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Ortsentwicklungskonzept Wentorf: Teil 1 – Ortszentrum

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Der Masterstudiengang Stadtplanung der TH Lübeck erarbeitete im Sommer 2026 ein Konzept zur Entwicklung Wentorfs zu einer „zukunftsfähigen und lebenswerten Gemeinde“. Geleitet wurde das Studienprojekt von Professor Menzl und begleitet durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein. Die Ergebnispräsentation dieser studentischen Arbeiten hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite www.wentorf.de/aktuelles/Ortsentwicklungskonzept [1] veröffentlicht. Die vorgestellten Konzepte und Ideen sind keine beschlossenen Planungen der Gemeinde Wentorf, sondern sollen als Diskussionsgrundlage dienen. Dieses Angebot greift WiB mit diesem Artikel auf. In einem ersten Teil werden die Aussagen rund um das Thema „Ortszentrum“ zusammengefasst.

Die Bestandsaufnahme ergab, dass die Ortsmitte räumlich und funktional in ein altes und ein neues Ortszentrum zersplittert ist. Neben einem gemeinwohlorientierten Schwerpunkt im alten Zentrum rund um das Rathaus (Verwaltung, Kultur, öffentlicher Character) gibt es ein konsumorientiertes neues Zentrum am Casinopark. Die beiden Zentren sind durch Durchgangsräume getrennt, die in ihrer Aufenthaltsqualität unattraktiv und verkehrlich für Fußgänger und Radfahrende sogar gefährlich sind. In beiden Zentren gibt es kaum Grünflächen. Die Parkflächen nehmen mit 26 % der Fläche mehr Platz ein, als benötigt.

Wie kann aus diesen getrennten Teilräumen eine lebendige Ortsmitte entstehen? Die Möglichkeit der Etablierung eines der beiden Zentren, also des Casinoparks oder des Rathauses, als neuem Zentrum erscheint fraglich. Die bereits beschlossenen Maßnahmen zur Begrünung des Casinoparks reichen nicht aus, die funktionelle Trennung der beiden Zentren zu überwinden. Ergebnis ist die GEMEINSAME Entwicklung des alten und neuen Zentrums als EINE Ortsmitte.

Vorgeschlagene Schlüsselmaßnahmen sind

  1. Offenes Haus der Begegnung, etwa in der geographischen Mitte
  2. Durchgängige Achse vom Rathaus zum Casinopark. Schlüssel ist die Umgestaltung des Edeka Parkplatzes. Ziel ist eine sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Rathaus und Casinopark zu schaffen. Mindest-Maßnahmen wären die Einrichtung von Markierungen für Parkflächen sowie für Fuß- und Radwege. Ein zweiter Schwerpunkt ist eine Erfassung der Auslastung der Parkfläche, ein sog. Monitoring. Mit den Ergebnissen können weiter führende Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bedarfsgerecht durchgeführt werden.
  3. Zentrumsmanagement zur Koordination der Interessen von Eigentümern, Gewerbe, Gemeinde und Bürgern. Aufbau langfristiger Strukturen. Zur Finanzierung könnten Fördergelder beispielsweise aus dem Programm „Sieker Land“ eingeworben werden.
  4. Jahresprogramm „Zentrum“ mit vielen Veranstaltungen. Insbesondere lokale Akteure wie Schulen und Vereine sollen eingebunden werden. Die Besonderheiten Wentorfs sollen sichtbar werden und identitätsstiftend wirken.

Die Vision: „Der Ortskern von Wentorf entwickelt sich bis 2040 zu einer gemeinschaftlichen Mitte, die Versorgung, Aufenthalt, Begegnung, Durchwegung und lokale Identität miteinander verbindet, ohne ihre alltagspraktische Funktion zu verlieren.“

Kommentar: Im Ergebnis haben die Studenten zu diesem ersten von drei Themen nichts wesentlich Neues zu bieten. Unklar bleibt nur, warum sich in Wentorf mit Ausnahme der hoffentlich bald erfolgenden Begrünung des Casinoparks nichts erkennbar in Richtung lebenswertem Ortszentrum bewegt.

 

 

Foto: TH Lübeck Präsentation

Zitat der Woche

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Zitat der Woche Header

Wer die Welt verändern will, muss erst einmal aufhören, sie so zu sehen, wie sie ist.

Gabriel García Márquez [2]

 

 

Beitragsgrafik: Ralf Lesko

 

Wentorfer Kurzmeldungen

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V., Gesellschaft, Gesundheit, Kirche, Kommunales, Kriminalität, Kunst & Kultur, Politik, Schule, Seniorenbeirat, Verkehr, Wirtschaft | No Comments
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++ Der Seniorenbeirat Wentorf hat am 28.04.2026 bei EDEKA Kröger einen „Wünsche-, Ideen- und Sorgen-Briefkasten“ aufgestellt ++ Unter dem Motto „Wir hören Ihnen zu“ sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Anliegen, Anregungen, Wünsche oder Sorgen mitzuteilen. Hierfür liegen vor Ort Notizblätter bereit, die ausgefüllt und anschließend in den Briefkasten eingeworfen werden können. Der Briefkasten wird vom Seniorenbeirat regelmäßig geleert. Die eingegangenen Hinweise und Wünsche werden geprüft und – soweit möglich – gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufgegriffen und umgesetzt.

Foto: Seniorenbeirat Wentorf

++ WirWunder – die neue Förderplattform der KSK geht an den Start ++ Ab sofort können gemeinnützige Vereine und Organisationen im Kreis Herzogtum Lauenburg unter www.wirwunder.de/ksk-ratzeburg [10] noch einfacher Spenden sammeln und Projekte umsetzen: Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) und alle Sparkassen in Schleswig-Holstein starten gemeinsam WirWunder – die digitale Förderplattform, die gemeinnützige Projekte vorstellt und direkt mit Unterstützer:innen verbindet. Die ersten 20 Projekte, die sich im Crowdfunding-Bereich registrieren, erhalten eine Startförderung in Höhe von jeweils 200 Euro. Über das Regionalportal wirwunder.de/ksk-ratzeburg [10] können alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen ab sofort ausschließlich online ihre Anfragen nach einer Direktförderung durch die Kreissparkasse als Spende, Sponsoring oder Zuwendungen aus der Lotterie „Los-Sparen“ einstellen. Regionalität und digitale Einfachheit Gemeinsam mit betterplace.org, Deutschlands größter Spendenplattform, bringt die KSK Projekte und Spenderinnen und Spender zusammen. Die Vorhaben sind sowohl auf betterplace.org als auch auf wirwunder.de/ksk-ratzeburg sichtbar. Für jedes eingestellte Projekt prüft die KSK zudem, inwiefern sie dieses mit einer eigenen Spende unterstützt. Mit WirWunder stellen die KSK und alle Sparkassen in SH ihr gesellschaftliches Engagement dar. Vereine und Organisationen präsentieren auf WirWunder ihre Projekte, Spender:innen entdecken Aktionen aus dem Kreis Herzogtum Herzogtum Lauenburg und unterstützen diese mit nur wenigen Klicks.


++ Neue Krabbelgruppe in der MaBu ++ Immer am 2. und 4. Mittwoch im Monat von 10:00-11:30 Uhr, trifft sich eine im Februar 2026 neu gegründete Krabbelgruppe für Eltern und Kleinkinder in der MaBu. In gemütlicher Atmosphäre haben die Kinder erste Sozialkontakte zu Gleichaltrigen, während die Eltern Gelegenheit zum Gespräch und Erfahrungsaustausch haben. Verantwortlich für diesen regelmäßigen Treff ist Anna-Lena Köhler, die selbst als Mutter dabei ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es ist ein offenes Treffen zu dem man einfach dazu kommen kann. Die Adresse der MaBu ist Am Burgberg 4a, 21465 Wentorf (Achtung die Adresse der MaBu ist seit 2017 eine Neue!). Weitere Infos und Kontakt zu Frau Köhler können im Kirchenbüro erfragt werden: 040 720 2425


++ Radstation Wentorf – Rad Selbsthilfewerkstatt-Termine 2026  ++ Die Repair-Café-Termine finden jeweils am dritten Samstag der geraden Monate von 14 bis 16 Uhr im Prisma Jugendtreff statt. Der Standort bietet dabei einen zusätzlichen Mehrwert: Seit Ende vergangenen Jahres stellt die Gemeinde hier eine frei zugängliche Fahrrad-Reparaturstation bereit. Alle Fragen rund ums Fahrrad haben hier ebenfalls Platz. Der ADFC gibt gegen Spende auch von ihm aufgearbeitete Räder ab.

Die Termine für 2026 im Überblick:

  • Samstag, 17. Oktober 2026
  • Samstag, 19. Dezember 2026

Repariert werden können auch elektrische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Textilien und weitere Alltagsgegenstände. Es handelt sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice; für Ersatzteile oder Materialien wird ein Selbstkostenpreis erhoben. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende. Das Repair Café Wentorf freut sich über Besucherinnen und Besucher ebenso wie über neue ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Bei Fragen wenden Sie sich an das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Wentorf unter 040 72001279.

Was ist Zeit?

Posted By Ralf Lesko On In Fragen der Philosophie, Kunst & Kultur | No Comments
Fragen der Philosophie Header

Wir schauen auf die Uhr und wissen, wie spät es ist. Wir kommen zu spät, haben keine Zeit, sparen Zeit oder versuchen, Zeit zu gewinnen. Am Wochenende vergeht sie zu schnell, im Wartezimmer scheint sie stillzustehen. Im Urlaub wünschen wir uns, sie möge langsamer vergehen. Und wenn etwas Schönes passiert, möchten wir manchmal, dass die Zeit einfach stehen bleibt. Doch was genau ist eigentlich Zeit? Eine Uhr kann uns sagen, wie viel Zeit vergangen ist. Aber sie kann uns nicht erklären, was Zeit überhaupt ist. Genau an diesem Punkt beginnt eines der ältesten philosophischen Rätsel.

Die Zeit, die ständig verschwindet

Der Kirchenlehrer und Philosoph Augustinus [11] hat das Problem schon vor rund 1.600 Jahren auf den Punkt gebracht. Wenn niemand ihn danach fragt, so sinngemäß, weiß er, was Zeit ist. Soll er es aber erklären, wird es schwierig. Das liegt an einem einfachen Paradox: Die Vergangenheit ist nicht mehr da. Die Zukunft ist noch nicht da. Und die Gegenwart? Sie ist kaum da, weil sie in dem Augenblick, in dem wir sie wahrnehmen, schon wieder Vergangenheit geworden ist. Wir leben also ständig in einem Augenblick, den wir nicht festhalten können. Trotzdem erleben wir Vergangenheit und Zukunft. Wir erinnern uns an gestern und denken an morgen. Wir können uns auf einen Urlaub freuen, vor einem Termin Angst haben oder uns an einen längst vergangenen Nachmittag erinnern, als wäre er gerade erst gewesen. Augustinus sah deshalb die Zeit nicht einfach als etwas, das außerhalb von uns abläuft. Sie hat auch mit unserem Bewusstsein zu tun: mit Erinnerung, Erwartung und dem gegenwärtigen Erleben.

Fünf Minuten sind nicht immer fünf Minuten

Das kennt jeder. Fünf Minuten beim Zahnarzt können sich erstaunlich lang anfühlen. Fünf Minuten in einem guten Gespräch sind plötzlich vorbei. Eine Stunde Warten kann quälend sein, während eine Stunde mit einem Menschen, den man liebt, beinahe verschwindet. Die Uhr misst immer dieselbe Zeit. Unser Erleben tut es nicht. Damit wird deutlich: Zeit ist nicht nur eine physikalische Größe. Sie ist auch eine Erfahrung. Der Philosoph Aristoteles [12] verband Zeit deshalb eng mit Veränderung. Zeit wird dort erfahrbar, wo etwas geschieht, sich verändert und von einem Zustand in einen anderen übergeht. Daraus entsteht eine erstaunliche Frage: Wenn sich überhaupt nichts verändern würde – gäbe es dann noch Zeit?

Kant: Zeit beginnt in uns

Immanuel Kant [13] ging noch weiter. Für ihn ist Zeit keine Eigenschaft der Welt, die einfach irgendwo „draußen“ existiert. Zeit gehört zu den grundlegenden Formen, mit denen unser Bewusstsein die Welt überhaupt erfahren kann. Wir können uns Dinge nicht einfach außerhalb von Zeit vorstellen. Alles, was geschieht, geschieht für uns irgendwann: vorher, jetzt oder später. Damit wird Zeit zu einer Voraussetzung unseres Erlebens. Und dann kam Einstein.

Die Zeit ist nicht überall gleich

Mit Albert Einstein [14] bekam die philosophische Frage eine physikalische Dimension. Die Zeit ist nicht absolut und für alle Beobachter identisch. Bewegung und Gravitation beeinflussen, wie Zeit vergeht. Das bedeutet: Es gibt nicht die eine universelle Uhr, die für das gesamte Universum gleich läuft. Was uns im Alltag selbstverständlich erscheint – dass eine Sekunde überall eine Sekunde ist –, ist bei genauerer Betrachtung wesentlich komplizierter. Und doch bleibt die vielleicht wichtigste Frage bestehen: Warum erleben wir überhaupt ein „Jetzt“? Die Physik kann beschreiben, wie Zeit funktioniert. Sie kann messen, wie sie sich unter bestimmten Bedingungen verhält. Aber damit ist noch nicht beantwortet, warum wir Vergangenheit als vergangen und Zukunft als offen erleben. Warum können wir uns an gestern erinnern, aber nicht an morgen?

Die Zeit der Gegenwart

Hier wird die Sache plötzlich sehr persönlich. Denn wir haben nicht nur eine physikalische Zeit. Wir haben auch unsere eigene Lebenszeit. Wir werden älter. Menschen kommen in unser Leben und verschwinden wieder. Kinder wachsen auf. Beziehungen verändern sich. Orte verändern ihr Gesicht. Was heute selbstverständlich ist, kann morgen Erinnerung sein. Zeit macht aus unserem Leben eine Geschichte. Ohne Zeit gäbe es keine Kindheit, keine Erinnerung, keine Hoffnung und keine Planung. Wir wären nicht einfach nur „da“, sondern könnten unser Leben nicht als Entwicklung begreifen. Und gerade deshalb empfinden wir Zeit auch als etwas Bedrohliches. Denn Zeit bedeutet nicht nur Veränderung. Sie bedeutet auch Endlichkeit.

Haben wir zu wenig Zeit – oder nur zu wenig Gegenwart?

Eine interessante moderne Perspektive bringt der Philosoph Byung-Chul Han [15] in diese alte Frage. Han beschreibt unsere Gegenwart als eine Zeit der Beschleunigung. Wir erledigen Dinge schneller, kommunizieren schneller, wechseln ständig zwischen Aufgaben und Informationen. Gleichzeitig haben wir das Gefühl, immer weniger Zeit zu besitzen. Das klingt zunächst widersprüchlich. Technischer Fortschritt sollte uns eigentlich Zeit schenken. Viele Dinge, für die frühere Generationen Stunden brauchten, erledigen wir heute in wenigen Minuten. Nachrichten erreichen uns sofort. Informationen stehen jederzeit zur Verfügung. Wege lassen sich planen, Einkäufe bestellen, Termine koordinieren. Und trotzdem hetzen wir häufig von einem Punkt zum nächsten. Han weist auf ein Problem hin, das über bloßen Zeitmangel hinausgeht: Uns kann die Erfahrung von Dauer verloren gehen. Ein Spaziergang wird zur sportlichen Aktivität. Das Essen wird zur kurzen Pause zwischen zwei Terminen. Ein Urlaub wird zum Programm aus Sehenswürdigkeiten. Selbst die Erholung bekommt einen Zweck: Danach wollen wir wieder leistungsfähig sein. Wir sparen Zeit – und füllen die gewonnene Zeit sofort wieder. Vielleicht liegt genau darin ein merkwürdiges Paradox unserer Gegenwart: Wir haben mehr Möglichkeiten, Zeit zu sparen, als je zuvor – und fühlen uns trotzdem ständig von ihr getrieben.

Zeit muss nicht immer genutzt werden

Vielleicht müssen wir deshalb eine Vorstellung überdenken, die uns sehr selbstverständlich geworden ist: dass Zeit möglichst sinnvoll genutzt werden müsse. Nicht jede Stunde muss produktiv sein. Nicht jeder Spaziergang muss ein Ziel haben. Nicht jedes Gespräch muss zu einem Ergebnis führen. Es gibt Augenblicke, die ihren Wert gerade darin haben, dass sie zu nichts anderem führen. Ein Gespräch, bei dem man die Zeit vergisst. Musik, der man einfach zuhört. Ein Blick aus dem Fenster. Ein gemeinsames Essen, das länger dauert als geplant. Ein Nachmittag, an dem nichts Besonderes passiert. Solche Momente sind auf einer Uhr nicht wertvoller als andere. Für unser Leben können sie es trotzdem sein.

Die Zeit, die wir haben

Am Ende bleibt die Frage deshalb erstaunlich einfach und gleichzeitig schwer zu beantworten: Was machen wir mit der Zeit, die uns gegeben ist? Wir können sie messen. Wir können sie planen. Wir können sie sparen und verschwenden. Wir können versuchen, sie zu kontrollieren. Aber festhalten können wir sie nicht. Aristoteles sah Zeit in der Veränderung. Augustinus fand sie im Verhältnis von Erinnerung, Gegenwart und Erwartung. Kant machte sie zu einer Grundbedingung unserer Wahrnehmung. Einstein zeigte, dass sie keineswegs so absolut ist, wie unser Alltag vermuten lässt. Und Byung-Chul Han erinnert uns daran, dass wir in unserer beschleunigten Gegenwart sogar die Erfahrung von Zeit verlieren können.

Vielleicht liegt darin das eigentliche Rätsel: Wir besitzen Zeit nur, indem wir sie verlieren. Jeder Augenblick, den wir erleben, ist im selben Moment schon vergangen. Die Vergangenheit ist nicht mehr erreichbar. Die Zukunft ist noch nicht vorhanden. Und die Gegenwart verschwindet in dem Augenblick, in dem wir sie wahrnehmen. Wir verbringen unser ganzes Leben damit, Zeit zu haben – und verlieren sie in jedem Augenblick.

Die plattdeutsche Kolumne von Uli Gröhn: 364 – Dreehunnertveerunsösstig

Posted By Gastbeitrag On In Die Plattdeutsche Kolumne | No Comments
Bank mit Plattdeutschen Spruch

[Wokeen düssen Text toend list, kriggt achteran en Belohnen: Dor gifft dat Musik to hören.]

365 Daag hett dat Johr. Un an een Dag hest du Geburtsdag. An sik de wichtigst Dag in dien Leven. De Minschen, de di leev hebbt, graleert di und fiert mit di. Dat di dat gifft. Un dat is goot so. Wiel dat överall so hoch holen warrd, gifft dat ok Brüük, de as bekannt pleegt warrd. Karsen ansteken un utpusten, Koken eten, Geschenke mitbringen und wat nich noch. Vör alln: Wo Minschen tosamenkaamt, dor singt se. Männich Leeder sünd op de heele Welt bekannt. „Happy birthday!“, „Veel Glück un veel Segen“ un , na klor, bi uns „Wo scheun, dat du born büst“ vun Rolf Zuckowski sünd welk vun de bekanntesten. För mi is dat vun Zuckowski dat scheunste; man – in 40 Johrn as Grundschoolmester hefft ik dat bannig veelmals sungen … Un „Happy birthday!“ – Dat kannst al in Gröten-Koorten as „Audio“ kriegen. (Klappst de Koort op, fangt dat Leed an to dudeln.) Orrer in een Plastik-Bloom: Faatst de Blööt an, dudelt „Happy birthday“. Op dudeln riemelt sik nudeln – Mitünner meen ik, dat is denn ok al afnudelt, so oft kriggst dat Leed to hören, ok wenn dor gor keen een Geburtsdag hett in dien Neegde.
Nu fallt mi „Alice in´t Wunnerland“ in. Dat is ja een afsünnerlich Vertellen mit snaaksche Gedanken. In de een Episood geiht dat so, dat een seggt: Wat schall ik blots eenmal in´t Johr Geburtsdag fiern? Dat Johr hett ja noch 364 annere Daag; denn kann ik je 364 mal „Nich-Geburtsdag“ fiern! Un grad in de Verfilmen vun Walt Disney makt se dat ok. 364 mal Nich-Geburtsdag fiern. Wat´n afnudeltet Överdriven!
Aver so is dat mit Överdriven in de Literatur: So markt de Lesers eerst mal op, so fangt se villicht an to denken – wat kunn je noch dor achter so´n Idee steken? Kiekst du achter den Spegel, denn kannst ok so verstahn:
För jedeen Minschen is dat beter, wenn he jedeen Dag in´n Johr Towennen (Zuwendung) kriggt.
[Wat heet eegentlich WERTSCHÄTZEN op platt? Hochachten, Ästimeren steiht in den SASS.]
Mutt ja nich forts de grote Party ween. Is ja al veel, wenn en FründIn to di seggt: Moin, woans geiht di dat? Bedrückt di wat? Kannst di bi mi utweenen, wenn dat leeg is.
Orrer: Scheun, wenn alln´s in Bodder is! Laat uns ´n beten singen, dat geiht ok an en griesen Maandag. Hauptsaak, wi kiekt uns mal wedder in de Oogen un hoolt uns in de Arms.

Dorto gifft dat ok en Leed: LINK to dat Leed: „364“ [16]

Gemeinde Wentorf nächste Sitzungen der Ausschüsse im Rathaus Wentorf

Posted By Ralf Lesko On In Kommunales, Politik | No Comments
rathaus wentorf bei hamburg

Tagesordnung der Sitzung [17]

Tagesordnung der Sitzung [18]

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht 

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht 

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht

Tagesordnung der Sitzung noch nicht veröffentlicht

 

 

 

Ausverkauftes Konzert des Bürgervereins Wentorf mit Frank Grischek und Ralf Lübke begeistert das Publikum

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V. | No Comments
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Es hätte ein ganz stiller, sehnsuchtsvoller Abend werden können. Ein Abend mit Wind, Meer und Sternen, mit Akkordeonklängen, Gitarren und zwei Stimmen, die von der Weite erzählen. Und tatsächlich: Musikalisch hätten Frank Grischek und Ralf Lübke dafür am 5. September beim Konzert des Bürgervereins Wentorf im Bürgerverein Wentorf e.V. alle Voraussetzungen geschaffen. Wenn da nicht der Andere gewesen wäre. Denn so schön und berührend die Musik der beiden daherkommt – einer schafft es zuverlässig, die romantische Stimmung des anderen mit einer kleinen Spitze, einer provokanten Bemerkung oder einem trockenen Kommentar wieder aus dem Gleichgewicht zu bringen. Was zunächst nach einer musikalischen Störung klingt, entpuppt sich schnell als eigentliches Erfolgsrezept des Abends.

Das Konzert war ausverkauft – und das Publikum bestens aufgelegt.

Schon bald wurde klar: Hier sitzen nicht einfach zwei hervorragende Musiker nebeneinander auf der Bühne. Hier begegnen sich zwei Künstler, die ihr musikalisches Können mit einer gehörigen Portion Selbstironie und einem ausgesprochen eigenwilligen Sinn für „Freundlichkeiten“ verbinden. Frank Grischek entlockt seinem Akkordeon Klänge, die mal leicht und beschwingt, mal melancholisch und tief sehnsuchtsvoll daherkommen. Ralf Lübke verleiht den Songs mit seiner Stimme eine ganz eigene emotionale Färbung. Zusammen nehmen sie ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise – dorthin, wo Wind über das Meer zieht und man unter einem Sternenhimmel für einen Moment den Alltag vergessen kann. Doch lange bleibt es nicht bei der Romantik.

Denn kaum ist die Stimmung besonders gefühlvoll, kommt von der Seite garantiert der passende Kommentar. Die beiden Musiker schenken sich nichts. Ihre verbalen „Freundlichkeiten“ zielen immer wieder darauf, den jeweils anderen ein wenig kleiner aussehen zu lassen – natürlich nur, um selbst umso besser dazustehen. Das Ganze wirkt dabei so spielerisch und selbstverständlich, dass man irgendwann den Eindruck gewinnt: Genau so muss es sein. Und das Publikum genießt es.

Musikalisch zeigen Grischek und Lübke, was jahrelange Bühnenerfahrung und handgemachte Musik vermögen. Ihre eigenen Stücke verbinden musikalische Einfälle mit großer Spielfreude. Die Coversongs wiederum sind keine bloßen Kopien bekannter Originale, sondern eigenständige Interpretationen. Billy Bragg, R.E.M., die Beatles oder Robbie Williams bekommen ihren ganz persönlichen musikalischen Anstrich. Dabei reicht das Spektrum von gefühlvollen Balladen und Walzern bis zu Britpop und temperamentvollen Instrumentalstücken. Akkordeon, Gitarre und zwei Stimmen reichen völlig aus, um einen großen musikalischen Raum entstehen zu lassen.

