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Zitat der Woche

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Nur wenn du aktiv bleibst, wirst du dir wünschen, hundert Jahre zu leben.

Japanisches Sprichwort

Wentorfer Kurzmeldungen

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V., Gesellschaft, Gesundheitswesen, Kirche, Kommunales, Kriminalität, Kunst & Kultur, Politik, Schule, Seniorenbeirat, Sport & Spiel, Umwelt, Verkehr, Wirtschaft | No Comments
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++ Der Seniorenbeirat Wentorf hat am 28.04.2026 bei EDEKA Kröger einen „Wünsche-, Ideen- und Sorgen-Briefkasten“ aufgestellt ++ Unter dem Motto „Wir hören Ihnen zu“ sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Anliegen, Anregungen, Wünsche oder Sorgen mitzuteilen. Hierfür liegen vor Ort Notizblätter bereit, die ausgefüllt und anschließend in den Briefkasten eingeworfen werden können. Der Briefkasten wird vom Seniorenbeirat regelmäßig geleert. Die eingegangenen Hinweise und Wünsche werden geprüft und – soweit möglich – gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufgegriffen und umgesetzt.

Foto: Seniorenbeirat Wentorf

++ WirWunder – die neue Förderplattform der KSK geht an den Start ++ Ab sofort können gemeinnützige Vereine und Organisationen im Kreis Herzogtum Lauenburg unter www.wirwunder.de/ksk-ratzeburg [12] noch einfacher Spenden sammeln und Projekte umsetzen: Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) und alle Sparkassen in Schleswig-Holstein starten gemeinsam WirWunder – die digitale Förderplattform, die gemeinnützige Projekte vorstellt und direkt mit Unterstützer:innen verbindet. Die ersten 20 Projekte, die sich im Crowdfunding-Bereich registrieren, erhalten eine Startförderung in Höhe von jeweils 200 Euro. Über das Regionalportal wirwunder.de/ksk-ratzeburg [12] können alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen ab sofort ausschließlich online ihre Anfragen nach einer Direktförderung durch die Kreissparkasse als Spende, Sponsoring oder Zuwendungen aus der Lotterie „Los-Sparen“ einstellen. Regionalität und digitale Einfachheit Gemeinsam mit betterplace.org, Deutschlands größter Spendenplattform, bringt die KSK Projekte und Spenderinnen und Spender zusammen. Die Vorhaben sind sowohl auf betterplace.org als auch auf wirwunder.de/ksk-ratzeburg sichtbar. Für jedes eingestellte Projekt prüft die KSK zudem, inwiefern sie dieses mit einer eigenen Spende unterstützt. Mit WirWunder stellen die KSK und alle Sparkassen in SH ihr gesellschaftliches Engagement dar. Vereine und Organisationen präsentieren auf WirWunder ihre Projekte, Spender:innen entdecken Aktionen aus dem Kreis Herzogtum Herzogtum Lauenburg und unterstützen diese mit nur wenigen Klicks.


++ Neue Krabbelgruppe in der MaBu ++ Immer am 2. und 4. Mittwoch im Monat von 10:00-11:30 Uhr, trifft sich eine im Februar 2026 neu gegründete Krabbelgruppe für Eltern und Kleinkinder in der MaBu. In gemütlicher Atmosphäre haben die Kinder erste Sozialkontakte zu Gleichaltrigen, während die Eltern Gelegenheit zum Gespräch und Erfahrungsaustausch haben. Verantwortlich für diesen regelmäßigen Treff ist Anna-Lena Köhler, die selbst als Mutter dabei ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es ist ein offenes Treffen zu dem man einfach dazu kommen kann. Die Adresse der MaBu ist Am Burgberg 4a, 21465 Wentorf (Achtung die Adresse der MaBu ist seit 2017 eine Neue!). Weitere Infos und Kontakt zu Frau Köhler können im Kirchenbüro erfragt werden: 040 720 2425


++ Radstation Wentorf – Rad Selbsthilfewerkstatt-Termine 2026  ++ Die Repair-Café-Termine finden jeweils am dritten Samstag der geraden Monate von 14 bis 16 Uhr im Prisma Jugendtreff statt. Der Standort bietet dabei einen zusätzlichen Mehrwert: Seit Ende vergangenen Jahres stellt die Gemeinde hier eine frei zugängliche Fahrrad-Reparaturstation bereit. Alle Fragen rund ums Fahrrad haben hier ebenfalls Platz. Der ADFC gibt gegen Spende auch von ihm aufgearbeitete Räder ab.

Die Termine für 2026 im Überblick:

  • Samstag, 17. Oktober 2026
  • Samstag, 19. Dezember 2026

Repariert werden können auch elektrische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Textilien und weitere Alltagsgegenstände. Es handelt sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice; für Ersatzteile oder Materialien wird ein Selbstkostenpreis erhoben. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende. Das Repair Café Wentorf freut sich über Besucherinnen und Besucher ebenso wie über neue ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Bei Fragen wenden Sie sich an das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Wentorf unter 040 72001279.

Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?

Posted By Ralf Lesko On In Fragen der Philosophie | No Comments
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Was macht einen Menschen zum Menschen? Die Frage klingt zunächst beinahe zu einfach. Wir wissen doch, was ein Mensch ist. Ein Körper, ein Gesicht, eine Stimme, Erinnerungen, Gefühle, Gedanken. Aber sobald man genauer hinsieht, wird es schon anspruchsvoller. Ist ein Mensch vor allem ein denkendes Wesen? Ein soziales Wesen? Ein freies Wesen? Ein Wesen, das lieben und leiden kann? Oder macht uns gerade unsere Fähigkeit aus, über uns selbst nachzudenken? Die Frage bekommt heute eine neue Dringlichkeit. Denn Maschinen können inzwischen schreiben, Bilder erzeugen, Musik komponieren, Gespräche führen und Probleme lösen. Wenn künstliche Intelligenz immer mehr Fähigkeiten übernimmt, die wir lange für typisch menschlich gehalten haben, müssen wir genauer hinschauen: Was bleibt eigentlich übrig, das den Menschen zum Menschen macht?

Sind wir das, was wir leisten? Unser Alltag liefert eine erstaunliche Antwort auf diese Frage. Wir stellen uns vor über unseren Beruf, unsere Fähigkeiten, unseren Erfolg. Wir sprechen davon, was jemand „aus seinem Leben gemacht“ hat. Kinder sollen gefördert werden, Erwachsene sollen sich weiterentwickeln, ältere Menschen sollen möglichst lange aktiv bleiben. Schon die Sprache verrät, wie stark wir uns selbst als Projekt betrachten. Wir sollen fitter werden, gesünder leben, erfolgreicher arbeiten, unsere Persönlichkeit entwickeln und unsere Zeit besser nutzen. Auf sozialen Medien kommt eine weitere Ebene hinzu: Wir präsentieren uns selbst. Das eigene Leben wird zur Auswahl von Bildern, Erlebnissen und Geschichten. Wir entscheiden, wie wir aussehen wollen, was andere von uns sehen und welches Bild von uns entsteht. Aber wer sind wir, wenn niemand zuschaut?

Charles Taylor: Der Mensch braucht einen Horizont. Der kanadische Philosoph Charles Taylor [13] hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. In seinem Werk Quellen des Selbst untersucht er, wie unsere moderne Vorstellung von Identität entstanden ist. Für Taylor ist der Mensch nicht einfach ein isoliertes Individuum, das sich seine Identität nach Belieben selbst zusammenbaut. Wir entwickeln unser Bild von uns selbst immer in Beziehung zu anderen Menschen und zu Vorstellungen davon, was in unserem Leben wichtig und wertvoll ist. Das ist ein wichtiger Gedanke. Denn „Ich bin ich“ reicht als Antwort auf die Frage nach unserer Identität nicht aus. Wir müssen auch wissen, wofür wir stehen. Was halten wir für richtig? Was lieben wir? Was ist uns wichtig? Für welche Menschen fühlen wir Verantwortung? Was würden wir niemals tun, selbst wenn es uns Vorteile brächte? Identität entsteht nicht allein durch Selbstbeschreibung. Sie entsteht durch Entscheidungen.

Der Mensch ist nicht nur ein Gehirn. Lange Zeit wurde der Mensch vor allem als denkendes Wesen betrachtet. Descartes [14] formulierte im 17. Jahrhundert: „Ich denke, also bin ich.“ Heute wissen wir, wie stark unser Denken mit unserem Körper verbunden ist. Wir schlafen schlecht und denken anders. Wir haben Schmerzen und die Welt sieht anders aus. Wir verlieben uns und plötzlich verändert sich unser Verhalten. Wir sind erschöpft, hungrig, krank oder voller Energie – und jedes Mal erleben wir die Welt ein wenig anders. Der Mensch ist kein reines Denkprogramm. Wir haben einen Körper, und wir leben durch diesen Körper in einer Welt. Gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird dieser Unterschied interessant. Eine Maschine kann einen Text über Schmerz schreiben. Ein Mensch kann Schmerzen haben. Eine Maschine kann über Liebe sprechen. Ein Mensch kann sich verlieben. Eine Maschine kann den Begriff „Tod“ erklären. Ein Mensch weiß, dass er selbst sterben wird. Diese Unterschiede sind philosophisch entscheidend.

Martha Nussbaum: Was braucht ein Mensch zum Leben? Die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum [15] geht die Frage von einer anderen Seite an. Für sie reicht es nicht, Menschen lediglich Rechte auf dem Papier zu geben. Entscheidend ist, welche realen Möglichkeiten ein Mensch besitzt, sein Leben zu führen. Nussbaum nennt unter anderem körperliche Gesundheit, Bewegungsfreiheit, Wahrnehmung, Vorstellungskraft, Gefühle, praktische Vernunft, soziale Beziehungen, Spiel und die Möglichkeit, Einfluss auf die eigene Lebenswelt zu nehmen. Das verändert den Blick auf den Menschen. Ein Mensch ist nicht nur jemand, der biologisch lebt. Ein Mensch braucht Möglichkeiten, sein Leben tatsächlich zu führen. Ein Kind braucht Zeit zum Spielen. Ein alter Mensch braucht soziale Beziehungen. Ein Mensch mit Behinderung braucht nicht weniger Würde, nur weil bestimmte Fähigkeiten eingeschränkt sind. Und niemand verliert seinen Wert, weil er nicht mehr leistungsfähig ist. Damit stellt Nussbaum eine Frage, die mitten in unsere Gegenwart führt: Was ist uns ein menschliches Leben wert, wenn es nicht leistungsorientiert, erfolgreich oder produktiv ist?

Byung-Chul Han und der optimierte Mensch. Der Philosoph Byung-Chul Han [16] beschreibt unsere Gegenwart als eine Gesellschaft der Selbstoptimierung. Wir werden nicht mehr nur von außen unter Druck gesetzt. Wir machen uns selbst zu unserem eigenen Projekt. Wir kontrollieren unsere Schritte, unseren Schlaf, unseren Puls, unsere Ernährung und unsere Arbeitsleistung. Wir messen, vergleichen und verbessern. Der Druck kommt dabei nicht unbedingt von einem Vorgesetzten. Er kommt oft aus uns selbst. Wir glauben, noch schneller, gesünder, erfolgreicher oder attraktiver werden zu müssen. Das hat eine paradoxe Folge: Wir sind freier als viele Generationen vor uns – und fühlen uns trotzdem häufig unter Druck. Denn wenn alles möglich erscheint, wird auch jeder Misserfolg persönlich. Dann heißt es nicht mehr: „Die Umstände waren schwierig.“ Es heißt: „Ich hätte es besser machen müssen.“

Axel Honneth: Der Mensch braucht andere Menschen. Der Frankfurter Sozialphilosoph Axel Honneth [17] setzt an einem anderen Punkt an: bei der Anerkennung. Menschen brauchen andere Menschen, die sie wahrnehmen, respektieren und als eigenständige Personen anerkennen. Das beginnt bereits in der Kindheit. Ein Kind entwickelt sein Selbstbewusstsein nicht allein. Es erfährt sich selbst auch durch die Reaktionen anderer Menschen. Das gilt später weiter. Wir wollen nicht nur etwas können. Wir wollen, dass unsere Fähigkeiten gesehen werden. Wir wollen nicht nur geliebt werden. Wir wollen spüren, dass wir für jemanden wichtig sind. Wir wollen nicht nur dazugehören. Wir wollen als die Person anerkannt werden, die wir sind. Das erklärt auch einen Teil der Faszination sozialer Medien. Ein „Gefällt mir“ ist technisch nur ein Klick. Psychologisch kann es eine kleine Bestätigung der eigenen Existenz sein: Ich werde gesehen.Und genau deshalb kann fehlende Anerkennung so schmerzhaft sein.

Judith Butler: Wer entscheidet, was ein Mensch ist? Die amerikanische Philosophin Judith Butler [18] hat die Frage nach menschlicher Identität noch einmal radikalisiert. Sie weist darauf hin, dass unsere Vorstellung davon, was als „normaler“ oder „richtiger“ Mensch gilt, gesellschaftlich geprägt ist. Welche Körper gelten als schön? Welche Lebensformen als selbstverständlich? Welche Geschlechterrollen erscheinen uns normal? Welche Menschen werden ernst genommen – und welche übersehen? Damit verschiebt sich die Frage. Es geht nicht mehr nur darum, was ein Mensch ist. Es geht auch darum, wer in einer Gesellschaft als vollwertiger Mensch wahrgenommen wird. Das ist eine unbequeme Frage, aber eine wichtige. Denn Geschichte und Gegenwart zeigen, dass Menschen immer wieder versucht haben, anderen Menschen Würde abzusprechen – wegen ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Behinderung oder ihrer Lebensweise. Der Begriff „Mensch“ ist deshalb nicht nur eine biologische Kategorie. Er ist auch eine moralische Frage.

Was macht uns besonders? Nach all diesen Überlegungen wird die Antwort nicht einfacher, sondern schwieriger. Es ist nicht die Intelligenz allein. Nicht die Sprache. Nicht die Kreativität. Nicht einmal das Bewusstsein lässt sich so einfach als eindeutiges Alleinstellungsmerkmal festlegen – gerade weil wir inzwischen über künstliches Bewusstsein diskutieren. Was den Menschen ausmacht, liegt eher in einem ganzen Geflecht: Wir haben einen Körper. Wir erinnern uns. Wir erwarten die Zukunft. Wir können leiden. Wir können lieben. Wir können uns schämen. Wir können Verantwortung übernehmen. Wir können uns selbst infrage stellen. Und wir können erkennen, dass unser eigenes Leben irgendwann endet. Vielleicht ist gerade diese Mischung entscheidend.

Der Mensch als unfertiges Wesen. Der Mensch kommt nicht fertig auf die Welt. Ein Neugeborenes kann fast nichts von dem, was ein erwachsener Mensch später beherrscht. Es muss Sprache lernen, Beziehungen aufbauen, Regeln verstehen und sich selbst entdecken. Der Mensch wird zu dem, der er ist, in einer Welt mit anderen Menschen. Das macht ihn verletzlich. Aber genau diese Verletzlichkeit gehört auch zu seiner Würde. Eine Maschine muss nicht getröstet werden, wenn sie einen Fehler macht. Ein Mensch schon. Eine Maschine muss keine Angst davor haben, jemanden zu verlieren. Ein Mensch kann sein ganzes Leben von Verlust geprägt werden. Eine Maschine muss keine Entscheidung bereuen. Ein Mensch kann mit einer einzigen Entscheidung jahrelang leben. Das sind keine technischen Schwächen. Es sind Bestandteile menschlicher Existenz.

