Nächster „Streit­fall“ um Kita Stand­ort

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Kita in der Gemeinde Wentorf, bahnt sich ein neuer Streitfall zwischen Gemeindeverwaltung und Politik an. Worum geht es?

Erst einmal geht es um die Situation fehlender Räume für die Offene Ganztagsschule (OGS). Der Raumbedarf für die stetig ansteigende Schülerzahlen ist seit geraumer Zeit allen politischen Verantwortlichen bekannt und wird bereits vom Bürgerausschuss befürwortet. Die möglichen Erweiterungen von Schulräumen werden auch durch den zu erwartenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung begründet.

Hierzu hat die Gemeindeverwaltung die Vorstellung, die zusätzlichen OGS Kapazitäten in die neben der Grundschule befindlichen Kita Lütte Lüüd zu verlegen. Dafür soll das Kita Gebäude um ein Stockwerk aufgestockt werden. Die Kita dagegen soll in einem Neubau, der auf dem Spiel- und Bolzplatz am Kreisel Petersilienberg entstehen soll, umziehen. Hier argumentiert die Verwaltung, dass dort bereits Baurecht vorliegt. Als Ausgleich für die Spielanlage soll ein neuer Spielplatz in der Nähe entstehen. Während der Bauphase könnte die Kita in Containern ihren Betrieb aufrecht erhalten. Wo das sein soll, ist nicht bekannt. Kosten für das „Verschiebeprojekt“ sind auch schon bekannt. Von mehr als 5 Mio. Euro ist die Rede. Es ist davon auszugehen, dass das nur die Kosten des Kita Neubau sind. Die Gesamtkosten (OGS Umbau/Kita Neubau/Spielplatz Abriss und Neubau/Kita Container Betrieb etc. dürften um einiges höher ausfallen.

Der Zwist zwischen Verwaltung und Politik ist, dass über den Vorschlag nicht miteinander geredet, sondern von der Verwaltung über die Presse in die Öffentlichkeit verbreitet wurde. Das veranlasst nun heute die Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen ihrerseits zu einer gemeinsamen Presseerklärung. Darin drücken die Politiker ihre Sprachlosigkeit zu dem überraschenden Vorschlag der Verwaltung über die Presse aus. Den größten und bestgenutzten Spielplatz der Gemeinde zu bebauen, ist aus Sicht der Politik nur die einfachste Lösung. Für die drei Fraktionen ist es vordringlich, diesen Standort als Spiel- und Bolzplatz für die Kinder und Jugendlichen zu erhalten. Auch die Behauptung der Verwaltung, dass die Politiker das Thema in der Vergangenheit verschleppt haben, erzürnt die Unterzeichner.

Unzufrieden sind die vorgenannten Fraktionen auch mit der wenig kreativen Lösungssuche nach Alternativen durch die Gemeindeverwaltung. Nur diesen einen Vorschlag zu präsentieren, reiche nach den Worten der drei Fraktionen nicht aus. Diese werden nun einen vernünftigen Prozess mit einer Ideensammlung zu möglichen Standorten in der Gemeinde im kommenden Planungs- und Umweltausschusss anstoßen, um die bestmögliche Lösung für Wentorfs Kinder zu erreichen.

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6 Gedanken zu „Nächster „Streit­fall“ um Kita Stand­ort

  • 18. Oktober 2021 um 13:15
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    Auf dem Gelände des Bismarck-Stiftes in Schönningsstedt befindet sich eine Fit for man und fit for woman in Nirosta-Ausführung für Jung und alt. Das ist ein gutes Beispiel für Reinbek, Wentorf, und Wohltorf und Börnsen zum Nachahmen auch als Ergänzung für Kinderspielplätze.
    Herwig K. aus W.

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  • 18. Oktober 2021 um 12:01
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    Als alternativer Standort könnte auch das mit Knüppelgehölz bestandene Gelände östlich des Feuerwehrgebäudes und nördlich der Gemeinschaftsschule genutzt werden. Auf jeden Fall sollte die Abwägung öffentlich erfolgen.

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  • 18. Oktober 2021 um 10:01
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    Ich bin sprachlos über diesen Vorschlag und schon alleine der Gedanke über die Bebauung des Spielplatzes ist in keinster Form nachvollziehbar. Da ich vis-a-vis zum Spielplatz wohne bekomme ich tagtäglich -sogar bei Regenwetter- mit, wie viele Kinder dort spielen und Spaß haben. Es ist ein gefestigter und zentral erreichbarer Standort, nicht nur Kinder aus dem unmittelbaren Wohnumfeld, sondern auch für Kitagruppen, Grundschul- und weiterführende Schulklassen. Aber nachdem in den vergangenen Monaten bereits zwei Rutschen ersatzlos abgebaut wurden und dadurch der Spielplatz an Attraktivität verloren hat, schwante einem bereits Böses. Ich kann nur appelieren: lasst den Kindern ihren Spielplatz dort wo er jetzt ist…

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  • 18. Oktober 2021 um 9:48
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    Der Spielplatz am Petersilienberg muss unbedingt erhalten bleiben, er ist Anlaufstelle für Kinder aller Altersklassen und äußerst gut besucht. Was ist mit den brach liegenden Sportflächen weiter unten am Petersilienberg, warum kann da nicht eine neue Kita entstehen?

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  • 17. Oktober 2021 um 13:47
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    Über den Standort der neuen Feuerwehr wurde schon viel zu lange beraten und im Dezember 2019 entschieden. Eigentlich sollte die neue Feuerwehr jetzt schon bezugsfertig sein. Für die Schulerweiterung war das Gelände der heutigen Feuerwehr geplant. Aufgrund der Verzögerungen funktioniert der ursprüngliche Plan nun leider nicht mehr.

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  • 16. Oktober 2021 um 11:10
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    Warum denkt niemand darüber nach, das Gelände der ehemaligen Hauptschule für das gesamte Kinderzentrum zu nutzen? Das Hauptschulgebäude soll unbedingt für die Feuerwehr weichen, obwohl die Gemeindevertretung bei Errichtung des Kinderzentrums andere Pläne hatten. Die Feuerwehr selbst ist mit der Lösung gar nicht so glücklich. Warum wird jetzt nicht ernsthaft über bessere Alternativen für die Feuerwehr nachgedacht? Die Standortsuche fand in geheimen Sitzungen statt und mit „Grundstücksangelegenheiten“ bezeichnet. Wenn die Gemeinde einen echten Willen für alle Beteiligten entwickeln würde, so gäbe es auch Wege und Möglichkeiten. Macht endlich einen öffentlichen Abwägungsprozess!

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