Und dann ist da eben noch dieser Humor. Immer wieder löst ein Dialog zwischen den beiden Musikern Gelächter im Saal aus. Die Grenze zwischen Konzert und Unterhaltung verschwimmt angenehm. Man hört nicht nur zu – man ist mittendrin. Und spätestens als das Publikum begeistert mitsingt und immer wieder kräftig applaudiert, ist klar, dass die beiden Musiker ihr Ziel erreicht haben.

Ein Konzert lebt schließlich nicht allein von dem, was auf der Bühne passiert. Es lebt von der Verbindung zwischen Bühne und Publikum.

Diese Verbindung stimmte an diesem Abend. Die Begeisterung der Gäste war deutlich zu spüren. Gesungen wurde gemeinsam, geklatscht wurde ausgiebig – und gelacht wurde ebenfalls. Es war einer dieser Abende, bei denen man nach dem letzten Stück nicht sofort aufsteht, weil man noch ein wenig in der gerade entstandenen Stimmung bleiben möchte. So wurde aus „Wind, Meer und Sterne“ weit mehr als ein Konzerttitel. Es wurde ein Abend voller musikalischer Geschichten, großer Gefühle, kleiner Bosheiten und viel Humor.

Musikalisch anspruchsvoll, handgemacht und emotional – und gleichzeitig ausgesprochen unterhaltsam.

Für den Bürgerverein Wentorf war das ausverkaufte Konzert damit ein rundum gelungener Abend. Und für die Gäste vermutlich genau das, was ein guter Konzertabend sein sollte: Man geht beschwingt nach Hause, hat gute Musik gehört, viel gelacht, vielleicht ein wenig mitgesungen – und nimmt ein Stück dieser besonderen Stimmung mit.

 

 

Beitragsfoto: Ralf Lesko

 

 

Bürger fragen – Bürgermeisterin antwortet. Der Seniorenbeirat Wentorf lädt zum direkten Gespräch über das Leben in Wentorf ein

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik, Seniorenbeirat | No Comments
Bürger fragen die BM

Was wollten Sie die Bürgermeisterin schon immer einmal persönlich fragen? Warum dauert ein bestimmtes Projekt so lange? Was wird aus einer Idee, die seit Jahren diskutiert wird? Wo liegen die Prioritäten der Gemeinde – und was kann Wentorf vielleicht besser machen?

Gelegenheit für solche Fragen gibt es am Mittwoch, 23. September 2026, von 15 bis 18 Uhr in der Alten Schule. Unter dem Motto „Bürger fragen – die Bürgermeisterin antwortet“ lädt der Seniorenbeirat der Gemeinde Wentorf bei Hamburg zu einem ganz unmittelbaren Austausch ein. Dabei soll es ausdrücklich nicht um vorbereitete Reden oder lange Vorträge gehen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

Was bewegt die Menschen in Wentorf?

Wentorf ist eine Gemeinde, in der sich vieles verändert und immer wieder neue Fragen entstehen. Verkehr und Mobilität gehören ebenso dazu wie Wohnen, Kinderbetreuung, Schule, Umwelt, Ortsentwicklung oder die Gestaltung des öffentlichen Raums. Aber manchmal sind es auch die ganz persönlichen Erfahrungen im Alltag, die Anlass für eine Frage geben. Wo fehlt eine Sitzbank? Warum ist ein bestimmter Weg für Menschen mit Rollator schwierig? Was passiert mit einem bestimmten Grundstück? Wie sieht die Gemeinde ihre Entwicklung in den kommenden Jahren? Solche Fragen haben ihren Platz an diesem Nachmittag. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, direkt nachzufragen, Antworten aus erster Hand zu bekommen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei muss es nicht immer um die großen politischen Themen gehen. Gerade die kleinen Dinge des Alltags zeigen häufig, wo Bürgerinnen und Bürger Handlungsbedarf sehen.

Zuhören gehört zum Bürgerdialog dazu

Für eine Gemeinde ist der direkte Austausch mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern eine wichtige Möglichkeit, Stimmungen, Wünsche und Probleme frühzeitig wahrzunehmen. Umgekehrt bietet ein persönliches Gespräch die Chance, Entscheidungen und Abläufe aus Sicht der Verwaltung zu erläutern. Der Seniorenbeirat möchte mit der Veranstaltung deshalb einen Raum schaffen, in dem Fragen gestellt, Meinungen ausgetauscht und vielleicht auch neue Ideen entwickelt werden können. Angesprochen sind insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger – willkommen sind jedoch alle Interessierten. Vielleicht gibt es eine Frage, die man sich bisher noch nicht zu stellen getraut hat. Oder eine, auf die man schon lange eine konkrete Antwort sucht. Dann ist der 23. September möglicherweise genau der richtige Nachmittag dafür.

Mittwoch, 23. September 2026, 15 bis 18 Uhr
Alte Schule, Wentorf bei Hamburg

Motto:
„Bürger fragen – die Bürgermeisterin antwortet“

Beitragsbild: Seniorenbeirat Wentorf (KI erzeugt)

 

Sicher unterwegs in Wentorf – gemeinsam üben statt unsicher sein

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft, Gesundheit, Seniorenbeirat | No Comments
Rollatortraining

Seniorenbeirat lädt zu praktischem Rollator- und Rollstuhltraining ein

Mobil zu bleiben bedeutet gerade im Alter ein gutes Stück Lebensqualität. Ob zum Einkaufen, zum Arzt, zu Freunden oder einfach ins nächste Café: Wer auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, möchte möglichst selbstständig unterwegs sein. Doch ausgerechnet die Fahrt mit dem Bus kann dabei zur Herausforderung werden. Wie komme ich mit dem Rollator sicher in den Bus? Wo stelle ich ihn ab? Was ist beim Ein- und Aussteigen mit einem Rollstuhl zu beachten? Und wie viel Zeit darf man sich dabei eigentlich nehmen?

Antworten auf diese und viele andere praktische Fragen gibt der Seniorenbeirat der Gemeinde Wentorf bei Hamburg bei einer besonderen Veranstaltung im September.

„Sicher unterwegs – wir probieren es gemeinsam aus!“

Am Montag, 21. September 2026, von 14 bis 18 Uhr wird auf dem Parkplatz vor dem Rathaus Wentorf ein hvv-Bus zum praktischen Üben bereitstehen. Hier geht es ausdrücklich nicht um Theorie, sondern ums Ausprobieren. In aller Ruhe können Interessierte das Ein- und Aussteigen mit Rollator oder Rollstuhl üben und sich mit der Situation im Bus vertraut machen. Denn was im Alltag schnell und selbstverständlich aussieht, kann für Menschen mit eingeschränkter Mobilität durchaus mit Unsicherheit verbunden sein. Das Training soll deshalb vor allem eines vermitteln: mehr Sicherheit und Vertrauen in die eigene Mobilität. Niemand muss sich dafür unter Zeitdruck fühlen oder Angst haben, etwas falsch zu machen. Gemeinsam ausprobieren, Fragen stellen und Erfahrungen sammeln – genau darum geht es.

Das Angebot richtet sich insbesondere an die ältere Generation, ist aber für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offen.

Mobilität heißt auch Selbstständigkeit

Der Seniorenbeirat greift damit ein Thema auf, das viele Menschen betrifft. Ein gut erreichbarer öffentlicher Nahverkehr ist zwar wichtig – mindestens ebenso wichtig ist aber das Gefühl, ihn auch tatsächlich sicher nutzen zu können. Gerade beim Einstieg mit einem Rollator oder Rollstuhl können kleine praktische Handgriffe einen großen Unterschied machen. Wo positioniere ich mich? Wie sichere ich den Rollator? Wann ist es sinnvoll, Hilfe anzunehmen? Das lässt sich am besten dort lernen, wo es später auch gebraucht wird: direkt am und im Bus. Die Veranstaltung bietet damit nicht nur ein Training, sondern auch die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht die eine oder andere Unsicherheit aus dem Weg zu räumen. Das Bus-Training ist Teil eines Veranstaltungsangebots des Seniorenbeirats, bei dem im September Mobilität, Sicherheit und der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern im Mittelpunkt stehen. Dabei geht es letztlich um eine einfache Frage: Was brauchen ältere Menschen, um in Wentorf möglichst lange selbstständig, sicher und aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen zu können?

Der Seniorenbeirat möchte dafür nicht nur Angebote machen, sondern auch zuhören. Denn die besten Hinweise kommen häufig von denjenigen, die ihren Alltag selbst erleben und wissen, wo es Schwierigkeiten gibt. Wer also einen Rollator oder Rollstuhl nutzt, Angehörige hat oder sich ganz allgemein für die Belange älterer Menschen in Wentorf interessiert, ist herzlich eingeladen.

Montag, 21. September 2026, 14 bis 18 Uhr
Parkplatz vor dem Rathaus Wentorf

Motto des Nachmittags:
„Sicher unterwegs – wir probieren es gemeinsam aus!“

Beitragsbild: Seniorenbeirat Wentorf (KI erzeugt)

Neuer Spielhügel bringt Bewegung und Spaß auf den Schulhof der OGS-Wentorf

Posted By Ralf Lesko On In Kommunales, Schule | No Comments
Entwurfszeichnung Spielhügel Grundschule

Ein neuer Lieblingsplatz für die Kinder der Grundschule Wentorf bei Hamburg? Das könnte der Spielhügel auf dem Schulhof durchaus werden. Beim heutigen Sommerfest wurde das neue Spielangebot offiziell eröffnet – und damit steht den Schülerinnen und Schülern ab sofort ein weiterer Ort zum Spielen, Klettern, Bewegen und gemeinsamen Entdecken zur Verfügung. Gemeinsam mit der Schulleitung und der Leitung der OGS gab Bürgermeisterin Kathrin Schöning den neuen Spielbereich frei. Und dass die Kinder bei diesem Projekt nicht nur Zuschauer waren, war ihnen deutlich anzusehen: Sie durften selbst mitentscheiden, welches Spielgerät auf ihrem Schulhof stehen sollte. Im Rahmen einer Befragung konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Favoriten auswählen und mit Klebepunkten bewerten. So wanderten die Wünsche der Kinder unmittelbar in die Planung ein. Der neue Spielhügel ist damit nicht einfach irgendein neues Spielgerät auf dem Schulhof – er trägt auch ein Stück Kinderbeteiligung in sich. „Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt. Besonders schön ist, dass die Kinder selbst an der Auswahl beteiligt waren. So ist ein Spielbereich entstanden, der nicht nur für die Schülerinnen und Schüler gedacht ist, sondern ein Stück weit auch von ihnen mitgestaltet wurde“, sagte Bürgermeisterin Kathrin Schöning bei der Eröffnung.

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg hatte den Schulhof überplant und die Umsetzung der Maßnahme begleitet. Die Bauarbeiten begannen Anfang Juni 2026 und konnten am 14. August abgeschlossen werden. Ganz klein war das Vorhaben allerdings nicht: Für die Planung wurden rund 72.000 Euro aufgewendet, die Baukosten beliefen sich auf rund 326.000 Euro. Hinzu kamen rund 12.000 Euro für notwendige Baumfällmaßnahmen einschließlich Ersatzpflanzungen. Nun aber geht es vor allem um das, was mit solchen Zahlen kaum beschrieben werden kann: um Kinder, die rauf- und runterlaufen, klettern, spielen, sich treffen und den neuen Hügel ganz selbstverständlich zu ihrem eigenen machen. Mit dem Spielhügel gewinnt der Schulhof einen weiteren Raum für Bewegung, Spiel und Begegnung. Gerade im Schul- und Ganztagsalltag ist das mehr als nur eine zusätzliche Attraktion: Ein guter Schulhof bietet Platz zum Toben ebenso wie zum gemeinsamen Spielen und für kleine Pausen zwischendurch. Beim Sommerfest wurde der neue Spielbereich jedenfalls schon einmal gebührend in Besitz genommen. Jetzt darf er zeigen, was in ihm steckt.

Wann ist bei Demenz ein Heim besser, als das Alleinleben?

Posted By Dieter Traut On In Gesundheit | No Comments
pflege-haende-alter

Demenz entwickelt sich schleichend. Von ersten Anzeichen bis zu einer Diagnose ist es ein weiter Weg. Auch wenn man es auf keinen Fall möchte, kommt doch irgendwann die Frage auf, ab wann ein Heim besser ist, als das Alleinleben. Die Antwort hierauf ist schwierig und hängt sehr an den individuellen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen. Da es zu diesem Thema, das jeden angehen kann, kaum Tipps gibt, wird im Folgenden trotz aller Einschränkungen versucht eine Hilfestellung zu geben.

Ausgangspunkt ist immer, dass man einen alten Baum nicht verpflanzen soll. Jeder von uns hat eine Vorstellung davon, was für eine einschneidende Änderung ein Umzug für uns wäre. Und hier geht es nicht nur um einen Umzug, sondern um eine drastische Verkleinerung des eigenen Rückzugraums bei dem man kaum persönliche Dinge mitnehmen kann. Dazu kommt die Frage, was das Heim für jemanden persönlich bedeutet. Es gibt aber auch Kriterien, die darauf hinweisen, dass ein Heim die bessere Lösung sein könnte. Wohlgemerkt: „könnte“.

Kriterium 1: Fehlendes bzw. stark reduziertes soziales Umfeld

Oft ist eine Krankheit der Auslöser, wenn man nicht mehr unter die Leute gehen kann. Das soziale Umfeld engt sich hierdurch ein und es wird ein Prozess in Gang gesetzt, der zur Vereinsamung führen kann. Corona und wie wir mit der Infektionsgefahr umgegangen sind hat zur Vereinzelung alter Menschen geführt. Das Etikett „besonders vulnerable Gruppe“ hat die wenigen Kontakte noch weiter eingeschränkt. Nach dieser Zeit fehlte dann vielen Betroffenen die Kraft alte Kontakte wieder zu beleben.

Kriterium 2: Selbstversorgung nicht mehr gewährleistet

Solange ein alter Mensch körperlich so fit ist, dass er einkaufen geht und für sich kocht, sich also selbst versorgen kann, ist alles gut. Und auch wenn diese Aktivitäten durch die Demenz schleichend eingeschränkt werden, gibt es Möglichkeiten: Essen kann man liefern lassen, die Einnahme von Medikamenten kontrollieren lassen. Und selbst für die körperliche Hygiene kann man sich Unterstützung holen. Und so könnte es weiter gehen, wenn ja wenn sich der Zustand nicht noch weiter verschlechtern würde.

Kriterium 3: Selbstgefährdung

Bei Demenz wird oft vergessen den Herd auszuschalten. Doch auch das lässt sich regeln: den Strom vom Herd abstellen und Essen liefern lassen. Ein kritischer Punkt ist erreicht, wenn trotz eines Anrufes vergessen wird das gelieferte Essen zu sich zu nehmen.

Hitzeperioden werden ab einem mittelschweren Stadium der Demenz lebensgefährlich. Es wird einfach vergessen zu trinken und auch einfachste Maßnahmen mit der Hitze umzugehen, wie nächtliches Lüften werden nicht umgesetzt.

Dazu drohen noch mehr Risiken. Insbesondere Stürze können lebensbedrohlich werden. Die technische Lösung für Alleinlebende mit einem Alarmknopf um den Hals ist bis heute unzulänglich. Erstmal muss man daran denken den Alarm bei sich zu tragen, eine kaum zu bewältigende Aufgabe für Demenzkranke und dann dringt der Alarm nicht immer durch dicke Kellerdecken.

Meine persönliche Meinung: Spätestens ab dem Zeitpunkt an dem Selbstgefährdung erkannt wird, wird es Zeit sicherzustellen, dass er oder sie nicht mehr allein lebt. Sehr oft bedeutet dies das Heim.

 

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Mit einem guten Wurf eröffnet: Neue Boulebahn bringt Wentorfer zusammen

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Sport & Spiel, Vor Ort | 2 Comments
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Trotz Regen kamen am 22. August zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zur Einweihung der neuen Boulebahn am Rathaus. Gemeinsam mit dem Rathausfest wurde damit ein neuer Ort für Begegnung, Bewegung und gemeinsames Miteinander in Wentorf eröffnet. Der Wettergott meinte es am Samstag nicht ganz gut mit den Wentorfern. Immer wieder fiel Regen. Doch das hielt viele Bürgerinnen und Bürger nicht davon ab, bei der Einweihung der neuen Boulebahn dabei zu sein. Im Gegenteil: Die Stimmung war herzlich und zugewandt – und irgendwie passte das Wetter sogar zum französischen Charakter des Spiels. Ein wenig Regen gehört schließlich auch zu einem echten Freiluftvergnügen. Die Einweihung fand parallel zum Rathausfest der Gemeinde statt und setzte damit einen schönen Akzent im ohnehin lebendigen Geschehen rund um das Rathaus.

[19]Bürgermeisterin Kathrin Schöning und Reinhold Czok, 1. Vorsitzender des Seniorenbeirates, würdigten in ihren Reden vor allem den Gedanken, der hinter der neuen Boulebahn steht: Gemeinsam aktiv zu sein, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenkommen können. Denn eine Boulebahn ist mehr als nur ein Platz, auf dem Kugeln geworfen werden. Sie lädt dazu ein, Zeit miteinander zu verbringen. Man spielt, schaut zu, kommt ins Gespräch – und lernt dabei vielleicht auch Menschen kennen, denen man sonst im Alltag kaum begegnen würde. Gerade solche niedrigschwelligen Angebote sind für eine Gemeinde wichtig. Sie schaffen Begegnungen, ohne dass man einem Verein beitreten oder sich zu einem festen Termin verpflichten muss. Wer Lust hat, kann mitmachen. Wer zunächst nur zuschauen möchte, ist ebenso willkommen. Mit der neuen Boulebahn geht Wentorf damit einen weiteren kleinen, aber durchaus bemerkenswerten Schritt hin zu mehr gemeinschaftlichem Leben im öffentlichen Raum.

Den symbolischen Start übernahm schließlich die Bürgermeisterin selbst: Kathrin Schöning eröffnete die Boulebahn mit dem ersten Kugelwurf. Damit war der Platz offiziell freigegeben – und der wichtigste Teil konnte beginnen: das gemeinsame Spielen. Vielleicht wird sich schon bald zeigen, wer in Wentorf das nötige Fingerspitzengefühl besitzt und seine Kugel am geschicktesten in die Nähe des „Schweinchens“ bringt. Gelegenheit dazu gibt es jedenfalls genug. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die trotz des Regens zur Eröffnung gekommen waren, machten deutlich, dass Interesse an solchen gemeinsamen Angeboten vorhanden ist. Die neue Boulebahn könnte damit zu einem kleinen Treffpunkt werden, an dem nicht nur gespielt, sondern vor allem eines gepflegt wird: das Miteinander. Und so war der erste Kugelwurf am Samstag vielleicht mehr als nur ein symbolischer Auftakt. Er war ein kleiner Anfang für viele weitere Begegnungen auf der neuen Boulebahn.

 

Beitragsfotos: Ralf Lesko

 

Nun erfasst es auch Europa: Wenn das Wasser knapp wird

Posted By Monika Lehmann-Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik, Umwelt | 2 Comments
Wasserhahn

Wasser kommt bei uns aus dem Hahn. Jederzeit. Sauber, klar und für wenige Cent pro Liter. Gerade deshalb vergessen wir leicht, wie kostbar diese Ressource eigentlich ist. Doch der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt – auch in Europa und auch vor unserer Haustür. Wie sicher ist unser Trinkwasser in Wentorf? Und warum kostet das Abwasser hier deutlich mehr als in Hamburg? Wasser ist Leben. Dieser Satz klingt beinahe banal, ist aber eine der elementarsten Tatsachen überhaupt. Ohne Wasser gäbe es weder Menschen noch Tiere noch Pflanzen. Trotzdem behandeln wir Wasser im Alltag häufig wie eine Selbstverständlichkeit: Hahn auf, Wasser läuft. Duschen, waschen, kochen, Toilette spülen, Garten bewässern – und am Ende ist alles wieder weg. Nur: Wasser verschwindet nicht. Es bewegt sich im natürlichen Wasserkreislauf. Regen fällt, Wasser versickert, Grundwasser entsteht, Quellen und Flüsse werden gespeist, Wasser verdunstet und kehrt irgendwann als Niederschlag zurück. Das Problem liegt deshalb nicht darin, dass es auf der Erde irgendwann überhaupt kein Wasser mehr gibt. Knapp werden kann vielmehr das verfügbare und nutzbare Süßwasser – am falschen Ort, zur falschen Zeit oder in nicht ausreichender Menge. Und genau das wird zunehmend zu einer europäischen Frage.

Wenn der Sommer zum Stresstest wird

Was in den vergangenen Jahrzehnten vor allem mit Südeuropa verbunden wurde, ist längst auch weiter nördlich angekommen: lange Hitzeperioden, ausbleibender Regen, trockene Böden und sinkende Wasserstände. Brandenburg beispielsweise gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Dort gelten in trockenen Zeiten Einschränkungen für die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser. Auch die Landwirtschaft steht zunehmend vor der Frage, wie viel Wasser für die Bewässerung zur Verfügung stehen kann. In unserer näheren Umgebung ist Wasser ebenfalls längst kein abstraktes Thema mehr. Im Landkreis Lüneburg laufen Wasserrechtsverfahren für erhebliche Grundwasserentnahmen. Besonders bekannt geworden ist der Streit um Coca-Cola. Der Getränkehersteller entnimmt in Lüneburg bereits Grundwasser für die Produktion von Vio. Ein geplanter dritter Brunnen mit einer vorgesehenen Entnahme von 350.000 Kubikmetern jährlich sorgte für heftige Diskussionen. Coca-Cola zog den Antrag 2022 allerdings zurück. Noch grundsätzlicher wird die Debatte in Brandenburg geführt. Dort geht es unter anderem um die geplante Erweiterung der Getränkeproduktion und die Frage, wie viel Grundwasser industrielle Produktion in einer ohnehin wasserarmen Region dauerhaft beanspruchen darf. Der Konflikt zeigt: Wasser kann zur Verteilungsfrage werden – zwischen Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und Natur.

Und wie sieht es bei uns aus?

Für Wentorf gibt es zunächst eine gute Nachricht: Unsere Trinkwasserversorgung ist sehr sicher. Wentorf wird von HAMBURG WASSER mit Trinkwasser versorgt. Das Unternehmen betreibt ein Verbundsystem aus 17 Wasserwerken und beliefert neben Hamburg zahlreiche Gemeinden im Umland – ausdrücklich auch Wentorf und Wohltorf. Das ist ein erheblicher Vorteil. Wir sind nicht von einem einzigen kleinen örtlichen Brunnen abhängig. Die Wasserwerke arbeiten in einem Verbund und können dadurch Versorgungssicherheit gewährleisten. Doch auch unser Wasser hat eine gemeinsame Grundlage: Grundwasser. HAMBURG WASSER gewinnt sein Trinkwasser vollständig aus Grundwasser. Damit wird eine einfache Wahrheit sichtbar: Unser Trinkwasser beginnt nicht im Wasserwerk. Es beginnt als Regen.

Viel Regen heißt nicht automatisch viel Grundwasser

Genau hier wird der Klimawandel interessant. Ein trockener Sommer bedeutet nicht zwangsläufig eine Wasserkrise. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die Grundwasservorräte über längere Zeit ausreichend erneuern können. Und auch ein heftiger Regenguss löst das Problem nicht unbedingt. Wenn in kurzer Zeit sehr große Wassermengen fallen, können Böden das Wasser nicht vollständig aufnehmen. Ein Teil fließt oberirdisch ab. Für die Grundwasserneubildung sind lang anhaltende Niederschläge und ausreichende Versickerung wesentlich günstiger. Gleichzeitig steigen bei höheren Temperaturen Verdunstung und Wasserbedarf. Landwirtschaft benötigt mehr Bewässerung, Gärten werden häufiger gesprengt und an heißen Tagen steigt auch der Verbrauch in den Haushalten. Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass Hamburg und Wentorf unmittelbar vor einer Trinkwasserkrise stehen. Es bedeutet vielmehr: Auch ein scheinbar unerschöpfliches System hat Grenzen.

Unser Wasser ist billig – aber nicht kostenlos

Vielleicht liegt genau darin ein Teil unseres Problems. Ein Kubikmeter Trinkwasser – also 1.000 Liter – kostet bei HAMBURG WASSER 2026 2,19 Euro. Ein Liter Leitungswasser kostet damit rund 0,22 Cent. Das klingt beinahe unglaublich wenig. Mit einem Kubikmeter lassen sich nach Angaben von HAMBURG WASSER beispielsweise etwa 20-mal duschen, 400-mal die Hände waschen oder rund 5.000 Gläser Wasser trinken. Doch der Preis des Wassers ist nur die halbe Geschichte. Denn mit dem Wasser, das aus unserem Hahn kommt, entsteht auch Abwasser. Und dessen Beseitigung kostet ebenfalls Geld. In Wentorf wird das Schmutzwasser nicht von HAMBURG WASSER, sondern vom Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden abgerechnet. Die aktuelle Schmutzwassergebühr beträgt 3,37 Euro pro Kubikmeter. Damit kostet die Entsorgung des gebrauchten Wassers derzeit sogar mehr als das frische Trinkwasser selbst.