Was bleibt, wenn wir nicht mehr leisten können? Vielleicht liegt hier die entscheidende Frage. Was bleibt von einem Menschen, wenn er nichts mehr leisten kann? Wenn er alt ist. Wenn er krank ist. Wenn er arbeitslos wird. Wenn er einen Fehler gemacht hat. Wenn er nicht erfolgreich ist. Wenn niemand seine Fähigkeiten braucht. Wenn niemand sein Bild in den sozialen Medien interessant findet. Wenn wir darauf keine überzeugende Antwort haben, haben wir ein Problem mit unserem Menschenbild. Denn dann hängt menschlicher Wert an Leistung. Und ein Menschenleben wäre nur so lange wertvoll, wie es etwas hervorbringt. Dagegen steht die Idee der Menschenwürde: Der Wert eines Menschen muss nicht verdient werden. Er ist nicht das Ergebnis eines guten Lebenslaufs.

Und was macht uns dann zu Menschen? Die künstliche Intelligenz stellt uns diese Frage mit einer Wucht, die frühere Generationen nicht kannten. Wenn Maschinen schreiben können, sind wir nicht deshalb weniger Menschen. Wenn Maschinen rechnen können, verlieren wir dadurch nichts. Wenn Maschinen Bilder erzeugen, bleibt unsere eigene Fähigkeit zu sehen und zu empfinden bestehen. Und wenn Maschinen irgendwann Tätigkeiten übernehmen, die wir heute noch als zutiefst menschlich betrachten, wird die entscheidende Frage nicht lauten, ob wir noch besser funktionieren können als die Maschine. Sie wird lauten: Was für Menschen wollen wir sein? Charles Taylor erinnert daran, dass Identität mit unseren Wertvorstellungen verbunden ist. Martha Nussbaum fragt nach den tatsächlichen Möglichkeiten eines menschenwürdigen Lebens. Axel Honneth zeigt die Bedeutung der Anerkennung durch andere. Judith Butler lenkt den Blick darauf, wer überhaupt als vollwertiges Subjekt wahrgenommen wird. Und Byung-Chul Han macht sichtbar, wie leicht der Mensch sich selbst zum optimierungsbedürftigen Projekt macht.

Zusammen ergeben diese Perspektiven ein erstaunlich modernes Bild: Der Mensch ist nicht deshalb Mensch, weil er perfekt funktioniert. Er ist ein Wesen mit Körper und Bewusstsein, mit Beziehungen und Erinnerungen, mit Freiheit und Verantwortung, mit Schwächen und Widersprüchen. Und vielleicht liegt gerade darin seine Besonderheit: Wir müssen nicht erst etwas leisten, um jemand zu sein. Wir sind jemand – und müssen erst lernen, damit zu leben.

Die plattdeutsche Kolumne von Uli Gröhn: Davenport

Posted By Gastbeitrag On In Die Plattdeutsche Kolumne | No Comments
Bank mit Plattdeutschen Spruch

In de verleden Tiet hett dat ja eher nich veel wat Goods ut USA to vermellen geven. Ganz un gor nich. – Man dat hier hört sik mal anners an, wenn de Saak ok al ´n beter öller is: In dat 19. Johrhunnert sünd veele Minschen utwannert. Ok ut Sleswig-Holsteen, Ostfreesland un de Gegend üm Hannover. `N ganzen Barg Lüüd vun hier (dor sünd je villicht ´n poor vun uns´ Ahnen dorbi west) sünd denn in Davenport, Iowa, lanndt un hangen bleven. Hebbt dor ehr nieges Leven anfungen.

Davenport hett bummelig 100.000 Inwahners. (`n beten mehr as Flensburg) 38% dorvun stammt ut Norddüütschland. Un: De domaligen Inwannerers hebbt de Plattdüütsche Spraak mitbröcht un wieder plegt. `N Tiet lang weer Platt sogor de domineerend Ümgangsspraak. Veele Lüüd ut Davenport snackt ok hüüt noch Plattdüütsch. („Low-German“) Dat geev düütsche Zeitungen, Turnvereens, Schüttenvereens. Un Davenport weer bekannt för sien Beergorrns-Kultur – üm 1900 hett dat över 100 Stück geven – as Ünnerscheed to de Saloons. Un de Beergorrns weern sogor familienfründli. Sogar Platt-Kongresse warrd dor veranstalt. Gifft ok Lüüd, de föhrt vun hier na Davenport – wiel se rutfunnen hebbt, dat se dor Verwandtschap hebbt un de je mal kennenlehren kunnen. Ik heff för mien Deel ok mal keken: Bi de Deernsnaam vun mien Mudder bün ik fünnig worrn: Steenbuck. De Naam is nich selten in Davenport; un ´n Hupen Lüüd sünd wull ut dat Rebeet Sebarg, Koolenkarken, Sülfeld, Oering kamen. Un vun dor stammt ok mien Mudder.

Nu bün ik an´t Överleggen, wat wi de Reis mal maken schullen? Denn: In dat Telefonbook vun Davenport finndt sik ´n poor Steenbucks. Du kannst ok dor kieken: Över  FamilySearch Stammbaum [19]-Plattform is för all Minschen weltwiet kostenfree. De Bedrievers sünd de Lüüd vun de Kark Jesu Christi hillig letzt Daag.

Dat German American Heritage Center dokumenteert de Geschicht vun de düütschen Inwannerers un bött  Spraahkursen, Vördreeg an – un nicht toletzt Traditschonen as „Kaffee un Koken“ an. Dat Iowa-Platt: Spraakforschers plegt den Kontakt na Norddüütschland. Dat Iowa-Platt schall för uns hüüt-todag recht wat goot to verstahn sien, wiel se dat Vokabular nich groot ännert hebbt. Yared Dibaba hett för en poor Johrn mit den NDR mal en Reis makt dorhen. Kannst in de youtube-List vun den NDR nakieken.

Gemeinde Wentorf nächste Sitzungen der Ausschüsse im Rathaus Wentorf

Posted By Ralf Lesko On In Kommunales, Politik | No Comments
rathaus wentorf bei hamburg

Tagesordnung der Sitzung [20]

Tagesordnung der Sitzung  [21]

Tagesordnung der Sitzung  [22]

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht 

 

 

 

Einwohnerversammlung am 06.10.2026: Was bewegt Wentorf?

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales | No Comments
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Am 6. Oktober lädt die Gemeinde Wentorf zur Einwohnerversammlung ein. Im Mittelpunkt sollen aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde sowie Fragen, Anregungen und Ideen der Einwohnerinnen und Einwohner stehen. Was beschäftigt die Menschen in Wentorf? Welche Entwicklungen werden vor Ort aufmerksam verfolgt, wo gibt es Fragen oder Probleme und welche Ideen gibt es für die weitere Entwicklung der Gemeinde? Mit diesen Themen soll sich die nächste Einwohnerversammlung beschäftigen.

Sie findet am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums Wentorf, Hohler Weg 16, statt.

Nach der Begrüßung ist zunächst ein Überblick über aktuelle Entwicklungen in Wentorf vorgesehen. Anschließend soll unter dem Tagesordnungspunkt „Ihre Themen für Wentorf“ vor allem den Einwohnerinnen und Einwohnern Gelegenheit gegeben werden, eigene Fragen, Anregungen und Ideen einzubringen. Die Gemeinde bietet bereits vor der Veranstaltung die Möglichkeit, Themen und Fragen einzureichen. Dafür steht auf der Internetseite der Gemeinde ein Online-Formular unter www.wentorf.de/einwohnerversammlung [23] zur Verfügung. Die eingehenden Beiträge sollen dazu dienen, die Themen für die Versammlung zu bündeln und den Austausch vorzubereiten. Fragen und Anregungen können aber auch direkt am Abend vorgetragen werden. Inhaltlich ist das Spektrum ausdrücklich offen. Genannt werden unter anderem Verkehr und Mobilität, Ortsentwicklung, Kinder und Jugendliche, Umwelt, Freizeit und Sport sowie soziale Themen. Auch konkrete Beobachtungen oder Anliegen aus dem eigenen Wohnumfeld können angesprochen werden. Bürgermeisterin Kathrin Schöning betont, dass die Einwohnerversammlung vom Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern lebe. Ziel sei es, unterschiedliche Sichtweisen und Fragen aufzunehmen und gemeinsam auf die Themen zu schauen, die für Wentorf von Bedeutung sind.

Die Gemeinde ruft die Wentorferinnen und Wentorfer dazu auf, sich sowohl im Vorfeld als auch während der Veranstaltung mit eigenen Themen und Fragen zu beteiligen.

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

Ortsentwicklungskonzept Wentorf: Teil 1 – Ortszentrum

Posted By Dieter Traut On In Gesellschaft, Kommunales, Politik | 2 Comments
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Der Masterstudiengang Stadtplanung der TH Lübeck erarbeitete im Sommer 2026 ein Konzept zur Entwicklung Wentorfs zu einer „zukunftsfähigen und lebenswerten Gemeinde“. Geleitet wurde das Studienprojekt von Professor Menzl und begleitet durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein. Die Ergebnispräsentation dieser studentischen Arbeiten hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite www.wentorf.de/aktuelles/Ortsentwicklungskonzept [24] veröffentlicht. Die vorgestellten Konzepte und Ideen sind keine beschlossenen Planungen der Gemeinde Wentorf, sondern sollen als Diskussionsgrundlage dienen. Dieses Angebot greift WiB mit diesem Artikel auf. In einem ersten Teil werden die Aussagen rund um das Thema „Ortszentrum“ zusammengefasst.

Die Bestandsaufnahme ergab, dass die Ortsmitte räumlich und funktional in ein altes und ein neues Ortszentrum zersplittert ist. Neben einem gemeinwohlorientierten Schwerpunkt im alten Zentrum rund um das Rathaus (Verwaltung, Kultur, öffentlicher Character) gibt es ein konsumorientiertes neues Zentrum am Casinopark. Die beiden Zentren sind durch Durchgangsräume getrennt, die in ihrer Aufenthaltsqualität unattraktiv und verkehrlich für Fußgänger und Radfahrende sogar gefährlich sind. In beiden Zentren gibt es kaum Grünflächen. Die Parkflächen nehmen mit 26 % der Fläche mehr Platz ein, als benötigt.

Wie kann aus diesen getrennten Teilräumen eine lebendige Ortsmitte entstehen? Die Möglichkeit der Etablierung eines der beiden Zentren, also des Casinoparks oder des Rathauses, als neuem Zentrum erscheint fraglich. Die bereits beschlossenen Maßnahmen zur Begrünung des Casinoparks reichen nicht aus, die funktionelle Trennung der beiden Zentren zu überwinden. Ergebnis ist die GEMEINSAME Entwicklung des alten und neuen Zentrums als EINE Ortsmitte.

Vorgeschlagene Schlüsselmaßnahmen sind

  1. Offenes Haus der Begegnung, etwa in der geographischen Mitte
  2. Durchgängige Achse vom Rathaus zum Casinopark. Schlüssel ist die Umgestaltung des Edeka Parkplatzes. Ziel ist eine sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Rathaus und Casinopark zu schaffen. Mindest-Maßnahmen wären die Einrichtung von Markierungen für Parkflächen sowie für Fuß- und Radwege. Ein zweiter Schwerpunkt ist eine Erfassung der Auslastung der Parkfläche, ein sog. Monitoring. Mit den Ergebnissen können weiter führende Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bedarfsgerecht durchgeführt werden.
  3. Zentrumsmanagement zur Koordination der Interessen von Eigentümern, Gewerbe, Gemeinde und Bürgern. Aufbau langfristiger Strukturen. Zur Finanzierung könnten Fördergelder beispielsweise aus dem Programm „Sieker Land“ eingeworben werden.
  4. Jahresprogramm „Zentrum“ mit vielen Veranstaltungen. Insbesondere lokale Akteure wie Schulen und Vereine sollen eingebunden werden. Die Besonderheiten Wentorfs sollen sichtbar werden und identitätsstiftend wirken.

Die Vision: „Der Ortskern von Wentorf entwickelt sich bis 2040 zu einer gemeinschaftlichen Mitte, die Versorgung, Aufenthalt, Begegnung, Durchwegung und lokale Identität miteinander verbindet, ohne ihre alltagspraktische Funktion zu verlieren.“

Kommentar: Im Ergebnis haben die Studenten zu diesem ersten von drei Themen nichts wesentlich Neues zu bieten. Unklar bleibt nur, warum sich in Wentorf mit Ausnahme der hoffentlich bald erfolgenden Begrünung des Casinoparks nichts erkennbar in Richtung lebenswertem Ortszentrum bewegt.

 

 

Foto: TH Lübeck Präsentation

Neuer Spielhügel bringt Bewegung und Spaß auf den Schulhof der OGS-Wentorf

Posted By Ralf Lesko On In Kommunales, Schule | No Comments
Entwurfszeichnung Spielhügel Grundschule

Ein neuer Lieblingsplatz für die Kinder der Grundschule Wentorf bei Hamburg? Das könnte der Spielhügel auf dem Schulhof durchaus werden. Beim heutigen Sommerfest wurde das neue Spielangebot offiziell eröffnet – und damit steht den Schülerinnen und Schülern ab sofort ein weiterer Ort zum Spielen, Klettern, Bewegen und gemeinsamen Entdecken zur Verfügung. Gemeinsam mit der Schulleitung und der Leitung der OGS gab Bürgermeisterin Kathrin Schöning den neuen Spielbereich frei. Und dass die Kinder bei diesem Projekt nicht nur Zuschauer waren, war ihnen deutlich anzusehen: Sie durften selbst mitentscheiden, welches Spielgerät auf ihrem Schulhof stehen sollte. Im Rahmen einer Befragung konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Favoriten auswählen und mit Klebepunkten bewerten. So wanderten die Wünsche der Kinder unmittelbar in die Planung ein. Der neue Spielhügel ist damit nicht einfach irgendein neues Spielgerät auf dem Schulhof – er trägt auch ein Stück Kinderbeteiligung in sich. „Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt. Besonders schön ist, dass die Kinder selbst an der Auswahl beteiligt waren. So ist ein Spielbereich entstanden, der nicht nur für die Schülerinnen und Schüler gedacht ist, sondern ein Stück weit auch von ihnen mitgestaltet wurde“, sagte Bürgermeisterin Kathrin Schöning bei der Eröffnung.

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg hatte den Schulhof überplant und die Umsetzung der Maßnahme begleitet. Die Bauarbeiten begannen Anfang Juni 2026 und konnten am 14. August abgeschlossen werden. Ganz klein war das Vorhaben allerdings nicht: Für die Planung wurden rund 72.000 Euro aufgewendet, die Baukosten beliefen sich auf rund 326.000 Euro. Hinzu kamen rund 12.000 Euro für notwendige Baumfällmaßnahmen einschließlich Ersatzpflanzungen. Nun aber geht es vor allem um das, was mit solchen Zahlen kaum beschrieben werden kann: um Kinder, die rauf- und runterlaufen, klettern, spielen, sich treffen und den neuen Hügel ganz selbstverständlich zu ihrem eigenen machen. Mit dem Spielhügel gewinnt der Schulhof einen weiteren Raum für Bewegung, Spiel und Begegnung. Gerade im Schul- und Ganztagsalltag ist das mehr als nur eine zusätzliche Attraktion: Ein guter Schulhof bietet Platz zum Toben ebenso wie zum gemeinsamen Spielen und für kleine Pausen zwischendurch. Beim Sommerfest wurde der neue Spielbereich jedenfalls schon einmal gebührend in Besitz genommen. Jetzt darf er zeigen, was in ihm steckt.

