen mit dem SUV zum Bäcker.
Wir beklagen die steigenden Temperaturen – buchen aber selbstverständlich den dritten Kurzstreckenflug innerhalb eines Jahres, schließlich war das Angebot gerade günstig.
Wir empören uns über schmelzende Gletscher – bestellen das neueste Smartphone, obwohl das alte noch tadellos funktioniert.
Wir kritisieren die Wegwerfgesellschaft – und lassen Pakete mit Kleidung liefern, von denen ein erheblicher Teil wieder zurückgeschickt wird.
Wir sprechen über Ressourcenknappheit – tauschen aber Fernseher, Tablet, Smartwatch oder Kaffeemaschine gegen das neueste Modell, obwohl die alten Geräte noch jahrelang ihren Dienst leisten würden.
Wir sorgen uns um den Regenwald – kaufen aber Gartenmöbel, Billigwerkzeuge oder Dekorationsartikel, die oft schon nach wenigen Jahren auf dem Wertstoffhof landen.
Und natürlich muss niemand asketisch leben. Es geht nicht darum, nie wieder Auto zu fahren, nie wieder zu fliegen oder jede technische Neuerung grundsätzlich abzulehnen. Es geht um die Frage, ob wir unseren Konsum häufiger nach Notwendigkeit statt nach Gewohnheit ausrichten. Denn jede Entscheidung, ein Produkt länger zu nutzen, eine Reise bewusster zu planen oder unnötigen Ressourcenverbrauch zu vermeiden, summiert sich – genauso wie sich Milliarden gegenteiliger Entscheidungen summieren.
Vielleicht ist das die unbequemste Erkenntnis überhaupt: Wir warten gern darauf, dass „die Politik“ handelt, während wir gleichzeitig hoffen, unser eigener Alltag möge möglichst unverändert bleiben. Doch genau diese Rechnung kann nicht aufgehen. Wer ernsthaft glaubt, man könne den Klimawandel bekämpfen, ohne das eigene Konsumverhalten, die eigene Mobilität oder den Umgang mit Energie zu hinterfragen, erwartet letztlich, dass sich die Welt verändert – nur bitte ohne die eigene Komfortzone anzutasten.
Man hört häufig, Klimaschutz und Klimaanpassung seien teuer. Mag sein. Nur gibt es eine Alternative: nichts tun. Diese Variante ist erfahrungsgemäß erheblich kostspieliger. Vertrocknete Wälder, überhitzte Städte, Ernteausfälle, Starkregenschäden, sinkende Grundwasserstände, steigende Gesundheitskosten und milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur sind die Rechnung, die uns die Natur präsentiert. Sie verschickt ihre Rechnungen allerdings ohne Skonto.
Vielleicht ist der Klimawandel deshalb gar nicht unsere größte Krise. Vielleicht ist es unsere Fähigkeit, bekannte Probleme jahrzehntelang aufzuschieben. Denn der Klimawandel ist kein überraschendes Ereignis. Er ist vermutlich das am gründlichsten angekündigte Problem der modernen Menschheitsgeschichte. Es gab Studien, internationale Konferenzen, Satellitendaten, Klimamodelle, wissenschaftliche Berichte und unzählige Warnungen. Die Informationen lagen auf dem Tisch. Wir haben sie lediglich oft wie einen Werbeprospekt behandelt.
Bleibt also die Ausgangsfrage:
„Das ist aber heiß heute – bleibt das jetzt immer so?“
Die vorerst ehrliche Antwort lautet noch: Es liegt an uns.
Viele Veränderungen werden uns über Jahrzehnte begleiten. Doch wie stark sich die Erde weiter erwärmt und wie extrem die Folgen ausfallen, hängt entscheidend davon ab, welche Entscheidungen wir heute treffen – als Gesellschaft, als Politik, als Wirtschaft und als jeder Einzelne. Vielleicht sollten wir deshalb endlich aufhören zu fragen, warum es plötzlich so heiß geworden ist.
Die eigentliche Frage lautet längst:
Warum haben wir so lange so getan, als hätten wir all das nicht kommen sehen?
Denn die Wahrheit ist unbequem: Wir erleben keine überraschende Entwicklung. Wir erleben die verspätete Quittung jahrzehntelanger Verdrängung. Und während wir noch darüber diskutieren, ob der nächste Baum wirklich notwendig ist, baut sich irgendwo bereits die nächste Hitzewelle auf.
Nicht überraschend. Sondern angekündigt. Seit Jahrzehnten.
Und vielleicht beginnt Klimaschutz tatsächlich nicht erst im Bundestag, auf der nächsten Weltklimakonferenz oder mit einem neuen Förderprogramm.
Vielleicht beginnt er bereits vor der eigenen Haustür – dort, wo Ausreden enden und Entscheidungen beginnen.
Beitragsfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:75
Großes Sommerfest der OGS Wentorf: „Trubel & Talente“ bringt Kinder zum Strahlen
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Schule |
No Comments
Wenn sich ein Schuljahr dem Ende zuneigt, gibt es viel zu feiern: neue Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und viele Talente, die in den vergangenen Monaten entdeckt und gefördert wurden. Genau dafür steht das Sommerfest „Trubel & Talente“ der Offenen Ganztagsschule (OGS) Wentorf. Hier dürfen Kreativität, Freude und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen – bunt, lebendig und voller Überraschungen.
Am 19. Juni war es wieder so weit. Mit dem gemeinsamen Schullied „Regenbogenschule“ wurde das Fest auf dem Schulhof eröffnet. Für einen besonders stimmungsvollen Auftakt sorgten zahlreiche bunte Luftballons, die passend zur letzten Strophe aus den Fenstern des zweiten Stocks herabschwebten und bei Kindern, Eltern und Gästen für begeisterten Applaus sorgten.
Anschließend verwandelten sich Schulhof, Turnhalle und Flure in eine große Erlebniswelt. Ob Riesen-Seifenblasen, Stelzenlaufen, Seilspringen, Dart-Duell, Bowling, Schach, Basketball-Challenge oder eine Graffiti-Wand – an jeder Ecke wurde gespielt, gelacht und ausprobiert. Dabei standen nicht Wettbewerb und Leistung im Vordergrund, sondern der gemeinsame Spaß und das Miteinander. Ein großes Gemeinschaftsbild in Form der Buchstaben O-G-S machte diesen Zusammenhalt eindrucksvoll sichtbar.
Pünktlich zum Sommerfest präsentierte auch das Redaktionsteam der OGS-Schulzeitung stolz die neue Ausgabe. Geschichten, Rätsel, Berichte und viele Bilder aus dem Schulalltag zeigen eindrucksvoll, mit wie viel Ideenreichtum und Engagement die Kinder ihre Zeitung gestalten.
Dass zur OGS weit mehr gehört als Sport und Kreativität, bewiesen die Demokratie-Entdeckerinnen und Demokratie-Entdecker. Kinder der zweiten bis vierten Klassen beschäftigen sich regelmäßig mit Mitbestimmung und dem Zusammenleben in der Schulgemeinschaft. Aus ihrer Arbeit entstand in diesem Schuljahr erstmals ein OGS-Rat, in dem Wünsche und Ideen gesammelt, diskutiert und gemeinsam umgesetzt werden. So erleben die Kinder ganz praktisch, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Schule aktiv mitgestalten können.
Beim Sommerfest stellte die Gruppe ihre Arbeit erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit einem selbst entwickelten Bühnenstück unter dem Motto „Unsere Stimme zählt!“ berichteten die jungen Demokratinnen und Demokraten von ihren Erfahrungen und den Projekten, die aus ihren Ideen entstanden sind. Demokratie wurde damit nicht nur erklärt, sondern für alle Besucher unmittelbar erlebbar.
Foto: OGS-Wentorf
Zu den Höhepunkten des Nachmittags gehörte erneut der mitreißende Auftritt der Einrad-AG, die das Publikum zu mehreren Zugaben begeisterte. Für viele Lacher sorgte anschließend die AG Kurzfilme und Sketche, die mit ihrem aktuellen Film den gelungenen Abschluss des Festes gestaltete.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Das Team des Lebenshilfewerkes verwöhnte die Gäste mit Snacks und Kuchen, während der Schulverein frische Waffeln anbot.
Das Sommerfest „Trubel & Talente“ ist weit mehr als nur ein buntes Fest zum Schuljahresende. Es zeigt, wie lebendig Schule sein kann, wenn Kinder ihre Stärken entdecken, Verantwortung übernehmen und gemeinsam wachsen dürfen. Hier wird Gemeinschaft gelebt, Talente werden sichtbar und Demokratie ganz selbstverständlich Teil des Alltags – beste Voraussetzungen dafür, dass Kinder nicht nur lernen, sondern mit Freude ihren eigenen Weg finden.
Artikel wurde gelesen:22
Gemeinschaftsschule Wentorf wurde als Zukunftsschule.SH ausgezeichnet!
Ein weiterer Schritt in Richtung Innovation an der Gemeinschaftsschule Wentorf ist erfolgt: Die Auszeichnung als Zukunftsschule.SH fand am Donnerstag, den 28.05.2026 am Ostsee-Gymnasium-Timmendorfer Strand statt und wird gefördert vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein. Durch dieses Auszeichnungssystem soll die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an den Schulen des Landes unterstützt werden, um die Kinder schon heute auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten.
Sowohl ökologisches Bewusstsein als auch das besondere Engagement von Lehrkräften der Gemeinschaftsschule Wentorf, hat direkt die Zertifizierung auf Stufe 2 ermöglicht. Hintergrund dafür sind diverse Projekte im Rahmen des WPU-Kurses Technik, der nicht nur Fahrradreparaturen durchführt, sondern sich zusätzlich als Holzwerkstatt versteht und aus Holzresten neue und funktionale Möbel für den eigenen Schulhof entstehen lässt.
Ein weiterer Baustein vor dem Hintergrund Zukunftsschule ist das inzwischen erfolgreich umgesetzte FreiDay-Format. Hier arbeiten die Schüler*innen an selbstgewählten Zukunftsthemen, sind in der Gemeinde aktiv und setzen vor Ort Nachhaltigkeitsprojekte um. Beispielsweise gehen 5.Klässler zum Vorlesen in die Grundschule und 6.Klässler besuchen
das Polizeirevier in Wentorf, um mit den Beamten ein Interview zum Thema „Drogen und Jugendliche“ durchzuführen. Außerdem wurden bereits umfangreiche Kleiderspenden in
Bollerwagen transportiert und in Eigenregie zu einem Kinderheim gebracht.
Die erfolgte Auszeichnung ist Wertschätzung und Ansporn zugleich – die 3. Stufe wird nun anvisiert! Einzelne Überlegungen innerhalb des Lehrerteams gehen in die Richtung, sich noch
stärker mit anderen Zukunfts- und FreiDay-Schulen zu vernetzen, erste Hospitationen finden bereits statt. Zudem sieht die stellvertretende Schulleiterin, Frau Zumblick, großes Potenzial
im Ausbau eines Schulgartens mit Naturteich, um einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Außerdem ließe sich eine Kooperation mit einem Energiesparunternehmen
herstellen, was nicht nur der Schulgemeinschaft finanziell helfen, auch der Gemeinde als Träger zugutekommen würde.
Artikel wurde gelesen:2
Unterschätzen wir die Folgen der künstlichen Intelligenz?
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Politik,Wirtschaft |
3 Comments
Es gibt einen Satz, der jede technologische Revolution begleitet: Die Chancen überwiegen die Risiken.
Man hörte ihn bei der Einführung des Personalcomputers. Man hörte ihn beim Aufstieg des Internets. Man hörte ihn bei den sozialen Medien. Und man hört ihn heute wieder, wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist. Die Geschichte zeigt allerdings, dass Gesellschaften neue Technologien selten beherrschen. Meistens ist es umgekehrt: Die Technologien verändern die Gesellschaft schneller, als Politik, Institutionen und Kultur darauf reagieren können. Die Euphorie kommt zuerst. Die Nebenwirkungen folgen später. Bei der künstlichen Intelligenz könnte dieser Mechanismus eine Dimension erreichen, die demokratische Gesellschaften vor Herausforderungen stellt, auf die sie weder institutionell noch kulturell vorbereitet sind.
Die Lehre der vergangenen vierzig Jahre
Heute wird die digitale Revolution oft als Erfolgsgeschichte erzählt. Tatsächlich haben Personalcomputer, Internet und Smartphones Produktivität gesteigert, neue Märkte geschaffen und Milliarden Menschen Zugang zu Wissen ermöglicht. Doch gleichzeitig entstanden Entwicklungen, die kaum jemand in ihrer Tragweite vorausgesehen hatte. Die Digitalisierung versprach mehr Wettbewerb und führte in vielen Bereichen zu beispiellosen Monopolstrukturen. Das Internet versprach mehr Information und erzeugte zugleich eine nie dagewesene Flut von Desinformation. Soziale Netzwerke versprachen mehr Vernetzung und förderten gleichzeitig gesellschaftliche Polarisierung, politische Radikalisierung und die Zersplitterung öffentlicher Debatten. Fast immer reagierte die Politik erst dann, wenn die Folgen bereits sichtbar geworden waren. Reguliert wurde nicht vorausschauend, sondern nachträglich. Nicht gestaltend, sondern reparierend. Und selbst diese Reparaturversuche blieben oft halbherzig. Warum sollte es diesmal anders sein?
Die Illusion der Kontrolle
Viele politische Entscheidungsträger vermitteln derzeit den Eindruck, die Entwicklung künstlicher Intelligenz lasse sich durch einige Gesetze, Ethikrichtlinien und Aufsichtsbehörden kontrollieren. Diese Annahme könnte sich als gefährliche Selbsttäuschung erweisen. Denn erstmals in der Geschichte der Digitalisierung entsteht eine Technologie, die nicht nur Informationen verarbeitet oder verbreitet, sondern selbst Inhalte, Analysen, Empfehlungen und Entscheidungen erzeugt. Sie ersetzt nicht lediglich Werkzeuge. Sie beginnt, menschliche Funktionen zu imitieren. Und genau darin liegt ihre gesellschaftliche Sprengkraft. Demokratische Gesellschaften sind historisch darauf aufgebaut, dass Menschen Informationen bewerten, Meinungen bilden, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Künstliche Intelligenz greift in jeden dieser Bereiche ein. Die Frage lautet daher nicht mehr, wie Menschen Computer nutzen. Die Frage lautet zunehmend, wie Menschen ihre Rolle in einer Welt definieren, in der Maschinen viele ihrer geistigen Tätigkeiten schneller, billiger und teilweise überzeugender ausführen können.