Die Entwicklung zeigt außerdem, dass die Kosten nicht konstant sind:

Jahr Trinkwasser Wentorf Schmutzwasser Wentorf
2021 2,13 € 2,89 €
2022–2024 2,13 € 2,81 €
2025 2,13 € 3,37 €
2026 2,19 € 3,37 €

jeweils pro Kubikmeter; Trinkwasserpreis nach HAMBURG WASSER, Schmutzwassergebühr nach Angaben des Abwasserverbandes. Damit kostet ein Kubikmeter Wasser, wenn man Trinkwasser und Schmutzwasser zusammen betrachtet, in Wentorf derzeit 5,56 Euro – die Niederschlagswassergebühr noch nicht eingerechnet. Das ist immer noch wenig. Aber es verändert den Blick auf die berühmte „Wasseruhr“.

Eine Wasseruhr – zwei Rechnungen

Und hier wird es in Wentorf interessant. Das Trinkwasser beziehen wir von HAMBURG WASSER. Der Verbrauch wird über den Wasserzähler erfasst und bildet die Grundlage für die Trinkwasserabrechnung. Das Schmutzwasser wird dagegen vom unabhängigen Abwasserverband abgerechnet. Vereinfacht gilt dabei das Prinzip: Was an Trinkwasser in den Haushalt hineinfließt, wird als Schmutzwasser grundsätzlich wieder herausgerechnet. Die Verbrauchsmenge ist damit für zwei unterschiedliche Abrechnungen relevant – Trinkwasser und Schmutzwasser. Und damit stellt sich zwangsläufig eine Frage: Wer übermittelt eigentlich wem die Verbrauchsdaten? HAMBURG WASSER und der Abwasserverband sind zwei unterschiedliche Institutionen. Der eine rechnet das Trinkwasser ab, der andere das Schmutzwasser. Für die Berechnung der Schmutzwassergebühr benötigt der Abwasserverband allerdings die entsprechende Verbrauchsmenge. Das ist kein nebensächliches Detail. Denn hinter einer Wasseruhr steht nicht nur eine Zahl, sondern ein personenbezogener Verbrauchswert: Der Wasserverbrauch lässt sich grundsätzlich einem Haushalt beziehungsweise Anschluss zuordnen. Damit ist eine Datenschutzfrage verbunden: Auf welcher rechtlichen Grundlage werden die Verbrauchsdaten zwischen HAMBURG WASSER und dem Abwasserverband ausgetauscht beziehungsweise für die jeweilige Gebührenabrechnung verwendet? Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass hier etwas rechtswidrig geschieht. Für eine solche Datenverarbeitung kann selbstverständlich eine gesetzliche Grundlage bestehen. Aber Transparenz wäre wünschenswert. Denn für den Bürger sind es am Ende zwei getrennte Abrechnungen von zwei unterschiedlichen Institutionen – während offenbar dieselbe Verbrauchsmenge die Grundlage für beide Abrechnungen bildet. Eine Datenbasis – zwei Gebührenbescheide. Wie genau dieser Datenaustausch organisiert ist, welche Daten konkret übermittelt werden und auf welcher Rechtsgrundlage dies geschieht, wäre deshalb eine durchaus interessante Frage an HAMBURG WASSER und den Abwasserverband.

Wentorfs besondere Wasserrechnung

Für Wentorf hat die Wasserfrage allerdings noch eine weitere Seite. Denn bei uns treffen zwei Systeme aufeinander, die eigentlich eng miteinander verbunden sind. Unser Trinkwasser kommt von HAMBURG WASSER. Und auch unser Schmutzwasser landet letztlich in Hamburg. Es wird über das Kanalnetz des Abwasserverbandes der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden an Hamburg übergeben und dort in den Hamburger Klärwerken gereinigt. Das wirft eine durchaus interessante Frage auf: Warum brauchen wir dazwischen eigentlich noch einen eigenen Abwasserverband? Die Antwort liegt im Kommunalrecht. Die Abwasserbeseitigung ist eine hoheitliche Aufgabe der Gemeinden. Eine Gemeinde kann diese Aufgabe jedoch nicht einfach vollständig an eine andere Stadt abgeben. Sie kann sich aber mit anderen Kommunen zusammenschließen und die Aufgabe auf einen gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Verband übertragen. Genau das ist bei den Bille- und Geestrandgemeinden geschehen. Der Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden ist deshalb eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er verfügt über eine eigene Verwaltung, eigene Mitarbeiter, einen ehrenamtlichen Verbandsvorsteher, eine Verbandsversammlung und Ausschüsse. Das ist rechtlich sauber und in Schleswig-Holstein keineswegs ungewöhnlich. Viele Gemeinden organisieren die Abwasserbeseitigung über solche Zweck- oder Abwasserverbände. Doch wirtschaftlich stellt sich eine andere Frage.

Wir nutzen Hamburg – und leisten uns zusätzlich eine eigene Struktur

Technisch betrachtet profitieren die Bille- und Geestrandgemeinden erheblich von ihrer Nähe zu Hamburg. Das Trinkwasser wird von HAMBURG WASSER geliefert. Das Schmutzwasser wird letztlich ebenfalls in Hamburg gereinigt. Anders gesagt: Am Anfang des Kreislaufs steht Hamburg. Am Ende des Kreislaufs steht ebenfalls Hamburg. Dazwischen gibt es allerdings eine eigene Organisation: den Abwasserverband. Und diese Organisation kostet Geld. Sie braucht Personal, Verwaltung, Gremien, Sitzungen, Planung, Unterhaltung und eine eigene Infrastruktur. Hinzu kommen die Kosten für das Kanalnetz und die Pumpwerke. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Verband „zu teuer“ ist. Schließlich muss auch ohne Verband eine funktionierende Abwasserbeseitigung organisiert, kontrolliert und bezahlt werden. Auch Hamburg würde für seine Leistungen Geld verlangen. Aber angesichts der Tatsache, dass unser Abwasser ohnehin nach Hamburg fließt und dort gereinigt wird, ist die Frage durchaus legitim: Wäre eine unmittelbare Organisation der Abwasserbeseitigung über Hamburg langfristig günstiger als das heutige Modell mit einem zusätzlichen Verband? Und damit kommt man zurück zu den Gebühren.

Warum kostet das Abwasser in Wentorf mehr als in Hamburg?

2026 kostet ein Kubikmeter Trinkwasser sowohl in Hamburg als auch in Wentorf 2,19 Euro. Beim Schmutzwasser sieht es dagegen anders aus. In Hamburg beträgt die Sielwassergebühr aktuell 2,49 Euro pro Kubikmeter. In Wentorf werden dagegen 3,37 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser berechnet. Das sind 88 Cent mehr pro Kubikmeter – rund 35 Prozent. Natürlich darf man daraus nicht einfach schließen, dass die Differenz ausschließlich durch den Abwasserverband verursacht wird. Unterschiedliche Kostenstrukturen, Investitionen, Netzlängen, Pumpwerke, Finanzierung und weitere Faktoren spielen eine Rolle. Aber der Unterschied ist bemerkenswert. Denn das Ergebnis lautet: Das Trinkwasser kostet in Hamburg und Wentorf gleich viel. Das Abwasser ist in Wentorf deutlich teurer. Und genau hier lohnt sich eine genauere Betrachtung der Strukturen. Der Bürger sieht am Ende vor allem eine Zahl auf seiner Rechnung. Dahinter stehen jedoch unterschiedliche Organisationsformen und Kosten.

Ein Verband, sechs Gemeinden – und trotzdem Hamburg

Der Abwasserverband umfasst Wentorf, Aumühle, Börnsen, Escheburg, Kröppelshagen-Fahrendorf und Wohltorf. Seine Aufgabe besteht darin, die Abwasserbeseitigung für diese Gemeinden zu organisieren. Das ist eine sinnvolle Form kommunaler Zusammenarbeit, insbesondere weil nicht jede Gemeinde ihre eigene Infrastruktur und Verwaltung dafür aufbauen muss. Aber auch ein Verband ist keine kostenlose Lösung. Und deshalb wäre es interessant, einmal ganz nüchtern zu vergleichen: Was kostet die heutige Konstruktion insgesamt – und was würde eine direkte Zusammenarbeit mit Hamburg kosten?

Dazu müsste man sämtliche Kosten gegenüberstellen:

Erst dann ließe sich seriös beurteilen, ob die heutige Struktur wirtschaftlich optimal ist.

Gartenwasser: weniger Abwassergebühr

Eine Ausnahme gibt es bei Wasser, das nachweislich nicht in die Kanalisation gelangt. Wer seinen Garten regelmäßig mit Trinkwasser bewässert, kann bei HAMBURG WASSER einen separaten Gartenwasserzähler beantragen. Dann lässt sich die Menge des Wassers feststellen, die tatsächlich im Garten verwendet wurde. Für diese Wassermenge fällt keine Schmutzwassergebühr an, weil sie nicht in die Kanalisation gelangt. HAMBURG WASSER nennt einen Richtwert von etwa 20 Kubikmetern Jahresverbrauch, ab dem sich ein Gartenwasserzähler lohnen kann. Allerdings kostet auch dieser Zähler Geld: Der Einbau muss fachgerecht erfolgen und darf nicht einfach vom Hauseigentümer selbst vorgenommen werden. Zusätzlich berechnet der Abwasserverband für den Gartenwasserzähler derzeit eine jährliche Gebühr von 3 Euro. Auch hier zeigt sich: Wasser ist billig – die Infrastruktur dahinter ist es nicht.

Und dann muss das Wasser wieder weg

Der Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden umfasst neben Wentorf die Gemeinden Aumühle, Börnsen, Escheburg, Kröppelshagen-Fahrendorf und Wohltorf. Der Verband betreibt ein eigenes Schmutzwasserkanalnetz. Ein eigenes Klärwerk besitzt er jedoch nicht. Das Abwasser wird an drei Übergabestellen in Wentorf an das Hamburger Entwässerungsnetz übergeben und anschließend in Hamburger Klärwerken gereinigt. Das gereinigte Wasser wird schließlich in die Elbe eingeleitet. Das Niederschlagswasser ist davon getrennt. Es wird von den jeweiligen Gemeinden über eigene Systeme erfasst und abgerechnet. Wasser ist also auch kommunal betrachtet ein Kreislauf mit vielen Beteiligten.

Kann man Trinkwasser eigentlich „herstellen“?

Eine interessante Frage lautet deshalb: Können wir Wasser eigentlich wieder herstellen? Im Prinzip ja – aber nicht so, wie man es sich vielleicht vorstellt. Kläranlagen machen aus Abwasser nicht unmittelbar Trinkwasser. Sie reinigen es so weit, dass es anschließend wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Über Flüsse, Seen und Böden gelangt Wasser irgendwann erneut in den natürlichen Kreislauf und kann später wieder zur Grundwasserbildung beitragen. Unser Trinkwasser ist also Teil eines Kreislaufs – aber kein beliebig reproduzierbares Industrieprodukt. Wenn Grundwasserreserven dauerhaft stärker genutzt werden, als sie sich erneuern, hilft auch die beste Kläranlage nicht unbegrenzt weiter.

Kein Grund zur Panik – aber Anlass zum Nachdenken

Für Wentorf bedeutet das alles zunächst keine akute Gefahr. Die Versorgung durch HAMBURG WASSER ist leistungsfähig und durch den Verbund der Wasserwerke gut abgesichert. Von einem Szenario, in dem Wentorf plötzlich ohne Trinkwasser dasteht, sind wir weit entfernt.

Aber die entscheidende Frage lautet vielleicht auch gar nicht: „Wann ist das Wasser alle?“

Sondern:

„Wie lange können wir es uns leisten, Wasser so selbstverständlich zu behandeln wie bisher?“

Der Klimawandel verändert Niederschläge, Temperaturen und Verdunstung. Gleichzeitig wachsen Wasserbedarfe in Landwirtschaft, Industrie und Haushalten. In anderen Regionen Deutschlands gibt es bereits Einschränkungen bei der Wasserentnahme. Auch Schleswig-Holstein ist nicht außerhalb dieses Problems. Vielleicht sollten wir deshalb unseren Blick auf Wasser verändern. Nicht aus Angst vor dem leeren Wasserhahn. Sondern aus Respekt vor einer Ressource, die unser Leben erst möglich macht. Denn wenn wir morgens den Wasserhahn aufdrehen, kommt dort nicht einfach „Wasser“. Es kommt Grundwasser. Und Grundwasser braucht vor allem eines: Zeit!

 

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Weniger Kinder, weniger Kita-Plätze: Wentorf muss seine Betreuung neu aufstellen

Posted By Monika Lehmann-Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik | 1 Comment
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Die Gemeinde Wentorf muss ihr Kita-Angebot in den kommenden Jahren deutlich an den sinkenden Bedarf anpassen. Der Kreis Herzogtum Lauenburg als zuständige Stelle der Kinder- und Jugendhilfe fordert eine entsprechende Anpassung. Konkrete Entscheidungen über weitere Gruppen oder Einrichtungen gibt es noch nicht. Die politische Beratung beginnt am 24. August 2026 im Bürgerausschuss.

Die Zahl der Kinder in Wentorf wird nach den Prognosen des Kreises, aber auch nach den eigenen Untersuchungen der Gemeinde in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Nach den aktuellen Prognosen der Gemeinde werden die Geburten im Jahr 2030 gegenüber 2024 um rund 40 Prozent sinken. Damit wird für die Gemeinde zunehmend klar: Das bisherige Angebot an Kita-Plätzen wird langfristig nicht mehr benötigt. Die Verwaltung hat deshalb am Mittwoch, 19. August 2026, über die geplante Anpassung des Kita-Platzangebots informiert. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass zunächst die fachlichen Grundlagen geschaffen und die Kita-Träger in den Prozess einbezogen werden sollen. Konkrete weitere Maßnahmen sind bislang nicht beschlossen. Ganz neu ist die Entwicklung allerdings nicht. Bereits in der Aprilsitzung des Bürgerausschusses war die Reduzierung von 22 Elementarplätzen und fünf Krippenplätzen zum 1. August 2026 beschlossen worden. Auch der Ersatzbau für die Kita „Lütte Lüüd“ soll – wenn auch in verkleinerter Form – kommen. Nach umfangreicher Abwägung war damit zunächst die Hoffnung verbunden, den Abbau von Kita-Plätzen zunächst stoppen zu können. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass der Anpassungsprozess weitergehen muss. Dabei spielt auch der vom Kreis vorgegebene beziehungsweise eingeforderte Abbau von Überkapazitäten eine wesentliche Rolle.

Heute 520 Plätze – 2030 deutlich weniger Bedarf

In Wentorf stehen derzeit – einschließlich der bereits beschlossenen Kürzungen – 123 Krippenplätze und 397 Elementarplätze, insgesamt also 520 Plätze, zur Verfügung. Die aktuelle Belegungsquote liegt bei rund 80 Prozent im Krippenbereich und 95 Prozent bei den Elementarplätzen. Für das Jahr 2030 wird dagegen ein Bedarf von lediglich 79 Krippenplätzen und 326 Elementarplätzen prognostiziert. Um weiterhin eine Versorgungsquote von mindestens 75 Prozent bei den unter Dreijährigen und 110 Prozent bei den über Dreijährigen sicherzustellen, müssten nach dieser Berechnung bis 2030 44 Krippenplätze und 71 rechnerische Elementarplätze abgebaut werden. Damit geht es insgesamt um eine Größenordnung von 115 Plätzen, die nach heutiger Prognose im Laufe der kommenden Jahre nicht mehr benötigt werden. Dabei handelt es sich um eine Bedarfsprognose und nicht um einen bereits beschlossenen Abbau. Welche Konsequenzen daraus tatsächlich gezogen werden, muss erst das nun beginnende politische Verfahren zeigen.

Noch ist offen, wo gekürzt wird

Welche Einrichtungen oder Gruppen von einer weiteren Anpassung betroffen sein könnten, ist derzeit ausdrücklich offen. Die Verwaltung hat dafür eine Bewertungsmatrix erarbeitet. Darin werden unter anderem Auslastung, Versorgungsfunktion, bauliche Situation, Wirtschaftlichkeit, Betreuungsangebot, Personalsituation und weitere strukturelle Kriterien berücksichtigt. Die Matrix soll ausdrücklich kein automatisches Schließungsranking sein. Sie dient als Entscheidungsgrundlage. Besonderheiten der einzelnen Einrichtungen sollen zusätzlich geprüft und mit den Trägern besprochen werden. Allerdings macht die von der Verwaltung vorgelegte Bewertungsmatrix auch deutlich, dass Gruppenkürzungen und Kita-Schließungen grundsätzlich Bestandteil des Auswahlverfahrens sind. Je niedriger eine Einrichtung nach den festgelegten und gewichteten Kriterien bewertet wird, desto eher spricht dies für eine Verkleinerung oder Schließung einer Gruppe beziehungsweise einer Kita.

Die Folgen sollen möglichst tragbar bleiben

Die Gemeinde betont zugleich, dass der notwendige Anpassungsprozess nicht zu kurzfristigen und unplanbaren Belastungen für Familien, Träger und Beschäftigte führen soll. Die Verwaltung will deshalb möglichst frühzeitig für Klarheit sorgen und die unterschiedlichen Interessen in die weiteren Überlegungen einbeziehen. Für die Familien soll die Betreuung der Bestandskinder gesichert bleiben; auch die Aufnahme neuer Kinder soll weiterhin gewährleistet werden. Den Trägern sollen frühzeitig Daten zur Verfügung gestellt und in Einzelgesprächen unterschiedliche Umsetzungsvarianten erörtert werden. Auch für die Beschäftigten soll der Prozess möglichst planbar gestaltet werden. Die arbeitsrechtliche Verantwortung liegt zwar bei den jeweiligen Trägern, die Gemeinde will jedoch frühzeitig Planungsklarheit schaffen. Frei werdende Fachkräfte könnten beispielsweise ausscheidende Mitarbeitende ersetzen oder gegebenenfalls durch einen Wechsel des Arbeitgebers im System gehalten werden. Die Verwaltung verfolgt damit nach eigener Darstellung das Ziel, die unvermeidbare Anpassung schrittweise, transparent und mit möglichst geringen Auswirkungen für die Beteiligten umzusetzen.

Eine weitere Besonderheit: I-Kinder

Nicht alle Entwicklungen lassen sich derzeit zuverlässig planen. Die Gemeinde weist insbesondere auf die steigende Zahl von Kindern mit anerkanntem beziehungsweise diagnostiziertem Nachteilsausgleich hin, den sogenannten I-Kindern. Diese Kinder werden bei der Bedarfsberechnung rechnerisch mit zwei Plätzen berücksichtigt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die bisherige Vielfalt der Kita-Träger erhalten werden kann, wenn einzelne Einrichtungen bei sinkenden Kinderzahlen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind. Auch darauf gibt es derzeit noch keine abschließende Antwort.

Politik entscheidet erst noch

Die Informationsveranstaltung der Verwaltung am 19. August war ausdrücklich noch keine politische Entscheidung über einzelne Kitas. Fest steht lediglich, dass die vorhandenen Kapazitäten an die erwartete Bedarfsentwicklung angepasst werden müssen. Offen sind dagegen der konkrete Umfang, mögliche betroffene Gruppen und Standorte sowie der Zeitpunkt einer Umsetzung. Die politische Beratung beginnt nun im Bürgerausschuss. Am 24. August 2026 um 19 Uhr wird sich die Politik erstmals mit den neuen Zahlen, den vorgestellten Kriterien und den daraus möglichen Konsequenzen beschäftigen. Damit steht Wentorf vor einem bemerkenswerten Wandel: Nachdem in den vergangenen Jahren zusätzliche Betreuungsangebote geschaffen werden mussten, geht es nun darum, eine Infrastruktur, die für deutlich mehr Kinder ausgelegt wurde, an eine dauerhaft sinkende Kinderzahl anzupassen.

Fest steht zunächst nur eines: Wentorf wird in den kommenden Jahren weniger Kita-Plätze benötigen. Welche Einrichtungen diesen Anpassungsprozess tragen müssen und wie weit die Kürzungen tatsächlich gehen, ist dagegen noch Gegenstand der politischen Diskussion.

 

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

Parken im Blumenweg

Posted By Dieter Traut On In Verkehr | 1 Comment
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Etwa drei Tage kochte die Volksseele im Blumenweg. Bußgelder aus heiterem Himmel wegen einer Parkpraxis, die man über Jahrzehnte praktiziert hatte, mochte niemand so recht einsehen. So wurden viele E-Mails versandt und Einzelne wurden sogar beim Ordnungsamt der Gemeinde vorstellig. Der Bescheid dort war allerdings eher abwimmelnd als ermutigend. Oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn man die „Beschädigung von Kantsteinen“ als Argument heranzog? Doch dann wurde ein Hebel umgelegt.

Eine Abordnung der Gemeinde besichtigte den „Tatort“ und bemühte sich konstruktiv eine angemessene Lösung für die verfahrene und komplexe Situation zu finden. Zunächst wurde zugesagt die bisherige Parkpraxis bis zur Realisierung einer sauberen Lösung zu tolerieren. Bereits bezahlte Bußgelder wurden erstattet bzw. die Erstattung wurde zugesagt. Im nächsten Schritt wurden Straßenabschnitte definiert, in denen in Zukunft das Parken mit zwei Reifen auf dem Gehweg erlaubt sein wird. Dabei wurde nicht nur Rücksicht auf das Wurzelwerk der Alleebäume und auf Hausanschlüsse, sondern auch auf gegenüber liegende Ein- bzw. Ausfahrten von Grundstücken genommen. Schließlich beantworteten die Bürgermeisterin und der Bürgervorsteher aus ihren Urlauben heraus die E-Mails der Anwohner. Viel mehr kann eine Gemeinde nicht tun, um ihren Bürgern entgegenzukommen. Komisch nur, dass die Anwohner im Heckenweg und Unter den Linden, die augenscheinlich in einer dem Blumenweg vergleichbaren Situation sind, von den positiven Maßnahmen der Gemeinde bislang nicht betroffen scheinen.

Doch die prinzipiellen Regeln zum Parken in dieser engen Straße bleiben: die Durchfahrt von Feuerwehren und Müllfahrzeugen (3,05 m Min) muss genauso gewährleistet sein wie die sichere Benutzung der Gehwege für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle. Im Ergebnis bedeutet dies, dass besonders breite Autos, also manche Wohnmobile oder auch SUVs, im Blumenweg trotz jetzt ausgewiesener Parkbuchten kaum einen legalen Parkplatz im öffentlichen Raum finden werden.

 

Foto: Dieter Traut

Wentorf soll schöner werden

Posted By Dieter Traut On In Gesellschaft | No Comments
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Da gibt es diese Ecken auf öffentlichem Grund mit wild wachsendem Gras und Gestrüpp um die sich niemand zu kümmern scheint. Und irgendwie ist es ja auch verständlich: die Gärtnerinnen und Gärtner der Gemeinde können nicht überall sein. Aber wer jeden Tag an so einer Stelle vorbeikommt, ist dann doch irritiert: wunderschöne und gepflegte Gärten und vor dem Zaun ist die Schönheit wie abgehackt.

Und da von Seiten des Eigentümers nichts Sichtbares passiert, handelt mancher nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ein Beispiel ist die Kreuzung Sandweg / Sachsenring. Auch das Foto oben ist vor wenigen Tagen dort entstanden. Unter anderem hier pflegen Anwohner mit viel Engagement und Liebe ehrenamtlich ihre Beete im öffentlichen Raum. So mancher Passant und sogar Autofahrer hält, freut sich an den Blumen und bedankt sich bei den fleißigen Anwohnern.

Doch sind diese Pflanzungen legal oder etwa nur seit Langem geduldet? Sollte keine offizielle Patenschaft existieren, könnte ja jederzeit irgendein Bürokrat kommen und die Blumen einfach unterpflügen lassen und womöglich sogar Bußgelder verhängen. Manche Paragraphen sind nicht überall angebracht und beißen sich manchmal sogar mit der Lebensqualität der Bewohner.

 

Foto: Dieter Traut

Zu spät am Einsatzort: Feuerwehren in SH kämpfen gegen Tempo 30

Posted By Dieter Traut On In Politik | 1 Comment
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Mit dieser Titelzeile startete die Lokalredaktion Rendsburg-Eckernförde des NDR am 01. August in das Sommerloch. Berichtet wurde über eine Warnung des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein (LSV SH) der darauf hinwies, dass es den Feuerwehrleuten immer schwerer gemacht würde, rechtzeitig – also innerhalb der 10-minütigen Hilfsfrist – am Einsatzort anzukommen. Grund sei eine EU-Lärmschutzrichtlinie.