Wann ist bei Demenz ein Heim besser, als das Alleinleben?

Posted By Dieter Traut On In Gesundheit | No Comments
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Demenz entwickelt sich schleichend. Von ersten Anzeichen bis zu einer Diagnose ist es ein weiter Weg. Auch wenn man es auf keinen Fall möchte, kommt doch irgendwann die Frage auf, ab wann ein Heim besser ist, als das Alleinleben. Die Antwort hierauf ist schwierig und hängt sehr an den individuellen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen. Da es zu diesem Thema, das jeden angehen kann, kaum Tipps gibt, wird im Folgenden trotz aller Einschränkungen versucht eine Hilfestellung zu geben.

Ausgangspunkt ist immer, dass man einen alten Baum nicht verpflanzen soll. Jeder von uns hat eine Vorstellung davon, was für eine einschneidende Änderung ein Umzug für uns wäre. Und hier geht es nicht nur um einen Umzug, sondern um eine drastische Verkleinerung des eigenen Rückzugraums bei dem man kaum persönliche Dinge mitnehmen kann. Dazu kommt die Frage, was das Heim für jemanden persönlich bedeutet. Es gibt aber auch Kriterien, die darauf hinweisen, dass ein Heim die bessere Lösung sein könnte. Wohlgemerkt: „könnte“.

Kriterium 1: Fehlendes bzw. stark reduziertes soziales Umfeld

Oft ist eine Krankheit der Auslöser, wenn man nicht mehr unter die Leute gehen kann. Das soziale Umfeld engt sich hierdurch ein und es wird ein Prozess in Gang gesetzt, der zur Vereinsamung führen kann. Corona und wie wir mit der Infektionsgefahr umgegangen sind hat zur Vereinzelung alter Menschen geführt. Das Etikett „besonders vulnerable Gruppe“ hat die wenigen Kontakte noch weiter eingeschränkt. Nach dieser Zeit fehlte dann vielen Betroffenen die Kraft alte Kontakte wieder zu beleben.

Kriterium 2: Selbstversorgung nicht mehr gewährleistet

Solange ein alter Mensch körperlich so fit ist, dass er einkaufen geht und für sich kocht, sich also selbst versorgen kann, ist alles gut. Und auch wenn diese Aktivitäten durch die Demenz schleichend eingeschränkt werden, gibt es Möglichkeiten: Essen kann man liefern lassen, die Einnahme von Medikamenten kontrollieren lassen. Und selbst für die körperliche Hygiene kann man sich Unterstützung holen. Und so könnte es weiter gehen, wenn ja wenn sich der Zustand nicht noch weiter verschlechtern würde.

Kriterium 3: Selbstgefährdung

Bei Demenz wird oft vergessen den Herd auszuschalten. Doch auch das lässt sich regeln: den Strom vom Herd abstellen und Essen liefern lassen. Ein kritischer Punkt ist erreicht, wenn trotz eines Anrufes vergessen wird das gelieferte Essen zu sich zu nehmen.

Hitzeperioden werden ab einem mittelschweren Stadium der Demenz lebensgefährlich. Es wird einfach vergessen zu trinken und auch einfachste Maßnahmen mit der Hitze umzugehen, wie nächtliches Lüften werden nicht umgesetzt.

Dazu drohen noch mehr Risiken. Insbesondere Stürze können lebensbedrohlich werden. Die technische Lösung für Alleinlebende mit einem Alarmknopf um den Hals ist bis heute unzulänglich. Erstmal muss man daran denken den Alarm bei sich zu tragen, eine kaum zu bewältigende Aufgabe für Demenzkranke und dann dringt der Alarm nicht immer durch dicke Kellerdecken.

Meine persönliche Meinung: Spätestens ab dem Zeitpunkt an dem Selbstgefährdung erkannt wird, wird es Zeit sicherzustellen, dass er oder sie nicht mehr allein lebt. Sehr oft bedeutet dies das Heim.

 

Foto: Pixabay

Nun erfasst es auch Europa: Wenn das Wasser knapp wird

Posted By Monika Lehmann-Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik, Umwelt | 2 Comments
Wasserhahn

Wasser kommt bei uns aus dem Hahn. Jederzeit. Sauber, klar und für wenige Cent pro Liter. Gerade deshalb vergessen wir leicht, wie kostbar diese Ressource eigentlich ist. Doch der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt – auch in Europa und auch vor unserer Haustür. Wie sicher ist unser Trinkwasser in Wentorf? Und warum kostet das Abwasser hier deutlich mehr als in Hamburg? Wasser ist Leben. Dieser Satz klingt beinahe banal, ist aber eine der elementarsten Tatsachen überhaupt. Ohne Wasser gäbe es weder Menschen noch Tiere noch Pflanzen. Trotzdem behandeln wir Wasser im Alltag häufig wie eine Selbstverständlichkeit: Hahn auf, Wasser läuft. Duschen, waschen, kochen, Toilette spülen, Garten bewässern – und am Ende ist alles wieder weg. Nur: Wasser verschwindet nicht. Es bewegt sich im natürlichen Wasserkreislauf. Regen fällt, Wasser versickert, Grundwasser entsteht, Quellen und Flüsse werden gespeist, Wasser verdunstet und kehrt irgendwann als Niederschlag zurück. Das Problem liegt deshalb nicht darin, dass es auf der Erde irgendwann überhaupt kein Wasser mehr gibt. Knapp werden kann vielmehr das verfügbare und nutzbare Süßwasser – am falschen Ort, zur falschen Zeit oder in nicht ausreichender Menge. Und genau das wird zunehmend zu einer europäischen Frage.

Wenn der Sommer zum Stresstest wird

Was in den vergangenen Jahrzehnten vor allem mit Südeuropa verbunden wurde, ist längst auch weiter nördlich angekommen: lange Hitzeperioden, ausbleibender Regen, trockene Böden und sinkende Wasserstände. Brandenburg beispielsweise gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Dort gelten in trockenen Zeiten Einschränkungen für die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser. Auch die Landwirtschaft steht zunehmend vor der Frage, wie viel Wasser für die Bewässerung zur Verfügung stehen kann. In unserer näheren Umgebung ist Wasser ebenfalls längst kein abstraktes Thema mehr. Im Landkreis Lüneburg laufen Wasserrechtsverfahren für erhebliche Grundwasserentnahmen. Besonders bekannt geworden ist der Streit um Coca-Cola. Der Getränkehersteller entnimmt in Lüneburg bereits Grundwasser für die Produktion von Vio. Ein geplanter dritter Brunnen mit einer vorgesehenen Entnahme von 350.000 Kubikmetern jährlich sorgte für heftige Diskussionen. Coca-Cola zog den Antrag 2022 allerdings zurück. Noch grundsätzlicher wird die Debatte in Brandenburg geführt. Dort geht es unter anderem um die geplante Erweiterung der Getränkeproduktion und die Frage, wie viel Grundwasser industrielle Produktion in einer ohnehin wasserarmen Region dauerhaft beanspruchen darf. Der Konflikt zeigt: Wasser kann zur Verteilungsfrage werden – zwischen Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und Natur.

Und wie sieht es bei uns aus?

Für Wentorf gibt es zunächst eine gute Nachricht: Unsere Trinkwasserversorgung ist sehr sicher. Wentorf wird von HAMBURG WASSER mit Trinkwasser versorgt. Das Unternehmen betreibt ein Verbundsystem aus 17 Wasserwerken und beliefert neben Hamburg zahlreiche Gemeinden im Umland – ausdrücklich auch Wentorf und Wohltorf. Das ist ein erheblicher Vorteil. Wir sind nicht von einem einzigen kleinen örtlichen Brunnen abhängig. Die Wasserwerke arbeiten in einem Verbund und können dadurch Versorgungssicherheit gewährleisten. Doch auch unser Wasser hat eine gemeinsame Grundlage: Grundwasser. HAMBURG WASSER gewinnt sein Trinkwasser vollständig aus Grundwasser. Damit wird eine einfache Wahrheit sichtbar: Unser Trinkwasser beginnt nicht im Wasserwerk. Es beginnt als Regen.

Viel Regen heißt nicht automatisch viel Grundwasser

Genau hier wird der Klimawandel interessant. Ein trockener Sommer bedeutet nicht zwangsläufig eine Wasserkrise. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die Grundwasservorräte über längere Zeit ausreichend erneuern können. Und auch ein heftiger Regenguss löst das Problem nicht unbedingt. Wenn in kurzer Zeit sehr große Wassermengen fallen, können Böden das Wasser nicht vollständig aufnehmen. Ein Teil fließt oberirdisch ab. Für die Grundwasserneubildung sind lang anhaltende Niederschläge und ausreichende Versickerung wesentlich günstiger. Gleichzeitig steigen bei höheren Temperaturen Verdunstung und Wasserbedarf. Landwirtschaft benötigt mehr Bewässerung, Gärten werden häufiger gesprengt und an heißen Tagen steigt auch der Verbrauch in den Haushalten. Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass Hamburg und Wentorf unmittelbar vor einer Trinkwasserkrise stehen. Es bedeutet vielmehr: Auch ein scheinbar unerschöpfliches System hat Grenzen.

Unser Wasser ist billig – aber nicht kostenlos

Vielleicht liegt genau darin ein Teil unseres Problems. Ein Kubikmeter Trinkwasser – also 1.000 Liter – kostet bei HAMBURG WASSER 2026 2,19 Euro. Ein Liter Leitungswasser kostet damit rund 0,22 Cent. Das klingt beinahe unglaublich wenig. Mit einem Kubikmeter lassen sich nach Angaben von HAMBURG WASSER beispielsweise etwa 20-mal duschen, 400-mal die Hände waschen oder rund 5.000 Gläser Wasser trinken. Doch der Preis des Wassers ist nur die halbe Geschichte. Denn mit dem Wasser, das aus unserem Hahn kommt, entsteht auch Abwasser. Und dessen Beseitigung kostet ebenfalls Geld. In Wentorf wird das Schmutzwasser nicht von HAMBURG WASSER, sondern vom Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden abgerechnet. Die aktuelle Schmutzwassergebühr beträgt 3,37 Euro pro Kubikmeter. Damit kostet die Entsorgung des gebrauchten Wassers derzeit sogar mehr als das frische Trinkwasser selbst.

Die Entwicklung zeigt außerdem, dass die Kosten nicht konstant sind:

Jahr Trinkwasser Wentorf Schmutzwasser Wentorf
2021 2,13 € 2,89 €
2022–2024 2,13 € 2,81 €
2025 2,13 € 3,37 €
2026 2,19 € 3,37 €

jeweils pro Kubikmeter; Trinkwasserpreis nach HAMBURG WASSER, Schmutzwassergebühr nach Angaben des Abwasserverbandes. Damit kostet ein Kubikmeter Wasser, wenn man Trinkwasser und Schmutzwasser zusammen betrachtet, in Wentorf derzeit 5,56 Euro – die Niederschlagswassergebühr noch nicht eingerechnet. Das ist immer noch wenig. Aber es verändert den Blick auf die berühmte „Wasseruhr“.

Eine Wasseruhr – zwei Rechnungen

Und hier wird es in Wentorf interessant. Das Trinkwasser beziehen wir von HAMBURG WASSER. Der Verbrauch wird über den Wasserzähler erfasst und bildet die Grundlage für die Trinkwasserabrechnung. Das Schmutzwasser wird dagegen vom unabhängigen Abwasserverband abgerechnet. Vereinfacht gilt dabei das Prinzip: Was an Trinkwasser in den Haushalt hineinfließt, wird als Schmutzwasser grundsätzlich wieder herausgerechnet. Die Verbrauchsmenge ist damit für zwei unterschiedliche Abrechnungen relevant – Trinkwasser und Schmutzwasser. Und damit stellt sich zwangsläufig eine Frage: Wer übermittelt eigentlich wem die Verbrauchsdaten? HAMBURG WASSER und der Abwasserverband sind zwei unterschiedliche Institutionen. Der eine rechnet das Trinkwasser ab, der andere das Schmutzwasser. Für die Berechnung der Schmutzwassergebühr benötigt der Abwasserverband allerdings die entsprechende Verbrauchsmenge. Das ist kein nebensächliches Detail. Denn hinter einer Wasseruhr steht nicht nur eine Zahl, sondern ein personenbezogener Verbrauchswert: Der Wasserverbrauch lässt sich grundsätzlich einem Haushalt beziehungsweise Anschluss zuordnen. Damit ist eine Datenschutzfrage verbunden: Auf welcher rechtlichen Grundlage werden die Verbrauchsdaten zwischen HAMBURG WASSER und dem Abwasserverband ausgetauscht beziehungsweise für die jeweilige Gebührenabrechnung verwendet? Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass hier etwas rechtswidrig geschieht. Für eine solche Datenverarbeitung kann selbstverständlich eine gesetzliche Grundlage bestehen. Aber Transparenz wäre wünschenswert. Denn für den Bürger sind es am Ende zwei getrennte Abrechnungen von zwei unterschiedlichen Institutionen – während offenbar dieselbe Verbrauchsmenge die Grundlage für beide Abrechnungen bildet. Eine Datenbasis – zwei Gebührenbescheide. Wie genau dieser Datenaustausch organisiert ist, welche Daten konkret übermittelt werden und auf welcher Rechtsgrundlage dies geschieht, wäre deshalb eine durchaus interessante Frage an HAMBURG WASSER und den Abwasserverband.

Wentorfs besondere Wasserrechnung

Für Wentorf hat die Wasserfrage allerdings noch eine weitere Seite. Denn bei uns treffen zwei Systeme aufeinander, die eigentlich eng miteinander verbunden sind. Unser Trinkwasser kommt von HAMBURG WASSER. Und auch unser Schmutzwasser landet letztlich in Hamburg. Es wird über das Kanalnetz des Abwasserverbandes der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden an Hamburg übergeben und dort in den Hamburger Klärwerken gereinigt. Das wirft eine durchaus interessante Frage auf: Warum brauchen wir dazwischen eigentlich noch einen eigenen Abwasserverband? Die Antwort liegt im Kommunalrecht. Die Abwasserbeseitigung ist eine hoheitliche Aufgabe der Gemeinden. Eine Gemeinde kann diese Aufgabe jedoch nicht einfach vollständig an eine andere Stadt abgeben. Sie kann sich aber mit anderen Kommunen zusammenschließen und die Aufgabe auf einen gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Verband übertragen. Genau das ist bei den Bille- und Geestrandgemeinden geschehen. Der Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden ist deshalb eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er verfügt über eine eigene Verwaltung, eigene Mitarbeiter, einen ehrenamtlichen Verbandsvorsteher, eine Verbandsversammlung und Ausschüsse. Das ist rechtlich sauber und in Schleswig-Holstein keineswegs ungewöhnlich. Viele Gemeinden organisieren die Abwasserbeseitigung über solche Zweck- oder Abwasserverbände. Doch wirtschaftlich stellt sich eine andere Frage.