Der stille Angriff auf die Mittelschicht
Besonders bemerkenswert ist, dass diesmal nicht zuerst die einfachen Tätigkeiten betroffen sind. Die industrielle Revolution ersetzte Muskelkraft. Die Computerisierung ersetzte Routinen. Die künstliche Intelligenz greift nun ausgerechnet jene Berufe an, die lange als vergleichsweise sicher galten: Juristen, Journalisten, Übersetzer, Grafiker, Fotografen, Analysten, Programmierer, Sachbearbeiter, Berater oder Verwaltungsangestellte. Es geht nicht zwingend um vollständige Arbeitslosigkeit. Wahrscheinlicher ist eine schleichende Entwertung menschlicher Arbeit. Wenn ein Mitarbeiter künftig mit Hilfe von KI die Arbeit von fünf oder zehn Personen erledigen kann, entsteht zwangsläufig die Frage, warum die übrigen fünf oder zehn noch benötigt werden. Die Geschichte zeigt, dass technologische Produktivitätsgewinne nicht automatisch zu gesellschaftlichem Wohlstand für alle führen. Oft führen sie zunächst zu einer Konzentration von Vermögen und Macht. Die Hoffnung, neue Berufe würden die verlorenen ersetzen, mag sich teilweise erfüllen. Doch die Geschwindigkeit der Entwicklung könnte größer sein als die Anpassungsfähigkeit vieler Menschen und Institutionen. Die Folge wäre keine plötzliche Massenarbeitslosigkeit, sondern eine schleichende Verunsicherung großer Teile der Mittelschicht. Und genau diese Mittelschicht bildet seit Jahrzehnten das Fundament stabiler Gesellschaften.
Die Krise der Wahrheit
Noch schwerwiegender könnte jedoch eine andere Entwicklung werden. Demokratien leben nicht von Einigkeit. Sie leben von einem gemeinsamen Verständnis dessen, was überhaupt diskutiert wird. Bislang war es zumindest theoretisch möglich, zwischen echten und gefälschten Informationen zu unterscheiden. Mit künstlicher Intelligenz könnte diese Grenze dauerhaft verschwimmen. Bilder, Videos, Interviews, Reden oder Dokumente lassen sich künftig in Sekunden erzeugen. Die technische Qualität wird weiter steigen. Die Kosten werden weiter sinken. Damit entsteht ein Problem, das weit über klassische Desinformation hinausgeht. Wenn alles fälschbar wird, verliert auch das Echte an Glaubwürdigkeit. In einer solchen Umgebung genügt es nicht mehr, eine Lüge zu verbreiten. Es reicht, Zweifel zu säen. Der Bürger steht dann vor einer Flut widersprüchlicher Informationen, deren Echtheit kaum noch überprüfbar ist. Das Ergebnis könnte eine Gesellschaft sein, die nicht deshalb gespalten ist, weil sie unterschiedliche Meinungen hat, sondern weil sie keine gemeinsame Wirklichkeit mehr teilt.
Der Verlust menschlicher Kompetenz
Technologische Fortschritte nehmen Menschen Aufgaben ab. Das ist ihr Zweck. Doch jede abgegebene Aufgabe führt langfristig auch zum Verlust entsprechender Fähigkeiten. Taschenrechner reduzierten Kopfrechnen. Navigationssysteme schwächten Orientierungskompetenzen. Suchmaschinen veränderten den Umgang mit Wissen. Künstliche Intelligenz könnte erstmals in großem Maßstab analytisches Denken, Schreiben, Recherchieren, Argumentieren und Problemlösen betreffen. Je besser die Systeme werden, desto größer wird die Versuchung, auf eigene Anstrengungen zu verzichten. Eine Generation könnte heranwachsen, die zwar Zugriff auf ungeheure Mengen künstlicher Intelligenz besitzt, aber immer weniger eigene Fähigkeiten entwickelt, um deren Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Damit entsteht ein paradoxes Risiko: Die Gesellschaft wird technologisch intelligenter, während ihre Mitglieder möglicherweise geistig abhängiger werden.
Die Machtfrage
Die vielleicht beunruhigendste Entwicklung betrifft jedoch die Verteilung von Macht. Die industrielle Revolution schuf Fabrikbesitzer. Die Digitalrevolution schuf Technologiekonzerne. Die KI-Revolution könnte eine Konzentration von Einfluss hervorbringen, die historische Maßstäbe sprengt. Wer die leistungsfähigsten Modelle besitzt, kontrolliert zunehmend Informationsströme, Wissensproduktion, Kommunikationssysteme und wirtschaftliche Prozesse. Die erforderlichen Investitionen sind so hoch, dass nur wenige globale Akteure überhaupt mithalten können. Während demokratische Institutionen auf Transparenz, Kontrolle und öffentliche Debatte angewiesen sind, entwickeln sich diese Systeme häufig in privatwirtschaftlichen Strukturen mit begrenzter öffentlicher Rechenschaftspflicht. Die Gefahr besteht nicht in einer dystopischen Maschinenherrschaft. Die Gefahr besteht darin, dass immer weniger Menschen immer mehr Einfluss auf die geistige Infrastruktur moderner Gesellschaften erhalten.
Ein Blick in die Zukunft
Vielleicht werden Historiker eines Tages feststellen, dass die Einführung künstlicher Intelligenz ähnlich folgenreich war wie die Erfindung des Buchdrucks oder die industrielle Revolution. Vielleicht werden sie aber auch feststellen, dass demokratische Gesellschaften die sozialen Kosten dieser Entwicklung systematisch unterschätzt haben. Die bisherigen Erfahrungen sprechen eher für Letzteres. Denn jede große Technologie wurde zunächst nach ihren Möglichkeiten bewertet und erst später nach ihren Folgen. Der Personalcomputer veränderte die Arbeitswelt. Das Internet veränderte die Öffentlichkeit. Soziale Medien veränderten den gesellschaftlichen Diskurs. Künstliche Intelligenz könnte nun den Menschen selbst als wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Akteur verändern. Die eigentliche Sorge besteht deshalb nicht darin, dass Maschinen eines Tages intelligenter werden als Menschen. Die eigentliche Sorge besteht darin, dass Gesellschaften ihre Fähigkeit verlieren könnten, die Folgen dieser Entwicklung noch wirksam zu steuern. Und wenn die Geschichte der Digitalisierung eines lehrt, dann dies: Technologische Revolutionen warten nicht darauf, dass Gesellschaften bereit sind. Sie finden statt. Und erst danach beginnt die Gesellschaft zu begreifen, was sie verändert hat.
Beitragsgrafik: Ralf Lesko
Artikel wurde gelesen:4
Erschließungskosten für Baugebiete in Wentorf – wer muss bezahlen ?
Posted By
Monika Lehmann
On
In
Kommunales |
No Comments
Aktuell : Abgeltung der Erschließungsbeiträge vor der endgültigen Fertigstellung der Erschließungsmaßnahme durch eine einmalige Zahlung. Vertragliche Regelungen zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Grundstückseigentümer sind möglich aber nicht zwingend.
Durch den Beschluss des Liegenschaftsausschusses vom 21.05.2026, imnichtöffentlichen Teil unterTOP N 17 wurde beschlossen: Die Bürgermeisterin wird ermächtigt, in einem Erschließungsgebiet mit den beitragspflichtigen Grundstückseigentümern Ablösevereinbarungen zu treffen.Das bedeutet, dass mit Abschluss solcher Vereinbarungen der (künftige) Eigentümer nicht mehr zu den – durch unsere Satzung vorgeschriebenen – Erschließungsbeiträgen nicht mehr herangezogen werden muss aber auch nicht herangezogen werden darf. Es wird zwar nicht deutlich, um welches „Erschließungsgebiet“ es sich handeln könnte, jedoch gibt es in Wentorf nicht so viele „unerschlossene“ Gebiete. Hier ein paar wichtige Informationen für Grundstückseigentümer (oder auch zukünftige Käufer:innen)zu dem Thema „Ablösevereinbarungen“:
Was ist eine Ablösevereinbarung für Erschließungskosten?
Eine Ablösevereinbarung ermöglicht es, Erschließungskosten bereits vor der endgültigen Herstellung der Erschließungsanlage vertraglich zu regeln. Nach § 133 Abs. 3 Satz 5 BauGB können Grundstückseigentümer mit der Gemeinde eine solche Vereinbarung treffen. Keine Überraschungen: Nach Zahlung der Ablösesumme sind Sie von späteren Nachforderungen oder Erschließungsbeitragsbescheiden befreit. Es erfolgt keine formelle Veranlagung mehr. Freiwilligkeit: Die Gemeinde ist nicht verpflichtet, eine Ablösevereinbarung abzuschließen. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Berechnungsgrundlage: Der Betrag wird anhand interner Vorgaben der Kommune (Ablösebestimmungen/Satzungen) berechnet. Der Betrag muss transparent offengelegt werden. Chancen und RisikenVorteil Planungssicherheit: Die Kosten sind fixiert. Es können besonders bei Baufinanzierungen die Gesamtkosten besser kalkuliert werden.
Vorteil: Preisbindung: Bei steigenden Baukosten in der Zukunft (z.B. durch Inflation) können dieEigentümer von der bereits geleisteten Zahlung profitieren. Risiko bei Fehleinschätzung: Oft wird ein „Sicherheitszuschlag“ für Unvorhergesehenes in die Kalkulation eingerechnet. Sollte die tatsächliche Erschließung am Ende deutlich günstiger ausfallen als vertraglich veranschlagt, wird die Differenz in der Regel nicht erstattet. Rechtliche Bindung: Die Vereinbarung muss rechtmäßig sein und den Gleichbehandlungsgrundsatz erfüllen. Ist die Schätzung oder Kalkulation fehlerhaft oder enthält unzulässige Puffer, kann die ganze Vereinbarung unwirksam werden.
Fragen, die der Grundstückseigentümer klären sollte:
Liegt das Grundstück in einem erschlossenen oder unerschlossenen Gebiet? Plant die Gemeinde aktuell neue Straßen oder Leitungen? Liegt bereits ein konkreter Entwurf der Gemeinde für eine solche Vereinbarung vor? Sollten die Grundstücke noch nicht an private Eigentümer verkauft sein bzw. ist das gesamte zu erschließende Gebiet noch im Eigentum eines Investors,einemBauträger oder einemErschließungsträger, so kann die Gemeinde mit dem Grundstückseigentümer „in Gänze“ einen Ablösevertrag schließen. Zu entscheiden wäre allerdings, ob es sich dabei um einen öffentlichen Vertrag handelt, dessen Abschluss der Gemeindevertretung nach den Regelungen des § 28 der Gemeindeordnung S-Hvorbehalten ist. Dann könnte der Beschluss des Liegenschaftsausschusses derzeit noch nicht ausgeführt werden. Für ein bereits erschlossenes Grundstück fallen in der Regel keine Erschließungskosten für die öffentliche Erschließung (Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen bis zur Grundstücksgrenze) mehr an. Man muss sich jedoch auf private Hausanschlusskosten und mögliche Beiträge für nachträglichen Straßenausbau einstellen.
Die Details zu diesen Ausnahmen:
Kaufvertrag prüfen: Unbedingt den genauen Wortlaut in demKaufvertrag prüfen. Für ein bereits erschlossenes Grundstück fallen in der Regel keine Erschließungskosten für die öffentliche Erschließung (Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen bis zur Grundstücksgrenze) mehr an. Sie müssen sich jedoch auf private Hausanschlusskosten und mögliche Beiträge für nachträglichen Straßenausbau einstellen.
Private Hausanschlüsse: Die Verlegung der Leitungen von der Grundstücksgrenze in dasHaus (Wasser, Strom, Gas, Telekommunikation) ist nicht in der öffentlichen Erschließung enthalten. Hierfür müssen die Kosten für Tiefbau und Anschluss selbst getragen werden.
Nachträglicher Straßenausbau: Wenn die Straße bisher nur provisorisch befestigt war und die Gemeinde sie nun endgültig ausbaut (inklusive Asphaltierung und Gehwegen), können Anliegerbeiträge anfallen.
Artikel wurde gelesen:4
Förderung des Feuerwehrgerätehauses
Posted By
Dieter Traut
On
In
Kommunales |
No Comments
Beim erstmalig in Wentorf ausgerichteten Veteranentag am 13.06.26, einer Präsentation des Katastrophen- bzw. Zivilschutzes, also von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DRK zusammen mit dem Reservistenverband der Bundeswehr, hielt sich aufgrund des wechselhaften Wetters der Besucheransturm in Grenzen. Eine gute Gelegenheit für einen Schreiberling mit Politikern der verschiedenen Parteien und unserer Bürgermeisterin Frau Schöning ins Gespräch zu kommen. Hierbei erwähnte die Bürgermeisterin, dass am Freitag dem 12. Juni der Zuwendungsbescheid zum Feuerwehrgerätehaus eingegangen ist. Die Gemeindevertreter seien bereits alle informiert. Bei Nachfrage zu näheren Details der beantragten 4,5 Mio. € Förderung, verwies sie auf eine Pressemitteilung in der kommenden Woche.
Das ist eine wundervolle Nachricht für die Finanzen der Gemeinde. Und dabei gab es bereits Bedenken, ob die Gemeindevertretung noch an die Förderung glaubt. Als Indiz für diese Interpretation führten die Bedenkenträger an, dass im 2. Nachtragshaushalt 2025 5,0 Mio. € über die bislang veranschlagten Verpflichtungsermächtigungen für die Hochbaumaßnahme Feuerwehrgerätehaus hinaus bewilligt wurden. Wie schön, dass sie in diesem Fall nicht Recht behalten haben und der Bau den Budgetrahmen nicht von Vornherein sprengt.
(Foto: Pixabay)
Artikel wurde gelesen:2
Olympia in Hamburg – ein deutliches Nein
Posted By
Dieter Traut
On
In
Gesellschaft,Politik,Sport & Spiel |
No Comments
Hamburg hat entschieden. Rund 55 % der abgegebenen Stimmen waren gegen Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Stadt. Das ist bemerkenswert – nicht wegen des Ergebnisses selbst, sondern wegen des enormen Aufwands der Befürworter davor: zweistellige Millionenbeträge für Werbung, politischer Rückenwind aus SPD, Grünen und CDU und eine Werbekampagne, die kaum eine Laterne in Ruhe ließ.
Und trotzdem: Nein.
Warum? Ein paar naheliegende, wenn auch nicht wissenschaftlich abgesicherte Vermutungen:
Kostenschätzungen, die eher nach Wunsch als nach Realität klangen
Die Finanzierung wirkte auf viele unvollständig. Beispiel Sicherheit: grob 3 Milliarden Euro – einfach mal nicht eingepreist. Oder das geplante Leichtathletikstadion im Volkspark, das angeblich „ohnehin gebraucht“ werde und deshalb kostenfrei in der Olympia-Rechnung auftauchte.
Am Ende blieb vor allem der Eindruck: gerechnet wurde eher in Richtung Ziel, nicht von der Realität aus. Kein Wunder, dass sich die Argumentation der Befürworter zunehmend auf vage „Fördermittel des Bundes“ verlagerte – also Geld, das schon irgendwie kommen werde. Wie viel genau? Unklar. Sehr unklar. Parallel dazu in den Nachrichten: Sparzwänge auf Bundesebene, verschobene Programme und eine gewisse Zurückhaltung bei neuen Großausgaben. Das half der Glaubwürdigkeit nicht unbedingt.
Wenn „die da oben“ sich einig sind, wird unten besonders genau hingeschaut
Ausnahmsweise waren sich die Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und CDU erstaunlich einig. Normalerweise ein politisches Wunder – hier aber Realität. Für viele Bürger wirkte aber genau diese Einigkeit weniger beruhigend als verdächtig. Nach dem Motto: Wenn alle oben nicken, landet die Rechnung unten.
Und der Werbeauftritt tat sein Übriges. Plakate an jedem Mast, große Kampagnen, viel Pathos – und noch mehr Geld. Der Eindruck: Hier stehen sich nicht zwei unterschiedliche Meinungen gegenüber, sondern sehr unterschiedliche Budgets.