Doch warum erlässt die EU, deren Richtlinien übrigens einstimmig von allen Mitgliedsländern erlassen werden, eine Lärmschutzrichtlinie? Ganz einfach: Lärm macht krank. Und Tempo 30 reduziert die Lärmbelastung von Tempo 50 auf etwa die Hälfte. Dazu kommt der soziale Aspekt: Billiger Wohnraum findet sich oft direkt an Hauptverkehrsstraßen. Besonders hier sind sehr viele Menschen betroffen. Und schließlich gibt es noch den Sicherheitsaspekt: mit der Reduzierung der Geschwindigkeit wird die Anzahl von Unfällen, insbesondere von schwerwiegenden deutlich reduziert.

Die hier dargestellten Sichtweisen wirken wie ein typischer politischer Konflikt, der durch die Prioritätensetzung kommunaler Gremien zu lösen ist. Doch die hierzu erforderliche Fähigkeit zu Kompromissen scheint dem LSV SH abzugehen. Beispielsweise lässt man den Hinweis, dass Feuerwehrleute im Einsatz auch auf dem Weg zum Gerätehaus nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen gebunden sind, nicht gelten. Hier seien rechtliche Aspekte unzureichend sauber geklärt. Auch die Lösung der beispielhaft angeführten FF von Molfsee wird kritisiert: da nur einzelne Feuerwehrleute die neue Tempo 30 Strecke nutzen, kann man unter Einhaltung der Hilfsfrist das erste Fahrzeug zuverlässig mit sechs statt geplant neun Feuerwehrleuten bestücken. Hierdurch würde das Risiko für die Feuerwehrleute vor Ort steigen, weil in schwierigen Situationen kurzfristig Kräfte fehlen könnten. Viele Konjunktive …

Und dann kommt das Innenministerium von SH und verwirrt die Situation noch weiter: die Einhaltung der Hilfsfrist, die übrigens nicht in allen Bundesländern so kurz ist, wie in Schleswig-Holstein, sei unverhandelbar. So beginnt beispielsweise die Hilfsfrist von ebenfalls 10 Minuten bei den sparsamen Schwaben in Baden-Württemberg erst mit dem Ausrücken der Feuerwehr und nicht wie in SH bereits ab dem Anruf in der Alarmzentrale zu laufen. Und so wird auch weiterhin die Hilfsfrist dafür sorgen, dass die Kommunen in SH auf die Fläche gesehen relativ mehr Feuerwehrgerätehäuser brauchen. Gleichzeitig wird – wie in Wentorf – die Flexibilität bei der Wahl des Standorts eines Neubaus eingeschränkt. Beide Aspekte haben massive Auswirkungen auf den Haushalt der jeweiligen Kommune.

Als Kompromiss für den oben dargestellten Konflikt schlägt das Innenministerium  Tempo 30 nur in der Nacht vor, was angeblich auch beim Feuerwehrverband auf offene Ohren stoßen würde. Ganz so, als würde die Lärmbelästigung tagsüber nicht gesundheitsgefährdend sein.

 

Beitragsfoto: Ralf Lesko

Glaubwürdigkeit – das höchste Gut der Politik mit erstaunlich kurzer Haltbarkeit

Posted By Ralf Lesko On In Politik | 1 Comment
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Politik lebt vom Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Doch was passiert, wenn Versprechen nicht eingehalten, politische Maßstäbe unterschiedlich angewendet und Kurswechsel nur ungern erklärt werden? Ein Blick auf Berlin und Wentorf zeigt: Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Fehlerfreiheit, sondern durch den ehrlichen Umgang mit Verantwortung.


Jens Spahn und die Frage nach dem eigenen Maßstab

Politische Glaubwürdigkeit gilt als eines der wichtigsten Güter einer Demokratie. Zumindest wird das regelmäßig betont – meistens dann, wenn Politiker die Glaubwürdigkeit ihrer politischen Gegner infrage stellen. Die eigene Glaubwürdigkeit wird dagegen selten zum Thema. Dabei entscheidet sich Vertrauen nicht nur an großen politischen Fragen. Es entsteht durch viele kleine und große Momente: durch Versprechen vor Wahlen, durch Entscheidungen nach Wahlen und vor allem durch die Frage, ob politische Vertreter bereit sind, ihre eigenen Maßstäbe auch an sich selbst anzulegen. Der aktuelle Fall Jens Spahn zeigt diese Problematik besonders deutlich. Jens Spahn war über Jahre einer der bekanntesten Politiker der CDU. Als Gesundheitsminister während der Corona-Pandemie und später als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion stand er für eine Politik, die gerne mit klaren Prinzipien verbunden wurde. Sein Rücktritt als Fraktionsvorsitzender nach der öffentlichen Debatte über die Geburt seines Kindes mithilfe einer Leihmutter in den USA hat eine grundsätzliche Frage aufgeworfen: Wie glaubwürdig ist eine politische Haltung, wenn die eigene Lebensentscheidung von den Regeln abweicht, die man politisch für andere Menschen beibehalten möchte? Dabei geht es ausdrücklich nicht um seine Familie oder seine persönliche Entscheidung, Vater zu werden. Das private Glück eines Menschen steht nicht zur politischen Bewertung. Die relevante Frage lautet vielmehr: Kann ein Politiker gesellschaftliche Regeln vertreten, deren Konsequenzen er selbst für sich umgehen kann? Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Spahn hatte diese Position politisch vertreten. Gleichzeitig nutzte er eine Möglichkeit im Ausland, die deutschen Bürgerinnen und Bürgern rechtlich nicht offensteht. Genau hier entsteht das Problem politischer Glaubwürdigkeit: Nicht jede politische Meinung muss für immer unverändert bleiben. Aber wer einen moralischen Maßstab setzt, muss erklären können, warum dieser Maßstab nicht auch für das eigene Handeln gilt. Spahn hat mit seinem Rücktritt zumindest eine Konsequenz gezogen. Das verdient Anerkennung. Gleichzeitig muss man eine Besonderheit der politischen Realität betrachten: Ein solcher Rücktritt bedeutet für einen Spitzenpolitiker nicht dasselbe wie für die meisten Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Jens Spahn fällt durch diesen Schritt nicht ins soziale Abseits. Er verfügt über politische Erfahrung, ein umfangreiches Netzwerk und zahlreiche berufliche Möglichkeiten außerhalb eines politischen Amtes. Der wirtschaftliche Absturz, den ein Arbeitsplatzverlust für viele Bürgerinnen und Bürger bedeuten würde, findet bei Spitzenpolitikern in dieser Form meist nicht statt. Hier liegt genau eine der großen Herausforderungen moderner Politik: Verantwortung und persönliche Konsequenzen stehen nicht immer im gleichen Verhältnis zueinander. Ein Rücktritt beendet ein Amt – aber nicht automatisch eine politische Karriere.


Verantwortung ohne Folgen?

Auch die Debatte um die Corona-Maskenbeschaffung bleibt ein Beispiel für die Frage politischer Verantwortung. Während der Pandemie mussten Entscheidungen unter enormem Zeitdruck getroffen werden. Fehler können in solchen Situationen passieren. Doch die später bekannt gewordenen Dimensionen der Maskenbeschaffung werfen Fragen auf. Milliarden Masken wurden eingekauft, große Mengen wurden später nicht benötigt und mussten vernichtet werden. Politische Verantwortung müsste bedeuten, Fehler offen aufzuarbeiten und daraus Konsequenzen zu ziehen. Doch in der Politik erleben Bürgerinnen und Bürger zunehmend eine andere Form der Verantwortungsdefinition: Man erklärt, Verantwortung übernommen zu haben – ohne dass daraus zwingend persönliche Konsequenzen entstehen. Politik darf Fehler machen. Aber sie muss bereit sein, sie ehrlich zu benennen.


Friedrich Merz und das kurze Leben politischer Versprechen

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz steht für eine Entwicklung, die viele Bürger kritisch sehen: den Unterschied zwischen Aussagen vor und nach einer Wahl. Die Union hatte im Wahlkampf die Bedeutung der Schuldenbremse betont und vor einer weiteren Verschuldung des Staates gewarnt. Nach der Wahl unterstützte die neue Regierung jedoch umfangreiche Kreditaufnahmen und Änderungen an den Regeln der Schuldenbremse. Kann diese Entscheidung notwendig gewesen sein? Ja. Politik muss auf neue Entwicklungen reagieren. Eine Regierung, die niemals ihre Positionen überprüft, wäre nicht besonders konsequent, sondern möglicherweise einfach nur unbeweglich. Das Problem ist nicht die Veränderung einer Position. Das Problem ist, wie diese Veränderung erklärt wird. Eine ehrliche Erklärung wäre gewesen: „Wir haben die Lage im Wahlkampf anders bewertet. Die Realität zwingt uns zu einer Korrektur.“ Das wäre angreifbar gewesen – aber glaubwürdig. Stattdessen erlebt man häufig eine politische Sprache, in der aus einer Kehrtwende eine Weiterentwicklung wird und aus einem gebrochenen Versprechen eine notwendige Anpassung. Politik hat eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt, Widersprüche elegant zu verpacken.


Die SPD und die schwierige Kunst des Kompromisses

Auch die SPD steht vor diesem Glaubwürdigkeitsproblem. Im Wahlkampf versprach sie unter anderem einen Mindestlohn von 15 Euro spätestens 2026 sowie steuerliche Entlastungen für große Teile der Bevölkerung. In einer Koalition mussten diese Forderungen jedoch mit den Vorstellungen der CDU/CSU verbunden werden. Koalitionen leben von Kompromissen. Das ist kein Fehler, sondern ein Grundprinzip unserer Demokratie. Aber auch hier entscheidet die Kommunikation über Glaubwürdigkeit. Eine Partei darf sagen:„Wir konnten unser Ziel nicht vollständig durchsetzen.“ Das wäre nachvollziehbar. Schwieriger wird es, wenn aus einem nicht erreichten Ziel anschließend eine politische Erfolgsgeschichte gemacht wird. Bürgerinnen und Bürger erkennen den Unterschied zwischen einem Kompromiss und einer nachträglichen Umdeutung.


Von Berlin nach Wentorf – Glaubwürdigkeit zeigt sich vor der eigenen Haustür

Politische Glaubwürdigkeit entscheidet sich allerdings nicht nur in Berlin. Sie zeigt sich dort, wo Bürgerinnen und Bürger die Folgen politischer Entscheidungen unmittelbar erleben: in den Gemeinden.

Ein Beispiel dafür ist die Diskussion um die Zukunft der Wentorfer Schulen. Die Idee eines gemeinsamen Schulcampus für Gymnasium und Gemeinschaftsschule war über längere Zeit ein politisches Großprojekt. CDU und Grüne gehörten zu den prägenden Kräften dieses Weges und unterstützten gemeinsam mit weiteren politischen Partnern die Untersuchung eines gemeinsamen Standortes auf dem Gelände des Kleingartenvereins. Die Vision war eine moderne Bildungslandschaft für die Zukunft. Doch mit der Zeit wurden Fragen nach Kosten, Größe, Akzeptanz und pädagogischen Konzepten immer stärker. Auch die SPD war zunächst nicht grundsätzlich gegen eine gemeinsame Campuslösung. Sie entfernte sich jedoch früher von der konkreten Festlegung auf den Kleingartenstandort und forderte gemeinsam mit FDP und Zukunft Wentorf eine gleichwertige Prüfung anderer Möglichkeiten, insbesondere einer eigenständigen Entwicklung der Gemeinschaftsschule am bestehenden Standort. Später änderte sich die politische Bewertung. Der große Campus wurde nicht weiterverfolgt, stattdessen rückte die Entwicklung der Gemeinschaftsschule wieder stärker in den Mittelpunkt. Eine solche Kurskorrektur kann richtig sein. Demokratie lebt davon, dass neue Erkenntnisse berücksichtigt werden. Aber auch hier stellt sich die Frage: Wann wurde erkannt, dass der ursprüngliche Weg möglicherweise nicht der richtige war? Welche Argumente wurden frühzeitig eingebracht? Warum wurden manche Bedenken erst später stärker berücksichtigt? Der Satz „Wir haben zugehört“ kann Ausdruck demokratischer Lernfähigkeit sein. Er kann aber auch die Frage provozieren: Warum wurden manche Stimmen erst gehört, als die politische Entscheidung bereits korrigiert werden musste? Gerade auf kommunaler Ebene ist diese Frage wichtig. Hier begegnen Bürgerinnen und Bürger den politischen Verantwortlichen persönlich. Vertrauen entsteht nicht durch Pressemitteilungen, sondern durch nachvollziehbare Entscheidungen.


Glaubwürdigkeit bedeutet nicht Fehlerfreiheit

Der Anspruch an Politik darf nicht sein, niemals Fehler zu machen. Eine Politik, die niemals korrigiert, wäre keine gute Politik – sondern eine starre Politik. Glaubwürdigkeit entsteht nicht dadurch, immer recht zu behalten. Sie entsteht dadurch, ehrlich mit Fehlern, Veränderungen und Widersprüchen umzugehen. Ein Satz könnte dabei helfen, das Vertrauen in Politik zurückzugewinnen:

„Wir haben uns geirrt.“

Dieser Satz wäre unbequem. Die Opposition würde ihn nutzen, Medien würden ihn aufgreifen und politische Gegner würden ihn ausschlachten. Aber er wäre ehrlich. Und vielleicht ist genau diese Ehrlichkeit das, was politische Glaubwürdigkeit heute am dringendsten braucht.

Das Ordnungsamt und seine Vorschriften

Posted By Dieter Traut On In Verkehr | 4 Comments
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Etwas abseits vom Reinbeker Weg, oberhalb der Bahntrasse, aber unterhalb der Villen liegt eines der kleinsten und lebenswertesten Quartiere von Wentorf. Hierzu tragen insbesondere die vielen Straßenbäume an kleinen Straßen bei. Ortskundige Fußgänger und Radfahrer schätzen diesen idyllischen By-pass zur überbelasteten Landesstraße. Seit etwa einer Woche ist dieses Viertel jedoch in Aufregung: das Ordnungsamt hat ohne Vorwarnung eine über Jahrzehnte geübte und von der Gemeinde geduldete Parkpraxis aufgekündigt.

Hierzu ein paar Details, ohne die das Problem nur schwer verständlich ist: von Kantstein zu Kantstein hat die Straße eine Breite von etwa 4,50 m. Dahinter kommt auf beiden Seiten ein Gehweg, auf dem die Alleebäume gepflanzt sind. Diese Bäume benötigen etwas über einen Meter. Wiederum dahinter kommt der Gehweg, der auf der einen Seite etwa 1,20 m und auf der anderen über 1,50 Restbreite hat. Die Anwohner parken seit Jahrzehnten ihre PKW mit zwei Rädern auf dem Bordstein und damit zwischen den Baumstämmen. Dies ermöglicht einerseits die Durchfahrt von größeren Lastwagen wie Feuerwehr und Müllwagen, die jeweils runde 3 Meter Breite in Anspruch nehmen.  Gleichzeitig ist diese Parkpraxis keine Behinderung für die Nutzer des Gehwegs. Letzteres bestätigt das Ordnungsamt, wenn es ein Bußgeld von 55,- Euro wegen Parkens auf dem Bordstein ohne Behinderung verhängt.

Anwohner, die nicht auf Stellflächen auf ihrem Grundstück zurückgreifen können – von erwachsenen Kindern, Besuchern und Handwerkern mal ganz abgesehen – dürfen also nach Auffassung des Ordnungsamtes nicht wie oben beschrieben parken. Das ist formal korrekt, da die Fläche ab dem Kantstein also auch zwischen den Bäumen zum Gehweg zählt. Doch ist es auch lebens- bzw. bürgernah? Oder geht es nur um die Durchsetzung bürokratischer Vorschriften?

Was wäre die Alternative? Das vom Ordnungsamt offensichtlich gewünschte, da nicht beanstandete, Parken auf der Straße (siehe Foto oben)?  Bei der verbliebenen Straßenbreite können Feuerwehr oder Müllwagen viele PKW nicht mehr passieren, was wiederum das Ordnungsamt – diesmal mit umgekehrtem Vorzeichen – auf den Plan rufen dürfte. Oder darf man in der Straße vor seiner Haustür gar nicht mehr parken? Das würde allerdings einen Fußweg von mehreren 100 Meter bedeuten. Beladen mit einem Wocheneinkauf für eine mehrköpfige Familie, wäre das kaum als bürgernah zu bezeichnen.

Oder was wäre damit: die Gemeinde lässt ein Schild aufstellen das auf einer Seite der Straße das Parken mit zwei Rädern auf dem Gehweg erlaubt? Sie könnte aber auch einfach die bislang geübte Tolerierung der Parkpraxis fortsetzen. Man würde zumindest die Kosten der Schilder sparen.

Foto: privat / Dieter Traut

Geteilter erster Preis: Junge Ideen für mehr Nachhaltigkeit in Wentorf ausgezeichnet

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Umwelt, Vor Ort | No Comments
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Kreative Ideen, praktisches Engagement und ein gemeinsames Ziel: den Umwelt- und Klimaschutz vor Ort voranzubringen. Mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026 hat die Gemeinde Wentorf bei Hamburg erneut junge Menschen ausgezeichnet, die sich mit viel Einsatz für eine nachhaltigere Zukunft engagieren. Der erste Preis wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben. Jeweils 400 Euro erhalten die Schulhofrangerinnen und Schulhofranger der Offenen Ganztagsschule (OGS) für ihr Projekt „Regentonne“ sowie Hendrik Schmiechen für seine Idee „Solarparkplätze“. Insgesamt wurden vier Projekte eingereicht. Neben den beiden Gewinnerbeiträgen beschäftigten sich die Teilnehmenden auch mit der Entsiegelung und ökologischen Umgestaltung einer Fläche vor dem Jugendzentrum Prisma sowie mit der Pflege von Knicks als wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Schulhofranger zeigen, wie Umweltschutz im Alltag beginnt

Mit ihrem Projekt „Regentonne“ überzeugten die Schulhofrangerinnen und Schulhofranger der OGS die Jury auf ganzer Linie. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Kinder schon früh Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen können – nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch im Schulalltag. Jurymitglied Britta Buhck von der Buhck-Stiftung zeigte sich begeistert: „Was für eine tolle Truppe an Schülerinnen und Schülern und was für tolle Erzieherinnen und Erzieher, die dieses Projekt möglich machen. Es ist großartig zu sehen, wie viele Schülerinnen und Schüler im Offenen Ganztag daran beteiligt sind und wie viele einzelne Projekte hier realisiert werden. Ein toller Start für noch junge Schülerinnen und Schüler, sich mit dem Thema Umwelt und dessen Schutz auseinanderzusetzen.“

Auch Rolf Eichhorst von der Klimaschutzinitiative Sachsenwald hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Die Schulhofranger zeigen vorbildlich, was von uns allen für den Umwelt- und Klimaschutz direkt umsetzbar ist, und entfalten dadurch eine starke Breitenwirkung in der Stadtgesellschaft.“

Solarparkplätze: Nachhaltigkeit clever weitergedacht

Den zweiten ersten Preis erhielt Hendrik Schmiechen für seinen Vorschlag, Parkplätze künftig gleichzeitig zur Stromerzeugung zu nutzen. Sein Konzept sieht vor, bereits versiegelte Flächen mit Solardächern auszustatten und so zwei Funktionen miteinander zu verbinden: den Schutz parkender Fahrzeuge und die Gewinnung erneuerbarer Energie. Vor allem die sorgfältige Ausarbeitung und die realistische Umsetzungsperspektive überzeugten die Jury.

Britta Buhck würdigte die Einreichung mit den Worten: „Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Liebe zum Detail und Kreativität sich diese Einreichung mit einer konkreten Lösung auseinandergesetzt hat. Daraus kann noch Großes entstehen.“

Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür

Der Wentorfer Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 21 Jahren mit einem Bezug zur Gemeinde. Teilnehmen konnten Einzelpersonen ebenso wie Schulklassen, Projektgruppen oder Teams. Bei der Bewertung spielten nicht nur Kreativität und Ideenreichtum eine Rolle. Auch die praktische Umsetzbarkeit, das Engagement der Beteiligten, die Wirkung in der Öffentlichkeit, die Übertragbarkeit der Ideen sowie der Bezug zu Wentorf flossen in die Entscheidung der Jury ein. Die diesjährigen Beiträge machen deutlich, dass nachhaltiges Handeln oft dort beginnt, wo Menschen ihre unmittelbare Umgebung gestalten. Ob Regenwassernutzung, erneuerbare Energien, Entsiegelung oder Naturschutz – die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gezeigt, dass gute Ideen nicht auf große Projekte warten müssen. Mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis möchte die Gemeinde dieses Engagement sichtbar machen und junge Menschen ermutigen, ihre Ideen auch künftig einzubringen. Denn die nachhaltige Entwicklung einer Gemeinde lebt von den Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig vom Alter.

Welch eine Hitze …

Posted By Dieter Traut On In Gesundheitswesen | No Comments
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In ausreichender Menge trinken ist eine der Schlüsselmaßnahmen um Kopfschmerzen, Schwindel und schließlich Dehydrierung vorzubeugen. Um das auch in Wentorf sicher zu stellen, unterstützt unser Seniorenbeirat die Initiative Refill, auf Deutsch „wieder befüllen“. Und so funktioniert es:  Wer das Angebot nutzen möchte, benötigt eine Wasserflasche. Diese wird an sogenannten Refill Stationen kostenlos mit Leitungswasser neu befüllt. Diese Refill Stationen sind durch einen Aufkleber mit dem Refill-Symbol (siehe Foto oben) gekennzeichnet. Alternativ findet man sie im Internet unter der „kartevonmorgen.org“. Stand heute, dem 09.07.2026, gibt es in Wentorf zwei Refill-Stationen, eine an der Hamburger Landstraße und eine zweite im Stöckenhoop.

Refill Stationen sind Geschäfte oder Einrichtungen mit klaren Öffnungszeiten, also keine Privathaushalte, die die Grundhygiene der Wasserabgabestelle gewährleisten. Dazu gehört insbesondere, dass das Trinkgefäß beim Befüllen nicht in Kontakt mit dem Wasserhahn kommen soll und die Zapfstelle regelmäßig gereinigt und auch entkalkt wird. Toiletten sind als Zapfstellen ungeeignet.

Weitere Details finden sich unter https://refill-deutschland.de [20] oder auch beim Seniorenbeirat.

Der Bürgerverein Wentorf stellt das neue Programm für das zweite Halbjahr 2026 vor

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V. | No Comments
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Der Bürgerverein Wentorf hat sein Programm für das zweite Halbjahr 2026 [9] veröffentlicht und lädt Mitglieder sowie interessierte Gäste zu einer Reihe spannender Ausflüge, kultureller Veranstaltungen und geselliger Begegnungen ein. Von historischen Entdeckungen über Musikabende bis hin zu traditioneller norddeutscher Küche bietet das Programm zahlreiche Gelegenheiten, Neues kennenzulernen und Gemeinschaft zu erleben.

Den Auftakt macht am 16. Juli 2026 ein Besuch im Museumsdorf Volksdorf. Bei einer Führung durch das Freilichtmuseum erhalten die Teilnehmer Einblicke in das Leben und Arbeiten der Menschen in den Hamburger Walddörfern vergangener Zeiten. Historische Bauernhäuser, alte Handwerksbetriebe und traditionelle Nutztierrassen vermitteln ein lebendiges Bild norddeutscher Alltagskultur.

Musikalisch wird es am 05. September 2026 (Achtung Terminänderung) in der Alten Schule Wentorf. Unter dem Titel „Wind, Meer und Sterne“ gastieren der Hamburger Akkordeon-Kabarettist Frank Grischek und Gitarrist Ralf Lübke. Das Duo verbindet virtuose Musik mit humorvoller Unterhaltung und präsentiert neben eigenen Kompositionen auch neu interpretierte Werke bekannter Künstler. Nur wenige Tage später, am 26. August 2026, führt ein Rundgang durch die Hamburger HafenCity. Begleitet wird die Gruppe vom ehemaligen Hamburger Baudirektor Dieter Polkowski, der an der Entwicklung des Stadtteils beteiligt war. Die Teilnehmer erhalten aus erster Hand spannende Einblicke in eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Europas.