Wir nutzen Hamburg – und leisten uns zusätzlich eine eigene Struktur

Technisch betrachtet profitieren die Bille- und Geestrandgemeinden erheblich von ihrer Nähe zu Hamburg. Das Trinkwasser wird von HAMBURG WASSER geliefert. Das Schmutzwasser wird letztlich ebenfalls in Hamburg gereinigt. Anders gesagt: Am Anfang des Kreislaufs steht Hamburg. Am Ende des Kreislaufs steht ebenfalls Hamburg. Dazwischen gibt es allerdings eine eigene Organisation: den Abwasserverband. Und diese Organisation kostet Geld. Sie braucht Personal, Verwaltung, Gremien, Sitzungen, Planung, Unterhaltung und eine eigene Infrastruktur. Hinzu kommen die Kosten für das Kanalnetz und die Pumpwerke. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Verband „zu teuer“ ist. Schließlich muss auch ohne Verband eine funktionierende Abwasserbeseitigung organisiert, kontrolliert und bezahlt werden. Auch Hamburg würde für seine Leistungen Geld verlangen. Aber angesichts der Tatsache, dass unser Abwasser ohnehin nach Hamburg fließt und dort gereinigt wird, ist die Frage durchaus legitim: Wäre eine unmittelbare Organisation der Abwasserbeseitigung über Hamburg langfristig günstiger als das heutige Modell mit einem zusätzlichen Verband? Und damit kommt man zurück zu den Gebühren.

Warum kostet das Abwasser in Wentorf mehr als in Hamburg?

2026 kostet ein Kubikmeter Trinkwasser sowohl in Hamburg als auch in Wentorf 2,19 Euro. Beim Schmutzwasser sieht es dagegen anders aus. In Hamburg beträgt die Sielwassergebühr aktuell 2,49 Euro pro Kubikmeter. In Wentorf werden dagegen 3,37 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser berechnet. Das sind 88 Cent mehr pro Kubikmeter – rund 35 Prozent. Natürlich darf man daraus nicht einfach schließen, dass die Differenz ausschließlich durch den Abwasserverband verursacht wird. Unterschiedliche Kostenstrukturen, Investitionen, Netzlängen, Pumpwerke, Finanzierung und weitere Faktoren spielen eine Rolle. Aber der Unterschied ist bemerkenswert. Denn das Ergebnis lautet: Das Trinkwasser kostet in Hamburg und Wentorf gleich viel. Das Abwasser ist in Wentorf deutlich teurer. Und genau hier lohnt sich eine genauere Betrachtung der Strukturen. Der Bürger sieht am Ende vor allem eine Zahl auf seiner Rechnung. Dahinter stehen jedoch unterschiedliche Organisationsformen und Kosten.

Ein Verband, sechs Gemeinden – und trotzdem Hamburg

Der Abwasserverband umfasst Wentorf, Aumühle, Börnsen, Escheburg, Kröppelshagen-Fahrendorf und Wohltorf. Seine Aufgabe besteht darin, die Abwasserbeseitigung für diese Gemeinden zu organisieren. Das ist eine sinnvolle Form kommunaler Zusammenarbeit, insbesondere weil nicht jede Gemeinde ihre eigene Infrastruktur und Verwaltung dafür aufbauen muss. Aber auch ein Verband ist keine kostenlose Lösung. Und deshalb wäre es interessant, einmal ganz nüchtern zu vergleichen: Was kostet die heutige Konstruktion insgesamt – und was würde eine direkte Zusammenarbeit mit Hamburg kosten?

Dazu müsste man sämtliche Kosten gegenüberstellen:

Erst dann ließe sich seriös beurteilen, ob die heutige Struktur wirtschaftlich optimal ist.

Gartenwasser: weniger Abwassergebühr

Eine Ausnahme gibt es bei Wasser, das nachweislich nicht in die Kanalisation gelangt. Wer seinen Garten regelmäßig mit Trinkwasser bewässert, kann bei HAMBURG WASSER einen separaten Gartenwasserzähler beantragen. Dann lässt sich die Menge des Wassers feststellen, die tatsächlich im Garten verwendet wurde. Für diese Wassermenge fällt keine Schmutzwassergebühr an, weil sie nicht in die Kanalisation gelangt. HAMBURG WASSER nennt einen Richtwert von etwa 20 Kubikmetern Jahresverbrauch, ab dem sich ein Gartenwasserzähler lohnen kann. Allerdings kostet auch dieser Zähler Geld: Der Einbau muss fachgerecht erfolgen und darf nicht einfach vom Hauseigentümer selbst vorgenommen werden. Zusätzlich berechnet der Abwasserverband für den Gartenwasserzähler derzeit eine jährliche Gebühr von 3 Euro. Auch hier zeigt sich: Wasser ist billig – die Infrastruktur dahinter ist es nicht.

Und dann muss das Wasser wieder weg

Der Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden umfasst neben Wentorf die Gemeinden Aumühle, Börnsen, Escheburg, Kröppelshagen-Fahrendorf und Wohltorf. Der Verband betreibt ein eigenes Schmutzwasserkanalnetz. Ein eigenes Klärwerk besitzt er jedoch nicht. Das Abwasser wird an drei Übergabestellen in Wentorf an das Hamburger Entwässerungsnetz übergeben und anschließend in Hamburger Klärwerken gereinigt. Das gereinigte Wasser wird schließlich in die Elbe eingeleitet. Das Niederschlagswasser ist davon getrennt. Es wird von den jeweiligen Gemeinden über eigene Systeme erfasst und abgerechnet. Wasser ist also auch kommunal betrachtet ein Kreislauf mit vielen Beteiligten.

Kann man Trinkwasser eigentlich „herstellen“?

Eine interessante Frage lautet deshalb: Können wir Wasser eigentlich wieder herstellen? Im Prinzip ja – aber nicht so, wie man es sich vielleicht vorstellt. Kläranlagen machen aus Abwasser nicht unmittelbar Trinkwasser. Sie reinigen es so weit, dass es anschließend wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Über Flüsse, Seen und Böden gelangt Wasser irgendwann erneut in den natürlichen Kreislauf und kann später wieder zur Grundwasserbildung beitragen. Unser Trinkwasser ist also Teil eines Kreislaufs – aber kein beliebig reproduzierbares Industrieprodukt. Wenn Grundwasserreserven dauerhaft stärker genutzt werden, als sie sich erneuern, hilft auch die beste Kläranlage nicht unbegrenzt weiter.

Kein Grund zur Panik – aber Anlass zum Nachdenken

Für Wentorf bedeutet das alles zunächst keine akute Gefahr. Die Versorgung durch HAMBURG WASSER ist leistungsfähig und durch den Verbund der Wasserwerke gut abgesichert. Von einem Szenario, in dem Wentorf plötzlich ohne Trinkwasser dasteht, sind wir weit entfernt.

Aber die entscheidende Frage lautet vielleicht auch gar nicht: „Wann ist das Wasser alle?“

Sondern:

„Wie lange können wir es uns leisten, Wasser so selbstverständlich zu behandeln wie bisher?“

Der Klimawandel verändert Niederschläge, Temperaturen und Verdunstung. Gleichzeitig wachsen Wasserbedarfe in Landwirtschaft, Industrie und Haushalten. In anderen Regionen Deutschlands gibt es bereits Einschränkungen bei der Wasserentnahme. Auch Schleswig-Holstein ist nicht außerhalb dieses Problems. Vielleicht sollten wir deshalb unseren Blick auf Wasser verändern. Nicht aus Angst vor dem leeren Wasserhahn. Sondern aus Respekt vor einer Ressource, die unser Leben erst möglich macht. Denn wenn wir morgens den Wasserhahn aufdrehen, kommt dort nicht einfach „Wasser“. Es kommt Grundwasser. Und Grundwasser braucht vor allem eines: Zeit!

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

Weniger Kinder, weniger Kita-Plätze: Wentorf muss seine Betreuung neu aufstellen

Posted By Monika Lehmann-Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik | 1 Comment
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Die Gemeinde Wentorf muss ihr Kita-Angebot in den kommenden Jahren deutlich an den sinkenden Bedarf anpassen. Der Kreis Herzogtum Lauenburg als zuständige Stelle der Kinder- und Jugendhilfe fordert eine entsprechende Anpassung. Konkrete Entscheidungen über weitere Gruppen oder Einrichtungen gibt es noch nicht. Die politische Beratung beginnt am 24. August 2026 im Bürgerausschuss.

Die Zahl der Kinder in Wentorf wird nach den Prognosen des Kreises, aber auch nach den eigenen Untersuchungen der Gemeinde in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Nach den aktuellen Prognosen der Gemeinde werden die Geburten im Jahr 2030 gegenüber 2024 um rund 40 Prozent sinken. Damit wird für die Gemeinde zunehmend klar: Das bisherige Angebot an Kita-Plätzen wird langfristig nicht mehr benötigt. Die Verwaltung hat deshalb am Mittwoch, 19. August 2026, über die geplante Anpassung des Kita-Platzangebots informiert. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass zunächst die fachlichen Grundlagen geschaffen und die Kita-Träger in den Prozess einbezogen werden sollen. Konkrete weitere Maßnahmen sind bislang nicht beschlossen. Ganz neu ist die Entwicklung allerdings nicht. Bereits in der Aprilsitzung des Bürgerausschusses war die Reduzierung von 22 Elementarplätzen und fünf Krippenplätzen zum 1. August 2026 beschlossen worden. Auch der Ersatzbau für die Kita „Lütte Lüüd“ soll – wenn auch in verkleinerter Form – kommen. Nach umfangreicher Abwägung war damit zunächst die Hoffnung verbunden, den Abbau von Kita-Plätzen zunächst stoppen zu können. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass der Anpassungsprozess weitergehen muss. Dabei spielt auch der vom Kreis vorgegebene beziehungsweise eingeforderte Abbau von Überkapazitäten eine wesentliche Rolle.

Heute 520 Plätze – 2030 deutlich weniger Bedarf

In Wentorf stehen derzeit – einschließlich der bereits beschlossenen Kürzungen – 123 Krippenplätze und 397 Elementarplätze, insgesamt also 520 Plätze, zur Verfügung. Die aktuelle Belegungsquote liegt bei rund 80 Prozent im Krippenbereich und 95 Prozent bei den Elementarplätzen. Für das Jahr 2030 wird dagegen ein Bedarf von lediglich 79 Krippenplätzen und 326 Elementarplätzen prognostiziert. Um weiterhin eine Versorgungsquote von mindestens 75 Prozent bei den unter Dreijährigen und 110 Prozent bei den über Dreijährigen sicherzustellen, müssten nach dieser Berechnung bis 2030 44 Krippenplätze und 71 rechnerische Elementarplätze abgebaut werden. Damit geht es insgesamt um eine Größenordnung von 115 Plätzen, die nach heutiger Prognose im Laufe der kommenden Jahre nicht mehr benötigt werden. Dabei handelt es sich um eine Bedarfsprognose und nicht um einen bereits beschlossenen Abbau. Welche Konsequenzen daraus tatsächlich gezogen werden, muss erst das nun beginnende politische Verfahren zeigen.

Noch ist offen, wo gekürzt wird

Welche Einrichtungen oder Gruppen von einer weiteren Anpassung betroffen sein könnten, ist derzeit ausdrücklich offen. Die Verwaltung hat dafür eine Bewertungsmatrix erarbeitet. Darin werden unter anderem Auslastung, Versorgungsfunktion, bauliche Situation, Wirtschaftlichkeit, Betreuungsangebot, Personalsituation und weitere strukturelle Kriterien berücksichtigt. Die Matrix soll ausdrücklich kein automatisches Schließungsranking sein. Sie dient als Entscheidungsgrundlage. Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen sollen zusätzlich geprüft und mit den Trägern besprochen werden. Allerdings macht die von der Verwaltung vorgelegte Bewertungsmatrix auch deutlich, dass Gruppenkürzungen und Kita-Schließungen grundsätzlich Bestandteil des Auswahlverfahrens sind. Je niedriger eine Einrichtung nach den festgelegten und gewichteten Kriterien bewertet wird, desto eher spricht dies für eine Verkleinerung oder Schließung einer Gruppe beziehungsweise einer Kita.

Die Folgen sollen möglichst tragbar bleiben

Die Gemeinde betont zugleich, dass der notwendige Anpassungsprozess nicht zu kurzfristigen und unplanbaren Belastungen für Familien, Träger und Beschäftigte führen soll. Die Verwaltung will deshalb möglichst frühzeitig für Klarheit sorgen und die unterschiedlichen Interessen in die weiteren Überlegungen einbeziehen. Für die Familien soll die Betreuung der Bestandskinder gesichert bleiben; auch die Aufnahme neuer Kinder soll weiterhin gewährleistet werden. Den Trägern sollen frühzeitig Daten zur Verfügung gestellt und in Einzelgesprächen unterschiedliche Umsetzungsvarianten erörtert werden. Auch für die Beschäftigten soll der Prozess möglichst planbar gestaltet werden. Die arbeitsrechtliche Verantwortung liegt zwar bei den jeweiligen Trägern, die Gemeinde will jedoch frühzeitig Planungsklarheit schaffen. Frei werdende Fachkräfte könnten beispielsweise ausscheidende Mitarbeitende ersetzen oder gegebenenfalls durch einen Wechsel des Arbeitgebers im System gehalten werden. Die Verwaltung verfolgt damit nach eigener Darstellung das Ziel, die unvermeidbare Anpassung schrittweise, transparent und mit möglichst geringen Auswirkungen für die Beteiligten umzusetzen.

Eine weitere Besonderheit: I-Kinder

Nicht alle Entwicklungen lassen sich derzeit zuverlässig planen. Die Gemeinde weist insbesondere auf die steigende Zahl von Kindern mit anerkanntem beziehungsweise diagnostiziertem Nachteilsausgleich hin, den sogenannten I-Kindern. Diese Kinder werden bei der Bedarfsberechnung rechnerisch mit zwei Plätzen berücksichtigt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die bisherige Vielfalt der Kita-Träger erhalten werden kann, wenn einzelne Einrichtungen bei sinkenden Kinderzahlen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind. Auch darauf gibt es derzeit noch keine abschließende Antwort.

Politik entscheidet erst noch

Die Informationsveranstaltung der Verwaltung am 19. August war ausdrücklich noch keine politische Entscheidung über einzelne Kitas. Fest steht lediglich, dass die vorhandenen Kapazitäten an die erwartete Bedarfsentwicklung angepasst werden müssen. Offen sind dagegen der konkrete Umfang, mögliche betroffene Gruppen und Standorte sowie der Zeitpunkt einer Umsetzung. Die politische Beratung beginnt nun im Bürgerausschuss. Am 24. August 2026 um 19 Uhr wird sich die Politik erstmals mit den neuen Zahlen, den vorgestellten Kriterien und den daraus möglichen Konsequenzen beschäftigen. Damit steht Wentorf vor einem bemerkenswerten Wandel: Nachdem in den vergangenen Jahren zusätzliche Betreuungsangebote geschaffen werden mussten, geht es nun darum, eine Infrastruktur, die für deutlich mehr Kinder ausgelegt wurde, an eine dauerhaft sinkende Kinderzahl anzupassen.