Hamburg ist schon voll – und das merkt man nicht nur im Stadtmarketing
Wer an einem sonnigen Tag versucht, mit der HADAG-Linie 62 nach Finkenwerder zu kommen, braucht keine weiteren Erklärungen. Hamburg ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein gut besuchtes Dauer-Event. Ob Olympia das Problem der hohen Mieten verschärft hätte? Schwer zu sagen. Die Spiele dauern nur zwei Wochen – die Preisdynamik in der Stadt deutlich länger.
Am Ende klang das alles für viele weniger nach „Chance“ als nach zusätzlicher „Belastung“ in einer ohnehin gut ausgelasteten Stadt. Was bleibt ist ein schlichtes Ergebnis: Viel Aufwand, viel politischer Wille – und eine Mehrheit, die sich davon nicht überzeugen ließ. Vielleicht aus Skepsis. Vielleicht aus Erfahrung. Oder vielleicht einfach, weil nicht jeder glänzende großer Plan auch ein überzeugender ist.
Artikel wurde gelesen:0
Sport im Park in Wentorf in den Sommermonaten
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Gesundheitswesen,Sport & Spiel |
No Comments
Von Anfang Juni bis Mitte August 2026 wird es wieder Sport im Park in Wentorf geben. An drei verschiedenen öffentlichen Orten Wentorfs wird der SC Wentorf und seine Teilnehmer immer donnerstags von 18.30-19.30 Uhr aktiv in den Feierabend starten:
4.6. – 25.6.: Wiese zwischen Rathaus und Prisma (Hauptstraße)
2.7. – 30.7.: Wiese beim Rondeel Henkenhoop
6.8. – 20.8.: Bolzplatz Königsberger Ring
Wie in den letzten beiden Jahren wird das Training auch dieses Jahr bei fast jedem Wetter stattfinden – akutes Gewitter ausgenommen. Mitzubringen sind eine Isomatte oder Decke, wetterangepasste Sportkleidung und ggfls. etwas zu trinken. Von Rückenfit über Mobilisation, Stabitraining und Coretraining wird hoffentlich für jeden etwas dabei sein. Aufgrund der finanziellen Förderung durch den LSV Schleswig-Holstein und seinem Gesundheitspartner AOK ist dieses Angbot für Jedermann kostenlos. Nähere Infos erteilt die Geschäftsstelle des SC Wentorf unter 040-7204245 oder die Trainerin Daniela unter Daniela.Oestreich@gmx.de[14].
Artikel wurde gelesen:0
Bunte Idee mit großer Wirkung: OGS-Kinder gestalten Regenbogenbank für Senioren in Wentorf
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Schule |
1 Comment
Aus alt mach bunt: In der Offenen Ganztagsschule (OGS) Wentorf ist aus einer ausrangierten Holzbank ein echtes Gemeinschaftsprojekt entstanden. Mit viel Kreativität, Farbe und Teamgeist gestalteten die Kinder eine farbenfrohe Regenbogenbank – und schenkten sie anschließend der Seniorenwohnanlage in Wentorf bei Hamburg. Die Idee begann ganz einfach: Ein OGS-Betreuer entdeckte die alte weiße Bank in einer „Zu-verschenken“-Anzeige im Internet. Schnell war klar: Daraus soll etwas Besonderes werden. Gemeinsam machten sich die Kinder ans Werk, reinigten, schliffen und bemalten die Bank mit Schwämmen, Pinseln und jeder Menge Fantasie. Dabei ging es um weit mehr als nur Farbe. Die Schülerinnen und Schüler lernten, gemeinsam Entscheidungen zu treffen, Ideen zu verbinden und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Schritt für Schritt entstand so ein Projekt, das Zusammenhalt sichtbar macht.
Besonders emotional wurde es bei der feierlichen Übergabe an die Wentorfer Seniorenwohnanlage. Die Freude über das Wiedersehen zwischen Kindern und Bewohnerinnen und Bewohnern war auf beiden Seiten groß. Die Regenbogenbank soll dort künftig ein Ort der Begegnung sein – zum Ausruhen, Erzählen und gemeinsamen Erinnern. Die Aktion passt zugleich perfekt zum bundesweiten Ehrentag am 23. Mai 2026 – einer Initiative des Bundespräsidenten, die Menschen aller Generationen zum gemeinsamen Engagement ermutigt.
Die neue Regenbogenbank zeigt eindrucksvoll, wie aus einer kleinen Idee etwas Großes entstehen kann: ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft, Kreativität und gegenseitige Wertschätzung.
Artikel wurde gelesen:1
Privatisierung öffentlicher Wege?
Posted By
Dieter Traut
On
In
Kommunales |
4 Comments
Aus der Villengegend führt einer der beliebtesten Spaziergänge entlang der Golfstraße und über das Reitsportzentrum in die Lohe. Mit großer Überraschung mussten die Spaziergänger auf dieser Route letztes Wochenende feststellen, dass ihr gewohnter Weg von der Golfstraße zum Grübbenweg versperrt war: „Privatgrundstück – Durchgang verboten“ hieß es da. Nun ist es sicherlich nicht der einzige Weg den Spaziergänger mit dem Ziel Lohe nehmen können, es ist aber einer ohne nennenswertem Autoverkehr und damit eine der erholsamsten Routen.
Doch wie lässt sich feststellen, ob die Sperrung mit rechten Dingen zugegangen ist? Um diese Frage zu klären, erschien eine Anfrage bei der Gemeinde angebracht. Hier die Antwort des Pressereferenten der Gemeinde:
„Vielen Dank für Ihre Anfrage und Initiative bei diesem Thema. Zunächst beantworte ich ihre Fragen. Ja, der Vorgang ist der Gemeinde bekannt und ja, der Vorgang wurde geprüft. Diese Prüfung hat ergeben, dass es sich bei dem betroffenen Grundstück um ein Privatgrundstück handelt. Die Fläche ist auch nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, als Wald deklariert, so dass sich etwaige öffentliche Nutzungsrechte ergeben könnten. Auch ein Gewohnheitsrecht kann hier nicht entstehen, so dass die Maßnahme in etwa derselben Maßnahme entspricht, als wenn Sie oder Ich uns einen Gartenzaun auf unserem Grundstück bauen würden.“
Nach der Prüfung der Gemeindeverwaltung kann also die Änderung von einem über lange Jahre öffentlich genutzten Weg zu einem gesperrten Privatgrundstück rechtlich nicht beanstandet werden. Gefühlt sieht das aus Sicht der Gemeinschaft zwar anders aus, aber Regeln sind eben dazu da eingehalten zu werden. Der Vorgang erinnert an die Sperrung eines Wanderwegs entlang der Bille am Krabbenkamp in Reinbek. Auch dort hat ein privater Eigentümer seine Rechte mit Hilfe eines Zaunes durchgesetzt. Ein Beispiel wo dies den Eigentümern nicht gelang, ist der Wohltorfer Kirchenweg. Aber das liegt schon arg lange zurück.
Aus Sicht des Autors sollten solche grundlegenden potentiellen Streitigkeiten über Hypotheken der Vergangenheit gar nicht erst aufkommen. Die Gemeinde muss genau wissen welche öffentlich genutzten Wege in Wentorf über private Grundstücke führen. Dann könnte sie mit dem jeweiligen Eigentümer das Gespräch suchen und eine Vereinbarung über den zukünftigen Umgang mit dem Weg schließen. Und ja, auch Transparenz wäre in diesem Zusammenhang wichtig. Es hilft nicht, wenn es Spaziergängern nicht bewusst ist, dass sie an der einen oder anderen Stelle Privateigentum betreten.
Artikel wurde gelesen:2
Wentorf sucht seine stillen Heldinnen und Helden
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Kommunales |
No Comments
Ob im Sportverein, bei sozialen Projekten, in der Kulturarbeit oder durch gelebte Nachbarschaftshilfe – in Wentorf engagieren sich zahlreiche Menschen Tag für Tag mit Herzblut für das Gemeinwohl. Dieses besondere ehrenamtliche Engagement möchte die Gemeinde Wentorf bei Hamburg auch 2026 wieder öffentlich würdigen.
Anlässlich des Tages des Ehrenamtes ruft die Gemeinde jetzt die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Personen oder Institutionen vorzuschlagen, die sich in besonderer Weise für die Gemeinschaft eingesetzt haben. Gesucht werden Menschen, die über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen, außergewöhnliche Projekte unterstützt oder durch persönlichen Einsatz das gesellschaftliche Miteinander gestärkt haben.
Dabei kann das Engagement ganz unterschiedlich aussehen: in Vereinen und Initiativen, in Kirchengemeinden oder sozialen Einrichtungen, im kulturellen Leben oder auch durch besondere Hilfsbereitschaft und Zivilcourage im Alltag. Entscheidend ist der Einsatz für andere – oft still, aber von unschätzbarem Wert für die Gemeinde.
Vorschläge können noch bis zum 7. August 2026 eingereicht werden. Die Einreichung erfolgt über die Bürgermeisterin, politische Parteien oder die Fraktionen der Gemeindevertretung. Anschließend beraten die Fraktionen über die eingegangenen Vorschläge und reichen ihre Empfehlungen gemeinsam mit einer kurzen Vita zur weiteren Entscheidung ein.
Die Gemeinde kann verschiedene Ehrungen verleihen:
Ehrenurkunde für besonderes ehrenamtliches Engagement
Gemeindeplakette für Verdienste um das Gemeinwohl
Ehrenplakette für außergewöhnliches und langjähriges Wirken
Ehrenbürgerrecht als höchste Auszeichnung der Gemeinde
Die feierliche Ehrung findet traditionell im Rahmen des Tages des Ehrenamtes statt. Bereits jetzt bedankt sich die Gemeinde bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die Wentorf mit ihrem Engagement lebenswerter machen – und hofft auf zahlreiche Vorschläge für Menschen, die oft im Hintergrund Großes leisten.
Artikel wurde gelesen:0
Die BücherFreunde Wentorf feiern ihr 20-jähriges Jubiläum und laden zur „Wort-Zauber-Werkstatt“ ein.
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Kunst & Kultur |
No Comments
Die BücherFreunde Wentorf feiern ihr 20-jähriges Jubiläum und laden alle Kreativen ein, bei einer „Wort-Zauber-Werkstatt“ mitzumachen!
„Stell dir vor: Eines Morgens wachen die Menschen in Wentorf auf – und plötzlich ist alles anders: Wentorf ist eine Insel! Umgeben von Wasser, abgeschnitten vom Festland. Was ist passiert? Wer lebt jetzt dort? Wie verändert sich das Leben? Und was geschieht, wenn jemand versucht, auf die Insel zu kommen?“ Jetzt ist Fantasie gefragt: Die BücherFreunde suchen eine spannende, lustige oder verrückte Geschichte rund um die Frage: „Was wäre, wenn Wentorf eine Insel wäre?“ Ob Abenteuer, Mystery oder Comedy – alles ist erlaubt, solange die Kurzgeschichte maximal 700 Wörter umfasst und als Prosa (kein Gedicht) geschrieben ist.
So leicht geht es:
⦁ Einreichen: ⦁ Per E-Mail als PDF- oder Word-Datei an: buecherfreunde-21465@gmx.de[15] ⦁ Oder als Ausdruck an: Gemeindebücherei Wentorf, Hauptstraße 16, 21465 Wentorf ⦁ Format: Zeilenabstand 1,5 in Schriftgröße 12 ⦁ Alterskategorien: ⦁ Kinder (bis 11 Jahre) ⦁ Jugendliche (12–17 Jahre) ⦁ Erwachsene (ab 18 Jahre) ⦁ Kontaktdaten: ⦁ Vor- und Nachname mit Altersangabe ⦁ E-Mail-Adresse oder Telefonnummer ⦁ Einsendeschluss: 15. August 2026
Mitmachen lohnt sich:
Die besten Geschichten werden prämiert und auf der Homepage www.buecherfreunde-wentorf.de[2] veröffentlicht. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden persönlich informiert und dürfen sich auf tolle Buchgutscheine freuen. Bei Fragen richten Sie bitte eine Nachricht an: buecherfreunde-21465@gmx.de[15].
Hinweis:
Mit der Einsendung erklären sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einverstanden, dass dein Text im Rahmen der Wort-Zauber-Werkstatt auf der Website der BücherFreunde Wentorf sowie in Printmedien – mit Nennung des Namens – veröffentlicht werden darf. Die Rechte am Text bleiben bei der Autorin und dem Autor.
Also los – mit Fantasie eintauchen und Wentorf zur abenteuerlichsten Insel der Welt machen. Die BücherFreunde Wentorf freuen sich auf viele bunte Geschichten.
Artikel wurde gelesen:0
Die Zukunft stirbt nicht mit einem Knall, sondern im Dauerbetrieb
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Politik,Umwelt |
2 Comments
Es gibt eine merkwürdige Eigenschaft moderner Gesellschaften: Sie können gleichzeitig wissen, dass sie auf eine Katastrophe zusteuern — und trotzdem exakt so weitermachen wie bisher. Seit Jahrzehnten liegen die Warnungen offen auf dem Tisch. Klimaforscher warnen vor irreversiblen Kipppunkten. Psychologen dokumentieren eine wachsende Epidemie aus Einsamkeit, Depression und Sinnverlust. Ökonomen beobachten eine immer extremere Konzentration von Vermögen. Demokratieforscher sprechen offen über institutionellen Zerfall, Polarisierung und Vertrauensverlust.
Und dennoch funktioniert der Alltag weiter.
Die Menschen stehen morgens auf. Sie fahren zur Arbeit. Sie kaufen ein. Sie scrollen durch soziale Netzwerke. Sie diskutieren über Schlagzeilen. Sie bestellen Essen. Sie schlafen. Am nächsten Tag beginnt alles von vorn. Vielleicht liegt genau darin das eigentliche Problem. Der Kollaps moderner Gesellschaften wird wahrscheinlich nicht wie ein plötzlicher Zusammenbruch aussehen. Es wird keinen eindeutigen Moment geben, an dem „alles vorbei“ ist. Keine finale Explosion, kein einzelnes historisches Ereignis, das eindeutig markiert, wann die Stabilität endete. Stattdessen entsteht der Zerfall schleichend — und genau deshalb bleibt er politisch und psychologisch beherrschbar.
Jede einzelne Krise wird gerade klein genug bleiben, um akzeptiert zu werden.
Zu heiß? Klimaanlagen. Zu teuer? Noch ein Kredit. Zu einsam? Streaming und digitale Ablenkung. Zu erschöpft? Koffein, Medikamente, Selbstoptimierung. Zu wütend? Soziale Medien liefern täglich neue Feindbilder.
Die moderne Gesellschaft besitzt eine enorme Fähigkeit, Symptome zu verwalten, ohne Ursachen zu lösen. Genau das macht sie gleichzeitig effizient — und langfristig zerstörerisch. Denn während sich Technologie immer schneller entwickelt, zerfallen viele Grundlagen gesellschaftlicher Stabilität beinahe unbemerkt. Wohnraum wird in Großstädten zunehmend unbezahlbar.
Soziale Beziehungen werden fragmentierter. Öffentliche Debatten verwandeln sich in algorithmisch verstärkte Empörungsschleifen. Arbeit verliert für viele Menschen jede Form von Identität oder Sinn und reduziert sich auf ökonomisches Überleben. Gleichzeitig wächst der Druck permanenter Verfügbarkeit. Menschen konsumieren heute in wenigen Stunden mehr Informationen als frühere Generationen in Wochen. Aufmerksamkeit ist zu einer Ware geworden, die von Plattformen, Medien und Unternehmen aggressiv umkämpft wird.