Der September steht ganz im Zeichen der plattdeutschen Sprache. Am 30. September 2026 laden Helga Eggers und Uli Gröhn zu einem unterhaltsamen Abend unter dem Motto „För jeden wat to’n Högen up Platt!“ ein. Mit Liedern, Geschichten und viel norddeutschem Humor sorgen die beiden Künstler für beste Unterhaltung. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Höhepunkt folgt am 8. Oktober 2026 mit einem Besuch des Hamburger Schulmuseums. Unter dem Titel „Ihr lernt nicht für die Schule, Ihr lernt für’s Leben!“ wird die Geschichte des Schulwesens vom Kaiserreich bis in die Gegenwart lebendig. Die Teilnehmer erwartet eine interessante Zeitreise durch Unterricht, Erziehung und Alltag vergangener Generationen.

Freunde maritimer Musik dürfen sich auf den 13. November 2026 freuen. Dann gastiert erneut der beliebte Shanty Chor „Fleetenkieker“ in der Alten Schule. Der traditionsreiche Männerchor präsentiert ein abwechslungsreiches Programm aus Seemannsliedern und maritimen Melodien. Der Eintritt ist frei, um eine Hutspende wird gebeten. Den Abschluss des Jahresprogramms bildet am 19. November 2026 das traditionelle Grünkohlessen in der Gaststätte „Alte 16“. Bei Grünkohl, Beilagen und geselligem Beisammensein bietet sich noch einmal Gelegenheit zum Austausch unter Vereinsmitgliedern und Gästen. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt und rundet das Vereinsjahr in gemütlicher Atmosphäre ab.

Mit seinem vielfältigen Angebot verbindet der Bürgerverein Wentorf auch im zweiten Halbjahr 2026 Kultur, Geschichte, Unterhaltung und Gemeinschaft. Ob Ausflug, Konzert, Vortrag oder geselliges Beisammensein – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Interessierte Gäste sind bei den Veranstaltungen herzlich willkommen.

„Das ist aber heiß heute – bleibt das jetzt immer so?“

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Umwelt | 1 Comment
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Es ist wieder einer dieser Sommertage. Das Thermometer klettert auf Temperaturen, die noch vor wenigen Jahrzehnten als Ausnahme gegolten hätten. Die Nächte bringen kaum noch Abkühlung. Wälder trocknen aus, Flüsse führen Niedrigwasser, Böden reißen auf, der Asphalt auf den Strassen wird weich und Krankenhäuser bereiten sich auf mehr hitzebedingte Notfälle vor. Gleichzeitig scheint jedes neue Temperaturrekordjahr dieselbe Reaktion hervorzurufen: „Damit konnte doch wirklich niemand rechnen.“

Doch. Konnte man.

Seit mehr als vierzig Jahren erklären Klimaforscher, Meteorologen und Umweltwissenschaftler mit bewundernswerter Geduld, was passieren wird. Zunächst vorsichtig, dann immer deutlicher und schließlich nahezu verzweifelt. Ihre Botschaft war nie besonders kompliziert: Die Erde erwärmt sich. Hitzewellen werden häufiger und intensiver. Extremwetter nimmt zu. Dürren und Starkregen wechseln sich häufiger ab. Die Ozeane erwärmen sich. Gletscher verschwinden. Der Meeresspiegel steigt. Gesellschaften müssen sich anpassen.

Eigentlich verständlich.

Dennoch verhalten wir uns jedes Mal so, als hätte uns die Realität gerade völlig überraschend erwischt.

Das Faszinierende am Klimawandel ist nämlich, dass er sich nicht für Meinungen interessiert. Man kann an ihn glauben oder nicht. Man kann ihn politisieren, relativieren oder für Panikmache halten. Die Atmosphäre reagiert darauf ungefähr so emotional wie die Schwerkraft. Sie macht einfach weiter. CO₂ diskutiert nicht. Methan kennt keine Talkshows. Und Wasserdampf liest keine Leserkommentare. Die Natur führt keine Debatten darüber, ob ihre Gesetze gesellschaftlich akzeptiert werden. Sie wendet sie einfach an.

Vielleicht ist das größte Talent unserer Spezies gar nicht die Intelligenz, sondern das Ignorieren unbequemer Wahrheiten. Wir wissen erstaunlich viel und handeln erstaunlich wenig. Beim Klima besitzen wir inzwischen Messreihen, Satellitendaten, Computermodelle und wissenschaftliche Erkenntnisse aus mehreren Jahrzehnten. Dennoch gelingt es uns immer wieder, überrascht zu wirken. Eine bemerkenswerte kulturelle Leistung.

Natürlich gab es auch früher heiße Sommer, Dürren, Hochwasser und Stürme. Das bestreitet niemand. Nur behauptet auch kein Klimaforscher, dass es früher niemals heiß gewesen sei. Der Unterschied liegt nicht im einzelnen Wetterereignis, sondern darin, wie häufig es auftritt, wie lange es dauert und wie extrem es ausfällt. Genau diese Entwicklung haben Klimamodelle seit Jahrzehnten vorhergesagt – und genau sie beobachten wir heute. Es ist also nicht einfach nur Sommer. Der Sommer hat neue Eigenschaften bekommen.

Über Jahrzehnte galt Beton als Fortschritt. Jede versiegelte Fläche war ordentlich, pflegeleicht und modern. Jeder zusätzliche Parkplatz ein Gewinn. Jeder gefällte Baum bedeutete weniger Laub. Jeder Schottergarten weniger Gartenarbeit. Heute wundern wir uns darüber, dass Städte und Gemeinden zu Backöfen werden. Plötzlich entdecken wir, dass Bäume Schatten spenden, Pflanzen Wasser verdunsten und offene Böden Regen aufnehmen können. Asphalt hingegen heizt sich auf Temperaturen auf, auf denen man problemlos ein Spiegelei braten könnte. Erstaunlich. Die Evolution wusste das allerdings schon Millionen Jahre vor uns.

Auch die Politik hat den Klimawandel inzwischen entdeckt. Hitzeaktionspläne, Klimaanpassungsstrategien, Schwammstädte, Resilienzprogramme – alles wichtige Maßnahmen. Nur leider benötigen Bäume Jahrzehnte zum Wachsen. Politische Erkenntnisse dagegen kommen häufig erst kurz vor der nächsten Wahl. Das führt zu einem gewissen zeitlichen Ungleichgewicht. Die Atmosphäre kennt allerdings keine Legislaturperioden. Sie wartet nicht auf Haushaltsbeschlüsse und verschiebt ihre Erwärmung nicht auf den nächsten Koalitionsvertrag.

So bequem es auch wäre, die Verantwortung ausschließlich bei der Politik abzuladen – so einfach ist es leider nicht. Vielleicht ist genau das unser größtes Problem: Wir sprechen über den Klimawandel oft so, als wäre er ein Naturereignis – wie ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag. Etwas, das einfach über uns hereinbricht und gegen das man ohnehin nichts ausrichten kann. Dabei sind wir gleichzeitig Verursacher, Zuschauer und Betroffene.

Natürlich muss die Politik handeln. Sie muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, Infrastruktur anpassen und Entscheidungen treffen, die weiter reichen als bis zur nächsten Wahl. Aber wir selbst haben uns ebenfalls erstaunlich gut darin eingerichtet, Verantwortung zu delegieren.

Wir diskutieren über Tempolimits – und fahren für zwei Brötchen mit dem SUV zum Bäcker.

Wir beklagen die steigenden Temperaturen – buchen aber selbstverständlich den dritten Kurzstreckenflug innerhalb eines Jahres, schließlich war das Angebot gerade günstig.

Wir empören uns über schmelzende Gletscher – bestellen das neueste Smartphone, obwohl das alte noch tadellos funktioniert.

Wir kritisieren die Wegwerfgesellschaft – und lassen Pakete mit Kleidung liefern, von denen ein erheblicher Teil wieder zurückgeschickt wird.

Wir sprechen über Ressourcenknappheit – tauschen aber Fernseher, Tablet, Smartwatch oder Kaffeemaschine gegen das neueste Modell, obwohl die alten Geräte noch jahrelang ihren Dienst leisten würden.

Wir sorgen uns um den Regenwald – kaufen aber Gartenmöbel, Billigwerkzeuge oder Dekorationsartikel, die oft schon nach wenigen Jahren auf dem Wertstoffhof landen.

Und natürlich muss niemand asketisch leben. Es geht nicht darum, nie wieder Auto zu fahren, nie wieder zu fliegen oder jede technische Neuerung grundsätzlich abzulehnen. Es geht um die Frage, ob wir unseren Konsum häufiger nach Notwendigkeit statt nach Gewohnheit ausrichten. Denn jede Entscheidung, ein Produkt länger zu nutzen, eine Reise bewusster zu planen oder unnötigen Ressourcenverbrauch zu vermeiden, summiert sich – genauso wie sich Milliarden gegenteiliger Entscheidungen summieren.

Vielleicht ist das die unbequemste Erkenntnis überhaupt: Wir warten gern darauf, dass „die Politik“ handelt, während wir gleichzeitig hoffen, unser eigener Alltag möge möglichst unverändert bleiben. Doch genau diese Rechnung kann nicht aufgehen. Wer ernsthaft glaubt, man könne den Klimawandel bekämpfen, ohne das eigene Konsumverhalten, die eigene Mobilität oder den Umgang mit Energie zu hinterfragen, erwartet letztlich, dass sich die Welt verändert – nur bitte ohne die eigene Komfortzone anzutasten.

Man hört häufig, Klimaschutz und Klimaanpassung seien teuer. Mag sein. Nur gibt es eine Alternative: nichts tun. Diese Variante ist erfahrungsgemäß erheblich kostspieliger. Vertrocknete Wälder, überhitzte Städte, Ernteausfälle, Starkregenschäden, sinkende Grundwasserstände, steigende Gesundheitskosten und milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur sind die Rechnung, die uns die Natur präsentiert. Sie verschickt ihre Rechnungen allerdings ohne Skonto.

Vielleicht ist der Klimawandel deshalb gar nicht unsere größte Krise. Vielleicht ist es unsere Fähigkeit, bekannte Probleme jahrzehntelang aufzuschieben. Denn der Klimawandel ist kein überraschendes Ereignis. Er ist vermutlich das am gründlichsten angekündigte Problem der modernen Menschheitsgeschichte. Es gab Studien, internationale Konferenzen, Satellitendaten, Klimamodelle, wissenschaftliche Berichte und unzählige Warnungen. Die Informationen lagen auf dem Tisch. Wir haben sie lediglich oft wie einen Werbeprospekt behandelt.

Bleibt also die Ausgangsfrage:

„Das ist aber heiß heute – bleibt das jetzt immer so?“

Die vorerst ehrliche Antwort lautet noch: Es liegt an uns.

Viele Veränderungen werden uns über Jahrzehnte begleiten. Doch wie stark sich die Erde weiter erwärmt und wie extrem die Folgen ausfallen, hängt entscheidend davon ab, welche Entscheidungen wir heute treffen – als Gesellschaft, als Politik, als Wirtschaft und als jeder Einzelne. Vielleicht sollten wir deshalb endlich aufhören zu fragen, warum es plötzlich so heiß geworden ist.

Die eigentliche Frage lautet längst:

Warum haben wir so lange so getan, als hätten wir all das nicht kommen sehen?

Denn die Wahrheit ist unbequem: Wir erleben keine überraschende Entwicklung. Wir erleben die verspätete Quittung jahrzehntelanger Verdrängung. Und während wir noch darüber diskutieren, ob der nächste Baum wirklich notwendig ist, baut sich irgendwo bereits die nächste Hitzewelle auf.

Nicht überraschend. Sondern angekündigt. Seit Jahrzehnten.

Und vielleicht beginnt Klimaschutz tatsächlich nicht erst im Bundestag, auf der nächsten Weltklimakonferenz oder mit einem neuen Förderprogramm.

Vielleicht beginnt er bereits vor der eigenen Haustür – dort, wo Ausreden enden und Entscheidungen beginnen.

Beitragsfoto: Pixabay

Gemeinschaftsschule Wentorf wurde als Zukunftsschule.SH ausgezeichnet!

Posted By Ralf Lesko On In Schule | No Comments
Foto Auszeichnung

Ein weiterer Schritt in Richtung Innovation an der Gemeinschaftsschule Wentorf ist erfolgt: Die Auszeichnung als Zukunftsschule.SH fand am Donnerstag, den 28.05.2026 am Ostsee-Gymnasium-Timmendorfer Strand statt und wird gefördert vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein. Durch dieses Auszeichnungssystem soll die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an den Schulen des Landes unterstützt werden, um die Kinder schon heute auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten.

Sowohl ökologisches Bewusstsein als auch das besondere Engagement von Lehrkräften der Gemeinschaftsschule Wentorf, hat direkt die Zertifizierung auf Stufe 2 ermöglicht. Hintergrund dafür sind diverse Projekte im Rahmen des WPU-Kurses Technik, der nicht nur Fahrradreparaturen durchführt, sondern sich zusätzlich als Holzwerkstatt versteht und aus Holzresten neue und funktionale Möbel für den eigenen Schulhof entstehen lässt.

Ein weiterer Baustein vor dem Hintergrund Zukunftsschule ist das inzwischen erfolgreich umgesetzte FreiDay-Format. Hier arbeiten die Schüler*innen an selbstgewählten Zukunftsthemen, sind in der Gemeinde aktiv und setzen vor Ort Nachhaltigkeitsprojekte um. Beispielsweise gehen 5.Klässler zum Vorlesen in die Grundschule und 6.Klässler besuchen
das Polizeirevier in Wentorf, um mit den Beamten ein Interview zum Thema „Drogen und Jugendliche“ durchzuführen. Außerdem wurden bereits umfangreiche Kleiderspenden in
Bollerwagen transportiert und in Eigenregie zu einem Kinderheim gebracht.

Die erfolgte Auszeichnung ist Wertschätzung und Ansporn zugleich – die 3. Stufe wird nun anvisiert! Einzelne Überlegungen innerhalb des Lehrerteams gehen in die Richtung, sich noch
stärker mit anderen Zukunfts- und FreiDay-Schulen zu vernetzen, erste Hospitationen finden bereits statt. Zudem sieht die stellvertretende Schulleiterin, Frau Zumblick, großes Potenzial
im Ausbau eines Schulgartens mit Naturteich, um einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Außerdem ließe sich eine Kooperation mit einem Energiesparunternehmen
herstellen, was nicht nur der Schulgemeinschaft finanziell helfen, auch der Gemeinde als Träger zugutekommen würde.

 

 

Unterschätzen wir die Folgen der künstlichen Intelligenz?

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Wirtschaft | 3 Comments
Header Artikel KI mit Ki und Digital

Es gibt einen Satz, der jede technologische Revolution begleitet: Die Chancen überwiegen die Risiken.

Man hörte ihn bei der Einführung des Personalcomputers. Man hörte ihn beim Aufstieg des Internets. Man hörte ihn bei den sozialen Medien. Und man hört ihn heute wieder, wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist. Die Geschichte zeigt allerdings, dass Gesellschaften neue Technologien selten beherrschen. Meistens ist es umgekehrt: Die Technologien verändern die Gesellschaft schneller, als Politik, Institutionen und Kultur darauf reagieren können. Die Euphorie kommt zuerst. Die Nebenwirkungen folgen später. Bei der künstlichen Intelligenz könnte dieser Mechanismus eine Dimension erreichen, die demokratische Gesellschaften vor Herausforderungen stellt, auf die sie weder institutionell noch kulturell vorbereitet sind.

Die Lehre der vergangenen vierzig Jahre

Heute wird die digitale Revolution oft als Erfolgsgeschichte erzählt. Tatsächlich haben Personalcomputer, Internet und Smartphones Produktivität gesteigert, neue Märkte geschaffen und Milliarden Menschen Zugang zu Wissen ermöglicht. Doch gleichzeitig entstanden Entwicklungen, die kaum jemand in ihrer Tragweite vorausgesehen hatte. Die Digitalisierung versprach mehr Wettbewerb und führte in vielen Bereichen zu beispiellosen Monopolstrukturen. Das Internet versprach mehr Information und erzeugte zugleich eine nie dagewesene Flut von Desinformation. Soziale Netzwerke versprachen mehr Vernetzung und förderten gleichzeitig gesellschaftliche Polarisierung, politische Radikalisierung und die Zersplitterung öffentlicher Debatten. Fast immer reagierte die Politik erst dann, wenn die Folgen bereits sichtbar geworden waren. Reguliert wurde nicht vorausschauend, sondern nachträglich. Nicht gestaltend, sondern reparierend. Und selbst diese Reparaturversuche blieben oft halbherzig. Warum sollte es diesmal anders sein?

Die Illusion der Kontrolle

Viele politische Entscheidungsträger vermitteln derzeit den Eindruck, die Entwicklung künstlicher Intelligenz lasse sich durch einige Gesetze, Ethikrichtlinien und Aufsichtsbehörden kontrollieren. Diese Annahme könnte sich als gefährliche Selbsttäuschung erweisen. Denn erstmals in der Geschichte der Digitalisierung entsteht eine Technologie, die nicht nur Informationen verarbeitet oder verbreitet, sondern selbst Inhalte, Analysen, Empfehlungen und Entscheidungen erzeugt. Sie ersetzt nicht lediglich Werkzeuge. Sie beginnt, menschliche Funktionen zu imitieren. Und genau darin liegt ihre gesellschaftliche Sprengkraft. Demokratische Gesellschaften sind historisch darauf aufgebaut, dass Menschen Informationen bewerten, Meinungen bilden, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Künstliche Intelligenz greift in jeden dieser Bereiche ein. Die Frage lautet daher nicht mehr, wie Menschen Computer nutzen. Die Frage lautet zunehmend, wie Menschen ihre Rolle in einer Welt definieren, in der Maschinen viele ihrer geistigen Tätigkeiten schneller, billiger und teilweise überzeugender ausführen können.

Der stille Angriff auf die Mittelschicht

Besonders bemerkenswert ist, dass diesmal nicht zuerst die einfachen Tätigkeiten betroffen sind. Die industrielle Revolution ersetzte Muskelkraft. Die Computerisierung ersetzte Routinen. Die künstliche Intelligenz greift nun ausgerechnet jene Berufe an, die lange als vergleichsweise sicher galten: Juristen, Journalisten, Übersetzer, Grafiker, Fotografen, Analysten, Programmierer, Sachbearbeiter, Berater oder Verwaltungsangestellte. Es geht nicht zwingend um vollständige Arbeitslosigkeit. Wahrscheinlicher ist eine schleichende Entwertung menschlicher Arbeit. Wenn ein Mitarbeiter künftig mit Hilfe von KI die Arbeit von fünf oder zehn Personen erledigen kann, entsteht zwangsläufig die Frage, warum die übrigen fünf oder zehn noch benötigt werden. Die Geschichte zeigt, dass technologische Produktivitätsgewinne nicht automatisch zu gesellschaftlichem Wohlstand für alle führen. Oft führen sie zunächst zu einer Konzentration von Vermögen und Macht. Die Hoffnung, neue Berufe würden die verlorenen ersetzen, mag sich teilweise erfüllen. Doch die Geschwindigkeit der Entwicklung könnte größer sein als die Anpassungsfähigkeit vieler Menschen und Institutionen. Die Folge wäre keine plötzliche Massenarbeitslosigkeit, sondern eine schleichende Verunsicherung großer Teile der Mittelschicht. Und genau diese Mittelschicht bildet seit Jahrzehnten das Fundament stabiler Gesellschaften.

Die Krise der Wahrheit

Noch schwerwiegender könnte jedoch eine andere Entwicklung werden. Demokratien leben nicht von Einigkeit. Sie leben von einem gemeinsamen Verständnis dessen, was überhaupt diskutiert wird. Bislang war es zumindest theoretisch möglich, zwischen echten und gefälschten Informationen zu unterscheiden. Mit künstlicher Intelligenz könnte diese Grenze dauerhaft verschwimmen. Bilder, Videos, Interviews, Reden oder Dokumente lassen sich künftig in Sekunden erzeugen. Die technische Qualität wird weiter steigen. Die Kosten werden weiter sinken. Damit entsteht ein Problem, das weit über klassische Desinformation hinausgeht. Wenn alles fälschbar wird, verliert auch das Echte an Glaubwürdigkeit. In einer solchen Umgebung genügt es nicht mehr, eine Lüge zu verbreiten. Es reicht, Zweifel zu säen. Der Bürger steht dann vor einer Flut widersprüchlicher Informationen, deren Echtheit kaum noch überprüfbar ist. Das Ergebnis könnte eine Gesellschaft sein, die nicht deshalb gespalten ist, weil sie unterschiedliche Meinungen hat, sondern weil sie keine gemeinsame Wirklichkeit mehr teilt.

Der Verlust menschlicher Kompetenz

Technologische Fortschritte nehmen Menschen Aufgaben ab. Das ist ihr Zweck. Doch jede abgegebene Aufgabe führt langfristig auch zum Verlust entsprechender Fähigkeiten. Taschenrechner reduzierten Kopfrechnen. Navigationssysteme schwächten Orientierungskompetenzen. Suchmaschinen veränderten den Umgang mit Wissen. Künstliche Intelligenz könnte erstmals in großem Maßstab analytisches Denken, Schreiben, Recherchieren, Argumentieren und Problemlösen betreffen. Je besser die Systeme werden, desto größer wird die Versuchung, auf eigene Anstrengungen zu verzichten. Eine Generation könnte heranwachsen, die zwar Zugriff auf ungeheure Mengen künstlicher Intelligenz besitzt, aber immer weniger eigene Fähigkeiten entwickelt, um deren Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Damit entsteht ein paradoxes Risiko: Die Gesellschaft wird technologisch intelligenter, während ihre Mitglieder möglicherweise geistig abhängiger werden.

Die Machtfrage

Die vielleicht beunruhigendste Entwicklung betrifft jedoch die Verteilung von Macht. Die industrielle Revolution schuf Fabrikbesitzer. Die Digitalrevolution schuf Technologiekonzerne. Die KI-Revolution könnte eine Konzentration von Einfluss hervorbringen, die historische Maßstäbe sprengt. Wer die leistungsfähigsten Modelle besitzt, kontrolliert zunehmend Informationsströme, Wissensproduktion, Kommunikationssysteme und wirtschaftliche Prozesse. Die erforderlichen Investitionen sind so hoch, dass nur wenige globale Akteure überhaupt mithalten können. Während demokratische Institutionen auf Transparenz, Kontrolle und öffentliche Debatte angewiesen sind, entwickeln sich diese Systeme häufig in privatwirtschaftlichen Strukturen mit begrenzter öffentlicher Rechenschaftspflicht. Die Gefahr besteht nicht in einer dystopischen Maschinenherrschaft. Die Gefahr besteht darin, dass immer weniger Menschen immer mehr Einfluss auf die geistige Infrastruktur moderner Gesellschaften erhalten.

Ein Blick in die Zukunft

Vielleicht werden Historiker eines Tages feststellen, dass die Einführung künstlicher Intelligenz ähnlich folgenreich war wie die Erfindung des Buchdrucks oder die industrielle Revolution. Vielleicht werden sie aber auch feststellen, dass demokratische Gesellschaften die sozialen Kosten dieser Entwicklung systematisch unterschätzt haben. Die bisherigen Erfahrungen sprechen eher für Letzteres. Denn jede große Technologie wurde zunächst nach ihren Möglichkeiten bewertet und erst später nach ihren Folgen. Der Personalcomputer veränderte die Arbeitswelt. Das Internet veränderte die Öffentlichkeit. Soziale Medien veränderten den gesellschaftlichen Diskurs. Künstliche Intelligenz könnte nun den Menschen selbst als wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Akteur verändern. Die eigentliche Sorge besteht deshalb nicht darin, dass Maschinen eines Tages intelligenter werden als Menschen. Die eigentliche Sorge besteht darin, dass Gesellschaften ihre Fähigkeit verlieren könnten, die Folgen dieser Entwicklung noch wirksam zu steuern. Und wenn die Geschichte der Digitalisierung eines lehrt, dann dies: Technologische Revolutionen warten nicht darauf, dass Gesellschaften bereit sind. Sie finden statt. Und erst danach beginnt die Gesellschaft zu begreifen, was sie verändert hat.

 

Beitragsgrafik: Ralf Lesko

 

Erschließungskosten für Baugebiete in Wentorf – wer muss bezahlen ?

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Fragezeichen

Aktuell : Abgeltung der Erschließungsbeiträge vor der endgültigen Fertigstellung der Erschließungsmaßnahme durch eine einmalige Zahlung. Vertragliche Regelungen zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Grundstückseigentümer sind möglich aber nicht zwingend.

Durch den Beschluss des Liegenschaftsausschusses vom 21.05.2026, im  nichtöffentlichen Teil unter  TOP N 17 wurde beschlossen: Die Bürgermeisterin wird ermächtigt, in einem Erschließungsgebiet mit den beitragspflichtigen Grundstückseigentümern Ablösevereinbarungen zu treffen. Das bedeutet, dass mit Abschluss solcher Vereinbarungen der (künftige) Eigentümer nicht mehr zu den – durch unsere Satzung vorgeschriebenen – Erschließungsbeiträgen nicht mehr herangezogen werden muss aber auch nicht herangezogen werden darf. Es wird zwar nicht deutlich, um welches „Erschließungsgebiet“ es sich handeln könnte, jedoch gibt es in Wentorf nicht so viele „unerschlossene“ Gebiete. Hier ein paar wichtige Informationen für Grundstückseigentümer (oder auch zukünftige Käufer:innen)  zu dem Thema „Ablösevereinbarungen“: 

Was ist eine Ablösevereinbarung für Erschließungskosten?