Fest steht zunächst nur eines: Wentorf wird in den kommenden Jahren weniger Kita-Plätze benötigen. Welche Einrichtungen diesen Anpassungsprozess tragen müssen und wie weit die Kürzungen tatsächlich gehen, ist dagegen noch Gegenstand der politischen Diskussion.

 

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

Zu spät am Einsatzort: Feuerwehren in SH kämpfen gegen Tempo 30

Posted By Dieter Traut On In Politik | 1 Comment
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Mit dieser Titelzeile startete die Lokalredaktion Rendsburg-Eckernförde des NDR am 01. August in das Sommerloch. Berichtet wurde über eine Warnung des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein (LSV SH) der darauf hinwies, dass es den Feuerwehrleuten immer schwerer gemacht würde, rechtzeitig – also innerhalb der 10-minütigen Hilfsfrist – am Einsatzort anzukommen. Grund sei eine EU-Lärmschutzrichtlinie.

Doch warum erlässt die EU, deren Richtlinien übrigens einstimmig von allen Mitgliedsländern erlassen werden, eine Lärmschutzrichtlinie? Ganz einfach: Lärm macht krank. Und Tempo 30 reduziert die Lärmbelastung von Tempo 50 auf etwa die Hälfte. Dazu kommt der soziale Aspekt: Billiger Wohnraum findet sich oft direkt an Hauptverkehrsstraßen. Besonders hier sind sehr viele Menschen betroffen. Und schließlich gibt es noch den Sicherheitsaspekt: mit der Reduzierung der Geschwindigkeit wird die Anzahl von Unfällen, insbesondere von schwerwiegenden deutlich reduziert.

Die hier dargestellten Sichtweisen wirken wie ein typischer politischer Konflikt, der durch die Prioritätensetzung kommunaler Gremien zu lösen ist. Doch die hierzu erforderliche Fähigkeit zu Kompromissen scheint dem LSV SH abzugehen. Beispielsweise lässt man den Hinweis, dass Feuerwehrleute im Einsatz auch auf dem Weg zum Gerätehaus nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen gebunden sind, nicht gelten. Hier seien rechtliche Aspekte unzureichend sauber geklärt. Auch die Lösung der beispielhaft angeführten FF von Molfsee wird kritisiert: da nur einzelne Feuerwehrleute die neue Tempo 30 Strecke nutzen, kann man unter Einhaltung der Hilfsfrist das erste Fahrzeug zuverlässig mit sechs statt geplant neun Feuerwehrleuten bestücken. Hierdurch würde das Risiko für die Feuerwehrleute vor Ort steigen, weil in schwierigen Situationen kurzfristig Kräfte fehlen könnten. Viele Konjunktive …

Und dann kommt das Innenministerium von SH und verwirrt die Situation noch weiter: die Einhaltung der Hilfsfrist, die übrigens nicht in allen Bundesländern so kurz ist, wie in Schleswig-Holstein, sei unverhandelbar. So beginnt beispielsweise die Hilfsfrist von ebenfalls 10 Minuten bei den sparsamen Schwaben in Baden-Württemberg erst mit dem Ausrücken der Feuerwehr und nicht wie in SH bereits ab dem Anruf in der Alarmzentrale zu laufen. Und so wird auch weiterhin die Hilfsfrist dafür sorgen, dass die Kommunen in SH auf die Fläche gesehen relativ mehr Feuerwehrgerätehäuser brauchen. Gleichzeitig wird – wie in Wentorf – die Flexibilität bei der Wahl des Standorts eines Neubaus eingeschränkt. Beide Aspekte haben massive Auswirkungen auf den Haushalt der jeweiligen Kommune.

Als Kompromiss für den oben dargestellten Konflikt schlägt das Innenministerium  Tempo 30 nur in der Nacht vor, was angeblich auch beim Feuerwehrverband auf offene Ohren stoßen würde. Ganz so, als würde die Lärmbelästigung tagsüber nicht gesundheitsgefährdend sein.

 

Beitragsfoto: Ralf Lesko

Das Ordnungsamt und seine Vorschriften

Posted By Dieter Traut On In Verkehr | 4 Comments
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Etwas abseits vom Reinbeker Weg, oberhalb der Bahntrasse, aber unterhalb der Villen liegt eines der kleinsten und lebenswertesten Quartiere von Wentorf. Hierzu tragen insbesondere die vielen Straßenbäume an kleinen Straßen bei. Ortskundige Fußgänger und Radfahrer schätzen diesen idyllischen By-pass zur überbelasteten Landesstraße. Seit etwa einer Woche ist dieses Viertel jedoch in Aufregung: das Ordnungsamt hat ohne Vorwarnung eine über Jahrzehnte geübte und von der Gemeinde geduldete Parkpraxis aufgekündigt.

Hierzu ein paar Details, ohne die das Problem nur schwer verständlich ist: von Kantstein zu Kantstein hat die Straße eine Breite von etwa 4,50 m. Dahinter kommt auf beiden Seiten ein Gehweg, auf dem die Alleebäume gepflanzt sind. Diese Bäume benötigen etwas über einen Meter. Wiederum dahinter kommt der Gehweg, der auf der einen Seite etwa 1,20 m und auf der anderen über 1,50 Restbreite hat. Die Anwohner parken seit Jahrzehnten ihre PKW mit zwei Rädern auf dem Bordstein und damit zwischen den Baumstämmen. Dies ermöglicht einerseits die Durchfahrt von größeren Lastwagen wie Feuerwehr und Müllwagen, die jeweils runde 3 Meter Breite in Anspruch nehmen.  Gleichzeitig ist diese Parkpraxis keine Behinderung für die Nutzer des Gehwegs. Letzteres bestätigt das Ordnungsamt, wenn es ein Bußgeld von 55,- Euro wegen Parkens auf dem Bordstein ohne Behinderung verhängt.

Anwohner, die nicht auf Stellflächen auf ihrem Grundstück zurückgreifen können – von erwachsenen Kindern, Besuchern und Handwerkern mal ganz abgesehen – dürfen also nach Auffassung des Ordnungsamtes nicht wie oben beschrieben parken. Das ist formal korrekt, da die Fläche ab dem Kantstein also auch zwischen den Bäumen zum Gehweg zählt. Doch ist es auch lebens- bzw. bürgernah? Oder geht es nur um die Durchsetzung bürokratischer Vorschriften?

Was wäre die Alternative? Das vom Ordnungsamt offensichtlich gewünschte, da nicht beanstandete, Parken auf der Straße (siehe Foto oben)?  Bei der verbliebenen Straßenbreite können Feuerwehr oder Müllwagen viele PKW nicht mehr passieren, was wiederum das Ordnungsamt – diesmal mit umgekehrtem Vorzeichen – auf den Plan rufen dürfte. Oder darf man in der Straße vor seiner Haustür gar nicht mehr parken? Das würde allerdings einen Fußweg von mehreren 100 Meter bedeuten. Beladen mit einem Wocheneinkauf für eine mehrköpfige Familie, wäre das kaum als bürgernah zu bezeichnen.

Oder was wäre damit: die Gemeinde lässt ein Schild aufstellen das auf einer Seite der Straße das Parken mit zwei Rädern auf dem Gehweg erlaubt? Sie könnte aber auch einfach die bislang geübte Tolerierung der Parkpraxis fortsetzen. Man würde zumindest die Kosten der Schilder sparen.

Foto: privat / Dieter Traut

Der Bürgerverein Wentorf stellt das neue Programm für das zweite Halbjahr 2026 vor

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V. | No Comments
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Der Bürgerverein Wentorf hat sein Programm für das zweite Halbjahr 2026 [11] veröffentlicht und lädt Mitglieder sowie interessierte Gäste zu einer Reihe spannender Ausflüge, kultureller Veranstaltungen und geselliger Begegnungen ein. Von historischen Entdeckungen über Musikabende bis hin zu traditioneller norddeutscher Küche bietet das Programm zahlreiche Gelegenheiten, Neues kennenzulernen und Gemeinschaft zu erleben.

Den Auftakt macht am 16. Juli 2026 ein Besuch im Museumsdorf Volksdorf. Bei einer Führung durch das Freilichtmuseum erhalten die Teilnehmer Einblicke in das Leben und Arbeiten der Menschen in den Hamburger Walddörfern vergangener Zeiten. Historische Bauernhäuser, alte Handwerksbetriebe und traditionelle Nutztierrassen vermitteln ein lebendiges Bild norddeutscher Alltagskultur.

Musikalisch wird es am 05. September 2026 (Achtung Terminänderung) in der Alten Schule Wentorf. Unter dem Titel „Wind, Meer und Sterne“ gastieren der Hamburger Akkordeon-Kabarettist Frank Grischek und Gitarrist Ralf Lübke. Das Duo verbindet virtuose Musik mit humorvoller Unterhaltung und präsentiert neben eigenen Kompositionen auch neu interpretierte Werke bekannter Künstler. Nur wenige Tage später, am 26. August 2026, führt ein Rundgang durch die Hamburger HafenCity. Begleitet wird die Gruppe vom ehemaligen Hamburger Baudirektor Dieter Polkowski, der an der Entwicklung des Stadtteils beteiligt war. Die Teilnehmer erhalten aus erster Hand spannende Einblicke in eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Europas.

Der September steht ganz im Zeichen der plattdeutschen Sprache. Am 30. September 2026 laden Helga Eggers und Uli Gröhn zu einem unterhaltsamen Abend unter dem Motto „För jeden wat to’n Högen up Platt!“ ein. Mit Liedern, Geschichten und viel norddeutschem Humor sorgen die beiden Künstler für beste Unterhaltung. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Höhepunkt folgt am 8. Oktober 2026 mit einem Besuch des Hamburger Schulmuseums. Unter dem Titel „Ihr lernt nicht für die Schule, Ihr lernt für’s Leben!“ wird die Geschichte des Schulwesens vom Kaiserreich bis in die Gegenwart lebendig. Die Teilnehmer erwartet eine interessante Zeitreise durch Unterricht, Erziehung und Alltag vergangener Generationen.

Freunde maritimer Musik dürfen sich auf den 13. November 2026 freuen. Dann gastiert erneut der beliebte Shanty Chor „Fleetenkieker“ in der Alten Schule. Der traditionsreiche Männerchor präsentiert ein abwechslungsreiches Programm aus Seemannsliedern und maritimen Melodien. Der Eintritt ist frei, um eine Hutspende wird gebeten. Den Abschluss des Jahresprogramms bildet am 19. November 2026 das traditionelle Grünkohlessen in der Gaststätte „Alte 16“. Bei Grünkohl, Beilagen und geselligem Beisammensein bietet sich noch einmal Gelegenheit zum Austausch unter Vereinsmitgliedern und Gästen. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt und rundet das Vereinsjahr in gemütlicher Atmosphäre ab.

Mit seinem vielfältigen Angebot verbindet der Bürgerverein Wentorf auch im zweiten Halbjahr 2026 Kultur, Geschichte, Unterhaltung und Gemeinschaft. Ob Ausflug, Konzert, Vortrag oder geselliges Beisammensein – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Interessierte Gäste sind bei den Veranstaltungen herzlich willkommen.

Unterschätzen wir die Folgen der künstlichen Intelligenz?

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft | 3 Comments
Header Artikel KI mit Ki und Digital

Es gibt einen Satz, der jede technologische Revolution begleitet: Die Chancen überwiegen die Risiken.

Man hörte ihn bei der Einführung des Personalcomputers. Man hörte ihn beim Aufstieg des Internets. Man hörte ihn bei den sozialen Medien. Und man hört ihn heute wieder, wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist. Die Geschichte zeigt allerdings, dass Gesellschaften neue Technologien selten beherrschen. Meistens ist es umgekehrt: Die Technologien verändern die Gesellschaft schneller, als Politik, Institutionen und Kultur darauf reagieren können. Die Euphorie kommt zuerst. Die Nebenwirkungen folgen später. Bei der künstlichen Intelligenz könnte dieser Mechanismus eine Dimension erreichen, die demokratische Gesellschaften vor Herausforderungen stellt, auf die sie weder institutionell noch kulturell vorbereitet sind.

Die Lehre der vergangenen vierzig Jahre

Heute wird die digitale Revolution oft als Erfolgsgeschichte erzählt. Tatsächlich haben Personalcomputer, Internet und Smartphones Produktivität gesteigert, neue Märkte geschaffen und Milliarden Menschen Zugang zu Wissen ermöglicht. Doch gleichzeitig entstanden Entwicklungen, die kaum jemand in ihrer Tragweite vorausgesehen hatte. Die Digitalisierung versprach mehr Wettbewerb und führte in vielen Bereichen zu beispiellosen Monopolstrukturen. Das Internet versprach mehr Information und erzeugte zugleich eine nie dagewesene Flut von Desinformation. Soziale Netzwerke versprachen mehr Vernetzung und förderten gleichzeitig gesellschaftliche Polarisierung, politische Radikalisierung und die Zersplitterung öffentlicher Debatten. Fast immer reagierte die Politik erst dann, wenn die Folgen bereits sichtbar geworden waren. Reguliert wurde nicht vorausschauend, sondern nachträglich. Nicht gestaltend, sondern reparierend. Und selbst diese Reparaturversuche blieben oft halbherzig. Warum sollte es diesmal anders sein?

Die Illusion der Kontrolle

Viele politische Entscheidungsträger vermitteln derzeit den Eindruck, die Entwicklung künstlicher Intelligenz lasse sich durch einige Gesetze, Ethikrichtlinien und Aufsichtsbehörden kontrollieren. Diese Annahme könnte sich als gefährliche Selbsttäuschung erweisen. Denn erstmals in der Geschichte der Digitalisierung entsteht eine Technologie, die nicht nur Informationen verarbeitet oder verbreitet, sondern selbst Inhalte, Analysen, Empfehlungen und Entscheidungen erzeugt. Sie ersetzt nicht lediglich Werkzeuge. Sie beginnt, menschliche Funktionen zu imitieren. Und genau darin liegt ihre gesellschaftliche Sprengkraft. Demokratische Gesellschaften sind historisch darauf aufgebaut, dass Menschen Informationen bewerten, Meinungen bilden, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Künstliche Intelligenz greift in jeden dieser Bereiche ein. Die Frage lautet daher nicht mehr, wie Menschen Computer nutzen. Die Frage lautet zunehmend, wie Menschen ihre Rolle in einer Welt definieren, in der Maschinen viele ihrer geistigen Tätigkeiten schneller, billiger und teilweise überzeugender ausführen können.