Das Ergebnis ist eine Gesellschaft im Zustand chronischer mentaler Überlastung. Und genau darin liegt ein paradoxer Vorteil für bestehende Systeme: Erschöpfte Menschen organisieren selten fundamentale Veränderungen. Währenddessen verschiebt sich auch die Rolle von Technologie selbst. Lange galt technischer Fortschritt als Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt. Doch diese Gleichung wirkt zunehmend fragwürdig. Künstliche Intelligenz automatisiert kreative und kommunikative Arbeit. Algorithmen beeinflussen politische Meinungen. Digitale Plattformen formen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und soziale Beziehungen oft stärker als klassische Institutionen. Technologie löst Probleme — aber sie industrialisiert gleichzeitig neue Formen von Abhängigkeit, Kontrolle und Entfremdung.
Trotzdem bleibt der Glaube an technische Rettung erstaunlich stabil. Viele politische und wirtschaftliche Akteure setzen weiterhin darauf, dass Innovation die ökologischen, sozialen und psychologischen Schäden des bestehenden Systems rechtzeitig kompensieren wird. Doch genau dieser Glaube könnte selbst Teil des Problems sein. Denn er erlaubt es, grundlegende Veränderungen aufzuschieben. Warum radikal umdenken, wenn bald eine neue Technologie erscheint? Warum verzichten, wenn Effizienzsteigerung angeblich genügt? Warum das System hinterfragen, wenn die nächste Innovation alles lösen soll? So entsteht eine Gesellschaft, die permanent auf Rettung wartet — während sie die Ursachen ihrer Krisen weiter beschleunigt.
Der vielleicht düsterste Aspekt daran ist jedoch nicht die ökologische oder wirtschaftliche Entwicklung, sondern die menschliche Anpassungsfähigkeit. Menschen gewöhnen sich erstaunlich schnell an Zustände, die früher als inakzeptabel galten:
an Überwachung,
an permanente Unsicherheit,
an soziale Isolation,
an politische Radikalisierung,
an psychische Erschöpfung.
Was gestern noch alarmierend wirkte, wird heute Alltag. Vielleicht wird genau das die endgültige Form des modernen Niedergangs sein: kein dramatischer Untergang, sondern eine langsame Normalisierung des Defekten. Eine Welt, die technisch immer leistungsfähiger wird — während ihre Menschen emotional, sozial und politisch zunehmend erschöpfen. Der gefährlichste Irrtum unserer Zeit könnte deshalb die Vorstellung sein, dass Gesellschaften erst dann handeln, wenn Krisen offensichtlich werden. In Wirklichkeit reagieren Menschen oft erst dann, wenn ihr Alltag unmittelbar kollabiert. Und moderne Systeme sind erstaunlich gut darin, diesen Moment hinauszuzögern.
Artikel wurde gelesen:0
Bürgerverein Wentorf e.V. stellt Weichen für die Zukunft
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Bürgerverein Wentorf e.V. |
No Comments
Am 06. Mai 2026 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Bürgerverein Wentorf e.V. statt. Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf ein ereignisreiches Jahr zurückzublicken und wichtige personelle Entscheidungen für die Zukunft des Vereins zu treffen.
Der 1. Vorsitzende Peter Voigtmann eröffnete die Versammlung mit einem ausführlichen Rückblick auf das erfolgreiche und abwechslungsreiche Programmjahr 2025 und gab auch schon einen Einblick in die z.Zt. laufenden Planungen der Programmpunkte für das zweite Halbjahr 2026. Zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungen hätten erneut gezeigt, wie lebendig und engagiert das Vereinsleben in Wentorf sei. Besonders hervorgehoben wurde die große Unterstützung durch die Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer, die maßgeblich zum Gelingen der vielfältigen Aktivitäten beigetragen haben.
Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die turnusmäßigen Vorstandswahlen. Dabei verabschiedete sich der bisherige Schatzmeister Wolfgang Warmer aus seinem Amt. Nach langjähriger engagierter Tätigkeit stellte er sich nicht erneut zur Wahl, er geht dem Verein aber nicht ganz verloren, wie er sagte, da er künftig im Beirat des Bürgervereins mitwirken wird. Vorstand und Mitglieder dankten ihm herzlich für seine zuverlässige und engagierte Arbeit. Unter großem Applaus und mit einem Blumenstrauß wurde Wolfgang Warmer offiziell verabschiedet.
Zum neuen Schatzmeister wählten die Mitglieder Dieter Traut, der bisher als 3. Beisitzer dem Vorstand angehörte. Für die dadurch frei gewordene Position des 3. Beisitzers wurde Uli Gröhn neu in den Vorstand gewählt. Auch die Revisoren Sylvia Störte und Rüdiger Marks wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt und erneut gewählt.
Darüber hinaus stellte Ralf Lesko die neue Internetpräsenz des Bürgervereins Wentorf vor. Die modern gestaltete Webseite bietet künftig aktuelle, ausbaufähige Informationen rund um den Verein und ist ab sofort unter buergerverein-wentorf.de[16] erreichbar.
Mit Blick auf „Wentorf im Blick“ informierte der Vorstand außerdem über eine wichtige Veränderung: Die vierteljährliche Druckausgabe von „Wentorf im Blick“ wird eingestellt. Sowohl die logistischen als auch die personellen Anforderungen seien für die Redaktion nicht mehr dauerhaft leistbar. Gleichzeitig betonte der Vorstand jedoch, dass „Wentorf im Blick-Online“ weiter ausgebaut werde. Ziel der Redaktion bleibe es, die Wentorfer Bürgerinnen und Bürger auch künftig aktuell und nah zum Geschehen in der Gemeinde zu informieren.
Die Mitgliederversammlung endete in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre und machte deutlich, dass der Bürgerverein Wentorf auch weiterhin engagiert und zukunftsorientiert für das Gemeindeleben aktiv bleiben wird.
Artikel wurde gelesen:1
Wentorf ordnet die Schulplanung neu – Gemeinschaftsschule hat Vorrang – bleibt die Lohe Streitpunkt?
Posted By
Monika Lehmann
On
In
Kommunales,Lebensräume,Politik |
No Comments
Die Gemeindevertretung hat am 19. März 2026 eine weitreichende Entscheidung zur Zukunft der weiterführenden Schulen getroffen – und damit zugleich ein Großprojekt beerdigt. Das seit Jahren diskutierte Schulzentrum mit Neubauten für Gymnasium und Gemeinschaftsschule ist vom Tisch. Ausschlaggebend waren fehlende Flächen und die unklare Finanzierbarkeit. Stattdessen setzt die Politik nun klare Prioritäten: Die Gemeinschaftsschule rückt in den Mittelpunkt, während die Planungen für das Gymnasium vorerst zurückgestellt werden. Offiziell heißt es, weitere Untersuchungen zur „ganzheitlichen Raumbedarfsdeckung“ des Gymnasiums würden zugunsten der Gemeinschaftsschule zurückgestellt. Doch einfach wird der eingeschlagene Weg nicht. Im Gegenteil: Bevor konkrete Entscheidungen fallen, fordert die Gemeindevertretung zunächst belastbare Kostenrahmenschätzungen für zwei Varianten:
einen Neubau der Gemeinschaftsschule am bisherigen Standort
oder einen Neubau auf dem Gelände des Sportplatzes – inklusive Neubau der Sportanlagen an anderer Stelle.
Gerade die zweite Option hat es in sich: Dafür wäre ein neuer Bebauungsplan erforderlich. Zudem betont der Beschluss ausdrücklich, dass dem Bedarf an Sportflächen Vorrang einzuräumen sei. Eine Formulierung, die einmal mehr zeigt, wie groß der Druck in Wentorf bei Hallen- und Sportflächen ist. Der zuständige Planungs- und Umweltausschuss steht damit vor anspruchsvollen Aufgaben. Er soll nicht nur einschätzen, ob sich für die Sportplatz-Variante überhaupt ein rechtssicherer Bebauungsplan aufstellen lässt, sondern auch, wie lange ein solches Verfahren dauern würde. Auch die Verwaltung wird stark gefordert sein. Die Bürgermeisterin soll darlegen, welchen zusätzlichen Personal- und Finanzbedarf die umfangreichen Prüfungen und Planungen verursachen. Klar ist schon jetzt: Der neue Kurs bedeutet viel Arbeit – und dürfte Zeit kosten.
Die Lohe bleibt im Spiel
Ganz vom Tisch ist unterdessen ein anderes sensibles Thema nicht: die Zukunft der „Lohe“. Weder die mögliche Verlagerung des Kleingartenvereins noch eine alternative Nutzung des Gebiets sind endgültig geklärt. Im Rahmen der Ortsentwicklung soll die Verwaltung den Bebauungsplan Nr. 41 überarbeiten und die bereits erfolgte landesplanerische Anzeige anpassen. Was technisch klingt, hat politische Brisanz: Eine solche Anpassung könnte bedeuten, dass Wentorf seine Siedlungsgrenzen über bisherige Vorgaben der Raumordnung hinaus erweitern möchte. Das würde im Widerspruch zu den Zielen der Landesplanung, aber auch zu früheren Leitlinien stehen. Bereits 2002 hatte sich die Gemeinde klar dafür ausgesprochen, die Lohe von Bebauung freizuhalten. Ziel war es, ein ökologisch wertvolles Gebiet sowie ein wichtiges Naherholungsareal für die Region zu bewahren. Dies war bisher ebenfalls Ziel der Landesplanung. Zwar wurde 2013/2014 mit dem Waldkindergarten eine Ausnahme geschaffen – doch diese sollte ursprünglich einmalig bleiben. In der Praxis hat sich die Nutzung seitdem schrittweise ausgeweitet, bislang ohne rechtliche Grundlage.
Die Grundsatzfrage Lohe bleibt offen
Die entscheidende Frage ist daher weiterhin ungelöst: Soll Wentorf langfristig in die Lohe hineinwachsen – oder an den bisherigen Grenzen festhalten? Da die Landesplanung in Kiel die Entwicklung der Gemeinde in die Lohe hinein bisher unmöglich macht, soll durch die landesplanerische Anzeige geklärt werden, ob es eine Entwicklung in die Lohe hinein geben soll oder nicht. Denn eines gilt als sicher: Jede neue Nutzung in diesem sensiblen Gebiet schafft Präzedenzfälle und erhöht den Druck für weitere Eingriffe. Die Gemeinde steht damit vor einer Richtungsentscheidung, die weit über Schulpolitik hinausgeht. Wie sie ausfällt, dürfte die Entwicklung Wentorfs für Jahrzehnte prägen.
Beitragsgrafik: Pixabay
Artikel wurde gelesen:2
Verkehrssicherungspflicht im Wald
Posted By
Dieter Traut
On
In
Kommunales,Lebensräume,Verkehr |
No Comments
Wie jeder Grundstückseigentümer, hat auch der Eigentümer eines Waldes eine Verkehrssicherungspflicht. Auch von seinem Grund und Boden darf keine Gefahr für angrenzende Grundstücke ausgehen. Ein Förster muss also überprüfen, ob herabfallende Äste oder gar Bäume an den Grenzen seines Reviers Schäden verursachen können und dies im Zweifelsfall verhindern. Was aber vielen Besuchern eines öffentlich zugänglichen Waldes nicht bewusst ist, ist dass diese Verkehrssicherungspflicht im Inneren des Waldes nicht gilt. Der Spaziergang im Bergedorfer Gehölz oder an der Bille geschieht immer auf eigene Gefahr. Besonders dramatische Konsequenzen kann dies bei Stürmen haben, weshalb bei starken Windböen vor dem Betreten der Waldgebiete gewarnt wird.
Doch keine Regel ohne Ausnahme: Sollte der Waldbesitzer für Besucher eine Infotafel oder eine Bank im Wald aufstellen, dann haftet er an dieser Stelle eben doch. Die eigenartige Logik dahinter ist, dass eine Infotafel oder Bank das Verweilen an einer womöglich gefährlichen Stelle zumindest verlängert. Der Förster muss daher nicht nur am Waldrand, sondern zusätzlich punktuell im Wald die Sicherheit der Besucher gewährleisten.
Um dieser Pflicht Genüge zu tun, müssen Förster Zeit und Budgets für die Pflege der beschriebenen Stellen haben. Da es daran fehlt, ist es am Einfachsten Infotafeln und Bänke zu minimieren. In Niedersachsen sollen nach einem NDR-Beitrag aus diesem Grund bereits ein Drittel der Bänke in Wäldern abgebaut worden sein. Da Besucher der Wälder beginnen das Fehlen der Bänke schmerzlich zu vermissen, läuft jetzt eine Initiative der Waldbesitzer die entsprechende rechtliche (Über-)Regulierung zu ändern. Allerdings, wie das so mit deutschen bürokratischen Regeln ist: Todgesagte leben länger.
Beitragsfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:0
Neuer Vorstand beim SoVD Wentorf: Sozialverband will Beratung und Unterstützung vor Ort ausbauen
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Kommunales |
No Comments
Der Sozialverband Deutschland (SoVD), Ortsverband Wentorf bei Hamburg, hat einen neuen Vorstand gewählt. Auf der Mitgliederversammlung am 26. April 2026 wurden André Mevius zum ersten Vorsitzenden, Sylvia Störte zur Schatzmeisterin und Dr. Ralf Pakull zum Schriftführer gewählt.
Mit dem neuen Vorstand verbindet der Ortsverband das Ziel, die soziale Arbeit in Wentorf weiter auszubauen und die Betreuung der Mitglieder zu stärken. Künftig sollen vor Ort wieder zweimal im Monat Sozialberatungen angeboten werden. Damit möchte der Verband insbesondere Menschen unterstützen, die Hilfe im Umgang mit Behörden, Sozialleistungen oder sozialrechtlichen Fragen benötigen. Der SoVD zählt bundesweit mehr als 630.000 Mitglieder und versteht sich als parteipolitisch unabhängige Interessenvertretung für soziale Gerechtigkeit sowie für die Rechte von Rentnerinnen und Rentnern, Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen. In Wentorf gehören dem Ortsverband nach eigenen Angaben rund 200 Mitglieder an. Zu den zentralen Aufgaben des Verbandes gehört die Beratung in sozialrechtlichen Fragen – etwa zu Rentenansprüchen, Pflegeleistungen, Schwerbehinderung oder Grundsicherung. Der SoVD unterstützt seine Mitglieder zudem bei Widerspruchsverfahren gegenüber Behörden und begleitet sie gegebenenfalls auch vor Sozialgerichten.
Die Geschichte des Verbandes reicht bis ins Jahr 1917 zurück. Gegründet wurde der SoVD ursprünglich als Interessenvertretung für Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer nach dem Ersten Weltkrieg. Heute engagiert sich der Verband nach eigenen Angaben gegen soziale Benachteiligung und für gesellschaftliche Teilhabe.
Auch in Wentorf sieht der neue Vorstand den Bedarf an wohnortnaher Unterstützung in sozialen Fragen. Gerade ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen seien häufig auf Beratung und Unterstützung angewiesen. Mit den regelmäßigen Beratungsangeboten wolle man deshalb eine niedrigschwellige Anlaufstelle im Ort schaffen.