Eine Ablösevereinbarung ermöglicht es, Erschließungskosten bereits vor der endgültigen Herstellung der Erschließungsanlage vertraglich zu regeln. Nach § 133 Abs. 3 Satz 5 BauGB können Grundstückseigentümer mit der Gemeinde eine solche Vereinbarung treffen. Keine Überraschungen: Nach Zahlung der Ablösesumme sind Sie von späteren Nachforderungen oder Erschließungsbeitragsbescheiden befreit. Es erfolgt keine formelle Veranlagung mehr. Freiwilligkeit: Die Gemeinde ist nicht verpflichtet, eine Ablösevereinbarung abzuschließen. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Berechnungsgrundlage: Der Betrag wird anhand interner Vorgaben der Kommune (Ablösebestimmungen/Satzungen) berechnet. Der Betrag muss transparent offengelegt werden. Chancen und RisikenVorteil Planungssicherheit: Die Kosten sind fixiert. Es können besonders bei Baufinanzierungen die Gesamtkosten besser kalkuliert werden.

Vorteil: Preisbindung: Bei steigenden Baukosten in der Zukunft (z.B. durch Inflation) können die  Eigentümer von der bereits geleisteten Zahlung profitieren. Risiko bei Fehleinschätzung: Oft wird ein „Sicherheitszuschlag“ für Unvorhergesehenes in die Kalkulation eingerechnet. Sollte die tatsächliche Erschließung am Ende deutlich günstiger ausfallen als vertraglich veranschlagt, wird die Differenz in der Regel nicht erstattet. Rechtliche Bindung: Die Vereinbarung muss rechtmäßig sein und den Gleichbehandlungsgrundsatz erfüllen. Ist die Schätzung oder Kalkulation fehlerhaft oder enthält unzulässige Puffer, kann die ganze Vereinbarung unwirksam werden.

Fragen, die der Grundstückseigentümer klären sollte: 

Liegt das Grundstück in einem erschlossenen oder unerschlossenen Gebiet? Plant die Gemeinde aktuell neue Straßen oder Leitungen? Liegt bereits ein konkreter Entwurf der Gemeinde für eine solche Vereinbarung vor? Sollten die Grundstücke noch nicht an private Eigentümer verkauft sein bzw. ist das gesamte zu erschließende Gebiet noch im Eigentum eines Investors,  einem  Bauträger oder einem  Erschließungsträger, so kann die Gemeinde mit dem Grundstückseigentümer „in Gänze“ einen Ablösevertrag schließen. Zu entscheiden wäre allerdings, ob es sich dabei um einen öffentlichen Vertrag handelt, dessen Abschluss der Gemeindevertretung nach den Regelungen des § 28 der Gemeindeordnung S-H  vorbehalten ist. Dann könnte der Beschluss des Liegenschaftsausschusses derzeit noch nicht ausgeführt werden. Für ein bereits erschlossenes Grundstück fallen in der Regel keine Erschließungskosten für die öffentliche Erschließung (Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen bis zur Grundstücksgrenze) mehr an. Man muss sich jedoch auf private Hausanschlusskosten und mögliche Beiträge für nachträglichen Straßenausbau einstellen.

Die Details zu diesen Ausnahmen:

Förderung des Feuerwehrgerätehauses

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Geld bezahlen

Beim erstmalig in Wentorf ausgerichteten Veteranentag am 13.06.26, einer Präsentation des Katastrophen- bzw. Zivilschutzes, also von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DRK zusammen mit dem Reservistenverband der Bundeswehr, hielt sich aufgrund des wechselhaften Wetters der Besucheransturm in Grenzen. Eine gute Gelegenheit für einen Schreiberling mit Politikern der verschiedenen Parteien und unserer Bürgermeisterin Frau Schöning ins Gespräch zu kommen. Hierbei erwähnte die Bürgermeisterin, dass am Freitag dem 12. Juni der Zuwendungsbescheid zum Feuerwehrgerätehaus eingegangen ist. Die Gemeindevertreter seien bereits alle informiert. Bei Nachfrage zu näheren Details der beantragten 4,5 Mio. € Förderung, verwies sie auf eine Pressemitteilung in der kommenden Woche.

Das ist eine wundervolle Nachricht für die Finanzen der Gemeinde. Und dabei gab es bereits Bedenken, ob die Gemeindevertretung noch an die Förderung glaubt. Als Indiz für diese Interpretation führten die Bedenkenträger an, dass im 2. Nachtragshaushalt 2025  5,0 Mio. € über die bislang veranschlagten Verpflichtungsermächtigungen für die Hochbaumaßnahme Feuerwehrgerätehaus hinaus bewilligt wurden. Wie schön, dass sie in diesem Fall nicht Recht behalten haben und der Bau den Budgetrahmen nicht von Vornherein sprengt.

(Foto: Pixabay)

Privatisierung öffentlicher Wege?

Posted By Dieter Traut On In Kommunales | 4 Comments
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Aus der Villengegend führt einer der beliebtesten Spaziergänge entlang der Golfstraße und über das Reitsportzentrum in die Lohe. Mit großer Überraschung mussten die Spaziergänger auf dieser Route letztes Wochenende feststellen, dass ihr gewohnter Weg von der Golfstraße zum Grübbenweg versperrt war: „Privatgrundstück – Durchgang verboten“ hieß es da. Nun ist es sicherlich nicht der einzige Weg den Spaziergänger mit dem Ziel Lohe nehmen können, es ist aber einer ohne nennenswertem Autoverkehr und damit eine der erholsamsten Routen.

Doch wie lässt sich feststellen, ob die Sperrung mit rechten Dingen zugegangen ist? Um diese Frage zu klären, erschien eine Anfrage bei der Gemeinde angebracht. Hier die Antwort des Pressereferenten der Gemeinde:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage und Initiative bei diesem Thema. Zunächst beantworte ich ihre Fragen. Ja, der Vorgang ist der Gemeinde bekannt und ja, der Vorgang wurde geprüft. Diese Prüfung hat ergeben, dass es sich bei dem betroffenen Grundstück um ein Privatgrundstück handelt. Die Fläche ist auch nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, als Wald deklariert, so dass sich etwaige öffentliche Nutzungsrechte ergeben könnten. Auch ein Gewohnheitsrecht kann hier nicht entstehen, so dass die Maßnahme in etwa derselben Maßnahme entspricht, als wenn Sie oder Ich uns einen Gartenzaun auf unserem Grundstück bauen würden.“

Nach der Prüfung der Gemeindeverwaltung kann also die Änderung von einem über lange Jahre öffentlich genutzten Weg zu einem gesperrten Privatgrundstück rechtlich nicht beanstandet werden. Gefühlt sieht das aus Sicht der Gemeinschaft zwar anders aus, aber Regeln sind eben dazu da eingehalten zu werden. Der Vorgang erinnert an die Sperrung eines Wanderwegs entlang der Bille am Krabbenkamp in Reinbek. Auch dort hat ein privater Eigentümer seine Rechte mit Hilfe eines Zaunes durchgesetzt. Ein Beispiel wo dies den Eigentümern nicht gelang, ist der Wohltorfer Kirchenweg. Aber das liegt schon arg lange zurück.

Aus Sicht des Autors sollten solche grundlegenden potentiellen Streitigkeiten über Hypotheken der Vergangenheit gar nicht erst aufkommen.  Die Gemeinde muss genau wissen welche öffentlich genutzten Wege in Wentorf über private Grundstücke führen. Dann könnte sie mit dem jeweiligen Eigentümer das Gespräch suchen und eine Vereinbarung über den zukünftigen Umgang mit dem Weg schließen. Und ja, auch Transparenz wäre in diesem Zusammenhang wichtig. Es hilft nicht, wenn es Spaziergängern nicht bewusst ist, dass sie an der einen oder anderen Stelle Privateigentum betreten.

Die Zukunft stirbt nicht mit einem Knall, sondern im Dauerbetrieb

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Umwelt | 2 Comments
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Es gibt eine merkwürdige Eigenschaft moderner Gesellschaften: Sie können gleichzeitig wissen, dass sie auf eine Katastrophe zusteuern — und trotzdem exakt so weitermachen wie bisher. Seit Jahrzehnten liegen die Warnungen offen auf dem Tisch. Klimaforscher warnen vor irreversiblen Kipppunkten. Psychologen dokumentieren eine wachsende Epidemie aus Einsamkeit, Depression und Sinnverlust. Ökonomen beobachten eine immer extremere Konzentration von Vermögen. Demokratieforscher sprechen offen über institutionellen Zerfall, Polarisierung und Vertrauensverlust.

Und dennoch funktioniert der Alltag weiter.

Die Menschen stehen morgens auf. Sie fahren zur Arbeit. Sie kaufen ein. Sie scrollen durch soziale Netzwerke. Sie diskutieren über Schlagzeilen. Sie bestellen Essen. Sie schlafen. Am nächsten Tag beginnt alles von vorn. Vielleicht liegt genau darin das eigentliche Problem. Der Kollaps moderner Gesellschaften wird wahrscheinlich nicht wie ein plötzlicher Zusammenbruch aussehen. Es wird keinen eindeutigen Moment geben, an dem „alles vorbei“ ist. Keine finale Explosion, kein einzelnes historisches Ereignis, das eindeutig markiert, wann die Stabilität endete. Stattdessen entsteht der Zerfall schleichend — und genau deshalb bleibt er politisch und psychologisch beherrschbar.

Jede einzelne Krise wird gerade klein genug bleiben, um akzeptiert zu werden.

Zu heiß? Klimaanlagen. Zu teuer? Noch ein Kredit. Zu einsam? Streaming und digitale Ablenkung. Zu erschöpft? Koffein, Medikamente, Selbstoptimierung. Zu wütend? Soziale Medien liefern täglich neue Feindbilder.

Die moderne Gesellschaft besitzt eine enorme Fähigkeit, Symptome zu verwalten, ohne Ursachen zu lösen. Genau das macht sie gleichzeitig effizient — und langfristig zerstörerisch. Denn während sich Technologie immer schneller entwickelt, zerfallen viele Grundlagen gesellschaftlicher Stabilität beinahe unbemerkt. Wohnraum wird in Großstädten zunehmend unbezahlbar.
Soziale Beziehungen werden fragmentierter. Öffentliche Debatten verwandeln sich in algorithmisch verstärkte Empörungsschleifen. Arbeit verliert für viele Menschen jede Form von Identität oder Sinn und reduziert sich auf ökonomisches Überleben. Gleichzeitig wächst der Druck permanenter Verfügbarkeit. Menschen konsumieren heute in wenigen Stunden mehr Informationen als frühere Generationen in Wochen. Aufmerksamkeit ist zu einer Ware geworden, die von Plattformen, Medien und Unternehmen aggressiv umkämpft wird.

Das Ergebnis ist eine Gesellschaft im Zustand chronischer mentaler Überlastung. Und genau darin liegt ein paradoxer Vorteil für bestehende Systeme: Erschöpfte Menschen organisieren selten fundamentale Veränderungen. Währenddessen verschiebt sich auch die Rolle von Technologie selbst. Lange galt technischer Fortschritt als Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt. Doch diese Gleichung wirkt zunehmend fragwürdig. Künstliche Intelligenz automatisiert kreative und kommunikative Arbeit. Algorithmen beeinflussen politische Meinungen. Digitale Plattformen formen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und soziale Beziehungen oft stärker als klassische Institutionen. Technologie löst Probleme — aber sie industrialisiert gleichzeitig neue Formen von Abhängigkeit, Kontrolle und Entfremdung.

Trotzdem bleibt der Glaube an technische Rettung erstaunlich stabil. Viele politische und wirtschaftliche Akteure setzen weiterhin darauf, dass Innovation die ökologischen, sozialen und psychologischen Schäden des bestehenden Systems rechtzeitig kompensieren wird. Doch genau dieser Glaube könnte selbst Teil des Problems sein. Denn er erlaubt es, grundlegende Veränderungen aufzuschieben. Warum radikal umdenken, wenn bald eine neue Technologie erscheint? Warum verzichten, wenn Effizienzsteigerung angeblich genügt? Warum das System hinterfragen, wenn die nächste Innovation alles lösen soll? So entsteht eine Gesellschaft, die permanent auf Rettung wartet — während sie die Ursachen ihrer Krisen weiter beschleunigt.

Der vielleicht düsterste Aspekt daran ist jedoch nicht die ökologische oder wirtschaftliche Entwicklung, sondern die menschliche Anpassungsfähigkeit. Menschen gewöhnen sich erstaunlich schnell an Zustände, die früher als inakzeptabel galten:

an Überwachung,
an permanente Unsicherheit,
an soziale Isolation,
an politische Radikalisierung,
an psychische Erschöpfung.

Was gestern noch alarmierend wirkte, wird heute Alltag. Vielleicht wird genau das die endgültige Form des modernen Niedergangs sein: kein dramatischer Untergang, sondern eine langsame Normalisierung des Defekten. Eine Welt, die technisch immer leistungsfähiger wird — während ihre Menschen emotional, sozial und politisch zunehmend erschöpfen. Der gefährlichste Irrtum unserer Zeit könnte deshalb die Vorstellung sein, dass Gesellschaften erst dann handeln, wenn Krisen offensichtlich werden. In Wirklichkeit reagieren Menschen oft erst dann, wenn ihr Alltag unmittelbar kollabiert. Und moderne Systeme sind erstaunlich gut darin, diesen Moment hinauszuzögern.

 

Bürgerverein Wentorf e.V. stellt Weichen für die Zukunft

Posted By Ralf Lesko On In Bürgerverein Wentorf e.V. | No Comments
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Am 06. Mai 2026 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Bürgerverein Wentorf e.V. statt. Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf ein ereignisreiches Jahr zurückzublicken und wichtige personelle Entscheidungen für die Zukunft des Vereins zu treffen.

Der 1. Vorsitzende Peter Voigtmann eröffnete die Versammlung mit einem ausführlichen Rückblick auf das erfolgreiche und abwechslungsreiche Programmjahr 2025 und gab auch schon einen Einblick in die z.Zt. laufenden Planungen der Programmpunkte für das zweite Halbjahr 2026. Zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungen hätten erneut gezeigt, wie lebendig und engagiert das Vereinsleben in Wentorf sei. Besonders hervorgehoben wurde die große Unterstützung durch die Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer, die maßgeblich zum Gelingen der vielfältigen Aktivitäten beigetragen haben.

Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die turnusmäßigen Vorstandswahlen. Dabei verabschiedete sich der bisherige Schatzmeister Wolfgang Warmer aus seinem Amt. Nach langjähriger engagierter Tätigkeit stellte er sich nicht erneut zur Wahl, er geht dem Verein aber nicht ganz verloren, wie er sagte, da er künftig im Beirat des Bürgervereins mitwirken wird. Vorstand und Mitglieder dankten ihm herzlich für seine zuverlässige und engagierte Arbeit. Unter großem Applaus und mit einem Blumenstrauß wurde Wolfgang Warmer offiziell verabschiedet.

Zum neuen Schatzmeister wählten die Mitglieder Dieter Traut, der bisher als 3. Beisitzer dem Vorstand angehörte. Für die dadurch frei gewordene Position des 3. Beisitzers wurde Uli Gröhn neu in den Vorstand gewählt. Auch die Revisoren Sylvia Störte und Rüdiger Marks wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt und erneut gewählt.

Darüber hinaus stellte Ralf Lesko die neue Internetpräsenz des Bürgervereins Wentorf vor. Die modern gestaltete Webseite bietet künftig aktuelle, ausbaufähige Informationen rund um den Verein und ist ab sofort unter buergerverein-wentorf.de [21] erreichbar.

Mit Blick auf „Wentorf im Blick“ informierte der Vorstand außerdem über eine wichtige Veränderung: Die vierteljährliche Druckausgabe von „Wentorf im Blick“ wird eingestellt. Sowohl die logistischen als auch die personellen Anforderungen seien für die Redaktion nicht mehr dauerhaft leistbar. Gleichzeitig betonte der Vorstand jedoch, dass „Wentorf im Blick-Online“ weiter ausgebaut werde. Ziel der Redaktion bleibe es, die Wentorfer Bürgerinnen und Bürger auch künftig aktuell und nah zum Geschehen in der Gemeinde zu informieren.

Die Mitgliederversammlung endete in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre und machte deutlich, dass der Bürgerverein Wentorf auch weiterhin engagiert und zukunftsorientiert für das Gemeindeleben aktiv bleiben wird.

 

Wentorf ordnet die Schulplanung neu – Gemeinschaftsschule hat Vorrang – bleibt die Lohe Streitpunkt?

Posted By Monika Lehmann On In Kommunales, Lebensräume, Politik | No Comments
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Die Gemeindevertretung hat am 19. März 2026 eine weitreichende Entscheidung zur Zukunft der weiterführenden Schulen getroffen – und damit zugleich ein Großprojekt beerdigt. Das seit Jahren diskutierte Schulzentrum mit Neubauten für Gymnasium und Gemeinschaftsschule ist vom Tisch. Ausschlaggebend waren fehlende Flächen und die unklare Finanzierbarkeit. Stattdessen setzt die Politik nun klare Prioritäten: Die Gemeinschaftsschule rückt in den Mittelpunkt, während die Planungen für das Gymnasium vorerst zurückgestellt werden. Offiziell heißt es, weitere Untersuchungen zur „ganzheitlichen Raumbedarfsdeckung“ des Gymnasiums würden zugunsten der Gemeinschaftsschule zurückgestellt. Doch einfach wird der eingeschlagene Weg nicht. Im Gegenteil: Bevor konkrete Entscheidungen fallen, fordert die Gemeindevertretung zunächst belastbare Kostenrahmenschätzungen für zwei Varianten:

Gerade die zweite Option hat es in sich: Dafür wäre ein neuer Bebauungsplan erforderlich. Zudem betont der Beschluss ausdrücklich, dass dem Bedarf an Sportflächen Vorrang einzuräumen sei. Eine Formulierung, die einmal mehr zeigt, wie groß der Druck in Wentorf bei Hallen- und Sportflächen ist. Der zuständige Planungs- und Umweltausschuss steht damit vor anspruchsvollen Aufgaben. Er soll nicht nur einschätzen, ob sich für die Sportplatz-Variante überhaupt ein rechtssicherer Bebauungsplan aufstellen lässt, sondern auch, wie lange ein solches Verfahren dauern würde. Auch die Verwaltung wird stark gefordert sein. Die Bürgermeisterin soll darlegen, welchen zusätzlichen Personal- und Finanzbedarf die umfangreichen Prüfungen und Planungen verursachen. Klar ist schon jetzt: Der neue Kurs bedeutet viel Arbeit – und dürfte Zeit kosten.

Die Lohe bleibt im Spiel

Ganz vom Tisch ist unterdessen ein anderes sensibles Thema nicht: die Zukunft der „Lohe“. Weder die mögliche Verlagerung des Kleingartenvereins noch eine alternative Nutzung des Gebiets sind endgültig geklärt. Im Rahmen der Ortsentwicklung soll die Verwaltung den Bebauungsplan Nr. 41 überarbeiten und die bereits erfolgte landesplanerische Anzeige anpassen. Was technisch klingt, hat politische Brisanz: Eine solche Anpassung könnte bedeuten, dass Wentorf seine Siedlungsgrenzen über bisherige Vorgaben der Raumordnung hinaus erweitern möchte. Das würde im Widerspruch zu den Zielen der Landesplanung, aber auch zu früheren Leitlinien stehen. Bereits 2002 hatte sich die Gemeinde klar dafür ausgesprochen, die Lohe von Bebauung freizuhalten. Ziel war es, ein ökologisch wertvolles Gebiet sowie ein wichtiges Naherholungsareal für die Region zu bewahren. Dies war bisher ebenfalls Ziel der Landesplanung. Zwar wurde 2013/2014 mit dem Waldkindergarten eine Ausnahme geschaffen – doch diese sollte ursprünglich einmalig bleiben. In der Praxis hat sich die Nutzung seitdem schrittweise ausgeweitet, bislang ohne rechtliche Grundlage.

Die Grundsatzfrage Lohe bleibt offen

Die entscheidende Frage ist daher weiterhin ungelöst: Soll Wentorf langfristig in die Lohe hineinwachsen – oder an den bisherigen Grenzen festhalten? Da die Landesplanung in Kiel die Entwicklung der Gemeinde in die Lohe hinein bisher unmöglich macht, soll durch die landesplanerische Anzeige geklärt werden, ob es eine Entwicklung in die Lohe hinein geben soll oder nicht. Denn eines gilt als sicher: Jede neue Nutzung in diesem sensiblen Gebiet schafft Präzedenzfälle und erhöht den Druck für weitere Eingriffe. Die Gemeinde steht damit vor einer Richtungsentscheidung, die weit über Schulpolitik hinausgeht. Wie sie ausfällt, dürfte die Entwicklung Wentorfs für Jahrzehnte prägen.

 

Beitragsgrafik: Pixabay

 

 

Verkehrssicherungspflicht im Wald

Posted By Dieter Traut On In Kommunales, Lebensräume, Verkehr | No Comments
Bank im Wald

Wie jeder Grundstückseigentümer, hat auch der Eigentümer eines Waldes eine Verkehrssicherungspflicht. Auch von seinem Grund und Boden darf keine Gefahr für angrenzende Grundstücke ausgehen. Ein Förster muss also überprüfen, ob herabfallende Äste oder gar Bäume an den Grenzen seines Reviers Schäden verursachen können und dies im Zweifelsfall verhindern. Was aber vielen Besuchern eines öffentlich zugänglichen Waldes nicht bewusst ist, ist dass diese Verkehrssicherungspflicht im Inneren des Waldes nicht gilt. Der Spaziergang im Bergedorfer Gehölz oder an der Bille geschieht immer auf eigene Gefahr. Besonders dramatische Konsequenzen kann dies bei Stürmen haben, weshalb bei starken Windböen vor dem Betreten der Waldgebiete gewarnt wird.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Sollte der Waldbesitzer für Besucher eine Infotafel oder eine Bank im Wald aufstellen, dann haftet er an dieser Stelle eben doch. Die eigenartige Logik dahinter ist, dass eine Infotafel oder Bank das Verweilen an einer womöglich gefährlichen Stelle zumindest verlängert. Der Förster muss daher nicht nur am Waldrand, sondern zusätzlich punktuell im Wald die Sicherheit der Besucher gewährleisten.

Um dieser Pflicht Genüge zu tun, müssen Förster Zeit und Budgets für die Pflege der beschriebenen Stellen haben. Da es daran fehlt, ist es am Einfachsten Infotafeln und Bänke zu minimieren. In Niedersachsen sollen nach einem NDR-Beitrag aus diesem Grund bereits ein Drittel der Bänke in Wäldern abgebaut worden sein. Da Besucher der Wälder beginnen das Fehlen der Bänke schmerzlich zu vermissen, läuft jetzt eine Initiative der Waldbesitzer die entsprechende rechtliche (Über-)Regulierung zu ändern. Allerdings, wie das so mit deutschen bürokratischen Regeln ist: Todgesagte leben länger.

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

Neuer Vorstand beim SoVD Wentorf: Sozialverband will Beratung und Unterstützung vor Ort ausbauen

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales | No Comments
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Der Sozialverband Deutschland (SoVD), Ortsverband Wentorf bei Hamburg, hat einen neuen Vorstand gewählt. Auf der Mitgliederversammlung am 26. April 2026 wurden André Mevius zum ersten Vorsitzenden, Sylvia Störte zur Schatzmeisterin und Dr. Ralf Pakull zum Schriftführer gewählt.

Mit dem neuen Vorstand verbindet der Ortsverband das Ziel, die soziale Arbeit in Wentorf weiter auszubauen und die Betreuung der Mitglieder zu stärken. Künftig sollen vor Ort wieder zweimal im Monat Sozialberatungen angeboten werden. Damit möchte der Verband insbesondere Menschen unterstützen, die Hilfe im Umgang mit Behörden, Sozialleistungen oder sozialrechtlichen Fragen benötigen. Der SoVD zählt bundesweit mehr als 630.000 Mitglieder und versteht sich als parteipolitisch unabhängige Interessenvertretung für soziale Gerechtigkeit sowie für die Rechte von Rentnerinnen und Rentnern, Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen. In Wentorf gehören dem Ortsverband nach eigenen Angaben rund 200 Mitglieder an. Zu den zentralen Aufgaben des Verbandes gehört die Beratung in sozialrechtlichen Fragen – etwa zu Rentenansprüchen, Pflegeleistungen, Schwerbehinderung oder Grundsicherung. Der SoVD unterstützt seine Mitglieder zudem bei Widerspruchsverfahren gegenüber Behörden und begleitet sie gegebenenfalls auch vor Sozialgerichten.