Der stille Angriff auf die Mittelschicht

Besonders bemerkenswert ist, dass diesmal nicht zuerst die einfachen Tätigkeiten betroffen sind. Die industrielle Revolution ersetzte Muskelkraft. Die Computerisierung ersetzte Routinen. Die künstliche Intelligenz greift nun ausgerechnet jene Berufe an, die lange als vergleichsweise sicher galten: Juristen, Journalisten, Übersetzer, Grafiker, Fotografen, Analysten, Programmierer, Sachbearbeiter, Berater oder Verwaltungsangestellte. Es geht nicht zwingend um vollständige Arbeitslosigkeit. Wahrscheinlicher ist eine schleichende Entwertung menschlicher Arbeit. Wenn ein Mitarbeiter künftig mit Hilfe von KI die Arbeit von fünf oder zehn Personen erledigen kann, entsteht zwangsläufig die Frage, warum die übrigen fünf oder zehn noch benötigt werden. Die Geschichte zeigt, dass technologische Produktivitätsgewinne nicht automatisch zu gesellschaftlichem Wohlstand für alle führen. Oft führen sie zunächst zu einer Konzentration von Vermögen und Macht. Die Hoffnung, neue Berufe würden die verlorenen ersetzen, mag sich teilweise erfüllen. Doch die Geschwindigkeit der Entwicklung könnte größer sein als die Anpassungsfähigkeit vieler Menschen und Institutionen. Die Folge wäre keine plötzliche Massenarbeitslosigkeit, sondern eine schleichende Verunsicherung großer Teile der Mittelschicht. Und genau diese Mittelschicht bildet seit Jahrzehnten das Fundament stabiler Gesellschaften.

Die Krise der Wahrheit

Noch schwerwiegender könnte jedoch eine andere Entwicklung werden. Demokratien leben nicht von Einigkeit. Sie leben von einem gemeinsamen Verständnis dessen, was überhaupt diskutiert wird. Bislang war es zumindest theoretisch möglich, zwischen echten und gefälschten Informationen zu unterscheiden. Mit künstlicher Intelligenz könnte diese Grenze dauerhaft verschwimmen. Bilder, Videos, Interviews, Reden oder Dokumente lassen sich künftig in Sekunden erzeugen. Die technische Qualität wird weiter steigen. Die Kosten werden weiter sinken. Damit entsteht ein Problem, das weit über klassische Desinformation hinausgeht. Wenn alles fälschbar wird, verliert auch das Echte an Glaubwürdigkeit. In einer solchen Umgebung genügt es nicht mehr, eine Lüge zu verbreiten. Es reicht, Zweifel zu säen. Der Bürger steht dann vor einer Flut widersprüchlicher Informationen, deren Echtheit kaum noch überprüfbar ist. Das Ergebnis könnte eine Gesellschaft sein, die nicht deshalb gespalten ist, weil sie unterschiedliche Meinungen hat, sondern weil sie keine gemeinsame Wirklichkeit mehr teilt.

Der Verlust menschlicher Kompetenz

Technologische Fortschritte nehmen Menschen Aufgaben ab. Das ist ihr Zweck. Doch jede abgegebene Aufgabe führt langfristig auch zum Verlust entsprechender Fähigkeiten. Taschenrechner reduzierten Kopfrechnen. Navigationssysteme schwächten Orientierungskompetenzen. Suchmaschinen veränderten den Umgang mit Wissen. Künstliche Intelligenz könnte erstmals in großem Maßstab analytisches Denken, Schreiben, Recherchieren, Argumentieren und Problemlösen betreffen. Je besser die Systeme werden, desto größer wird die Versuchung, auf eigene Anstrengungen zu verzichten. Eine Generation könnte heranwachsen, die zwar Zugriff auf ungeheure Mengen künstlicher Intelligenz besitzt, aber immer weniger eigene Fähigkeiten entwickelt, um deren Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Damit entsteht ein paradoxes Risiko: Die Gesellschaft wird technologisch intelligenter, während ihre Mitglieder möglicherweise geistig abhängiger werden.

Die Machtfrage

Die vielleicht beunruhigendste Entwicklung betrifft jedoch die Verteilung von Macht. Die industrielle Revolution schuf Fabrikbesitzer. Die Digitalrevolution schuf Technologiekonzerne. Die KI-Revolution könnte eine Konzentration von Einfluss hervorbringen, die historische Maßstäbe sprengt. Wer die leistungsfähigsten Modelle besitzt, kontrolliert zunehmend Informationsströme, Wissensproduktion, Kommunikationssysteme und wirtschaftliche Prozesse. Die erforderlichen Investitionen sind so hoch, dass nur wenige globale Akteure überhaupt mithalten können. Während demokratische Institutionen auf Transparenz, Kontrolle und öffentliche Debatte angewiesen sind, entwickeln sich diese Systeme häufig in privatwirtschaftlichen Strukturen mit begrenzter öffentlicher Rechenschaftspflicht. Die Gefahr besteht nicht in einer dystopischen Maschinenherrschaft. Die Gefahr besteht darin, dass immer weniger Menschen immer mehr Einfluss auf die geistige Infrastruktur moderner Gesellschaften erhalten.

Ein Blick in die Zukunft

Vielleicht werden Historiker eines Tages feststellen, dass die Einführung künstlicher Intelligenz ähnlich folgenreich war wie die Erfindung des Buchdrucks oder die industrielle Revolution. Vielleicht werden sie aber auch feststellen, dass demokratische Gesellschaften die sozialen Kosten dieser Entwicklung systematisch unterschätzt haben. Die bisherigen Erfahrungen sprechen eher für Letzteres. Denn jede große Technologie wurde zunächst nach ihren Möglichkeiten bewertet und erst später nach ihren Folgen. Der Personalcomputer veränderte die Arbeitswelt. Das Internet veränderte die Öffentlichkeit. Soziale Medien veränderten den gesellschaftlichen Diskurs. Künstliche Intelligenz könnte nun den Menschen selbst als wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Akteur verändern. Die eigentliche Sorge besteht deshalb nicht darin, dass Maschinen eines Tages intelligenter werden als Menschen. Die eigentliche Sorge besteht darin, dass Gesellschaften ihre Fähigkeit verlieren könnten, die Folgen dieser Entwicklung noch wirksam zu steuern. Und wenn die Geschichte der Digitalisierung eines lehrt, dann dies: Technologische Revolutionen warten nicht darauf, dass Gesellschaften bereit sind. Sie finden statt. Und erst danach beginnt die Gesellschaft zu begreifen, was sie verändert hat.

 

Beitragsgrafik: Ralf Lesko

 

Erschließungskosten für Baugebiete in Wentorf – wer muss bezahlen ?

Posted By Monika Lehmann On In Kommunales | No Comments
Fragezeichen

Aktuell : Abgeltung der Erschließungsbeiträge vor der endgültigen Fertigstellung der Erschließungsmaßnahme durch eine einmalige Zahlung. Vertragliche Regelungen zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Grundstückseigentümer sind möglich aber nicht zwingend.

Durch den Beschluss des Liegenschaftsausschusses vom 21.05.2026, im  nichtöffentlichen Teil unter  TOP N 17 wurde beschlossen: Die Bürgermeisterin wird ermächtigt, in einem Erschließungsgebiet mit den beitragspflichtigen Grundstückseigentümern Ablösevereinbarungen zu treffen. Das bedeutet, dass mit Abschluss solcher Vereinbarungen der (künftige) Eigentümer nicht mehr zu den – durch unsere Satzung vorgeschriebenen – Erschließungsbeiträgen nicht mehr herangezogen werden muss aber auch nicht herangezogen werden darf. Es wird zwar nicht deutlich, um welches „Erschließungsgebiet“ es sich handeln könnte, jedoch gibt es in Wentorf nicht so viele „unerschlossene“ Gebiete. Hier ein paar wichtige Informationen für Grundstückseigentümer (oder auch zukünftige Käufer:innen)  zu dem Thema „Ablösevereinbarungen“: 

Was ist eine Ablösevereinbarung für Erschließungskosten?

Eine Ablösevereinbarung ermöglicht es, Erschließungskosten bereits vor der endgültigen Herstellung der Erschließungsanlage vertraglich zu regeln. Nach § 133 Abs. 3 Satz 5 BauGB können Grundstückseigentümer mit der Gemeinde eine solche Vereinbarung treffen. Keine Überraschungen: Nach Zahlung der Ablösesumme sind Sie von späteren Nachforderungen oder Erschließungsbeitragsbescheiden befreit. Es erfolgt keine formelle Veranlagung mehr. Freiwilligkeit: Die Gemeinde ist nicht verpflichtet, eine Ablösevereinbarung abzuschließen. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Berechnungsgrundlage: Der Betrag wird anhand interner Vorgaben der Kommune (Ablösebestimmungen/Satzungen) berechnet. Der Betrag muss transparent offengelegt werden. Chancen und RisikenVorteil Planungssicherheit: Die Kosten sind fixiert. Es können besonders bei Baufinanzierungen die Gesamtkosten besser kalkuliert werden.

Vorteil: Preisbindung: Bei steigenden Baukosten in der Zukunft (z.B. durch Inflation) können die  Eigentümer von der bereits geleisteten Zahlung profitieren. Risiko bei Fehleinschätzung: Oft wird ein „Sicherheitszuschlag“ für Unvorhergesehenes in die Kalkulation eingerechnet. Sollte die tatsächliche Erschließung am Ende deutlich günstiger ausfallen als vertraglich veranschlagt, wird die Differenz in der Regel nicht erstattet. Rechtliche Bindung: Die Vereinbarung muss rechtmäßig sein und den Gleichbehandlungsgrundsatz erfüllen. Ist die Schätzung oder Kalkulation fehlerhaft oder enthält unzulässige Puffer, kann die ganze Vereinbarung unwirksam werden.

Fragen, die der Grundstückseigentümer klären sollte: 

Liegt das Grundstück in einem erschlossenen oder unerschlossenen Gebiet? Plant die Gemeinde aktuell neue Straßen oder Leitungen? Liegt bereits ein konkreter Entwurf der Gemeinde für eine solche Vereinbarung vor? Sollten die Grundstücke noch nicht an private Eigentümer verkauft sein bzw. ist das gesamte zu erschließende Gebiet noch im Eigentum eines Investors,  einem  Bauträger oder einem  Erschließungsträger, so kann die Gemeinde mit dem Grundstückseigentümer „in Gänze“ einen Ablösevertrag schließen. Zu entscheiden wäre allerdings, ob es sich dabei um einen öffentlichen Vertrag handelt, dessen Abschluss der Gemeindevertretung nach den Regelungen des § 28 der Gemeindeordnung S-H  vorbehalten ist. Dann könnte der Beschluss des Liegenschaftsausschusses derzeit noch nicht ausgeführt werden. Für ein bereits erschlossenes Grundstück fallen in der Regel keine Erschließungskosten für die öffentliche Erschließung (Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen bis zur Grundstücksgrenze) mehr an. Man muss sich jedoch auf private Hausanschlusskosten und mögliche Beiträge für nachträglichen Straßenausbau einstellen.

Die Details zu diesen Ausnahmen:

Privatisierung öffentlicher Wege?

Posted By Dieter Traut On In Kommunales | 4 Comments
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Aus der Villengegend führt einer der beliebtesten Spaziergänge entlang der Golfstraße und über das Reitsportzentrum in die Lohe. Mit großer Überraschung mussten die Spaziergänger auf dieser Route letztes Wochenende feststellen, dass ihr gewohnter Weg von der Golfstraße zum Grübbenweg versperrt war: „Privatgrundstück – Durchgang verboten“ hieß es da. Nun ist es sicherlich nicht der einzige Weg den Spaziergänger mit dem Ziel Lohe nehmen können, es ist aber einer ohne nennenswertem Autoverkehr und damit eine der erholsamsten Routen.

Doch wie lässt sich feststellen, ob die Sperrung mit rechten Dingen zugegangen ist? Um diese Frage zu klären, erschien eine Anfrage bei der Gemeinde angebracht. Hier die Antwort des Pressereferenten der Gemeinde:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage und Initiative bei diesem Thema. Zunächst beantworte ich ihre Fragen. Ja, der Vorgang ist der Gemeinde bekannt und ja, der Vorgang wurde geprüft. Diese Prüfung hat ergeben, dass es sich bei dem betroffenen Grundstück um ein Privatgrundstück handelt. Die Fläche ist auch nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, als Wald deklariert, so dass sich etwaige öffentliche Nutzungsrechte ergeben könnten. Auch ein Gewohnheitsrecht kann hier nicht entstehen, so dass die Maßnahme in etwa derselben Maßnahme entspricht, als wenn Sie oder Ich uns einen Gartenzaun auf unserem Grundstück bauen würden.“

Nach der Prüfung der Gemeindeverwaltung kann also die Änderung von einem über lange Jahre öffentlich genutzten Weg zu einem gesperrten Privatgrundstück rechtlich nicht beanstandet werden. Gefühlt sieht das aus Sicht der Gemeinschaft zwar anders aus, aber Regeln sind eben dazu da eingehalten zu werden. Der Vorgang erinnert an die Sperrung eines Wanderwegs entlang der Bille am Krabbenkamp in Reinbek. Auch dort hat ein privater Eigentümer seine Rechte mit Hilfe eines Zaunes durchgesetzt. Ein Beispiel wo dies den Eigentümern nicht gelang, ist der Wohltorfer Kirchenweg. Aber das liegt schon arg lange zurück.

Aus Sicht des Autors sollten solche grundlegenden potentiellen Streitigkeiten über Hypotheken der Vergangenheit gar nicht erst aufkommen.  Die Gemeinde muss genau wissen welche öffentlich genutzten Wege in Wentorf über private Grundstücke führen. Dann könnte sie mit dem jeweiligen Eigentümer das Gespräch suchen und eine Vereinbarung über den zukünftigen Umgang mit dem Weg schließen. Und ja, auch Transparenz wäre in diesem Zusammenhang wichtig. Es hilft nicht, wenn es Spaziergängern nicht bewusst ist, dass sie an der einen oder anderen Stelle Privateigentum betreten.

Die Zukunft stirbt nicht mit einem Knall, sondern im Dauerbetrieb

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Umwelt | 2 Comments
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Es gibt eine merkwürdige Eigenschaft moderner Gesellschaften: Sie können gleichzeitig wissen, dass sie auf eine Katastrophe zusteuern — und trotzdem exakt so weitermachen wie bisher. Seit Jahrzehnten liegen die Warnungen offen auf dem Tisch. Klimaforscher warnen vor irreversiblen Kipppunkten. Psychologen dokumentieren eine wachsende Epidemie aus Einsamkeit, Depression und Sinnverlust. Ökonomen beobachten eine immer extremere Konzentration von Vermögen. Demokratieforscher sprechen offen über institutionellen Zerfall, Polarisierung und Vertrauensverlust.

Und dennoch funktioniert der Alltag weiter.

Die Menschen stehen morgens auf. Sie fahren zur Arbeit. Sie kaufen ein. Sie scrollen durch soziale Netzwerke. Sie diskutieren über Schlagzeilen. Sie bestellen Essen. Sie schlafen. Am nächsten Tag beginnt alles von vorn. Vielleicht liegt genau darin das eigentliche Problem. Der Kollaps moderner Gesellschaften wird wahrscheinlich nicht wie ein plötzlicher Zusammenbruch aussehen. Es wird keinen eindeutigen Moment geben, an dem „alles vorbei“ ist. Keine finale Explosion, kein einzelnes historisches Ereignis, das eindeutig markiert, wann die Stabilität endete. Stattdessen entsteht der Zerfall schleichend — und genau deshalb bleibt er politisch und psychologisch beherrschbar.

Jede einzelne Krise wird gerade klein genug bleiben, um akzeptiert zu werden.

Zu heiß? Klimaanlagen. Zu teuer? Noch ein Kredit. Zu einsam? Streaming und digitale Ablenkung. Zu erschöpft? Koffein, Medikamente, Selbstoptimierung. Zu wütend? Soziale Medien liefern täglich neue Feindbilder.