Artikel wurde gelesen:1
Sportplatz am Friedrichsruher Ring öffnet testweise in den Sommerferien
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Gesundheitswesen,Politik |
No Comments
Der Sportplatz am Friedrichsruher Ring wird in den kommenden Sommerferien testweise für die Öffentlichkeit geöffnet. Grundlage dafür ist ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dem der Bürgerausschuss nun zugestimmt hat. Ziel des Projekts ist es, zusätzliche frei zugängliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schaffen. Gerade während der Sommerferien besteht ein erhöhter Bedarf an unkomplizierten Freizeit- und Bewegungsangeboten. Mit der zeitweisen Öffnung des Sportplatzes soll deshalb ein zusätzlicher Ort für Sport, Bewegung und Begegnung in Wentorf entstehen. Der Sportplatz wird während der Ferien täglich geöffnet und am Abend wieder geschlossen. Ein Hinweisschild vor Ort informiert über die Nutzung im Rahmen des Testprojekts. Nach Ende der Sommerferien wird das Projekt ausgewertet. Dabei sollen unter anderem die tatsächliche Nutzung des Platzes, der Zustand der Anlage sowie mögliche Schäden betrachtet werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird der Bürgerausschuss über eine mögliche dauerhafte Öffnung oder weitere Nutzungskonzepte beraten. Mit dem Testprojekt möchte die Gemeinde Erfahrungen sammeln, wie öffentliche Bewegungsangebote künftig erweitert und gleichzeitig der langfristige Erhalt der Anlage sichergestellt werden können.
Artikel wurde gelesen:0
Gedanken zu „Wentorf pflastert ab“
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Kommunales,Umwelt |
5 Comments
Es gibt politische Ideen, die fühlen sich gut an. Und es gibt politische Ideen, die wirken. „Abpflastern“ gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Die Idee ist schnell erzählt: Bürgerinnen und Bürger sollen Versiegelte Flächen aus ihren Vorgärten entfernen, ein bisschen Grün pflanzen, ein Foto machen – und bekommen dafür 50 Euro. Eine Art Cashback für gutes Gewissen. Der ökologische Payback-Punkt. Man kann das sympathisch finden. Wirklich. Endlich passiert mal etwas. Endlich macht man selbst etwas. Endlich nicht nur reden, sondern handeln – vor der eigenen Haustür, im wahrsten Sinne. Und dann schaut man auf die Zahlen, wenn man möchte. Deutschlandweit hat die Aktion im vergangenen Jahr etwa so viel Fläche entsiegelt wie ein bis anderthalb Fußballfelder. Das klingt erstmal ordentlich – bis man danebenlegt, was gleichzeitig passiert.
Deutschland versiegelt täglich mehr als 70 Fußballfelder. Schleswig-Holstein bringt es auf mehrere Fußballfelder – jeden Tag. Anders gesagt: Während engagierte Bürger ihre Flächen entsiegeln, wächst am Ortsrand die nächste Großversiegelung eines Baugebietes. Während vorne die Steine rausfliegen, rollen hinten die Bagger an. Und zwar nicht im gleichen Maßstab. Eher so: Teelöffel gegen Betonmischer. Man muss kein Zyniker sein, um sich zu fragen, was hier eigentlich passiert.
Natürlich hat „Abpflastern“ einen Wert. Es schafft Bewusstsein. Es zeigt, dass Versiegelung kein abstraktes Problem ist, sondern direkt vor der eigenen Tür beginnt. Jeder Quadratmeter, der wieder Wasser aufnehmen kann, ist besser als keiner. Jede Blüte hilft irgendeiner Biene, die es ohne diese Blüte nicht gäbe. Das ist alles richtig. Aber es ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Denn während Bürger mit 50 Euro motiviert werden, ihre Einfahrt aufzubrechen, wenn sie es denn wirklich machen, fehlt an anderer Stelle das, was wirklich zählen würde: verbindliche Regeln. Eine echte Begrenzung von Flächenverbrauch. Politische Entscheidungen, die Wachstum nicht automatisch mit mehr Beton gleichsetzen.
Was würde also tatsächlich wirken?
Zum Beispiel eine harte Obergrenze für Flächenversiegelung. Ein verbindliches nationales Budget – und wenn das aufgebraucht ist, wird schlicht nicht weitergebaut. Wer doch bauen will, muss sich Flächenrechte von anderen Kommunen kaufen. Wachstum bekäme endlich einen Preis. Oder eine echte Versiegelungsabgabe. Nicht symbolisch, sondern spürbar. Jeder neu betonierte Quadratmeter kostet – dauerhaft. Plötzlich lohnt es sich, Parkplätze zu begrünen, Dächer zu nutzen oder bestehende Flächen effizienter zu bebauen, statt immer neue auszuweisen.
Ebenso überfällig: ein konsequentes „Innen vor Außen“ im Baugesetz. Erst Baulücken schließen, Industriebrachen nutzen, aufstocken, nachverdichten – und erst wenn das ausgeschöpft ist, darf überhaupt über neue Flächen am Ortsrand gesprochen werden. Heute ist das eher eine freundliche Empfehlung als eine echte Pflicht. Und schließlich: Rückbauverpflichtungen. Wer versiegelt, muss an anderer Stelle entsiegeln – und zwar im gleichen Umfang. Nicht irgendwann, sondern konkret, nachweisbar und überprüfbar. Das alles wäre politisch möglich. Es wäre nur nicht bequem. Stattdessen wird Verantwortung elegant nach unten delegiert. Das hat etwas Beruhigendes. Für alle Beteiligten. Die Politik kann Aktivität vorweisen. Die Bürger können guten Gewissens pflanzen. Und am Ende wächst trotzdem weiter, was immer gewachsen ist: versiegelte Fläche. Vielleicht ist „Abpflastern“ also weniger eine Lösung als ein Symbol. Ein freundlicher, gut gemeinter Hinweis darauf, dass wir das Problem verstanden haben – ohne es wirklich lösen zu wollen.
Artikel wurde gelesen:1
Kooperationsprojekt zur Zukunftsgestaltung: Wentorfer Gemeindeverwaltung entwickelt Perspektiven
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Kommunales,Politik |
2 Comments
Die Gemeinde Wentorf startet ein umfassendes Ortsentwicklungskonzept mit der Technischen Hochschule Lübeck sowie der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die Kooperation bringt frische fachliche Impulse und eröffnet neue Blickwinkel auf zentrale Herausforderungen und Chancen.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen vor allem drei Themenbereiche:
die Weiterentwicklung der Ortsmitte als lebendiger Treffpunkt
die Zukunft und Qualität bestehender Wohnstrukturen
die gezielte Entwicklung von Gewerbeflächen
Ein erstes Kennenlernen fand am Donnerstag, den 16. April 2026, im Rathaus statt. Dort erhielten die beteiligten Studierenden einen Einblick in die Gemeinde und ihre aktuellen Fragestellungen. Bei einer anschließenden Ortsbegehung konnten sie sich zudem ein eigenes Bild von Wentorf machen und erste Eindrücke sammeln.
Auch in den kommenden Wochen werden Studierende immer wieder im Gemeindegebiet unterwegs sein, um Beobachtungen zu vertiefen und Fragestellungen nachzugehen. Diese Aktivitäten sind Teil des Projekts und kein Anlass zur Besorgnis.
Die Ergebnisse des Projekts werden im Sommer 2026 erwartet. Sie sollen als wertvolle Grundlage in die weiteren Beratungen der politischen Gremien einfließen und die zukünftige Entwicklung Wentorfs maßgeblich mitgestalten.
Artikel wurde gelesen:0
Warum wir erst bei steigenden Kosten und Krisen wirklich verzichten.
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Politik,Umwelt,Wirtschaft |
No Comments
Wir kennen dieses Muster aus dem eigenen Alltag: Man weiß eigentlich schon länger, dass bestimmte Dinge nicht wirklich notwendig sind. Der tägliche Coffee-to-go, das kaum genutzte Streaming-Abo, spontane Käufe – oder auch der ganz selbstverständliche Griff zum Auto, selbst auf kurzen Strecken. Und trotzdem ändert sich lange nichts. Erst wenn Preise steigen, das Budget enger wird oder äußere Umstände sich verschärfen, entsteht Bewegung. Dann wird verzichtet – oft plötzlich und konsequent.
Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern tief in unserer Psychologie verankert. Menschen reagieren stärker auf spürbare Verluste als auf abstrakte Einsichten. Steigende Preise – etwa bei Kraftstoff – treffen unmittelbar. Sie sind konkret, sichtbar und lassen sich nicht wegdenken. Ganz anders als viele ökologische Argumente, die zwar rational überzeugen, aber im Alltag oft zu weit entfernt erscheinen, um Verhalten tatsächlich zu verändern. Gleichzeitig sind wir Gewohnheitstiere. Unser Alltag besteht aus Routinen, die wir selten hinterfragen, solange sie funktionieren. Das Auto ist bequem, schnell und über Jahre hinweg selbstverständlich geworden. Dass dieser Komfort ökologische Kosten hat, ist bekannt – aber eben nicht unmittelbar spürbar. Erst wenn der Literpreis steigt und jede Fahrt plötzlich „ins Gewicht fällt“, beginnt ein Umdenken. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.
Hier zeigt sich ein unangenehmer, aber ehrlicher Punkt: Wir könnten vieles früher ändern. Wir tun es nur nicht, solange es nicht weh tut.
Doch genau an dieser Stelle stellt sich eine weiterführende Frage – und sie richtet sich nicht nur an den Einzelnen, sondern auch an die Politik: Reicht es aus, darauf zu warten, dass äußere Zwänge Verhalten verändern? Oder wird hier bewusst in Kauf genommen, dass echte Veränderung immer erst unter Druck entsteht? Denn politische Steuerung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell und wie konsequent sich gesellschaftliches Verhalten verändert. Gesetze, Preise, Subventionen und Rahmenbedingungen sind nicht neutral – sie lenken Entscheidungen im Alltag. Wenn etwa steigende Kraftstoffpreise als Signal dienen sollen, weniger zu fahren oder umzudenken, dann stellt sich gleichzeitig die Frage, warum an anderer Stelle oft Mechanismen greifen, die genau diese Wirkung abschwächen oder verzögern.
Steuererleichterungen, Übergangsregelungen, lange Fristen oder das Festhalten an bestehenden Strukturen senden widersprüchliche Signale. Einerseits wird Veränderung eingefordert – etwa im Sinne von Klimaschutz und nachhaltigem Verhalten. Andererseits wird sie politisch so gestaltet, dass sie möglichst wenig unmittelbare Konsequenzen hat. Der Status quo bleibt dadurch länger bestehen, als es angesichts der Herausforderungen eigentlich notwendig wäre. Für den Einzelnen entsteht daraus ein Spannungsfeld: Man soll sein Verhalten ändern, aber die Rahmenbedingungen sind oft nicht konsequent darauf ausgerichtet. Gleichzeitig fehlt eine klare, verständliche Vermittlung, warum bestimmte Veränderungen notwendig sind – und warum sie nicht beliebig aufgeschoben werden können. Politische Kommunikation bleibt häufig technisch oder vorsichtig, statt Orientierung zu geben.
So entsteht ein System, in dem Veränderung zwar theoretisch gewollt ist, praktisch aber immer wieder vertagt wird. Für viele Menschen bedeutet das: Solange es noch geht, bleibt alles beim Alten. Erst wenn es finanziell spürbar wird – etwa an der Tankstelle –, wird gehandelt. Aber dann nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Druck. Das wirft eine grundlegende Frage auf: Kann gesellschaftlicher Wandel auf diese Weise überhaupt gelingen? Wenn sowohl individuelles Verhalten als auch politische Entscheidungen dazu neigen, Veränderung möglichst lange hinauszuzögern, entsteht ein kollektives Muster des Abwartens.
Dabei zeigt sich ein Zusammenspiel aus psychologischer Trägheit und politischer Vorsicht. Menschen halten an Gewohnheiten fest, solange sie funktionieren. Politik wiederum vermeidet oft Maßnahmen, die sofort spürbare Einschnitte bedeuten würden – aus Rücksicht auf Akzeptanz, wirtschaftliche Interessen oder kurzfristige Stabilität. Das Ergebnis ist eine Art gegenseitige Verstärkung: Niemand bewegt sich wirklich, solange der Druck nicht groß genug ist. Die Folge ist, dass notwendige Veränderungen häufig erst dann umgesetzt werden, wenn sie kaum noch aufschiebbar sind – und dann oft unter deutlich schwierigeren Bedingungen.
Vielleicht liegt genau hier der kritischste Punkt: Wenn sowohl Individuen als auch politische Systeme primär auf Druck reagieren, statt vorausschauend zu handeln, wird Wandel nicht gestaltet, sondern erzwungen. Und das wirft die Frage auf, ob dieser Weg ausreicht, um den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Denn am Ende geht es nicht nur darum, dass wir unser Verhalten ändern – sondern auch darum, wie und wann wir es tun.
Beitragsgrafik: Pixabay
Artikel wurde gelesen:0
Repair Café in Wentorf: Dank an engagierte Helferinnen und Helfer – Ehrenamt kennt kein Alter
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft,Kommunales,Umwelt |
No Comments
Zum 20. Mal öffnet das Repair Café in Wentorf seine Türen. Das ist ein besonderer Anlass, um Danke zu sagen. Die Klimaschutzmanagerin Yvonne Hargita bedankt sich im Namen der Gemeinde Wentorf bei allen ehrenamtlich Engagierten. Ohne ihren Einsatz wäre das Angebot der Repair Cafés in der Region nicht möglich. Sie schenken ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung – und helfen damit ganz praktisch im Alltag. Besonders beeindruckend ist das Engagement zweier langjähriger Helfer: Jens Michaelsen (82) und Gert Philipsen (86). Seit vielen Jahren reparieren sie ehrenamtlich Geräte und geben ihr Wissen weiter – unter anderem in Reinbek, Bergedorf und Sasel. 2022 gründeten sie gemeinsam das Wentorfer Repair Café im Prisma-Jugendtreff. Ihr Einsatz zeigt eindrucksvoll: Ehrenamt kennt kein Alter. Auch mit über 80 Jahren engagieren sie sich regelmäßig und mit großer Leidenschaft für die Gemeinschaft.
Das Repair Café steht für Hilfe zur Selbsthilfe. Besucherinnen und Besucher können defekte Geräte mitbringen und gemeinsam mit den Ehrenamtlichen reparieren. Dabei entstehen nicht nur praktische Lösungen, sondern auch Gespräche und Begegnungen. Das nächste Repair Café in Wentorf findet am Samstag, den 18. April, von 14 bis 16 Uhr statt. Ergänzt wird das Angebot durch eine Fahrrad-Selbsthilfe des ADFC. Ein weiterer Termin ist am Sonntag, den 10. Mai, in Reinbek (Kirchenallee 1). Die Gemeinde Wentorf würdigt mit dem 20. Termin nicht nur ein erfolgreiches Projekt, sondern vor allem die Menschen dahinter. Ihr Engagement ist ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und gelebte Nachbarschaft.
Artikel wurde gelesen:0
Zusammenarbeit auf Wentorfer Art: Wenn die Einladung schon die halbe Ausladung ist!
Posted By
Vorstand Buergerverein Wentorf
On
In
Bürgerverein Wentorf e.V.,Politik |
9 Comments
In Wentorf wird Zusammenarbeit großgeschrieben. Zumindest theoretisch. Praktisch zeigte die Sitzung des Hauptausschusses am 16. März 2026, dass sich dieses Prinzip auch ganz anders auslegen lässt – innovativ, überraschend und vor allem: ohne störende Konkretisierung.