Die Geschichte des Verbandes reicht bis ins Jahr 1917 zurück. Gegründet wurde der SoVD ursprünglich als Interessenvertretung für Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer nach dem Ersten Weltkrieg. Heute engagiert sich der Verband nach eigenen Angaben gegen soziale Benachteiligung und für gesellschaftliche Teilhabe.

Auch in Wentorf sieht der neue Vorstand den Bedarf an wohnortnaher Unterstützung in sozialen Fragen. Gerade ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen seien häufig auf Beratung und Unterstützung angewiesen. Mit den regelmäßigen Beratungsangeboten wolle man deshalb eine niedrigschwellige Anlaufstelle im Ort schaffen.

Sportplatz am Friedrichsruher Ring öffnet testweise in den Sommerferien

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft, Gesundheitswesen, Politik | No Comments
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Der Sportplatz am Friedrichsruher Ring wird in den kommenden Sommerferien testweise für die Öffentlichkeit geöffnet. Grundlage dafür ist ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dem der Bürgerausschuss nun zugestimmt hat. Ziel des Projekts ist es, zusätzliche frei zugängliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schaffen. Gerade während der Sommerferien besteht ein erhöhter Bedarf an unkomplizierten Freizeit- und Bewegungsangeboten. Mit der zeitweisen Öffnung des Sportplatzes soll deshalb ein zusätzlicher Ort für Sport, Bewegung und Begegnung in Wentorf entstehen. Der Sportplatz wird während der Ferien täglich geöffnet und am Abend wieder geschlossen. Ein Hinweisschild vor Ort informiert über die Nutzung im Rahmen des Testprojekts. Nach Ende der Sommerferien wird das Projekt ausgewertet. Dabei sollen unter anderem die tatsächliche Nutzung des Platzes, der Zustand der Anlage sowie mögliche Schäden betrachtet werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird der Bürgerausschuss über eine mögliche dauerhafte Öffnung oder weitere Nutzungskonzepte beraten. Mit dem Testprojekt möchte die Gemeinde Erfahrungen sammeln, wie öffentliche Bewegungsangebote künftig erweitert und gleichzeitig der langfristige Erhalt der Anlage sichergestellt werden können.

Gedanken zu „Wentorf pflastert ab“

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Umwelt | 5 Comments
Verlassener Baum auf Kopfsteinpflasterstraße

Es gibt politische Ideen, die fühlen sich gut an. Und es gibt politische Ideen, die wirken. „Abpflastern“ gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Die Idee ist schnell erzählt: Bürgerinnen und Bürger sollen Versiegelte Flächen aus ihren Vorgärten entfernen, ein bisschen Grün pflanzen, ein Foto machen – und bekommen dafür 50 Euro. Eine Art Cashback für gutes Gewissen. Der ökologische Payback-Punkt. Man kann das sympathisch finden. Wirklich. Endlich passiert mal etwas. Endlich macht man selbst etwas. Endlich nicht nur reden, sondern handeln – vor der eigenen Haustür, im wahrsten Sinne. Und dann schaut man auf die Zahlen, wenn man möchte. Deutschlandweit hat die Aktion im vergangenen Jahr etwa so viel Fläche entsiegelt wie ein bis anderthalb Fußballfelder. Das klingt erstmal ordentlich – bis man danebenlegt, was gleichzeitig passiert.

Deutschland versiegelt täglich mehr als 70 Fußballfelder. Schleswig-Holstein bringt es auf mehrere Fußballfelder – jeden Tag. Anders gesagt: Während engagierte Bürger ihre Flächen entsiegeln, wächst am Ortsrand die nächste Großversiegelung eines Baugebietes. Während vorne die Steine rausfliegen, rollen hinten die Bagger an. Und zwar nicht im gleichen Maßstab. Eher so: Teelöffel gegen Betonmischer. Man muss kein Zyniker sein, um sich zu fragen, was hier eigentlich passiert.

Natürlich hat „Abpflastern“ einen Wert. Es schafft Bewusstsein. Es zeigt, dass Versiegelung kein abstraktes Problem ist, sondern direkt vor der eigenen Tür beginnt. Jeder Quadratmeter, der wieder Wasser aufnehmen kann, ist besser als keiner. Jede Blüte hilft irgendeiner Biene, die es ohne diese Blüte nicht gäbe. Das ist alles richtig. Aber es ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Denn während Bürger mit 50 Euro motiviert werden, ihre Einfahrt aufzubrechen, wenn sie es denn wirklich machen, fehlt an anderer Stelle das, was wirklich zählen würde: verbindliche Regeln. Eine echte Begrenzung von Flächenverbrauch. Politische Entscheidungen, die Wachstum nicht automatisch mit mehr Beton gleichsetzen.

Was würde also tatsächlich wirken?

Zum Beispiel eine harte Obergrenze für Flächenversiegelung. Ein verbindliches nationales Budget – und wenn das aufgebraucht ist, wird schlicht nicht weitergebaut. Wer doch bauen will, muss sich Flächenrechte von anderen Kommunen kaufen. Wachstum bekäme endlich einen Preis. Oder eine echte Versiegelungsabgabe. Nicht symbolisch, sondern spürbar. Jeder neu betonierte Quadratmeter kostet – dauerhaft. Plötzlich lohnt es sich, Parkplätze zu begrünen, Dächer zu nutzen oder bestehende Flächen effizienter zu bebauen, statt immer neue auszuweisen.

Ebenso überfällig: ein konsequentes „Innen vor Außen“ im Baugesetz. Erst Baulücken schließen, Industriebrachen nutzen, aufstocken, nachverdichten – und erst wenn das ausgeschöpft ist, darf überhaupt über neue Flächen am Ortsrand gesprochen werden. Heute ist das eher eine freundliche Empfehlung als eine echte Pflicht. Und schließlich: Rückbauverpflichtungen. Wer versiegelt, muss an anderer Stelle entsiegeln – und zwar im gleichen Umfang. Nicht irgendwann, sondern konkret, nachweisbar und überprüfbar. Das alles wäre politisch möglich. Es wäre nur nicht bequem. Stattdessen wird Verantwortung elegant nach unten delegiert. Das hat etwas Beruhigendes. Für alle Beteiligten. Die Politik kann Aktivität vorweisen. Die Bürger können guten Gewissens pflanzen. Und am Ende wächst trotzdem weiter, was immer gewachsen ist: versiegelte Fläche. Vielleicht ist „Abpflastern“ also weniger eine Lösung als ein Symbol. Ein freundlicher, gut gemeinter Hinweis darauf, dass wir das Problem verstanden haben – ohne es wirklich lösen zu wollen.

Kooperationsprojekt zur Zukunftsgestaltung: Wentorfer Gemeindeverwaltung entwickelt Perspektiven

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Kommunales, Politik | 2 Comments
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Die Gemeinde Wentorf startet ein umfassendes Ortsentwicklungskonzept mit der Technischen Hochschule Lübeck sowie der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die Kooperation bringt frische fachliche Impulse und eröffnet neue Blickwinkel auf zentrale Herausforderungen und Chancen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen vor allem drei Themenbereiche:

Ein erstes Kennenlernen fand am Donnerstag, den 16. April 2026, im Rathaus statt. Dort erhielten die beteiligten Studierenden einen Einblick in die Gemeinde und ihre aktuellen Fragestellungen. Bei einer anschließenden Ortsbegehung konnten sie sich zudem ein eigenes Bild von Wentorf machen und erste Eindrücke sammeln.

Auch in den kommenden Wochen werden Studierende immer wieder im Gemeindegebiet unterwegs sein, um Beobachtungen zu vertiefen und Fragestellungen nachzugehen. Diese Aktivitäten sind Teil des Projekts und kein Anlass zur Besorgnis.

Die Ergebnisse des Projekts werden im Sommer 2026 erwartet. Sie sollen als wertvolle Grundlage in die weiteren Beratungen der politischen Gremien einfließen und die zukünftige Entwicklung Wentorfs maßgeblich mitgestalten.

Warum wir erst bei steigenden Kosten und Krisen wirklich verzichten.

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Politik, Umwelt, Wirtschaft | No Comments
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Wir kennen dieses Muster aus dem eigenen Alltag: Man weiß eigentlich schon länger, dass bestimmte Dinge nicht wirklich notwendig sind. Der tägliche Coffee-to-go, das kaum genutzte Streaming-Abo, spontane Käufe – oder auch der ganz selbstverständliche Griff zum Auto, selbst auf kurzen Strecken. Und trotzdem ändert sich lange nichts. Erst wenn Preise steigen, das Budget enger wird oder äußere Umstände sich verschärfen, entsteht Bewegung. Dann wird verzichtet – oft plötzlich und konsequent.

Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern tief in unserer Psychologie verankert. Menschen reagieren stärker auf spürbare Verluste als auf abstrakte Einsichten. Steigende Preise – etwa bei Kraftstoff – treffen unmittelbar. Sie sind konkret, sichtbar und lassen sich nicht wegdenken. Ganz anders als viele ökologische Argumente, die zwar rational überzeugen, aber im Alltag oft zu weit entfernt erscheinen, um Verhalten tatsächlich zu verändern. Gleichzeitig sind wir Gewohnheitstiere. Unser Alltag besteht aus Routinen, die wir selten hinterfragen, solange sie funktionieren. Das Auto ist bequem, schnell und über Jahre hinweg selbstverständlich geworden. Dass dieser Komfort ökologische Kosten hat, ist bekannt – aber eben nicht unmittelbar spürbar. Erst wenn der Literpreis steigt und jede Fahrt plötzlich „ins Gewicht fällt“, beginnt ein Umdenken. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.

Hier zeigt sich ein unangenehmer, aber ehrlicher Punkt: Wir könnten vieles früher ändern. Wir tun es nur nicht, solange es nicht weh tut.

Doch genau an dieser Stelle stellt sich eine weiterführende Frage – und sie richtet sich nicht nur an den Einzelnen, sondern auch an die Politik: Reicht es aus, darauf zu warten, dass äußere Zwänge Verhalten verändern? Oder wird hier bewusst in Kauf genommen, dass echte Veränderung immer erst unter Druck entsteht? Denn politische Steuerung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell und wie konsequent sich gesellschaftliches Verhalten verändert. Gesetze, Preise, Subventionen und Rahmenbedingungen sind nicht neutral – sie lenken Entscheidungen im Alltag. Wenn etwa steigende Kraftstoffpreise als Signal dienen sollen, weniger zu fahren oder umzudenken, dann stellt sich gleichzeitig die Frage, warum an anderer Stelle oft Mechanismen greifen, die genau diese Wirkung abschwächen oder verzögern.

Steuererleichterungen, Übergangsregelungen, lange Fristen oder das Festhalten an bestehenden Strukturen senden widersprüchliche Signale. Einerseits wird Veränderung eingefordert – etwa im Sinne von Klimaschutz und nachhaltigem Verhalten. Andererseits wird sie politisch so gestaltet, dass sie möglichst wenig unmittelbare Konsequenzen hat. Der Status quo bleibt dadurch länger bestehen, als es angesichts der Herausforderungen eigentlich notwendig wäre. Für den Einzelnen entsteht daraus ein Spannungsfeld: Man soll sein Verhalten ändern, aber die Rahmenbedingungen sind oft nicht konsequent darauf ausgerichtet. Gleichzeitig fehlt eine klare, verständliche Vermittlung, warum bestimmte Veränderungen notwendig sind – und warum sie nicht beliebig aufgeschoben werden können. Politische Kommunikation bleibt häufig technisch oder vorsichtig, statt Orientierung zu geben.

So entsteht ein System, in dem Veränderung zwar theoretisch gewollt ist, praktisch aber immer wieder vertagt wird. Für viele Menschen bedeutet das: Solange es noch geht, bleibt alles beim Alten. Erst wenn es finanziell spürbar wird – etwa an der Tankstelle –, wird gehandelt. Aber dann nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Druck. Das wirft eine grundlegende Frage auf: Kann gesellschaftlicher Wandel auf diese Weise überhaupt gelingen? Wenn sowohl individuelles Verhalten als auch politische Entscheidungen dazu neigen, Veränderung möglichst lange hinauszuzögern, entsteht ein kollektives Muster des Abwartens.

Dabei zeigt sich ein Zusammenspiel aus psychologischer Trägheit und politischer Vorsicht. Menschen halten an Gewohnheiten fest, solange sie funktionieren. Politik wiederum vermeidet oft Maßnahmen, die sofort spürbare Einschnitte bedeuten würden – aus Rücksicht auf Akzeptanz, wirtschaftliche Interessen oder kurzfristige Stabilität. Das Ergebnis ist eine Art gegenseitige Verstärkung: Niemand bewegt sich wirklich, solange der Druck nicht groß genug ist. Die Folge ist, dass notwendige Veränderungen häufig erst dann umgesetzt werden, wenn sie kaum noch aufschiebbar sind – und dann oft unter deutlich schwierigeren Bedingungen.

Vielleicht liegt genau hier der kritischste Punkt: Wenn sowohl Individuen als auch politische Systeme primär auf Druck reagieren, statt vorausschauend zu handeln, wird Wandel nicht gestaltet, sondern erzwungen. Und das wirft die Frage auf, ob dieser Weg ausreicht, um den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Denn am Ende geht es nicht nur darum, dass wir unser Verhalten ändern – sondern auch darum, wie und wann wir es tun.

Beitragsgrafik: Pixabay

Repair Café in Wentorf: Dank an engagierte Helferinnen und Helfer – Ehrenamt kennt kein Alter

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft, Kommunales, Umwelt | No Comments
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Zum 20. Mal öffnet das Repair Café in Wentorf seine Türen. Das ist ein besonderer Anlass, um Danke zu sagen. Die Klimaschutzmanagerin Yvonne Hargita bedankt sich im Namen der Gemeinde Wentorf bei allen ehrenamtlich Engagierten. Ohne ihren Einsatz wäre das Angebot der Repair Cafés in der Region nicht möglich. Sie schenken ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung – und helfen damit ganz praktisch im Alltag. Besonders beeindruckend ist das Engagement zweier langjähriger Helfer: Jens Michaelsen (82) und Gert Philipsen (86). Seit vielen Jahren reparieren sie ehrenamtlich Geräte und geben ihr Wissen weiter – unter anderem in Reinbek, Bergedorf und Sasel. 2022 gründeten sie gemeinsam das Wentorfer Repair Café im Prisma-Jugendtreff. Ihr Einsatz zeigt eindrucksvoll: Ehrenamt kennt kein Alter. Auch mit über 80 Jahren engagieren sie sich regelmäßig und mit großer Leidenschaft für die Gemeinschaft.

Das Repair Café steht für Hilfe zur Selbsthilfe. Besucherinnen und Besucher können defekte Geräte mitbringen und gemeinsam mit den Ehrenamtlichen reparieren. Dabei entstehen nicht nur praktische Lösungen, sondern auch Gespräche und Begegnungen. Das nächste Repair Café in Wentorf findet am Samstag, den 18. April, von 14 bis 16 Uhr statt. Ergänzt wird das Angebot durch eine Fahrrad-Selbsthilfe des ADFC. Ein weiterer Termin ist am Sonntag, den 10. Mai, in Reinbek (Kirchenallee 1). Die Gemeinde Wentorf würdigt mit dem 20. Termin nicht nur ein erfolgreiches Projekt, sondern vor allem die Menschen dahinter. Ihr Engagement ist ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und gelebte Nachbarschaft.

Zusammenarbeit auf Wentorfer Art: Wenn die Einladung schon die halbe Ausladung ist!

Posted By Vorstand Buergerverein Wentorf On In Bürgerverein Wentorf e.V., Politik | 9 Comments
Fragen und antworten

In Wentorf wird Zusammenarbeit großgeschrieben. Zumindest theoretisch. Praktisch zeigte die Sitzung des Hauptausschusses am 16. März 2026, dass sich dieses Prinzip auch ganz anders auslegen lässt – innovativ, überraschend und vor allem: ohne störende Konkretisierung.

Der Vorstand des Bürgervereins Wentorf e.V. war an diesem Abend von der Bürgermeisterin zur Sitzung des  Hauptausschusses geladen. In der Einladung wurde nur genannt, dass die „Zusammenarbeit mit Wentorf im Blick“ erörtert werden soll. Eine Agenda. Konkrete Fragestellungen im Vorfeld, Fehlanzeige! In der öffentlich einsehbaren Tagesordnung fand sich lediglich der Hinweis, dass das Thema im nichtöffentlichen Teil behandelt werden sollte. Worum es also genau gehen sollte, blieb offen.

Der Bürgerverein reagierte pragmatisch. Wenn keine Fragen vorliegen, schickt man diejenigen, die Antworten geben können. Der Vorstand delegierte daher die Teilnahme und informierte die Gemeinde schriftlich: Ralf Lesko, verantwortlich für die Inhalte von „Wentorf im Blick“, und Wolfgang Warmer, zuständig für finanzielle Fragen, würden teilnehmen. Beides Vorstandsmitglieder, fachlich zuständig, ordnungsgemäß benannt. Widerspruch? Keiner!

Der Rahmen ist klar: ein etablierter Verein, gegründet 1959, getragen von ehrenamtlichem Engagement, organisiert mit Satzung, Vorstand und klaren Zuständigkeiten. Auf der anderen Seite die kommunale Struktur mit Bürgermeisterin, Gemeindevertretung und ihren Ausschüssen.

Der Abend beginnt unspektakulär. Öffentlicher Teil, Routine, keine Auffälligkeiten. Dann der nichtöffentliche Abschnitt – und mit ihm eine neue Definition von Zusammenarbeit. Die Vertreter des Bürgervereins verlassen den Raum und warten. Vor der Tür. Zusammen mit anderen, die ebenfalls „nichtöffentlich“ sind. Demokratie im Wartebereich, direkt neben dem Wasserspender – vielleicht der symbolträchtigste Ort dieses Abends. Nach rund 15 Minuten öffnet sich die Tür. Der Ausschussvorsitzende tritt heraus – und beendet das angekündigte Gespräch, bevor es begonnen hat. Man werde nicht mit den anwesenden Vertretern des Vorstands sprechen. Begründung: Die Anwesenden seien nicht „der Vorstand“. 

Das muss man sich vor Augen führen: Eine Einladung wird ausgesprochen. Vertreter werden benannt, angekündigt und nicht beanstandet. Und am Ende scheitert das Gespräch genau an dieser Vertretung. Ein Vorgang, der weniger nach Missverständnis als nach Haltung klingt. Offen bleibt auch, warum die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Der Gesetzgeber sieht dies vor, wenn das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner betroffen sind. Welche dieser Voraussetzungen hier erfüllt waren, erschließt sich nicht. Der Bürgerverein jedenfalls sah seine Interessen nicht gefährdet. Statt Klarheit entsteht ein anderer Eindruck: Zusammenarbeit scheint in Wentorf vor allem dann stattzufinden, wenn sie exakt den eigenen Erwartungen entspricht – personell wie inhaltlich. Alles andere wird aussortiert. Dabei geht es nicht um irgendeinen Akteur. Der Bürgerverein organisiert seit Jahrzehnten Veranstaltungen, pflegt kulturelle Angebote, betreibt das Heimatmuseum und gibt mit „Wentorf im Blick“ eine lokale Publikation heraus. Ehrenamtlich. Verlässlich. Für die Gemeinde.

Der gesamte Ablauf hinterlässt keinen Eindruck von Missverständnis oder unglücklicher Kommunikation. Er wirkt geplant – zumindest aber bewusst in Kauf genommen. Und genau deshalb drängt sich am Ende eine zentrale Frage mit Nachdruck auf:

Was war hier eigentlich wirklich geplant?

Ein ernsthaftes Gespräch über Zusammenarbeit – oder ein Termin, der von Anfang an nicht auf Dialog ausgelegt war? Wer einlädt, ohne Inhalte zu benennen, Vertreter akzeptiert und sie dann im entscheidenden Moment ohne Erklärung abweist, sendet ein klares Signal. Nur ist dieses Signal alles andere als eines von Offenheit, Transparenz oder partnerschaftlicher Zusammenarbeit. 

 

 

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

 

Achtung Raucher: Kippe fallenlassen kann Geld kosten – auch in Wentorf!

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft, Umwelt | 3 Comments
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Wer seine Zigarettenkippe einfach auf die Straße wirft, verstößt gegen das Gesetz und schadet der Umwelt. Es ist verboten, Müll, zu dem auch Zigarettenreste zählen, in der Öffentlichkeit zu entsorgen. Dies fällt unter die Ordnungswidrigkeit des „Litterings“ und kann von den örtlichen Behörden geahndet werden.

Auch wenn die exakte Bußgeldhöhe in Wentorf nicht öffentlich exakt ausgewiesen ist, orientiert man sich in Schleswig-Holstein an üblichen Verwarnungen für weggeworfene Kippen: Diese liegen meist bei etwa 10 Euro, können aber je nach Schwere des Verstoßes steigen. Die Botschaft ist klar: Müll gehört in den Mülleimer, nicht auf Gehweg oder Straße. Neben der gesetzlichen Pflicht besteht auch eine moralische und ökologische Verantwortung. Zigarettenfilter enthalten Giftstoffe, die Böden und Gewässer erheblich belasten können. Schon eine einzelne Kippe kann bis zu 60 Liter Wasser verschmutzen. Wer die Umwelt schützen will, darf also nicht einfach wegwerfen.

Wer raucht, muss die Kippe ordnungsgemäß entsorgen – in einem öffentlichen Mülleimer, Aschenbecher oder einem Taschenaschenbecher. Die Regeln sind eindeutig, und sie gelten für jede Straße, jeden Gehweg und jede Grünfläche. Das gilt auch in Wentorf!

 

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Kampagne „wentorf abpflastern!“ startet zum Frühlingsanfang

Posted By Ralf Lesko On In Umwelt | No Comments
Verlassener Baum auf Kopfsteinpflasterstraße

Mit dem Beginn des Frühlings startet die Gemeinde Wentorf bei Hamburg die Kampagne „wentorf abpflastern!“. Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern versiegelte Flächen in Gärten und Vorgärten wieder zu begrünen und damit etwas für Klima, Natur und Lebensqualität im Ort zu tun.

In vielen Gärten wurden in den vergangenen Jahren große Flächen mit Pflastersteinen, Beton oder Schotter gestaltet. Diese gelten oft als pflegeleicht und ordentlich. Tatsächlich haben solche versiegelten Flächen jedoch mehrere Nachteile: Regenwasser kann schlechter versickern, im Sommer heizen sich die Flächen stark auf und für Insekten und andere Tiere bieten sie kaum Lebensraum. Hinzu kommt: Schottergärten und die Versiegelung unbebauter Flächen sind nach der Landesbauordnung Schleswig-Holstein grundsätzlich nicht erlaubt. Ein weiterer Grund also, vorhandene Versiegelungen wieder zu entfernen und durch Grünflächen zu ersetzen.

Mit der Kampagne ruft die Gemeinde alle Wentorferinnen und Wentorfer dazu auf, selbst aktiv zu werden: Pflastersteine entfernen, Flächen entsiegeln und stattdessen Stauden, Gräser oder andere heimische Pflanzen setzen. Schon kleine Veränderungen können dabei eine große Wirkung haben – für die Artenvielfalt, für ein angenehmeres Mikroklima und für einen lebendigeren Garten. Um den Einstieg zu erleichtern, unterstützt die Gemeinde die ersten 30 Teilnehmenden mit einem Zuschuss von 50 Euro. Wer mitmachen möchte, kann einfach Vorher- und Nachher-Fotos der Fläche sowie Zahlungsbelege und seine Bankverbindung per E-Mail an klimaschutz@wentorf.de [22] senden. Weitere Informationen zur Entsiegelung, zum bundesweiten Wettbewerb „abpflastern!“ sowie praktische Tipps für einen naturnahen Garten sind auf der Internetseite der Gemeinde zu finden: www.wentorf.de/abpflastern [23]

 

Beitragsbild: WiB-Online

 

 

Schulcampus Wentorf: Vision, Chronologie, Kehrtwende und offene Fragen

Posted By Monika Lehmann-Ralf Lesko On In Kommunales, Politik, Schule | 7 Comments
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In Wentorf ist wohl eine der größten kommunalpolitischen Debatten der vergangenen Jahre vorerst beendet – und wirft zugleich neue Fragen auf. Die CDU hat ihre Pläne für ein zentrales Schulzentrum auf dem Kleingartengelände an der Berliner Landstraße offiziell aufgegeben. Als Begründung nennt die Fraktion die begrenzten finanziellen Spielräume der Gemeinde sowie den Wunsch, die gewachsene und eigenständige Schullandschaft Wentorfs zu erhalten. Auch die Bündnis 90/Die Grünen haben ihre bisherige Unterstützung für das Projekt inzwischen relativiert. Statt eines groß dimensionierten Schulcampus soll der Blick nun stärker auf die Weiterentwicklung der bestehenden Standorte gerichtet werden. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Gemeinschaftsschule Wentorf am Fritz-Specht-Weg, gleichzeitig soll auch das Gymnasium Wentorf weiterhin in die zukünftigen Planungen einbezogen werden. Die Entscheidung markiert eine deutliche Kehrtwende in einer Debatte, die bereits seit mehreren Jahren die lokale Schulpolitik prägt.