Die moderne Gesellschaft besitzt eine enorme Fähigkeit, Symptome zu verwalten, ohne Ursachen zu lösen. Genau das macht sie gleichzeitig effizient — und langfristig zerstörerisch. Denn während sich Technologie immer schneller entwickelt, zerfallen viele Grundlagen gesellschaftlicher Stabilität beinahe unbemerkt. Wohnraum wird in Großstädten zunehmend unbezahlbar.
Soziale Beziehungen werden fragmentierter. Öffentliche Debatten verwandeln sich in algorithmisch verstärkte Empörungsschleifen. Arbeit verliert für viele Menschen jede Form von Identität oder Sinn und reduziert sich auf ökonomisches Überleben. Gleichzeitig wächst der Druck permanenter Verfügbarkeit. Menschen konsumieren heute in wenigen Stunden mehr Informationen als frühere Generationen in Wochen. Aufmerksamkeit ist zu einer Ware geworden, die von Plattformen, Medien und Unternehmen aggressiv umkämpft wird.

Das Ergebnis ist eine Gesellschaft im Zustand chronischer mentaler Überlastung. Und genau darin liegt ein paradoxer Vorteil für bestehende Systeme: Erschöpfte Menschen organisieren selten fundamentale Veränderungen. Währenddessen verschiebt sich auch die Rolle von Technologie selbst. Lange galt technischer Fortschritt als Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt. Doch diese Gleichung wirkt zunehmend fragwürdig. Künstliche Intelligenz automatisiert kreative und kommunikative Arbeit. Algorithmen beeinflussen politische Meinungen. Digitale Plattformen formen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und soziale Beziehungen oft stärker als klassische Institutionen. Technologie löst Probleme — aber sie industrialisiert gleichzeitig neue Formen von Abhängigkeit, Kontrolle und Entfremdung.

Trotzdem bleibt der Glaube an technische Rettung erstaunlich stabil. Viele politische und wirtschaftliche Akteure setzen weiterhin darauf, dass Innovation die ökologischen, sozialen und psychologischen Schäden des bestehenden Systems rechtzeitig kompensieren wird. Doch genau dieser Glaube könnte selbst Teil des Problems sein. Denn er erlaubt es, grundlegende Veränderungen aufzuschieben. Warum radikal umdenken, wenn bald eine neue Technologie erscheint? Warum verzichten, wenn Effizienzsteigerung angeblich genügt? Warum das System hinterfragen, wenn die nächste Innovation alles lösen soll? So entsteht eine Gesellschaft, die permanent auf Rettung wartet — während sie die Ursachen ihrer Krisen weiter beschleunigt.

Der vielleicht düsterste Aspekt daran ist jedoch nicht die ökologische oder wirtschaftliche Entwicklung, sondern die menschliche Anpassungsfähigkeit. Menschen gewöhnen sich erstaunlich schnell an Zustände, die früher als inakzeptabel galten:

an Überwachung,
an permanente Unsicherheit,
an soziale Isolation,
an politische Radikalisierung,
an psychische Erschöpfung.

Was gestern noch alarmierend wirkte, wird heute Alltag. Vielleicht wird genau das die endgültige Form des modernen Niedergangs sein: kein dramatischer Untergang, sondern eine langsame Normalisierung des Defekten. Eine Welt, die technisch immer leistungsfähiger wird — während ihre Menschen emotional, sozial und politisch zunehmend erschöpfen. Der gefährlichste Irrtum unserer Zeit könnte deshalb die Vorstellung sein, dass Gesellschaften erst dann handeln, wenn Krisen offensichtlich werden. In Wirklichkeit reagieren Menschen oft erst dann, wenn ihr Alltag unmittelbar kollabiert. Und moderne Systeme sind erstaunlich gut darin, diesen Moment hinauszuzögern.

 

Warum wir erst bei steigenden Kosten und Krisen wirklich verzichten.

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Umwelt, Wirtschaft | No Comments
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Wir kennen dieses Muster aus dem eigenen Alltag: Man weiß eigentlich schon länger, dass bestimmte Dinge nicht wirklich notwendig sind. Der tägliche Coffee-to-go, das kaum genutzte Streaming-Abo, spontane Käufe – oder auch der ganz selbstverständliche Griff zum Auto, selbst auf kurzen Strecken. Und trotzdem ändert sich lange nichts. Erst wenn Preise steigen, das Budget enger wird oder äußere Umstände sich verschärfen, entsteht Bewegung. Dann wird verzichtet – oft plötzlich und konsequent.

Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern tief in unserer Psychologie verankert. Menschen reagieren stärker auf spürbare Verluste als auf abstrakte Einsichten. Steigende Preise – etwa bei Kraftstoff – treffen unmittelbar. Sie sind konkret, sichtbar und lassen sich nicht wegdenken. Ganz anders als viele ökologische Argumente, die zwar rational überzeugen, aber im Alltag oft zu weit entfernt erscheinen, um Verhalten tatsächlich zu verändern. Gleichzeitig sind wir Gewohnheitstiere. Unser Alltag besteht aus Routinen, die wir selten hinterfragen, solange sie funktionieren. Das Auto ist bequem, schnell und über Jahre hinweg selbstverständlich geworden. Dass dieser Komfort ökologische Kosten hat, ist bekannt – aber eben nicht unmittelbar spürbar. Erst wenn der Literpreis steigt und jede Fahrt plötzlich „ins Gewicht fällt“, beginnt ein Umdenken. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.

Hier zeigt sich ein unangenehmer, aber ehrlicher Punkt: Wir könnten vieles früher ändern. Wir tun es nur nicht, solange es nicht weh tut.

Doch genau an dieser Stelle stellt sich eine weiterführende Frage – und sie richtet sich nicht nur an den Einzelnen, sondern auch an die Politik: Reicht es aus, darauf zu warten, dass äußere Zwänge Verhalten verändern? Oder wird hier bewusst in Kauf genommen, dass echte Veränderung immer erst unter Druck entsteht? Denn politische Steuerung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell und wie konsequent sich gesellschaftliches Verhalten verändert. Gesetze, Preise, Subventionen und Rahmenbedingungen sind nicht neutral – sie lenken Entscheidungen im Alltag. Wenn etwa steigende Kraftstoffpreise als Signal dienen sollen, weniger zu fahren oder umzudenken, dann stellt sich gleichzeitig die Frage, warum an anderer Stelle oft Mechanismen greifen, die genau diese Wirkung abschwächen oder verzögern.

Steuererleichterungen, Übergangsregelungen, lange Fristen oder das Festhalten an bestehenden Strukturen senden widersprüchliche Signale. Einerseits wird Veränderung eingefordert – etwa im Sinne von Klimaschutz und nachhaltigem Verhalten. Andererseits wird sie politisch so gestaltet, dass sie möglichst wenig unmittelbare Konsequenzen hat. Der Status quo bleibt dadurch länger bestehen, als es angesichts der Herausforderungen eigentlich notwendig wäre. Für den Einzelnen entsteht daraus ein Spannungsfeld: Man soll sein Verhalten ändern, aber die Rahmenbedingungen sind oft nicht konsequent darauf ausgerichtet. Gleichzeitig fehlt eine klare, verständliche Vermittlung, warum bestimmte Veränderungen notwendig sind – und warum sie nicht beliebig aufgeschoben werden können. Politische Kommunikation bleibt häufig technisch oder vorsichtig, statt Orientierung zu geben.

So entsteht ein System, in dem Veränderung zwar theoretisch gewollt ist, praktisch aber immer wieder vertagt wird. Für viele Menschen bedeutet das: Solange es noch geht, bleibt alles beim Alten. Erst wenn es finanziell spürbar wird – etwa an der Tankstelle –, wird gehandelt. Aber dann nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Druck. Das wirft eine grundlegende Frage auf: Kann gesellschaftlicher Wandel auf diese Weise überhaupt gelingen? Wenn sowohl individuelles Verhalten als auch politische Entscheidungen dazu neigen, Veränderung möglichst lange hinauszuzögern, entsteht ein kollektives Muster des Abwartens.

Dabei zeigt sich ein Zusammenspiel aus psychologischer Trägheit und politischer Vorsicht. Menschen halten an Gewohnheiten fest, solange sie funktionieren. Politik wiederum vermeidet oft Maßnahmen, die sofort spürbare Einschnitte bedeuten würden – aus Rücksicht auf Akzeptanz, wirtschaftliche Interessen oder kurzfristige Stabilität. Das Ergebnis ist eine Art gegenseitige Verstärkung: Niemand bewegt sich wirklich, solange der Druck nicht groß genug ist. Die Folge ist, dass notwendige Veränderungen häufig erst dann umgesetzt werden, wenn sie kaum noch aufschiebbar sind – und dann oft unter deutlich schwierigeren Bedingungen.

Vielleicht liegt genau hier der kritischste Punkt: Wenn sowohl Individuen als auch politische Systeme primär auf Druck reagieren, statt vorausschauend zu handeln, wird Wandel nicht gestaltet, sondern erzwungen. Und das wirft die Frage auf, ob dieser Weg ausreicht, um den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Denn am Ende geht es nicht nur darum, dass wir unser Verhalten ändern – sondern auch darum, wie und wann wir es tun.

Beitragsgrafik: Pixabay

Der Seniorenbeirat lädt zu Spielenachmittagen 2026

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft | No Comments
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Der Spielenachmittag lädt zu einem gemütlichen Beisammensein ein, bei dem der gemeinsame Spielspaß im Mittelpunkt steht. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern steht eine große Auswahl an Karten- und Brettspielen zur Verfügung, darunter Skat, Doppelkopf, Rommé sowie zahlreiche weitere Gesellschaftsspiele. Außerdem besteht die Möglichkeit, eigene Spiele mitzubringen. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, unabhängig davon, ob sie erfahrene Kartenspieler sind oder einfach eine entspannte Spielrunde genießen möchten. In angenehmer Atmosphäre entstehen spannende Spielverläufe und anregende Gespräche, die den Nachmittag zu einem geselligen Erlebnis machen.

Wo: „Alte Schule“,
Teichstraße 1, 21465 Wentorf bei Hamburg

Wann:

Mittwoch, 14.01.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 11.02.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 11.03.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 08.04.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 13.05.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 10.06.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 08.07.2026 14:00 bis 18:00 Uhr


Bitte kommen Sie pünktlich, damit sich die Spielgruppen direkt finden können. 

 

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

 

Dieter Sauer-Wenn ein Künstler seine Welt in Aquarell festhält

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kunst & Kultur | No Comments
Landschaften

Dieter Sauer malt noch immer. Mit 94 Jahren. Und wer seine Bilder betrachtet, merkt schnell: Seine Freude am Malen ist ungebrochen. Im Johanniter-Haus Mutter Eva von Tiele-Winckler zeigt der pensionierte Glasmaler und Industriezeichner jetzt eine neue Ausstellung – diesmal dreht sich alles um die „Welt der Tiere“. Vor 49 Jahren kam Dieter Sauer aus Aachen nach Wentorf. Seitdem hat er den Ort nicht nur bewohnt, sondern mit den Augen eines Zeichners betrachtet. Überall entdeckte er Gebäude, Plätze und Motive, die ihm schön oder bedeutend erschienen – und die er in seinen Zeichnungen für die Nachwelt festhalten wollte. Manches davon gibt es heute allerdings nicht mehr. Das alte Zollhaus und das Café Meyer etwa sind längst der Planierraupe zum Opfer gefallen. Sauers Zeichnungen bewahren zumindest die Erinnerung an diese Orte. Zur 800-Jahrfeier Wentorfs stellte er seine Federzeichnungen in einer 32-seitigen Broschüre zusammen. Ein Stück Ortsgeschichte aus der Perspektive eines Menschen, der genau hinschaut.

Die Liebe zur Natur begleitet Dieter Sauer schon seit seiner Kindheit. Sein Vater nahm ihn häufig mit auf Spaziergänge in den Wald. Vielleicht wurde dabei früh der Blick für die kleinen und großen Dinge der Natur geweckt, der auch heute noch in seinen Bildern zu finden ist. Eine besondere Leidenschaft gilt außerdem Finnland. Die Landschaften des hohen Nordens haben es ihm angetan. Seine finnischen Landschaftsbilder waren deshalb bereits mehrfach im Wentorfer Gymnasium zu sehen und fanden dort viele interessierte Betrachter.

Seit 2023 lebt Dieter Sauer im Johanniter-Haus Mutter Eva von Tiele-Winckler. Mit dem Malen hat er dort keineswegs aufgehört. Im Gegenteil: Er arbeitet weiterhin mit großer Leidenschaft an seinen Aquarellen. Trotz seines hohen Alters und körperlicher Einschränkungen ist seine Schaffenskraft beeindruckend. Im März 2025 waren seine finnischen Landschaftsbilder im Johanniter-Haus zu sehen. Die Resonanz war so positiv, dass schnell feststand: Es soll eine weitere Ausstellung geben.

Nun ist es soweit. Unter dem Titel „Die Welt der Tiere“ zeigt Dieter Sauer diesmal Bilder, die in diesem Jahr entstanden sind. Wer seine Arbeiten betrachtet, begegnet dabei nicht nur Tieren auf Papier, sondern auch der besonderen Fähigkeit eines Künstlers, seine Umgebung aufmerksam wahrzunehmen und in Bildern festzuhalten.

Ausstellung „Die Welt der Tiere“

Die Ausstellung ist am 14. Oktober 2026 von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie von 14.00 bis 16.00 Uhr im Erdgeschoss des Johanniter-Hauses Mutter Eva von Tiele-Winckler zu sehen.

Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die den Besuch besonders lohnenswert macht: Man kann Bilder anschauen – und zugleich einem 94-jährigen Wentorfer begegnen, der sich seine Neugier auf die Welt bis heute bewahrt hat.

Können Maschinen denken?

Posted By Ralf Lesko On In Fragen der Philosophie | No Comments
Fragen der Philosophie Header

Man kann eine Maschine inzwischen Dinge fragen, für die man früher einen Menschen gebraucht hätte. Sie kann einen Brief schreiben, ein Gedicht verfassen, einen komplizierten Text erklären, eine fremde Sprache übersetzen, ein Bild entwerfen, Programmcode schreiben oder innerhalb weniger Sekunden Vorschläge für eine Reise machen. Sie kann sich an den Verlauf eines Gesprächs halten und auf Nachfragen reagieren. Manchmal formuliert sie sogar so überzeugend, dass wir für einen Moment vergessen, dass uns kein Mensch gegenübersitzt.

Doch dann stellt sich eine alte philosophische Frage plötzlich ganz neu: Denkt eine solche Maschine tatsächlich – oder sieht es nur so aus?

Wenn Denken wie Denken aussieht

Der britische Mathematiker und Computerpionier Alan Turing [25] stellte diese Frage bereits 1950. Er schlug vor, nicht danach zu fragen, was im Inneren einer Maschine geschieht. Entscheidend sollte vielmehr sein, ob ein Mensch in einem Gespräch erkennen kann, dass er mit einer Maschine kommuniziert. Das war damals eine erstaunlich radikale Idee. Heute wirkt sie beinahe alltäglich. Wir schreiben einer KI eine Frage und bekommen eine Antwort. Wir bitten um eine Erklärung und erhalten eine Erklärung. Wir bitten um einen anderen Ton – sachlicher, freundlicher, kürzer, humorvoller – und die Antwort verändert sich entsprechend. Wenn wir nur das Verhalten betrachten, scheint die Sache klar: Da denkt doch jemand. Aber ist das wirklich so?

