Coronaverdacht? Bitte so vor­gehen!

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig Holstein gibt folgende Informationen an die Bevölkerung

Update vom 29.03.2020:

Die KVSH hat kurzfristig eine Struktur geschaffen, um in konkreten Corona-Verdachtsfällen zeitnah Abstriche für ein Testung im Labor zu ermöglichen. Diese Struktur entlastet Arztpraxen und Kliniken und senkt dort das Infektionsrisiko. An zehn verschiedenen Standorten im Land sind Diagnostische Zentren aufgebaut, weitere sind im Aufbau. Zu diesen werden Risikopersonen einbestellt über die 116117. Die diagnostischen Zentren sollen von der Bevölkerung nicht auf eigene Initiative und ohne ausdrückliche Zuweisung durch die Leitstelle 116117 aufgesucht werden. Derjenige, der nicht angemeldet ist, darf keine Coronadiagnostik in Anspruch nehmen. Die Menge der Testkits und die Kapazitäten der Labore sind endlich, so dass nur medizinisch notwendige Testabstriche genommen werden können.

Der flächendeckende Fahrdienst, der für einen Abstrich zum Patienten kommt, ist auf Fälle beschränkt, in denen aus medizinischen Gründen ein Diagnostisches Zentrum nicht aufgesucht werden kann. Der Abstrich kann auch an der Haustür entnommen werden, der Arzt muss nicht die Wohnung einer Risikoperson betreten.

Meldung vom 17.03.2020:

Arztpraxen können nur in Ausnahmefällen eine Corona-Abstrichdiagnostik durchführen, da z.Zt. Ärzten und ihrem medizinischen Personal keine Schutzausrüstung zur Verfügung steht. Die Praxen müssen bereit bleiben für die allgemeine medizinische Versorgung der Bevölkerung. Sie müssen sich ggf. sogar auf dringliche medizinische Behandlungen konzentrieren. Praxisschließungen können nur vermieden werden, wenn keine Infektionskontakte dort vorkommen.
Die KVSH baut zur Bewältigung der Coronakrise für Patienten mit Atemwegssymptomen, mit Kontakt zu bereits erkrankten Personen oder für Rückkehrer aus Risikogebieten ambulante Diagnostikzentren auf. Sechs sind im Land bereits in Betrieb genommen, weitere folgen in den nächsten Tagen. Unterwegs ist ebenso ein fahrender Dienst, der bei nicht mobilen Menschen diagnostische Abstriche entnimmt.
Bitte melden Sie sich grundsätzlich zuerst unter 116117, wenn Sie verdächtige Symptome haben, mit infizierten Patienten Kontakt hatten oder aus einem Risikogebiet kommen, damit Ihnen Ihre nächste Anlaufstelle genannt werden kann. Die Entscheidung, ob eine Corona-Abstrichdiagnostik erforderlich ist, richtet sich stets nach den aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Es sind in unserer Leitstelle 50 Telefonleitungen 24/7 besetzt, dennoch kann es zu Wartezeiten kommen. Wenden Sie sich nicht an die 112, denn diese muss für medizinische Notfälle bereit bleiben. Bis Sie telefonisch zu einem Abstrichergebnis benachrichtigt werden, dauert es bis zu zwei Tage. Bis dahin sollten Sie zuhause bleiben.
Allen Praxen ist empfohlen, Patienten nur nach Einzelaufruf in ihre Räume aufzunehmen. Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass Wartezeiten außerhalb der Praxis entstehen. Wiederholungsverordnungen und Überweisungen sollten telefonisch bestellt und vorläufig nicht abgeholt werden. Es ist eine Regelung mit Apotheken getroffen, dass Medikamente auch nach Fax- oder Mailübermittlung von Praxis zu Apotheke regulär ausgegeben werden.
Für Fragen, die sich nicht auf einen konkreten Coronaverdacht beziehen, rufen sie nicht die 116117 an. Nutzen Sie für allgemeine Informationen das Bürgertelefon der Landesregierung unter 0431 79700001 oder das Internet www.infektionsschutz.de.
Bitte helfen Sie mit, der Situation geordnet zu begegnen. Nur so kann die Regelversorgung aller Patienten, die beständig ärztliche Hilfe benötigen, aufrechterhalten werden.

Quelle: KVSH

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