Der Vorstand des Bürgervereins Wentorf e.V. war an diesem Abend von der Bürgermeisterin zur Sitzung des Hauptausschusses geladen. In der Einladung wurde nur genannt, dass die „Zusammenarbeit mit Wentorf im Blick“ erörtert werden soll. Eine Agenda. Konkrete Fragestellungen im Vorfeld, Fehlanzeige! In der öffentlich einsehbaren Tagesordnung fand sich lediglich der Hinweis, dass das Thema im nichtöffentlichen Teil behandelt werden sollte. Worum es also genau gehen sollte, blieb offen.
Der Bürgerverein reagierte pragmatisch. Wenn keine Fragen vorliegen, schickt man diejenigen, die Antworten geben können. Der Vorstand delegierte daher die Teilnahme und informierte die Gemeinde schriftlich: Ralf Lesko, verantwortlich für die Inhalte von „Wentorf im Blick“, und Wolfgang Warmer, zuständig für finanzielle Fragen, würden teilnehmen. Beides Vorstandsmitglieder, fachlich zuständig, ordnungsgemäß benannt. Widerspruch? Keiner!
Der Rahmen ist klar: ein etablierter Verein, gegründet 1959, getragen von ehrenamtlichem Engagement, organisiert mit Satzung, Vorstand und klaren Zuständigkeiten. Auf der anderen Seite die kommunale Struktur mit Bürgermeisterin, Gemeindevertretung und ihren Ausschüssen.
Der Abend beginnt unspektakulär. Öffentlicher Teil, Routine, keine Auffälligkeiten. Dann der nichtöffentliche Abschnitt – und mit ihm eine neue Definition von Zusammenarbeit. Die Vertreter des Bürgervereins verlassen den Raum und warten. Vor der Tür. Zusammen mit anderen, die ebenfalls „nichtöffentlich“ sind. Demokratie im Wartebereich, direkt neben dem Wasserspender – vielleicht der symbolträchtigste Ort dieses Abends. Nach rund 15 Minuten öffnet sich die Tür. Der Ausschussvorsitzende tritt heraus – und beendet das angekündigte Gespräch, bevor es begonnen hat. Man werde nicht mit den anwesenden Vertretern des Vorstands sprechen. Begründung: Die Anwesenden seien nicht „der Vorstand“.
Das muss man sich vor Augen führen: Eine Einladung wird ausgesprochen. Vertreter werden benannt, angekündigt und nicht beanstandet. Und am Ende scheitert das Gespräch genau an dieser Vertretung. Ein Vorgang, der weniger nach Missverständnis als nach Haltung klingt. Offen bleibt auch, warum die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Der Gesetzgeber sieht dies vor, wenn das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner betroffen sind. Welche dieser Voraussetzungen hier erfüllt waren, erschließt sich nicht. Der Bürgerverein jedenfalls sah seine Interessen nicht gefährdet. Statt Klarheit entsteht ein anderer Eindruck: Zusammenarbeit scheint in Wentorf vor allem dann stattzufinden, wenn sie exakt den eigenen Erwartungen entspricht – personell wie inhaltlich. Alles andere wird aussortiert. Dabei geht es nicht um irgendeinen Akteur. Der Bürgerverein organisiert seit Jahrzehnten Veranstaltungen, pflegt kulturelle Angebote, betreibt das Heimatmuseum und gibt mit „Wentorf im Blick“ eine lokale Publikation heraus. Ehrenamtlich. Verlässlich. Für die Gemeinde.
Der gesamte Ablauf hinterlässt keinen Eindruck von Missverständnis oder unglücklicher Kommunikation. Er wirkt geplant – zumindest aber bewusst in Kauf genommen. Und genau deshalb drängt sich am Ende eine zentrale Frage mit Nachdruck auf:
Was war hier eigentlich wirklich geplant?
Ein ernsthaftes Gespräch über Zusammenarbeit – oder ein Termin, der von Anfang an nicht auf Dialog ausgelegt war? Wer einlädt, ohne Inhalte zu benennen, Vertreter akzeptiert und sie dann im entscheidenden Moment ohne Erklärung abweist, sendet ein klares Signal. Nur ist dieses Signal alles andere als eines von Offenheit, Transparenz oder partnerschaftlicher Zusammenarbeit.
Beitragsfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:0
Achtung Raucher: Kippe fallenlassen kann Geld kosten – auch in Wentorf!
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Umwelt |
3 Comments
Wer seine Zigarettenkippe einfach auf die Straße wirft, verstößt gegen das Gesetz und schadet der Umwelt. Es ist verboten, Müll, zu dem auch Zigarettenreste zählen, in der Öffentlichkeit zu entsorgen. Dies fällt unter die Ordnungswidrigkeit des „Litterings“ und kann von den örtlichen Behörden geahndet werden.
Auch wenn die exakte Bußgeldhöhe in Wentorf nicht öffentlich exakt ausgewiesen ist, orientiert man sich in Schleswig-Holstein an üblichen Verwarnungen für weggeworfene Kippen: Diese liegen meist bei etwa 10 Euro, können aber je nach Schwere des Verstoßes steigen. Die Botschaft ist klar: Müll gehört in den Mülleimer, nicht auf Gehweg oder Straße. Neben der gesetzlichen Pflicht besteht auch eine moralische und ökologische Verantwortung. Zigarettenfilter enthalten Giftstoffe, die Böden und Gewässer erheblich belasten können. Schon eine einzelne Kippe kann bis zu 60 Liter Wasser verschmutzen. Wer die Umwelt schützen will, darf also nicht einfach wegwerfen.
Wer raucht, muss die Kippe ordnungsgemäß entsorgen – in einem öffentlichen Mülleimer, Aschenbecher oder einem Taschenaschenbecher. Die Regeln sind eindeutig, und sie gelten für jede Straße, jeden Gehweg und jede Grünfläche. Das gilt auch in Wentorf!
Foto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:1
Kampagne „wentorf abpflastern!“ startet zum Frühlingsanfang
Mit dem Beginn des Frühlings startet die Gemeinde Wentorf bei Hamburg die Kampagne „wentorf abpflastern!“. Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern versiegelte Flächen in Gärten und Vorgärten wieder zu begrünen und damit etwas für Klima, Natur und Lebensqualität im Ort zu tun.
In vielen Gärten wurden in den vergangenen Jahren große Flächen mit Pflastersteinen, Beton oder Schotter gestaltet. Diese gelten oft als pflegeleicht und ordentlich. Tatsächlich haben solche versiegelten Flächen jedoch mehrere Nachteile: Regenwasser kann schlechter versickern, im Sommer heizen sich die Flächen stark auf und für Insekten und andere Tiere bieten sie kaum Lebensraum. Hinzu kommt: Schottergärten und die Versiegelung unbebauter Flächen sind nach der Landesbauordnung Schleswig-Holstein grundsätzlich nicht erlaubt. Ein weiterer Grund also, vorhandene Versiegelungen wieder zu entfernen und durch Grünflächen zu ersetzen.
Mit der Kampagne ruft die Gemeinde alle Wentorferinnen und Wentorfer dazu auf, selbst aktiv zu werden: Pflastersteine entfernen, Flächen entsiegeln und stattdessen Stauden, Gräser oder andere heimische Pflanzen setzen. Schon kleine Veränderungen können dabei eine große Wirkung haben – für die Artenvielfalt, für ein angenehmeres Mikroklima und für einen lebendigeren Garten. Um den Einstieg zu erleichtern, unterstützt die Gemeinde die ersten 30 Teilnehmenden mit einem Zuschuss von 50 Euro. Wer mitmachen möchte, kann einfach Vorher- und Nachher-Fotos der Fläche sowie Zahlungsbelege und seine Bankverbindung per E-Mail an klimaschutz@wentorf.de[17] senden. Weitere Informationen zur Entsiegelung, zum bundesweiten Wettbewerb „abpflastern!“ sowie praktische Tipps für einen naturnahen Garten sind auf der Internetseite der Gemeinde zu finden: www.wentorf.de/abpflastern[18]
Beitragsbild: WiB-Online
Artikel wurde gelesen:1
Schulcampus Wentorf: Vision, Chronologie, Kehrtwende und offene Fragen
Posted By
Monika Lehmann-Ralf Lesko
On
In
Kommunales,Politik,Schule |
7 Comments
In Wentorf ist wohl eine der größten kommunalpolitischen Debatten der vergangenen Jahre vorerst beendet – und wirft zugleich neue Fragen auf. Die CDU hat ihre Pläne für ein zentrales Schulzentrum auf dem Kleingartengelände an der Berliner Landstraße offiziell aufgegeben. Als Begründung nennt die Fraktion die begrenzten finanziellen Spielräume der Gemeinde sowie den Wunsch, die gewachsene und eigenständige Schullandschaft Wentorfs zu erhalten. Auch die Bündnis 90/Die Grünen haben ihre bisherige Unterstützung für das Projekt inzwischen relativiert. Statt eines groß dimensionierten Schulcampus soll der Blick nun stärker auf die Weiterentwicklung der bestehenden Standorte gerichtet werden. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Gemeinschaftsschule Wentorf am Fritz-Specht-Weg, gleichzeitig soll auch das Gymnasium Wentorf weiterhin in die zukünftigen Planungen einbezogen werden. Die Entscheidung markiert eine deutliche Kehrtwende in einer Debatte, die bereits seit mehreren Jahren die lokale Schulpolitik prägt.
Offiziell begann der Prozess im September 2022, als die Gemeindevertretung die sogenannte „Phase 0“ beschloss. Ziel war es, zunächst eine umfassende Bedarfsermittlung für alle Wentorfer Schulen durchzuführen, um Sanierungs- und Neubedarfe zu analysieren und eine Grundlage für langfristige Planungen zu schaffen. Damit legte die Verwaltung den Grundstein für Überlegungen, die Schulstandorte zu modernisieren und mögliche Synergien zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule zu prüfen.
Im Mai 2023 wurden die ersten Ergebnisse dieser Phase im Bürgerausschuss vorgestellt. In diesem Zusammenhang tauchte erstmals die Idee auf, beide Schulen an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen. Öffentlich sichtbar intensivierte sich die Debatte jedoch erst 2024, als im April eine erweiterte Bedarfsermittlung präsentiert wurde, die konkrete Szenarien für Neubau, Modernisierung und einen möglichen Campus aufzeigte. Dabei wurden neben pädagogischen Fragen auch Flächenbedarf, Verkehrsplanung und erste Kostenschätzungen diskutiert.
Im Dezember 2024 verabschiedeten CDU, Grüne und FDP schließlich einen sogenannten Sechs-Punkte-Plan zur Schulentwicklung. Darin wurde unter anderem vorgesehen, den Neubau beider Schulen zu prüfen und einen möglichen Campusstandort auf dem Gelände des Kleingartenvereins zu untersuchen. Ab diesem Zeitpunkt rückte das Campusprojekt deutlich ins Zentrum der lokalen Schulpolitik, begleitet von intensiven Diskussionen über Kosten, Standortwahl und Machbarkeit.
Im Verlauf des Jahres 2025 verdichteten sich jedoch die Zweifel. Eine Machbarkeitsstudie kam im November 2025 zu dem Ergebnis, dass das vorgesehene Kleingartengelände für ein funktional sinnvoll betriebenes Schulzentrum zu klein sei. Kurz darauf wurde eine Kostenrahmenschätzung bekannt, die den möglichen Finanzbedarf auf mindestens 215 Millionen Euro bezifferte. Gleichzeitig hatten sich beide Schulleitungen bereits zuvor kritisch zu einem gemeinsamen Campus geäußert.
Trotz dieser Hinweise wurden zunächst weitere Prüfaufträge an die Verwaltung erteilt und zusätzliche Untersuchungen angestoßen. Erst jetzt, Ende Februar 2026 erfolgte nun die politische Kehrtwende: Die CDU erklärte, die Campuspläne nicht weiterzuverfolgen. Viele Beobachter sehen darin eine verspätete Reaktion auf die inzwischen deutlich gewordenen Kostenrisiken und praktischen Schwierigkeiten des Projekts. Bemerkenswert ist dabei auch die politische Vorgeschichte. Die Idee eines Schulcampus war ursprünglich aus den Reihen der Mehrheitsfraktion selbst hervorgegangen und hatte im Verlauf der Diskussion auch andere Fraktionen der Gemeindevertretung erfasst. Über mehrere Jahre entwickelte sich daraus ein umfangreicher Planungs- und Prüfprozess, der Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigte.
Die Rolle der Grünen zeigt in dieser Entwicklung ein eigenes Spannungsfeld. Über längere Zeit unterstützten sie das Projekt – teils aktiv, teils stillschweigend – und beteiligten sich mit Anträgen und Fragenkatalogen an die Verwaltung, etwa zu Kosten, Flächenentwicklung und Sanierungsbedarf. Eine klar erkennbare alternative Position wurde jedoch lange nicht formuliert, sodass sie in der öffentlichen Wahrnehmung häufig eher als politische Begleiter der CDU erschienen als eigenständige Impulsgeber. Andere Parteien wie die SPD hatten zwar frühzeitig für eine schrittweise Weiterentwicklung der bestehenden Standorte plädiert, konnten diese Position jedoch über längere Zeit nicht prägend in der öffentlichen Debatte durchsetzen. Parallel dazu spielte auch die demografische Entwicklung eine wichtige Rolle. Kurzfristig steigen die Schülerzahlen im Hamburger Umland durch den Zuzug junger Familien. Langfristig könnten sie jedoch stagnieren oder sogar sinken. Damit stellt sich die Frage, ob ein sehr großer Schulcampus auf Dauer überhaupt notwendig oder angemessen gewesen wäre. Diese Unsicherheit wurde im politischen Entscheidungsprozess zwar thematisiert, blieb jedoch häufig im Hintergrund gegenüber den baulichen und planerischen Fragen.
Mit der Aufgabe der Campuspläne endet zwar ein zentrales Kapitel der Wentorfer Schulpolitik, doch das politische Nachspiel dürfte noch folgen. Denn über mehrere Jahre wurden Gutachten, Studien und Prüfaufträge vergeben, und erhebliche personelle Ressourcen in Verwaltung und Politik gebunden. Wie hoch die bisher entstandenen Kosten für Planung, Untersuchungen und Verwaltungsarbeit tatsächlich sind, ist bislang kaum öffentlich aufgearbeitet worden. Damit stellt sich nun nicht nur die Frage nach der zukünftigen Schulentwicklung in Wentorf, sondern auch nach Transparenz und politischer Verantwortung im bisherigen Entscheidungsprozess. Ebenso bleibt offen, warum Schulen, Eltern und Bürger nicht von Beginn an stärker in die Planungen einbezogen wurden. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung hätte eine frühere Beteiligung möglicherweise dazu beitragen können, Konflikte zu vermeiden und Alternativen früher sichtbar zu machen. Das Schulcampus-Projekt in Wentorf zeigt einmal wieder exemplarisch, wie parteilich ambitionierte kommunale Projekte entstehen, wachsen – und schließlich wieder verworfen werden. Zugleich verdeutlicht die Debatte, wie wichtig klare Kommunikation, realistische Kostenabschätzungen und eine frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit sind, wenn langfristige Infrastrukturentscheidungen getroffen werden.
Titelfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:1
ChansonManie bringt Piaf und Dietrich nach Wentorf-Publikum fordert Zugabe
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Bürgerverein Wentorf e.V.,Kunst & Kultur |
No Comments
„Vergiss nie, dass ich dich liebe!“ – fulminante Hommage an Édith Piaf und Marlene Dietrich
Ein neues Konzertformat hat in Wentorf einen glänzenden Auftakt erlebt: Der Bürgerverein Wentorf e.V. lud am 11. März zu einem Chanson- und Theaterabend in die Alte Schule Wentorf – und das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Schon lange vor Beginn herrschte erwartungsvolle Stimmung im Saal. Am Ende des Abends war klar: Das Wentorfer Publikum hatte einen besonderen kulturellen Moment erlebt – und honorierte ihn mit lang anhaltendem Applaus und der Forderung nach einer Zugabe.
[19][20]
[21][22]
Unter dem Titel „Vergiss nie, dass ich dich liebe!“ entführte das Trio ChansonManie sein Publikum in die bewegende Geschichte zweier Jahrhundertkünstlerinnen: Édith Piaf und Marlene Dietrich. Der dramaturgische Ausgangspunkt des Abends: ihre Begegnung 1947 in New York. Die kleine, temperamentvolle Chansonette aus Paris mit der unverwechselbaren Stimme, die Millionen zu Tränen rührte – und die große, elegante Weltbürgerin, längst ein internationaler Star. Aus Bewunderung wurde Freundschaft, aus Freundschaft eine tiefe Verbundenheit, die bis heute Stoff für Legenden liefert.
Besonders berührend war die Szene um ein kleines, vergilbtes Brieflein, das nach Dietrichs Tod auf ihrem Nachttisch gefunden wurde – ein Zettel mit wenigen Worten aus Piafs Hand: „Vergiss nie, dass ich dich liebe!“ Ein Satz, der dem Abend seinen Namen gab und im Saal spürbar nachklang.
Das Trio ChansonManie verstand es meisterhaft, Musik, Schauspiel und Erzählung miteinander zu verweben. Mit großer stilistischer Sicherheit und viel Gefühl ließen die drei Künstler die Welt des Chansons lebendig werden. Rund um Piaf und Dietrich öffnete sich ein weiter Kosmos aus Zeitgeschichte und Künstlerfreundschaften: Figuren wie Jean Cocteau, Bruno Coquatrix und Ernest Hemingway tauchten ebenso auf wie die großen Schauplätze ihres Lebens – Paris, Berlin und New York. Das Publikum folgte gebannt dieser Reise durch Musik, Geschichten und Erinnerungen. Die geforderte Zugabe wurde mit sichtbarer Freude gegeben – ein würdiger Abschluss eines intensiven Abends.
Für den Bürgerverein Wentorf erwies sich das neue Format eines Chanson- und Theaterabends damit als voller Erfolg. Persönlich, gefühlvoll und charmant – genau so hatte man den Abend angekündigt. Und genau so wurde er vom Publikum erlebt. Wentorf darf sich auf eine Fortsetzung freuen.
Fotos: Ralf Lesko
Artikel wurde gelesen:0
Der tut doch nichts – eine kleine Feldstudie zur selektiven Rücksichtnahme
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft |
6 Comments
Es ist ein ganz normaler Waldspaziergang auf der Wentorfer Seite des Bergedorfer Friedhofs. Vogelgezwitscher, feuchter Waldboden, die übliche Mischung aus Joggern, Spaziergängern und Menschen, die den Wald als Erweiterung ihres Wohnzimmers betrachten. Alles ruhig. Alles friedlich. Bis plötzlich ein Hund auftaucht. Nicht klein. Nicht angeleint. Etwa zwanzig Meter voraus, ganz ohne erkennbaren Menschen im Schlepptau. Für einen kurzen Moment stellt sich diese leise, uralte Frage: Kommt da gleich jemand dazu – oder ist das jetzt einfach so? Erst später erscheint die dazugehörige Halterin. Eine Frau auf einem Lastenfahrrad, vorne zwei kleine Kinder im Transportkasten, hinten das gute Gefühl, alles richtig zu machen. Der Hund läuft weiterhin frei voraus. Die Szene wirkt auf den ersten Blick modern, ökologisch, verantwortungsvoll. Lastenrad statt SUV. Kinder an Bord. Hund in Freiheit. Fast idyllisch.
Wir sprechen die Frau freundlich an. Ruhig. Ohne Vorwurf. Mit dem Hinweis, dass es Menschen gibt, die Angst vor freilaufenden Hunden haben – insbesondere dann, wenn man zuerst dem Hund begegnet und erst deutlich später dem Menschen, der ihn kontrollieren sollte. Ganz abgesehen davon, dass im Wald Leinenpflicht gilt. Was wir erwarten? Vielleicht ein kurzes Innehalten. Ein „Stimmt, hab ich nicht bedacht.“ Oder wenigstens ein höfliches Nicken. Was wir bekommen, ist ein Klassiker. „Der tut doch nichts.“
Dieser Satz ist so etwas wie der Generalschlüssel der verantwortungsfreien Hundehalterei. Er öffnet alle Türen, hebt alle Regeln auf und ersetzt jede Rücksichtnahme durch subjektives Wohlbefinden. Dass Angst nichts mit objektiver Gefährlichkeit zu tun hat, sondern mit Wahrnehmung, Erfahrung und Unsicherheit – geschenkt. Doch es kommt noch besser. Die rhetorische Krönung folgt auf dem Fuße: „Meine Kinder haben keine Angst vor dem Hund!“
Ein bemerkenswerter Satz. Denn offenbar gilt in diesem Moment eine neue gesellschaftliche Regel: Maßstab für öffentliches Verhalten ist nicht mehr das Gesetz, nicht mehr der gemeinsame Raum, nicht einmal der gesunde Menschenverstand – sondern die emotionale Verfassung der eigenen Kinder. Dass es andere Kinder gibt. Andere Erwachsene. Andere Erfahrungen. Andere Ängste. Dass vielleicht genau dort, wo der Hund gerade frei vorausläuft, irgendwann ein Kind steht, das panisch reagiert – irrelevant. Die eigene Welt ist in Ordnung. Also ist die Welt in Ordnung. Die Frau fährt weiter. Zufrieden. Bestimmt. In ihrer ganz persönlichen Freiheit. Der Hund voraus, die Kinder vorne, die Verantwortung irgendwo dazwischen verloren gegangen.
Zurück bleibt ein Gefühl, das viele kennen: Man hat nichts falsch gemacht, freundlich kommuniziert, Rücksicht eingefordert – und trotzdem verloren. Gegen Ignoranz im Gewand der Selbstverständlichkeit. Denn das eigentliche Problem sind nicht Hunde. Es sind Erwachsene, die glauben, Rücksicht sei optional, solange bei ihnen alles gut ist. Und die nicht merken, dass „Der tut doch nichts“ oft nur eine andere Form von „Mir egal“ ist. Der Wald ist kein privater Hundeauslauf. Der öffentliche Raum kein Experimentierfeld für individuelle Freiheitsgefühle. Und Verantwortung endet nicht dort, wo das eigene Lastenrad außer Sichtweite ist.
Aber immerhin wissen wir jetzt eines ganz sicher: Ihre Kinder haben keine Angst. Alle anderen dürfen sehen, wie sie klarkommen.
Beitragsfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:2
„Repair Café Wentorf mit ADFC-Fahrradwerkstatt: Termine 2026 stehen fest
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft |
No Comments
Auch im Jahr 2026 lädt das Repair Café Wentorf zum gemeinsamen Reparieren ein. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, defekte Alltagsgegenstände gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern instand zu setzen – ganz nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Ergänzt wird das Angebot durch eine Fahrradwerkstatt in Kooperation mit der ADFC Ortsgruppe Wentorf/Börnsen.
Die Repair-Café-Termine finden jeweils am dritten Samstag der geraden Monate von 14 bis 16 Uhr im Prisma Jugendtreff statt. Der Standort bietet dabei einen zusätzlichen Mehrwert: Seit Ende vergangenen Jahres stellt die Gemeinde hier eine frei zugängliche Fahrrad-Reparaturstation bereit.
Die Termine für 2026 im Überblick:
Samstag, 21. Februar 2026 (ohne ADFC Fahrradselbsthilfe)
Samstag, 18. April 2026
Samstag, 20. Juni 2026
Samstag, 15. August 2026
Samstag, 17. Oktober 2026
Samstag, 19. Dezember 2026
Repariert werden können unter anderem elektrische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Fahrräder, Textilien und weitere Alltagsgegenstände. Es handelt sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice; für Ersatzteile oder Materialien wird ein Selbstkostenpreis erhoben. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende.
Das Repair Café Wentorf freut sich über Besucherinnen und Besucher ebenso wie über neue ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer.
Bei Fragen wenden Sie sich an das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Wentorf unter 040 72001279.“
Beitragsfoto: Ralf Lesko
Artikel wurde gelesen:1
Der Seniorenbeirat lädt zu Spielenachmittagen 2026
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gemeinschaften,Gesellschaft |
No Comments
Der Spielenachmittag lädt zu einem gemütlichen Beisammensein ein, bei dem der gemeinsame Spielspaß im Mittelpunkt steht. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern steht eine große Auswahl an Karten- und Brettspielen zur Verfügung, darunter Skat, Doppelkopf, Rommé sowie zahlreiche weitere Gesellschaftsspiele. Außerdem besteht die Möglichkeit, eigene Spiele mitzubringen. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, unabhängig davon, ob sie erfahrene Kartenspieler sind oder einfach eine entspannte Spielrunde genießen möchten. In angenehmer Atmosphäre entstehen spannende Spielverläufe und anregende Gespräche, die den Nachmittag zu einem geselligen Erlebnis machen.
Wo: „Alte Schule“,
Teichstraße 1, 21465 Wentorf bei Hamburg
Wann:
Mittwoch, 14.01.2026 14:00 bis 18:00 Uhr Mittwoch, 11.02.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 11.03.2026 14:00 bis 18:00 Uhr Mittwoch, 08.04.2026 14:00 bis 18:00 Uhr Mittwoch, 13.05.2026 14:00 bis 18:00 Uhr Mittwoch, 10.06.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 08.07.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Bitte kommen Sie pünktlich, damit sich die Spielgruppen direkt finden können.
Beitragsfoto: Pixabay
Artikel wurde gelesen:0
Wentorf baut Radinfrastruktur aus: Neue Servicestationen und zusätzliche Abstellbügel
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Kommunales,Verkehr,Vor Ort |
No Comments
Wentorf baut Radinfrastruktur aus: Neue Servicestationen und zusätzliche Abstellbügel
Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg setzt ein weiteres Zeichen für nachhaltige Mobilität. An drei zentralen Orten wurden jetzt neue Fahrradservicestationen in Betrieb genommen, die allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der örtlichen Schulen offenstehen. Ergänzt wird das Angebot durch neun zusätzliche Fahrradanlehnbügel, die das sichere Abstellen von Rädern erleichtern sollen.
Drei neue Servicestationen für schnelle Hilfe unterwegs
Die neuen Stationen ermöglichen kleinere Reparaturen in Eigenregie und bieten zudem die Möglichkeit, Reifen aufzupumpen – auch an Kinderwagen. Aufgestellt wurden sie an folgenden Standorten:
Jugendtreff Prisma (Hauptstraße 14a)
Gymnasium Wentorf (Hohler Weg 16)
Gemeinschaftsschule (Achtern Höben 3)
Alle Stationen sind überdacht und damit ganzjährig nutzbar. Über einen QR-Code gelangen Nutzerinnen und Nutzer direkt zu digitalen Anleitungen, die Schritt für Schritt durch einfache Reparaturen führen.
Mehr Platz für Fahrräder
Um die Radinfrastruktur weiter zu stärken, hat die Gemeinde außerdem neun neue Fahrradanlehnbügel installiert:
Vier am Jugendtreff Prisma
Fünf an den Notunterkünften in der Schanze
Mit den zusätzlichen Abstellmöglichkeiten soll der Radverkehr sicherer und komfortabler werden – ein weiterer Baustein im Bemühen, klimafreundliche Mobilität im Ort zu fördern.
Fördermittel unterstützen Ausbau
Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch das Bundesförderprogramm Stadt und Land, das 75 Prozent der Kosten übernahm. Insgesamt erhielt die Gemeinde Wentorf eine Fördersumme von 7.650 Euro.
Artikel wurde gelesen:0
Mammutbaum (Sequoia) in der Kirschkoppel gefällt – Anwohner überrascht und verärgert!
Posted By
Ralf Lesko
On
In
Gesellschaft,Politik,Umwelt |
4 Comments
In den Morgenstunden des 12. November 2025 wurde in der Kirschkoppel 1 (Privatgrundstück) der große Mammutbaum (Sequoia) gefällt. Der Baum hatte über Jahrzehnte das Straßenbild geprägt und galt vielen Anwohnern als markantes Wahrzeichen. Die Fällung erfolgte ohne vorherige Information der Nachbarschaft und führte bei vielen zu Überraschung und deutlicher Verärgerung.
[23]
Bereits kurz nach Beginn der Arbeiten erreichten sowohl die Redaktion von Wentorf im Blick – Online als auch die Wentorfer Gemeindeverwaltung zahlreiche Anrufe von Anwohnern. Auf Nachfrage erklärte die Pressestelle der Gemeinde Wentorf, dass auch die Verwaltung selbst zunächst von der Maßnahme überrascht worden sei. Erst nach Rückfrage beim Kreis in Ratzeburg habe sich bestätigt, dass dort eine gültige Fällgenehmigung erteilt worden war. Auch Anwohner, die selbst Kontakt mit der Ratzeburger Behörde aufgenommen hatten, erhielten die gleiche Auskunft.
Die Genehmigung wirft jedoch Fragen auf. Offenbar wurde die Bedeutung des Baumes für das unmittelbare Wohnumfeld in Ratzeburg nicht umfassend berücksichtigt. Zudem wurde die Entscheidung nicht im Vorfeld mit der Gemeinde Wentorf abgestimmt. Die Pressestelle spricht in diesem Zusammenhang von einem „unglücklichen Informationsfluss“ zwischen den zuständigen Stellen des Kreises und der örtlichen Verwaltung.
Zwar wurde die Fällung rechtlich ordnungsgemäß für das betreffende Privatgrundstück genehmigt, dennoch bleibt für viele Beobachter unklar, wie gründlich der Einzelfall geprüft wurde. Der Eindruck, dass die Entscheidung ohne ausreichende Einbindung der lokalen Ebene getroffen wurde, steht im Raum.
Wie auch immer, der Mammutbaum ist unwiederbringlich verloren. Vor diesem Hintergrund richten sich nun die Blicke auf die Wentorfer Politik und Verwaltung. Es stellt sich die Frage, wie derartige Kommunikationsprobleme zwischen dem Kreis Ratzeburg und der Gemeinde künftig vermieden werden können. Der Vorfall zeigt, dass rechtlich korrekte Entscheidungen nicht zwangsläufig als nachvollziehbar oder akzeptabel wahrgenommen werden, wenn sie das Ortsbild oder das Lebensumfeld vieler Menschen betreffen. Hier bedarf es einer engeren Abstimmung und einer sensibleren Handhabung. Zurück bleiben Anwohner, die sich nicht nur über den Verlust eines markanten Baumes, sondern auch über fehlende Information und Transparenz seitens der beteiligten Behörden enttäuscht zeigen.