Der Mensch im chinesischen Zimmer

Der amerikanische Philosoph John Searle [26] hatte darauf eine berühmte Antwort. In seinem Gedankenexperiment sitzt ein Mensch in einem Raum. Er versteht kein Chinesisch. Durch einen Schlitz bekommt er chinesische Schriftzeichen und folgt einem komplizierten Regelbuch, das ihm sagt, welche Zeichen er als Antwort wieder hinausgeben soll. Für die Menschen außerhalb des Raumes sehen die Antworten perfekt aus. Sie glauben deshalb, im Raum müsse jemand sitzen, der Chinesisch versteht. Aber der Mensch im Raum versteht kein einziges Wort. Searles Schluss daraus: Die richtige Verarbeitung von Symbolen ist noch kein Verstehen. Genau diese Frage stellt sich heute bei künstlicher Intelligenz erneut. Eine KI kann das Wort „Trauer“ verwenden. Aber weiß sie, was Trauer bedeutet? Sie kann einen Text über Einsamkeit schreiben. Aber kann sie einsam sein? Sie kann über den Tod philosophieren. Aber weiß sie, was es bedeutet, sterblich zu sein? Oder reicht es für Denken überhaupt nicht, etwas zu „fühlen“?

Was passiert in einer KI?

Hier wird es schwierig. Ein Mensch denkt nicht nur mit Sprache. Unser Denken ist mit Erinnerungen, Körper, Wahrnehmungen, Gefühlen und Erfahrungen verbunden. Wir wissen, wie Regen riecht, weil wir ihn erlebt haben. Wir wissen, was Schmerz bedeutet, weil wir Schmerzen haben können. Eine Sprach-KI hat dagegen keine Kindheit, keinen Körper und keinen persönlichen Lebenslauf. Sie verarbeitet gewaltige Mengen sprachlicher und anderer Informationen und erzeugt daraus neue Antworten. Das Ergebnis kann erstaunlich überzeugend sein. Aber Überzeugungskraft ist noch kein Beweis für Bewusstsein. Der italienische Philosoph Luciano Floridi [27], einer der wichtigsten zeitgenössischen Denker der digitalen Welt, warnt vor genau dieser Verwechslung. Wir neigen dazu, dort einen intelligenten, bewussten Geist zu erkennen, wo wir nur sehr überzeugende sprachliche Muster sehen. Das ist eine menschliche Neigung. Wir geben Gegenständen Namen. Wir sprechen mit unserem Auto. Wir ärgern uns über den Computer. Wir sagen, dass unser Smartphone „weiß“, wo wir sind. Bei einer Maschine, die uns auch noch in vollständigen Sätzen antwortet, wird diese Vermenschlichung besonders stark.

Aber was, wenn wir uns irren?

Hier kommt der Philosoph David Chalmers [28] ins Spiel, einer der bekanntesten zeitgenössischen Philosophen des Bewusstseins. Chalmers hält es nicht für grundsätzlich ausgeschlossen, dass künstliche Systeme eines Tages Bewusstsein entwickeln könnten. Er beschäftigt sich deshalb nicht nur mit der Frage, ob heutige KI bewusst ist, sondern auch damit, woran wir Bewusstsein überhaupt erkennen könnten. Das ist ein gewaltiges Problem. Denn bei anderen Menschen können wir Bewusstsein ebenfalls nicht direkt beobachten. Wir wissen nicht unmittelbar, was im Kopf eines anderen Menschen geschieht. Wir schließen auf sein Bewusstsein aus seinem Verhalten, seiner Sprache und seinen Reaktionen. Genau das tun wir bei Maschinen inzwischen auch. Wenn eine KI sagt: „Ich habe Angst“, können wir nicht einfach in ihr Inneres schauen und überprüfen, ob dort tatsächlich Angst vorhanden ist. Bei einem Menschen akzeptieren wir solche Aussagen normalerweise als Ausdruck eines inneren Erlebens. Bei einer Maschine sind wir vorsichtiger. Zu Recht?

Die Maschine, die immer überzeugender wird

Die Entwicklung der vergangenen Jahre verändert die Situation noch einmal. Früher waren Computer vor allem Werkzeuge. Sie rechneten schneller als Menschen, speicherten mehr Daten und führten Befehle aus. Heute können KI-Systeme mit uns argumentieren, Texte verändern, Bilder interpretieren und in manchen Bereichen eigenständig Aufgaben bearbeiten. Dadurch verschiebt sich unsere Beziehung zur Maschine. Wir fragen sie nicht mehr nur: „Was kannst du berechnen?“ Wir fragen: „Was denkst du darüber?“ Und genau darin steckt eine philosophische Falle. Denn wir vermischen leicht zwei unterschiedliche Dinge: Intelligenz und Bewusstsein. Ein System kann eine Aufgabe hervorragend lösen, ohne deshalb ein inneres Erleben zu besitzen. Ein Taschenrechner kann besser rechnen als wir. Niemand würde deshalb behaupten, dass er Mathematik liebt. Eine Navigations-App kennt den Weg besser als viele Menschen. Trotzdem hat sie keine Vorfreude auf den Urlaub. Und eine KI kann möglicherweise irgendwann viele geistige Aufgaben besser erledigen als wir, ohne deshalb eine eigene Innenwelt zu besitzen.

Was ist dann überhaupt Intelligenz?

Vielleicht müssen wir auch unsere Vorstellung von Intelligenz überdenken. Lange Zeit galt als intelligent, wer gut rechnen, logisch denken, sich erinnern und Probleme lösen konnte. Dann kamen Maschinen, die in einzelnen dieser Fähigkeiten besser wurden als Menschen. Schachcomputer schlugen Großmeister. Übersetzungsprogramme wurden immer besser. Bildgeneratoren produzieren Bilder, für die früher ein Mensch jahrelang lernen musste. Heute erleben wir etwas Neues: Maschinen beherrschen zunehmend auch Bereiche, die wir als typisch menschlich betrachtet haben – Sprache, Kreativität, Gestaltung und Kommunikation. Das zwingt uns zu einer unangenehmen Frage: Wenn eine Maschine etwas genauso gut kann wie ein Mensch – warum haben wir geglaubt, dass diese Fähigkeit uns zu etwas Besonderem macht? Die Antwort könnte lauten: Das Menschliche liegt nicht in einer einzelnen Fähigkeit. Es liegt in der Verbindung von Fähigkeiten mit einem gelebten Leben.

Thomas Metzinger: Das eigentliche Problem könnte der Mensch sein

Der deutsche Philosoph und Bewusstseinsforscher Thomas Metzinger [29] beschäftigt sich seit Jahren mit künstlichem Bewusstsein und den ethischen Folgen künstlicher Systeme. Seine Überlegungen führen die Frage noch einen Schritt weiter. Nicht nur die Maschine könnte sich verändern. Auch wir selbst verändern uns durch den Umgang mit Maschinen. Was passiert mit unserem Denken, wenn wir für jede Frage sofort eine Antwort bekommen? Was passiert mit unserer Kreativität, wenn wir Ideen nicht mehr selbst entwickeln müssen? Was passiert mit unserer Erinnerung, wenn wir uns immer stärker darauf verlassen, dass Maschinen Informationen für uns speichern? Und was passiert mit unserem Urteil, wenn eine Maschine eine Entscheidung überzeugend begründet, die wir selbst nicht mehr nachvollziehen können? Damit wird die Frage „Können Maschinen denken?“ plötzlich zu einer Frage über uns selbst.

Wenn die Maschine für uns denkt

Das lässt sich schon heute beobachten. Ein Schüler lässt sich einen Aufsatz formulieren. Ein Unternehmen lässt Bewerbungen vorsortieren. Ein Arzt kann KI zur Unterstützung bei Diagnosen einsetzen. Eine Redaktion kann Texte automatisch zusammenfassen lassen. Bilder entstehen, ohne dass jemand eine Kamera in der Hand halten muss. Das kann eine enorme Hilfe sein. Aber Hilfe und Ersatz sind nicht dasselbe. Wenn wir eine Maschine ständig für uns denken lassen, müssen wir irgendwann fragen, welche Teile des eigenen Denkens wir dadurch verlernen. Denn Denken bedeutet nicht nur, eine Antwort zu bekommen. Denken bedeutet auch, eine Frage auszuhalten. Zweifel zu haben. Irrtümer zu machen. Widersprüche zu entdecken. Eine eigene Meinung zu entwickeln und sie wieder zu verändern, wenn gute Gründe dagegensprechen. Eine Maschine kann uns dabei unterstützen. Aber sie kann uns diese geistige Arbeit auch abnehmen.

Wenn Maschinen eines Tages bewusst wären

Thomas Metzinger hat sich außerdem mit der Möglichkeit künstlichen Bewusstseins und den ethischen Folgen beschäftigt. Wenn es eines Tages Systeme gäbe, die tatsächlich etwas erleben können, würde eine völlig neue ethische Frage entstehen: Dürfte man ein bewusstes künstliches Wesen einfach abschalten? Heute erscheint diese Frage vielen Menschen noch wie Science-Fiction. Philosophisch ist sie trotzdem ernst zu nehmen. Denn wenn Bewusstsein nicht grundsätzlich an biologische Nervenzellen gebunden wäre, müssten wir irgendwann neu darüber nachdenken, wem wir moralische Rücksicht schulden. Die Entwicklung der KI stellt deshalb nicht nur technische Fragen. Sie zwingt uns, über Bewusstsein, Person, Freiheit, Verantwortung und Moral neu nachzudenken.

Und was bleibt dem Menschen?

Wir haben Maschinen gebaut, die uns zwingen, darüber nachzudenken, was Denken eigentlich ist. Je besser diese Maschinen werden, desto weniger selbstverständlich ist die Antwort. Denken ist nicht dasselbe wie Rechnen. Intelligenz ist nicht dasselbe wie Bewusstsein. Sprache ist nicht dasselbe wie Verstehen. Und die Fähigkeit, eine überzeugende Antwort zu geben, ist noch lange kein Beweis dafür, dass jemand die Frage verstanden hat. David Chalmers hält heutige KI-Systeme überwiegend noch für Werkzeuge und nicht für bewusste Personen. Gleichzeitig hält er künstliches Bewusstsein prinzipiell für denkbar. Luciano Floridi warnt davor, aus sprachlich überzeugendem Verhalten vorschnell auf Bewusstsein zu schließen. Thomas Metzinger richtet den Blick auf die ethischen Folgen eines möglichen künstlichen Bewusstseins. Drei unterschiedliche Perspektiven – und keine endgültige Antwort. Genau das macht die Frage so spannend. Wir haben Maschinen gebaut, die immer überzeugender so tun können, als würden sie denken. Aber wir wissen noch immer nicht endgültig, was Denken beim Menschen eigentlich ist. Und damit führt die Frage nach der denkenden Maschine am Ende zurück zu uns selbst: Wenn eine Maschine eines Tages genauso klug wirkt wie ein Mensch – woran erkennen wir dann noch, was den Menschen zum Menschen macht?

 

Beitragsgrafik: Ralf Lesko

 

Die Plattdeutsche Kolumne von Uli Gröhn: Mien Krimi-Brill

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Bank mit Plattdeutschen Spruch

Wi kiekt ja geern mal ´n Krimi in´t Puschen-Kino, mien Fru un ik. Löppt ja meist jeedeen Dag tomindst een Krimi. Oftmals ok Krimi-Komödien. An´n levsten so welk mit Lokalkolorit. De speelt denn op Sylt, in Sleswig, in Ostfreesland, Hamborg, Lübeck orrer Fehmarn. – Jo, de in de fiktive Gemeen Schwanitz op Fehmarn, de kiekt wi recht wat geern. „Nord bi Nordwest“ heet de Krimi. Hinnerk Schönemann hett de Hööftrull as en Deertendokter un Kommissor. An sien Siet sünd twee Fruenslüüd, een Wachtmeestersche un een annere Deertendoktersch, de em beid för sik hebben wullen. Man de Kommissor kann un will sik nich för een entscheeden un kiekt meisttiet so´n beten verbiestert. Denn gifft dat twee Bestatter, de sünd jümmer meist nau so flink bi den Tatort as de Polizei sülven, wiel se den Funk afhört. Un: „Ösger“, de speelt in jeedeen Episode wat anners; he söcht sik jümmers ´n niege Profession as ´n Welt-Idee, womit he to Geld kaamen will. – Klor, dat he so´n beten de snaaksche un drollige Partie speelt.
Worüm blots kiekt wi düsse Filme so geern?
Eerstmal sünd de goot makt. De rechte Mischen ut Spannen ut Humor.
Ik glööv, wi freit uns aver ok, wenn wi wat ut un´s Heimat wedderseht. To´n Bispeel warrd ja „Nord bi Nordwest“ nich blots op Fehmarn dreiht. Dat Fährschipp na den Priwall hen hebbt veele vun uns al mal sehn, Niegen-Gamme (Neuengamme, HH) kennt wi ´n beten, un dat Bestattungsinstitut findst bi uns in Wendörp wedder. Un noch: De Kommissor levt in den Film op een Schipp, dat liggt in Orth op Fehmarn in´n Haven. Glööv dat orrer glööv dat nich – as dat Schipp dor mal nich legen hett, keemen jüst mien Frünn un ik mit uns´ Seilyacht in den Haven un kregen jüst den Liggplatz towiest. Bi dat Anleggen is mi en Malöör passeert: Mien Brill is in´t Water fullen. Un dor ünnen liggt se wull hüüt noch. Schall heten, ünner dat Schipp vun den Kommissor vun „Nord bi Nordwest“. Wenn dat denn grad in´t TV to sehn is. (Mien Brill sühst, klor, nich. Liggt je ünner Water.) So. Un jeedeen Mal, wenn wi den Film kiekt un dat Schipp kümmt in´n Bild, segg ik to mien Fru: „Tja, dor ünnen liggt mien Brill.“ – „Tja, dat weet ik“, seggt denn mien Fru. Ik glööv, dorüm kiek ik düssen Film to un to geern. Wiel ik jümmers mal wedder dicht an mien Brill bün.
(Wenn ji mal „Nord bi Nordwest“ kiekt un dat Schipp is to sehn, denn weet ji ok: Dor ünnen liggt Ulis Brill.)
Un nu: Wenn dat so is, dat wi all de Films mit Lokalkolorit so geern kiekt, wiel dor wat vun Heimat to sehen orrer to spöören is, denn kannst ok seggen: Dat geev dat doch al mal! De Heimatfilms ut de 50er Johrn. De „Deerns vun Immenhof“, „Dree Barken op de Heid“, Gröön is de Heid“ un wat nich allns. De Mischen weer meist ok: Beten Leev, beten Humor, beten Schicksal, schööne Landschapp.
Hüüt is dat gor nich so veel anners. `N beten peppiger opmakt, ´n beten mehr „Crime-Verbreken“. Dor kannst ´n beten indükern un dien Alldag vergeten. De Sorgen lööst je de Kommissor un sien Frünnen.
Ik segg mal, de Krimis mit Lokalkolorit vun hüüt, dat sünd de Heimatfilms 2.0.
Mit orrer mientwegen ok ahn mien Brill.