Offiziell begann der Prozess im September 2022, als die Gemeindevertretung die sogenannte „Phase 0“ beschloss. Ziel war es, zunächst eine umfassende Bedarfsermittlung für alle Wentorfer Schulen durchzuführen, um Sanierungs- und Neubedarfe zu analysieren und eine Grundlage für langfristige Planungen zu schaffen. Damit legte die Verwaltung den Grundstein für Überlegungen, die Schulstandorte zu modernisieren und mögliche Synergien zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule zu prüfen.

Im Mai 2023 wurden die ersten Ergebnisse dieser Phase im Bürgerausschuss vorgestellt. In diesem Zusammenhang tauchte erstmals die Idee auf, beide Schulen an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen. Öffentlich sichtbar intensivierte sich die Debatte jedoch erst 2024, als im April eine erweiterte Bedarfsermittlung präsentiert wurde, die konkrete Szenarien für Neubau, Modernisierung und einen möglichen Campus aufzeigte. Dabei wurden neben pädagogischen Fragen auch Flächenbedarf, Verkehrsplanung und erste Kostenschätzungen diskutiert.

Im Dezember 2024 verabschiedeten CDU, Grüne und FDP schließlich einen sogenannten Sechs-Punkte-Plan zur Schulentwicklung. Darin wurde unter anderem vorgesehen, den Neubau beider Schulen zu prüfen und einen möglichen Campusstandort auf dem Gelände des Kleingartenvereins zu untersuchen. Ab diesem Zeitpunkt rückte das Campusprojekt deutlich ins Zentrum der lokalen Schulpolitik, begleitet von intensiven Diskussionen über Kosten, Standortwahl und Machbarkeit.

Im Verlauf des Jahres 2025 verdichteten sich jedoch die Zweifel. Eine Machbarkeitsstudie kam im November 2025 zu dem Ergebnis, dass das vorgesehene Kleingartengelände für ein funktional sinnvoll betriebenes Schulzentrum zu klein sei. Kurz darauf wurde eine Kostenrahmenschätzung bekannt, die den möglichen Finanzbedarf auf mindestens 215 Millionen Euro bezifferte. Gleichzeitig hatten sich beide Schulleitungen bereits zuvor kritisch zu einem gemeinsamen Campus geäußert.

Trotz dieser Hinweise wurden zunächst weitere Prüfaufträge an die Verwaltung erteilt und zusätzliche Untersuchungen angestoßen. Erst jetzt, Ende Februar 2026 erfolgte nun die politische Kehrtwende: Die CDU erklärte, die Campuspläne nicht weiterzuverfolgen. Viele Beobachter sehen darin eine verspätete Reaktion auf die inzwischen deutlich gewordenen Kostenrisiken und praktischen Schwierigkeiten des Projekts. Bemerkenswert ist dabei auch die politische Vorgeschichte. Die Idee eines Schulcampus war ursprünglich aus den Reihen der Mehrheitsfraktion selbst hervorgegangen und hatte im Verlauf der Diskussion auch andere Fraktionen der Gemeindevertretung erfasst. Über mehrere Jahre entwickelte sich daraus ein umfangreicher Planungs- und Prüfprozess, der Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigte.

Die Rolle der Grünen zeigt in dieser Entwicklung ein eigenes Spannungsfeld. Über längere Zeit unterstützten sie das Projekt – teils aktiv, teils stillschweigend – und beteiligten sich mit Anträgen und Fragenkatalogen an die Verwaltung, etwa zu Kosten, Flächenentwicklung und Sanierungsbedarf. Eine klar erkennbare alternative Position wurde jedoch lange nicht formuliert, sodass sie in der öffentlichen Wahrnehmung häufig eher als politische Begleiter der CDU erschienen als eigenständige Impulsgeber. Andere Parteien wie die SPD hatten zwar frühzeitig für eine schrittweise Weiterentwicklung der bestehenden Standorte plädiert, konnten diese Position jedoch über längere Zeit nicht prägend in der öffentlichen Debatte durchsetzen. Parallel dazu spielte auch die demografische Entwicklung eine wichtige Rolle. Kurzfristig steigen die Schülerzahlen im Hamburger Umland durch den Zuzug junger Familien. Langfristig könnten sie jedoch stagnieren oder sogar sinken. Damit stellt sich die Frage, ob ein sehr großer Schulcampus auf Dauer überhaupt notwendig oder angemessen gewesen wäre. Diese Unsicherheit wurde im politischen Entscheidungsprozess zwar thematisiert, blieb jedoch häufig im Hintergrund gegenüber den baulichen und planerischen Fragen.

Mit der Aufgabe der Campuspläne endet zwar ein zentrales Kapitel der Wentorfer Schulpolitik, doch das politische Nachspiel dürfte noch folgen. Denn über mehrere Jahre wurden Gutachten, Studien und Prüfaufträge vergeben, und erhebliche personelle Ressourcen in Verwaltung und Politik gebunden. Wie hoch die bisher entstandenen Kosten für Planung, Untersuchungen und Verwaltungsarbeit tatsächlich sind, ist bislang kaum öffentlich aufgearbeitet worden. Damit stellt sich nun nicht nur die Frage nach der zukünftigen Schulentwicklung in Wentorf, sondern auch nach Transparenz und politischer Verantwortung im bisherigen Entscheidungsprozess. Ebenso bleibt offen, warum Schulen, Eltern und Bürger nicht von Beginn an stärker in die Planungen einbezogen wurden. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung hätte eine frühere Beteiligung möglicherweise dazu beitragen können, Konflikte zu vermeiden und Alternativen früher sichtbar zu machen. Das Schulcampus-Projekt in Wentorf zeigt einmal wieder exemplarisch, wie parteilich ambitionierte kommunale Projekte entstehen, wachsen – und schließlich wieder verworfen werden. Zugleich verdeutlicht die Debatte, wie wichtig klare Kommunikation, realistische Kostenabschätzungen und eine frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit sind, wenn langfristige Infrastrukturentscheidungen getroffen werden.

 

Titelfoto: Pixabay

 

Der tut doch nichts – eine kleine Feldstudie zur selektiven Rücksichtnahme

Posted By Ralf Lesko On In Gesellschaft | 6 Comments
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Es ist ein ganz normaler Waldspaziergang auf der Wentorfer Seite des Bergedorfer Friedhofs. Vogelgezwitscher, feuchter Waldboden, die übliche Mischung aus Joggern, Spaziergängern und Menschen, die den Wald als Erweiterung ihres Wohnzimmers betrachten. Alles ruhig. Alles friedlich. Bis plötzlich ein Hund auftaucht. Nicht klein. Nicht angeleint. Etwa zwanzig Meter voraus, ganz ohne erkennbaren Menschen im Schlepptau. Für einen kurzen Moment stellt sich diese leise, uralte Frage: Kommt da gleich jemand dazu – oder ist das jetzt einfach so? Erst später erscheint die dazugehörige Halterin. Eine Frau auf einem Lastenfahrrad, vorne zwei kleine Kinder im Transportkasten, hinten das gute Gefühl, alles richtig zu machen. Der Hund läuft weiterhin frei voraus. Die Szene wirkt auf den ersten Blick modern, ökologisch, verantwortungsvoll. Lastenrad statt SUV. Kinder an Bord. Hund in Freiheit. Fast idyllisch.

Wir sprechen die Frau freundlich an. Ruhig. Ohne Vorwurf. Mit dem Hinweis, dass es Menschen gibt, die Angst vor freilaufenden Hunden haben – insbesondere dann, wenn man zuerst dem Hund begegnet und erst deutlich später dem Menschen, der ihn kontrollieren sollte. Ganz abgesehen davon, dass im Wald Leinenpflicht gilt. Was wir erwarten? Vielleicht ein kurzes Innehalten. Ein „Stimmt, hab ich nicht bedacht.“ Oder wenigstens ein höfliches Nicken. Was wir bekommen, ist ein Klassiker. „Der tut doch nichts.“

Dieser Satz ist so etwas wie der Generalschlüssel der verantwortungsfreien Hundehalterei. Er öffnet alle Türen, hebt alle Regeln auf und ersetzt jede Rücksichtnahme durch subjektives Wohlbefinden. Dass Angst nichts mit objektiver Gefährlichkeit zu tun hat, sondern mit Wahrnehmung, Erfahrung und Unsicherheit – geschenkt. Doch es kommt noch besser. Die rhetorische Krönung folgt auf dem Fuße: „Meine Kinder haben keine Angst vor dem Hund!“

Ein bemerkenswerter Satz. Denn offenbar gilt in diesem Moment eine neue gesellschaftliche Regel: Maßstab für öffentliches Verhalten ist nicht mehr das Gesetz, nicht mehr der gemeinsame Raum, nicht einmal der gesunde Menschenverstand – sondern die emotionale Verfassung der eigenen Kinder. Dass es andere Kinder gibt. Andere Erwachsene. Andere Erfahrungen. Andere Ängste. Dass vielleicht genau dort, wo der Hund gerade frei vorausläuft, irgendwann ein Kind steht, das panisch reagiert – irrelevant.
Die eigene Welt ist in Ordnung. Also ist die Welt in Ordnung. Die Frau fährt weiter. Zufrieden. Bestimmt. In ihrer ganz persönlichen Freiheit. Der Hund voraus, die Kinder vorne, die Verantwortung irgendwo dazwischen verloren gegangen.

Zurück bleibt ein Gefühl, das viele kennen: Man hat nichts falsch gemacht, freundlich kommuniziert, Rücksicht eingefordert – und trotzdem verloren. Gegen Ignoranz im Gewand der Selbstverständlichkeit. Denn das eigentliche Problem sind nicht Hunde. Es sind Erwachsene, die glauben, Rücksicht sei optional, solange bei ihnen alles gut ist. Und die nicht merken, dass „Der tut doch nichts“ oft nur eine andere Form von „Mir egal“ ist. Der Wald ist kein privater Hundeauslauf. Der öffentliche Raum kein Experimentierfeld für individuelle Freiheitsgefühle. Und Verantwortung endet nicht dort, wo das eigene Lastenrad außer Sichtweite ist.

Aber immerhin wissen wir jetzt eines ganz sicher: Ihre Kinder haben keine Angst. Alle anderen dürfen sehen, wie sie klarkommen.

 
Beitragsfoto: Pixabay

 

„Repair Café Wentorf mit ADFC-Fahrradwerkstatt: Termine 2026 stehen fest

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft | No Comments
Fahrradwegkennzeichnung

Auch im Jahr 2026 lädt das Repair Café Wentorf zum gemeinsamen Reparieren ein. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, defekte Alltagsgegenstände gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern instand zu setzen – ganz nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Ergänzt wird das Angebot durch eine Fahrradwerkstatt in Kooperation mit der ADFC Ortsgruppe Wentorf/Börnsen.

Die Repair-Café-Termine finden jeweils am dritten Samstag der geraden Monate von 14 bis 16 Uhr im Prisma Jugendtreff statt. Der Standort bietet dabei einen zusätzlichen Mehrwert: Seit Ende vergangenen Jahres stellt die Gemeinde hier eine frei zugängliche Fahrrad-Reparaturstation bereit.

Die Termine für 2026 im Überblick:

Repariert werden können unter anderem elektrische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Fahrräder, Textilien und weitere Alltagsgegenstände. Es handelt sich nicht um einen kostenlosen Reparaturservice; für Ersatzteile oder Materialien wird ein Selbstkostenpreis erhoben. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende.

Das Repair Café Wentorf freut sich über Besucherinnen und Besucher ebenso wie über neue ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer.

Bei Fragen wenden Sie sich an das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Wentorf unter 040 72001279.“

 

Beitragsfoto: Ralf Lesko

 

 

Der Seniorenbeirat lädt zu Spielenachmittagen 2026

Posted By Ralf Lesko On In Gemeinschaften, Gesellschaft | No Comments
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Der Spielenachmittag lädt zu einem gemütlichen Beisammensein ein, bei dem der gemeinsame Spielspaß im Mittelpunkt steht. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern steht eine große Auswahl an Karten- und Brettspielen zur Verfügung, darunter Skat, Doppelkopf, Rommé sowie zahlreiche weitere Gesellschaftsspiele. Außerdem besteht die Möglichkeit, eigene Spiele mitzubringen. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, unabhängig davon, ob sie erfahrene Kartenspieler sind oder einfach eine entspannte Spielrunde genießen möchten. In angenehmer Atmosphäre entstehen spannende Spielverläufe und anregende Gespräche, die den Nachmittag zu einem geselligen Erlebnis machen.

Wo: „Alte Schule“,
Teichstraße 1, 21465 Wentorf bei Hamburg

Wann:

Mittwoch, 14.01.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 11.02.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 11.03.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 08.04.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 13.05.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 10.06.2026 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 08.07.2026 14:00 bis 18:00 Uhr


Bitte kommen Sie pünktlich, damit sich die Spielgruppen direkt finden können. 

 

 

Beitragsfoto: Pixabay

 

 

Wentorf baut Radinfrastruktur aus: Neue Servicestationen und zusätzliche Abstellbügel

Posted By Ralf Lesko On In Kommunales, Verkehr, Vor Ort | No Comments
Fahrradreparaturstation QR-Code-Collage

Wentorf baut Radinfrastruktur aus: Neue Servicestationen und zusätzliche Abstellbügel

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg setzt ein weiteres Zeichen für nachhaltige Mobilität. An drei zentralen Orten wurden jetzt neue Fahrradservicestationen in Betrieb genommen, die allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der örtlichen Schulen offenstehen. Ergänzt wird das Angebot durch neun zusätzliche Fahrradanlehnbügel, die das sichere Abstellen von Rädern erleichtern sollen.

Drei neue Servicestationen für schnelle Hilfe unterwegs

Die neuen Stationen ermöglichen kleinere Reparaturen in Eigenregie und bieten zudem die Möglichkeit, Reifen aufzupumpen – auch an Kinderwagen. Aufgestellt wurden sie an folgenden Standorten:

Alle Stationen sind überdacht und damit ganzjährig nutzbar. Über einen QR-Code gelangen Nutzerinnen und Nutzer direkt zu digitalen Anleitungen, die Schritt für Schritt durch einfache Reparaturen führen.

Mehr Platz für Fahrräder

Um die Radinfrastruktur weiter zu stärken, hat die Gemeinde außerdem neun neue Fahrradanlehnbügel installiert:

Mit den zusätzlichen Abstellmöglichkeiten soll der Radverkehr sicherer und komfortabler werden – ein weiterer Baustein im Bemühen, klimafreundliche Mobilität im Ort zu fördern.

Fördermittel unterstützen Ausbau

Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch das Bundesförderprogramm Stadt und Land, das 75 Prozent der Kosten übernahm. Insgesamt erhielt die Gemeinde Wentorf eine Fördersumme von 7.650 Euro.

Versiegelte Flächen-eine wachsende Gefahr!

Posted By Ralf Lesko On In Umwelt | No Comments
Verlassener Baum auf Kopfsteinpflasterstraße

In Deutschland wächst die versiegelte Fläche weiterhin, wenn auch etwas langsamer als in den Jahren zuvor. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind inzwischen rund 7,3 % der gesamten Landesfläche dauerhaft versiegelt – das entspricht etwa 52.000 Quadratkilometern, also der Fläche von Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen. Versiegelte Flächen sind Bereiche, auf denen der Boden durch Asphalt, Beton oder Gebäude abgedeckt ist und kein Wasser mehr versickern kann. Dazu zählen Straßen, Parkplätze, Industrieflächen und Siedlungsgebiete. Diese Entwicklung hat Folgen für das Klima, die Biodiversität und die Hochwassergefahr.

Auch in Schleswig-Holstein nimmt die Versiegelung kontinuierlich zu. Zwischen 2016 und 2022 stieg die versiegelte Fläche von rund 921 km² auf 951 km². Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich rund 5 km².
Eine lineare Projektion deutet darauf hin, dass Schleswig-Holstein im Jahr 2030 etwa 980 km² versiegelte Fläche erreichen dürfte – trotz Bemühungen um eine nachhaltigere Flächennutzung.

Das entspricht rund 9 % der Landesfläche, womit Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld liegt.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Diese Unterschiede spiegeln die wirtschaftliche Struktur, Bevölkerungsdichte und Urbanisierung wider.

Ziele und Herausforderungen

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu senken. Aktuell liegt der Wert laut Umweltbundesamt jedoch bei rund 55 Hektar täglich – also fast doppelt so hoch. Experten fordern daher eine konsequentere Umsetzung von Innenentwicklung statt Außenentwicklung, also die Nachverdichtung bestehender Siedlungsflächen statt der Erschließung neuer Baugebiete. Auch eine stärkere Förderung von Gründächern, entsiegelten Stadtflächen und klimafreundlicher Verkehrsplanung könnte helfen, den Trend zu bremsen.

Folgen für Umwelt und Klima

Versiegelung bedeutet, dass Regenwasser nicht mehr versickern kann – das erhöht das Risiko von Starkregenüberschwemmungen und Hitzestau in Städten. Zudem gehen durch die Betonierung Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. Nach Angaben des Umweltbundesamtes tragen entsiegelte und begrünte Flächen erheblich zur Klimaanpassung bei: Sie speichern CO₂, fördern die Grundwasserneubildung und wirken temperaturausgleichend.

Fazit

Trotz wachsender Sensibilität bleibt die Bodenversiegelung eine der zentralen ökologischen Herausforderungen Deutschlands. Zwar verlangsamt sich der Flächenverbrauch leicht, doch von einer echten Trendwende ist das Land noch weit entfernt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich das 30-Hektar-Ziel tatsächlich erreichen lässt – oder ob Deutschland weiter wächst, ohne Rücksicht auf den Boden, auf dem es steht.

Datenquellen: Statistisches Bundesamt, Umweltbundesamt, eigene Berechnungen (2016–2030, Prognose auf Basis linearer Entwicklung).

 

Grafik: WiB-Online

Umgestaltung des Casinoparks in Wentorf nimmt Fahrt auf!

Posted By Ralf Lesko On In Politik | 2 Comments
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Nach 23 Jahren voller Anläufe, Unterbrechungen und Stillstand soll es nun endlich soweit sein: Die Umgestaltung des Casinoparks nimmt konkrete Formen an. Seit 2002 wurde immer wieder geplant, diskutiert und neu angesetzt – ohne dass es zu einer Umsetzung kam. Jetzt aber stehen die Zeichen so gut wie nie zuvor, dass die Umgestaltung des Casinoparks nach den Vorstellungen der Wentorfer*innen doch noch einen erfolgreichen Abschluss findet. Auf der Sitzung des Liegenschaftsausschusses am 11. September 2025 stellte Bürgermeisterin Kathrin Schöning die Ergebnisse der bisherigen Vorplanung vor.

Die von den Wentorfer Bürger*innen ausgewählte Variante der Bauminseln bildet die Grundlage für die umzusetzende Gestaltung  des Casinoparks. Um die Aufenthaltsqualität im Park noch weiter zu verbessern, soll die Bauminselvariante nach Vorschlag des, die Planung durchführenden Unternehmens Bruun & Möllers Landschaften  noch erweitert werden (siehe Grafik). Damit insbesondere der Windzug, der im Casinopark häufig als unangenehm empfunden wird, massiv reduziert werden kann. 

[24]
Casinopark erweitertes Konzept Bauminseln

Finanzielle Rahmenbedingungen

Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt liegen in der aktuellen Planungsphase (mit einer Toleranz von ±50 %) bei rund 3,4 Millionen Euro (brutto). Davon entfallen 25 % (ca. 850.000 Euro) auf die Planungskosten, die im Haushalt 2025/2026 berücksichtigt werden müssen. Der Ausschuss beauftragte die Bürgermeisterin, diese Anpassungen im Budget des Liegenschaftsausschusses für den zweiten Nachtragshaushalt des Doppelhaushalts 2025/2026 vorzusehen. Für die Kosten wurde ein Sperrvermerk gesetzt, sodass die Mittel erst nach erneuter politischer Freigabe verwendet werden können. Um die laufende Vorplanung 2025 fortführen zu können, mussten zudem 40.000 Euro sofort freigegeben werden. Dieser Betrag wurde im Liegenschaftsausschuss einstimmig beschlossen und freigegeben.

Infobox: Zahlen und Fakten zum Projekt Casinopark

In der Sitzung wurde deutlich, dass das Projekt Casinopark nun mit Energie vorangetrieben werden soll. Bürgermeisterin Kathrin Schöning bekräftigte gegenüber Wentorf im Blick ihr persönliches Engagement: „Ich fühle mich dem Projekt Umgestaltung Casinopark verpflichtet – und möchte da jetzt den Deckel draufsetzen.“

Es bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung nicht mehr durch parteipolitische Auseinandersetzungen ins Stocken gerät und dass die Weichen für die Neugestaltung des Casinoparks nun endlich gestellt sind und die Wentorfer*innen sich auf einen, attraktiven, nach ihren Vorstellungen umgestalteten Casinopark freuen können.

Schulneubau in Wentorf – die ökologischen Aspekte

Posted By Gastbeitrag On In Gesellschaft, Umwelt | 1 Comment
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Ein Gastbeitrag von Reiner Freund


Vorbemerkung:

Bildung ist wichtig – sehr wichtig. Als ehemaliger Lehrer weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wohltuend ein Neubau für eine Schulgemeinschaft sein kann. Ich habe selbst den Umzug in ein neues Schulgebäude miterlebt – allerdings handelte es sich damals um einen Umbau mit Integration bestehender Gebäude. 

Wentorf – die „Stadt im Grünen“?

Unsere Gemeinde wirbt mit diesem Slogan – doch der Realität steht er zunehmend entgegen. In den letzten Jahren wurden viele Grünflächen für neue Wohngebiete und Infrastrukturprojekte geopfert, zuletzt etwa beim Neubau der Feuerwehr. Auch in Wentorf verschwinden Bäume, Flächen werden versiegelt – eine Entwicklung, die sich bundesweit zeigt:

„… Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland in den Jahren 2019 bis 2022 um durchschnittlich 52 Hektar pro Tag gewachsen […]. Anfang 2024 lag die Rate bei etwa 55 Hektar pro Tag.“
(Quelle: Wikipedia)

Das entspricht rund 80 Fußballfeldern pro Tag, die unter Asphalt, Beton und Pflaster verschwinden – und damit aus natürlichen Kreisläufen herausfallen.

Ich bin zuversichtlich, dass viele Wentorfer*innen diese Entwicklung nicht wollen. Denn ich habe erlebt:

Viele Menschen spüren: Wir brauchen grüne Trittsteine, Rückzugsräume für die stark bedrohte Artenvielfalt. Die Kleingartenanlage in Wentorf ist genauso ein Ort.

Was leistet die Kleingartenanlage heute?

Viele dieser Leistungen werden andernorts unter dem Begriff „Klimafolgenanpassung“ mühsam hergestellt – hier gibt es sie bereits, kostenlos.

Gleichzeitig warnen Expert*innen vor den ökologischen Folgen des Bauens:

Der Bund Deutscher Architekten bringt es auf den Punkt:

„Bauen muss vermehrt ohne Neubau auskommen. Priorität hat der Erhalt und das Weiterbauen am Bestehenden – nicht der leichtfertige Abriss.“
(„Das Haus der Erde“, 6/20)

Das oft genannte Argument, ein Umbau sei teurer als ein Neubau, ist kurzfristig gedacht. Nicht eingerechnet wird der Wert der Ökosystemdienstleistungen, die natürliche Flächen wie Kleingärten für uns alle erbringen.

Was spricht gegen den Abriss – und für alternative Lösungen?

Langfristig brauchen wir mehr intakte Naturräume, nicht weniger. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ein Unterrichtsinhalt – sie muss auch architektonisch und planerisch sichtbar werden.

Warum also nicht …

Solche Ideen könnten – im Rahmen einer ergebnisoffenen Bürgerversammlung – gemeinsam mit Verwaltung, Schule, Planer*innen und engagierten Bürger*innen entwickelt werden.

Fazit:

Gute Bildung ist unser Ziel – keine Frage. Aber sie darf nicht gegen den Erhalt wertvoller Naturflächen ausgespielt werden. Ein Schulneubau auf dem Gelände der Kleingartenanlage ist keine Lösung, sondern ein Rückschritt – ökologisch, sozial und planerisch.