Wentorf im Blick berichtete bereits in der Ausgabe Nr. 90/2021 über den Mammutbaum. Den Beitrag können Sie hier nachlesen: WiB Nr. 90/2021.[24]
In Deutschland wächst die versiegelte Fläche weiterhin, wenn auch etwas langsamer als in den Jahren zuvor. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind inzwischen rund 7,3 % der gesamten Landesfläche dauerhaft versiegelt – das entspricht etwa 52.000 Quadratkilometern, also der Fläche von Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen. Versiegelte Flächen sind Bereiche, auf denen der Boden durch Asphalt, Beton oder Gebäude abgedeckt ist und kein Wasser mehr versickern kann. Dazu zählen Straßen, Parkplätze, Industrieflächen und Siedlungsgebiete. Diese Entwicklung hat Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Hochwassergefahr.
Auch in Schleswig-Holstein nimmt die Versiegelung kontinuierlich zu. Zwischen 2016 und 2022 stieg die versiegelte Fläche von rund 921 km² auf 951 km². Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich rund 5 km².
Eine lineare Projektion deutet darauf hin, dass Schleswig-Holstein im Jahr 2030 etwa 980 km² versiegelte Fläche erreichen dürfte – trotz Bemühungen um eine nachhaltigere Flächennutzung.
Das entspricht rund 9 % der Landesfläche, womit Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld liegt.
Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.
Berlin ist mit rund 33 % nahezu vollständig städtisch geprägt.
Bremen und Hamburg folgen mit über 28 %.
In Flächenländern wie Bayern (8,2 %), Brandenburg (6,1 %) und Mecklenburg-Vorpommern (4,8 %) sind deutlich größere unversiegelte Flächen erhalten geblieben.
Besonders hohe Werte zeigen sich im industriell geprägten Nordrhein-Westfalen (17,3 %) und im Saarland (13,2 %).
Diese Unterschiede spiegeln die wirtschaftliche Struktur, Bevölkerungsdichte und Urbanisierung wider.
Ziele und Herausforderungen
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu senken. Aktuell liegt der Wert laut Umweltbundesamt jedoch bei rund 55 Hektar täglich – also fast doppelt so hoch. Experten fordern daher eine konsequentere Umsetzung von Innenentwicklung statt Außenentwicklung, also die Nachverdichtung bestehender Siedlungsflächen statt der Erschließung neuer Baugebiete. Auch eine stärkere Förderung von Gründächern, entsiegelten Stadtflächen und klimafreundlicher Verkehrsplanung könnte helfen, den Trend zu bremsen.
Folgen für Umwelt und Klima
Versiegelung bedeutet, dass Regenwasser nicht mehr versickern kann – das erhöht das Risiko von Starkregenüberschwemmungen und Hitzestau in Städten. Zudem gehen durch die Betonierung Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. Nach Angaben des Umweltbundesamtes tragen entsiegelte und begrünte Flächen erheblich zur Klimaanpassung bei: Sie speichern CO₂, fördern die Grundwasserneubildung und wirken temperaturausgleichend.
Fazit
Trotz wachsender Sensibilität bleibt die Bodenversiegelung eine der zentralen ökologischen Herausforderungen Deutschlands. Zwar verlangsamt sich der Flächenverbrauch leicht, doch von einer echten Trendwende ist das Land noch weit entfernt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich das 30-Hektar-Ziel tatsächlich erreichen lässt – oder ob Deutschland weiter wächst, ohne Rücksicht auf den Boden, auf dem es steht.
Datenquellen: Statistisches Bundesamt, Umweltbundesamt, eigene Berechnungen (2016–2030, Prognose auf Basis linearer Entwicklung).
Grafik: WiB-Online
Artikel wurde gelesen:0
Umgestaltung des Casinoparks in Wentorf nimmt Fahrt auf!
Nach 23 Jahren voller Anläufe, Unterbrechungen und Stillstand soll es nun endlich soweit sein: Die Umgestaltung des Casinoparks nimmt konkrete Formen an. Seit 2002 wurde immer wieder geplant, diskutiert und neu angesetzt – ohne dass es zu einer Umsetzung kam. Jetzt aber stehen die Zeichen so gut wie nie zuvor, dass die Umgestaltung des Casinoparks nach den Vorstellungen der Wentorfer*innen doch noch einen erfolgreichen Abschluss findet. Auf der Sitzung des Liegenschaftsausschusses am 11. September 2025 stellte Bürgermeisterin Kathrin Schöning die Ergebnisse der bisherigen Vorplanung vor.
Die von den Wentorfer Bürger*innen ausgewählte Variante der Bauminseln bildet die Grundlage für die umzusetzende Gestaltung des Casinoparks. Um die Aufenthaltsqualität im Park noch weiter zu verbessern, soll die Bauminselvariante nach Vorschlag des, die Planung durchführenden Unternehmens Bruun & Möllers Landschaften noch erweitert werden (siehe Grafik). Damit insbesondere der Windzug, der im Casinopark häufig als unangenehm empfunden wird, massiv reduziert werden kann.
[25]Casinopark erweitertes Konzept Bauminseln
Finanzielle Rahmenbedingungen
Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt liegen in der aktuellen Planungsphase (mit einer Toleranz von ±50 %) bei rund 3,4 Millionen Euro (brutto). Davon entfallen 25 % (ca. 850.000 Euro) auf die Planungskosten, die im Haushalt 2025/2026 berücksichtigt werden müssen. Der Ausschuss beauftragte die Bürgermeisterin, diese Anpassungen im Budget des Liegenschaftsausschusses für den zweiten Nachtragshaushalt des Doppelhaushalts 2025/2026 vorzusehen. Für die Kosten wurde ein Sperrvermerk gesetzt, sodass die Mittel erst nach erneuter politischer Freigabe verwendet werden können. Um die laufende Vorplanung 2025 fortführen zu können, mussten zudem 40.000 Euro sofort freigegeben werden. Dieser Betrag wurde im Liegenschaftsausschuss einstimmig beschlossen und freigegeben.
Infobox: Zahlen und Fakten zum Projekt Casinopark
Gesamtkosten (Schätzung, ±50 %): ca. 3,4 Mio. Euro brutto
Davon Planungskosten: ca. 850.000 Euro (25 % der Gesamtkosten)
Vorplanung 2024: 50.000 Euro (übertragen ins Jahr 2025)
Zusätzliche Vorplanung 2025: 40.000 Euro (außerplanmäßig, einstimmig beschlossen)
Grundlagenarbeiten in der Vorplanung:
Baugrunduntersuchung: 15.000 Euro
Vermessung: 5.000 Euro
Kanalinspektion: 20.000 Euro
Zeitplan (grob) in Verwaltung:
2025 Fertigstellung der Vorplanung
2025 Einwerben von Fördermitteln
2026 Planung
2027 Umsetzung/Bauen
In der Sitzung wurde deutlich, dass das Projekt Casinopark nun mit Energie vorangetrieben werden soll. Bürgermeisterin Kathrin Schöning bekräftigte gegenüber Wentorf im Blick ihr persönliches Engagement: „Ich fühle mich dem Projekt Umgestaltung Casinopark verpflichtet – und möchte da jetzt den Deckel draufsetzen.“
Es bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung nicht mehr durch parteipolitische Auseinandersetzungen ins Stocken gerät und dass die Weichen für die Neugestaltung des Casinoparks nun endlich gestellt sind und die Wentorfer*innen sich auf einen, attraktiven, nach ihren Vorstellungen umgestalteten Casinopark freuen können.
Artikel wurde gelesen:1
Kommunale Finanzen
Posted By
Dieter Traut
On
In
Kommunales,Politik |
No Comments
Am 30. Juli veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung ihren alle zwei Jahre erscheinenden Kommunalen Finanzreport zur aktuellen finanziellen Situation der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Danach wurde 2024 das mit 25 Milliarden Euro größte kommunale Defizit der bundesdeutschen Geschichte verbucht. Und beim Ausblick für die kommenden Jahre ist die Stiftung pessimistisch: Das strukturelle Problem der Sozialausgaben sei ungelöst, die Inflation hat das Ausgabenniveau dauerhaft erhöht und die Konjunktur bleibt schwach.
Die Kommunen Schleswig-Holsteins reihen sich mit einem Defizit von fast einer Milliarde Euro in diese Bewertung ein. Von den 15 Kreisen und kreisfreien Städten erzielte keine Kommune ein Plus. Die als Krisenindikator angesehenen Kassenkredite, dem „kommunalen Dispo-Kredit“, erreichten fast eine halbe Milliarde Euro, dreimal so viel wie im Vorjahr. Während die Steuereinnahmen stagnierten, stiegen die Ausgaben insbesondere für Personal, Sachaufwand und Soziales. Frau B. Mohn, die Vorständin der Bertelsmann Stiftung sieht durch die vorgelegten Zahlen sogar die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen nachhaltig in Frage gestellt.
Wenn man davon ausgeht, dass der am 22.11.2024 von der Bürgermeisterin gezeichnete 5. Nachtragshaushalt zum Doppelhaushalt 2023/2024 in etwa die Größenordnung des Jahresergebnisses 2024 darstellt, kann man ungefähr abschätzen, wie die Gemeinde Wentorf bei Hamburg im Vergleich zu anderen Kommunen in Schleswig-Holstein dasteht. Der Ergebnis-PLAN sah für 2024 ein Defizit von rund 4,8 Mio. € vor, eine Dimension, die in den Vorjahren im IST in etwa ausgeglichen wurde. Das funktioniert diesmal nicht: das Defizit liegt in der Größenordnung von 2,6 Mio. €. Allerdings besteht keine Notwendigkeit auf Kassenkredite zurückzugreifen. Insofern steht Wentorf aktuell finanziell besser da als die meisten Kommunen Schleswig-Holsteins.
Fazit des 5. Nachtragshaushalts ist, dass der Bestand liquider Mittel weiter durch die geplanten Investitionsmaßnahmen belastet wird und deren Umsetzung künftige Kreditaufnahmen erfordert. Zwar wird die Gemeinde gerade durch die Investitionstätigkeit ihrer Pflicht zur Aufgabenerfüllung gerecht, doch ist bei künftig notwendigen Investitionen das finanzielle Wohl der Gemeinde zu wahren und die Vorhaben mit Augenmaß und Bedacht voranzutreiben. Dieser Beschreibung ist aus Sicht des Autors nichts mehr hinzuzufügen.
Artikel wurde gelesen:1
Schulneubau in Wentorf – die ökologischen Aspekte
Posted By
Gastbeitrag
On
In
Gesellschaft,Umwelt |
1 Comment
Ein Gastbeitrag von Reiner Freund
Vorbemerkung:
Bildung ist wichtig – sehr wichtig. Als ehemaliger Lehrer weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wohltuend ein Neubau für eine Schulgemeinschaft sein kann. Ich habe selbst den Umzug in ein neues Schulgebäude miterlebt – allerdings handelte es sich damals um einen Umbau mit Integration bestehender Gebäude.
Wentorf – die „Stadt im Grünen“?
Unsere Gemeinde wirbt mit diesem Slogan – doch der Realität steht er zunehmend entgegen. In den letzten Jahren wurden viele Grünflächen für neue Wohngebiete und Infrastrukturprojekte geopfert, zuletzt etwa beim Neubau der Feuerwehr. Auch in Wentorf verschwinden Bäume, Flächen werden versiegelt – eine Entwicklung, die sich bundesweit zeigt:
„… Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland in den Jahren 2019 bis 2022 um durchschnittlich 52 Hektar pro Tag gewachsen […]. Anfang 2024 lag die Rate bei etwa 55 Hektar pro Tag.“ (Quelle: Wikipedia)
Das entspricht rund 80 Fußballfeldern pro Tag, die unter Asphalt, Beton und Pflaster verschwinden – und damit aus natürlichen Kreisläufen herausfallen.
Ich bin zuversichtlich, dass viele Wentorfer*innen diese Entwicklung nicht wollen. Denn ich habe erlebt:
… wie Menschen Schlange standen, um sich für den Erhalt der Weide (Aldi-Erweiterung) einzusetzen – die Fläche ist bis heute erhalten.
… wie beim Bürgerbeteiligungsverfahren zur Casinopark-Umgestaltung der „grünste“ Entwurf mit Bauminseln gewann.
… wie Familien den „Essbaren Park“ mitgestaltet haben – und ihn weiterhin pflegen.
… dass unsere Verwaltung inzwischen einen Baumverantwortlichen eingesetzt hat – ein Zeichen des Umdenkens.
Viele Menschen spüren: Wir brauchen grüne Trittsteine, Rückzugsräume für die stark bedrohte Artenvielfalt. Die Kleingartenanlage in Wentorf ist genauso ein Ort.
Was leistet die Kleingartenanlage heute?
Sie bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.
Der Boden speichert Wasser und CO₂ – wichtig für Klima- und Hitzeschutz.
Die Fläche wirkt kühlend auf das Mikroklima der Umgebung.
Regionale Lebensmittel werden hier angebaut – ohne zusätzlichen Naturverbrauch.
Menschen ohne eigenen Garten finden hier Erholung, Sinn und direkten Naturkontakt.
Viele dieser Leistungen werden andernorts unter dem Begriff „Klimafolgenanpassung“ mühsam hergestellt – hier gibt es sie bereits, kostenlos.
Gleichzeitig warnen Expert*innen vor den ökologischen Folgen des Bauens:
Rund 40 % der CO₂-Emissionen entstehen im Bausektor.
60 % des gesamten Mülls in Deutschland stammt aus dem Bauwesen.
Neubauten verbrauchen Ressourcen, Energie und zerstören oft funktionstüchtige Bestandsbauten.
Der Bund Deutscher Architekten bringt es auf den Punkt:
„Bauen muss vermehrt ohne Neubau auskommen. Priorität hat der Erhalt und das Weiterbauen am Bestehenden – nicht der leichtfertige Abriss.“ („Das Haus der Erde“, 6/20)
Das oft genannte Argument, ein Umbau sei teurer als ein Neubau, ist kurzfristig gedacht. Nicht eingerechnet wird der Wert der Ökosystemdienstleistungen, die natürliche Flächen wie Kleingärten für uns alle erbringen.
Was spricht gegen den Abriss – und für alternative Lösungen?
Langfristig brauchen wir mehr intakte Naturräume, nicht weniger. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ein Unterrichtsinhalt – sie muss auch architektonisch und planerisch sichtbar werden.
Warum also nicht …
eine Aufstockung oder Erweiterung der bestehenden Gebäude – z.B. in ökologischer Holzbauweise?
mit Gründächern, Solaranlagen, Fassadenbegrünung?
artenfreundlich gestaltete Schulhöfe mit Aufenthaltsqualität?
eine Kooperation mit dem Kleingartenverein – z.B. für Schulgartenprojekte?
Solche Ideen könnten – im Rahmen einer ergebnisoffenen Bürgerversammlung – gemeinsam mit Verwaltung, Schule, Planer*innen und engagierten Bürger*innen entwickelt werden.
Fazit:
Gute Bildung ist unser Ziel – keine Frage. Aber sie darf nicht gegen den Erhalt wertvoller Naturflächen ausgespielt werden. Ein Schulneubau auf dem Gelände der Kleingartenanlage ist keine Lösung, sondern ein Rückschritt – ökologisch, sozial und planerisch.